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Zu: Tahar Ben Jelloun: "Les yeux baissés"

Title: Zu: Tahar Ben Jelloun: "Les yeux baissés"

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Ines Rieck (Author)

French Studies - Literature
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Summary Excerpt Details

Tahar Ben Jelloun wurde am 01.12.1944 in Fès geboren und wuchs in Tanger auf. Seit 1971 lebt und arbeitet er in Paris, wo er außerdem ein Studium der Psychologie absolvierte. Heute ist Tahar Ben Jelloun einer der bekanntesten Schriftsteller des Maghreb. Seine frühen Gedichte sind stark politisch engagiert. Seine Romane sind hauptsächlich in Städten angesiedelt. Zu seinen bedeutendsten Werken gehören „Harrouda“ (Denoёl 1973), „L’enfant de sable“ (Seuil 1985), „La nuit sacré“ (Seuil 1987) und „Les yeux baissés“ (Seuil 1991).
In diesem Werk schildert Tahar Ben Jelloun eindrucksvoll die Geschichte eines Berbermädchens, welches zwischen zwei Kulturen gerät.
Die vorliegende Arbeit behandelt Inhalt, Aufbau und Stil des Werkes. Schwerpunkt der Untersuchungen stellen die angewandte Blickmetaphorik, sowie die beschriebene Suche nach der Identität der Protagonistin dar.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitendes zum Autor

1. Inhalt, Aufbau und Stil des Werkes

2. Die Blickmetaphorik

2.1. Die islamische Blickkultur

2.2. Blicke in Bezug auf Figuren des Werkes

2.3. Emanzipation der Frau als Thema

3. Die Suche nach der Identität

3.1. Darstellungen von Interkulturalität

3.2. Leben zwischen zwei Welten

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Roman „Les yeux baissés“ von Tahar Ben Jelloun unter besonderer Berücksichtigung der zentralen Blickmetaphorik sowie der Identitätssuche der Protagonistin Fathma im Kontext von Migration und Kulturkonflikten. Dabei wird analysiert, wie die Protagonistin zwischen den traditionellen Werten ihrer marokkanischen Herkunft und den Anforderungen eines neuen Lebens in der europäischen Gesellschaft balanciert.

  • Analyse der islamischen Blickkultur und ihrer sozialen Bedeutung
  • Untersuchung der Emanzipation der weiblichen Hauptfigur
  • Auseinandersetzung mit der interkulturellen Identitätssuche
  • Reflexion des Konflikts zwischen Tradition und Moderne
  • Betrachtung der Vater-Tochter-Beziehung im Migrationskontext

Auszug aus dem Buch

2.1. Die islamische Blickkultur

Der Titel „Les yeux baissés“ stellt einen konkreten Bezug zum Islam und der damit verbundenen Blickkultur her. Dem Blick kommt in der marokkanischen Gesellschaft eine über alle Schichten verbreitete Bedeutung zu. So Spiller: „Die funktionale Streubreite von Blicken ist überwältigend, das Spektrum erfaßt so verschiedene Bereiche wie die Ästhetik und die Gesetzgebung, sei es im religiösen Leben oder sei es in der Volkskultur.“ Der gesenkte Blick steht in dieser patriarchalischen Gesellschaft jedoch besonders für den Ausdruck des Respekts vor allem vor Männern und Eltern. Diesen Schwerpunkt, den Respekt vor den Eltern, legt auch Ben Jelloun in seinem Werk:

„Le respect des parents est une des recommandations d’Allah. Même quand ils ont tort, il est du devoir du musulman de leur obéir. Mon père m’avait expliqué cela alors que j’étais toute petite ; j’avais fait une bêtise, puis j’avais traité ma mère de menteuse. Ce fut pour moi un jour noir. Mon père m’enferma à l’étable et me laissa sans nourriture pendant toute la journée. Je me souviens avoir bu l’eau sale dans une bassine réservée aux animaux. J’eus mal toute la nuit, mais ce n’était pas à cause de l’eau. J’étais blessée – j’avais honte – et, depuis ce jour, je sais qu’il ne faut jamais manquer de respect aux parents." (S. 29)

Dieses Beispiel zeigt, dass es in der arabisch-islamischen Gesellschaft absolut unakzeptabel ist die elterliche Autorität in Frage zu stellen. In der jüngsten Kindheit wird den Kindern uneingeschränkter Gehorsam gegenüber den Eltern anerzogen, was sich besonders darin äußert den Blick zu senken. Dies sorgt für Harmonie in der Familie, indem es beruhigt und aufkeimende Aggressivität kontrolliert. Die Kinder aber besonders auch die Frauen lernen so ihre Reaktionen zu unterdrücken indem sie in Schweigen verfallen.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitendes zum Autor: Es wird ein biografischer Abriss von Tahar Ben Jelloun gegeben, der seine Herkunft, seine literarische Bedeutung und die Verwurzelung seiner Texte in der Mündlichkeit des marokkanischen Dialektarabischen beleuchtet.

