Mit dem ProfilPass, dem „Weiterbildungspass mit Zertifizierung informellen Lernens“, beschreibt die Autorin ein neu entwickeltes Methodenkonzept, das seine Entstehung einer breit angelegten Zusammenarbeit zwischen EU-Gremien, Bund-Länder-Kommission und Bildungsfachleuten verdankt: 2005 endete die Erprobungsphase.
Leitgedanke des Konzepts ist, Menschen in die Lage zu versetzen, eigene Kompetenzen zu erkennen, zu bewerten und diese eigenverantwortlich weiterzuentwickeln. Um in einem gesellschaftlich-ökonomischen Umfeld handlungsfähig zu bleiben, das zunehmend von Unsicherheit geprägt ist, benötigt der Einzelne eine intakte und starke innere Repräsentanz seiner selbst. Im ProfilPass (PP) wird folgerichtig in erster Linie auf die individuelle Möglichkeit der Selbstexploration und Selbstevaluation gesetzt. Dazu bietet der PP ein biographisch orientiertes Verfahren an, das den Nutzer zur Rückschau auf sein bisheriges Leben anregt, um die darin offenkundig oder versteckt enthaltenen Lernsituationen und die daraus erwachsenen Fähigkeiten aufzuspüren. Weitere Schritte leiten im Idealfall über zu Selbsteinschätzung, zum Entwickeln von Zielvorstellungen, zum Planen und zum Handeln.
Eine begleitende Beratung mit Zertifizierung des Erarbeitungsprozesses stützt die zutage geförderten Erkenntnisse und soll ProfilPass-Inhabern auch bei Arbeitgebern Glaubwürdigkeit verschaffen. So kann als Ziel des ProfilPasses angesehen werden, das Potential des Einzelnen möglichst vollständig in sein familäres, gesellschaftliches und arbeitsweltliches Umfeld einzugliedern.
Welche Möglichkeiten, Begrenztheiten, Wege und Hindernisse sichtbar werden, wenn man die Umfeldbedingungen und die Beschaffenheit des ProfilPass-Projekts, die Zielgruppen und die mitwirkenden „Professionellen“ betrachtet, ist in dieser Arbeit zu lesen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Voraussetzungen
- Menschenbild – der sich bildende Mensch
- Gesellschaftliche Rahmenbedingungen als Herausforderung für den Einzelnen
- Schlüsselbegriffe des ProfilPass Konzepts
- Grundlagen ressourcenorientierter Beratung
- Das ProfilPass-Projekt
- Initiatoren und Projekt-Partner
- Adressaten und Ziele des ProfilPass-Projekts
- Das Arbeitsmaterial
- Die Beraterausbildung
- Der Beratungsprozess
- Ergebnisse und Ausblick
- Der Nutzen für die ProfilPass-Inhaber
- Der ProfilPass aus betrieblicher Perspektive
- Weiterentwicklung des Profilpasses
- Résumé
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der ProfilPass, ein „Weiterbildungspass mit Zertifizierung informellen Lernens“, stellt ein neu entwickeltes Methodenkonzept dar, das auf die Stärkung der individuellen Kompetenzen und die Anerkennung informellen Lernens fokussiert. Dieses ressourcenorientierte Konzept zielt darauf ab, Menschen in die Lage zu versetzen, ihre eigenen Fähigkeiten und Erfahrungen zu erkennen, zu bewerten und eigenverantwortlich weiterzuentwickeln.
- Relevanz des informellen Lernens und dessen Einbezug in die Bildungsbiografie
- Stärkung der individuellen Kompetenz und Selbstevaluation
- Ressourcenorientierte Beratung als Grundlage des ProfilPass-Konzepts
- Gesellschaftliche Rahmenbedingungen und die Herausforderungen des Wandels
- Das ProfilPass-Projekt: Ziele, Zielgruppen und Umsetzung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den ProfilPass als ein ressourcenorientiertes Methodenkonzept vor und führt den Leitgedanken des Konzepts aus: Menschen sollen in die Lage versetzt werden, ihre eigenen Kompetenzen zu erkennen, zu bewerten und eigenverantwortlich weiterzuentwickeln.
Der erste Kapitelteil widmet sich den Voraussetzungen des ProfilPass-Konzepts, wobei das humanistische Menschenbild und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen als entscheidende Faktoren betrachtet werden. Es werden Schlüsselbegriffe wie „informelles Lernen“, „Kompetenz“, „Fähigkeit“, „Qualifikation“ und „Selbst- und Fremdbewertung“ erläutert.
Kapitel 2 befasst sich mit dem ProfilPass-Projekt selbst. Es werden die Initiatoren und Projekt-