1. Inhalt, Aufbau und Stil des Werkes: Das Kapitel bietet eine Einführung in den Roman „Les yeux baissés“, zusammengefasst als eine Geschichte über kulturelle Entwurzelung, die Suche nach Identität und die Herausforderung des Lebens zwischen zwei Kulturen.

2. Die Blickmetaphorik: Hier wird der gesenkte Blick als zentrales Leitmotiv analysiert, das einerseits Respekt und islamische Tradition verkörpert, andererseits aber auch ein Instrument der Unterdrückung darstellt.

2.1. Die islamische Blickkultur: Dieses Kapitel erläutert die tiefe Verankerung des Blickkontakts in der marokkanischen Gesellschaft und die erzieherische Funktion des Blickes in der Vater-Tochter-Beziehung.

2.2. Blicke in Bezug auf Figuren des Werkes: Die Analyse zeigt, wie Augen und Blicke genutzt werden, um Charaktereigenschaften von Personen wie dem Vater, der Tante oder der erdachten Figur Victor zu definieren.

2.3. Emanzipation der Frau als Thema: Der Fokus liegt auf der Entwicklung der Protagonistin Fathma hin zu mehr Selbstbewusstsein durch ihre Sozialisation in Frankreich, was den Konflikt mit traditionellen Rollenbildern verschärft.

3. Die Suche nach der Identität: Dieses Kapitel betrachtet die Entwicklung der Hauptfigur, die versucht, ihre Herkunft mit ihrem Leben im Exil zu versöhnen.

3.1. Darstellungen von Interkulturalität: Es werden der erlebte Kulturschock bei der Ankunft in Paris und die Konfrontation mit Rassismus thematisiert, die Fathmas Sicht auf ihre neue Heimat prägen.

3.2. Leben zwischen zwei Welten: Die Zusammenfassung der Identitätsentwicklung zeigt, dass Fathma lernt, in einem "dritten Ort" zu existieren, in dem sie ihre marokkanischen Wurzeln bewahrt, ohne sich der modernen Emanzipation zu entziehen.

Schlüsselwörter

Tahar Ben Jelloun, Les yeux baissés, Migration, Identität, Blickmetaphorik, Emanzipation, Kulturkonflikt, Marokko, Frankreich, Exil, Tradition, Islam, Interkulturalität, Entwurzelung, Protagonistin

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Roman „Les yeux baissés“ von Tahar Ben Jelloun mit einem Fokus auf die soziokulturellen Spannungsfelder einer jungen marokkanischen Migrantin in Frankreich.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Kulturkonflikt zwischen islamischer Tradition und westlicher Moderne, die Rolle der Frau, Migration sowie die Bedeutung des Blickes als soziales und psychologisches Symbol.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Zerrissenheit der Protagonistin Fathma darzustellen, die versucht, zwischen ihrer Herkunft und ihrem neuen Leben in Frankreich einen eigenen Platz zu finden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse des Romans, gestützt durch Sekundärliteratur zur maghrebinischen Literatur und den soziologischen Hintergründen der Migration.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Blickmetaphorik, die Beschreibung einzelner Figurencharakteristika durch Augen und Blicke sowie die Emanzipationsentwicklung der Protagonistin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Migration, Blickmetaphorik, Emanzipation, Identität, Interkulturalität und das Spannungsfeld zwischen Orient und Okzident.

Welche Rolle spielt der "gesenkte Blick" im Roman?

Der gesenkte Blick fungiert als zentrales Symbol für den Respekt gegenüber Autoritäten und der Tradition. Er verdeutlicht den inneren und äußeren Konflikt der Protagonistin, die sich diesem Gebot zunehmend entziehen möchte.

Wie verändert sich Fathmas Identität im Laufe der Geschichte?

Fathma entwickelt sich von einem gehorsamen Kind zu einer selbstbewussten jungen Frau. Sie lernt, dass eine Identität im "dritten Raum" möglich ist, bei der sie ihre Herkunft achtet, sich jedoch nicht der Unterdrückung beugt.

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Details

Title
Zu: Tahar Ben Jelloun: "Les yeux baissés"
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Romanistik)
Course
Die frankophone Literatur des Maghreb
Grade
1,3
Author
Ines Rieck (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V62408
ISBN (eBook)
9783638556521
ISBN (Book)
9783638922296
Language
German
Tags
Tahar Jelloun Literatur Maghreb
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ines Rieck (Author), 2006, Zu: Tahar Ben Jelloun: "Les yeux baissés", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62408
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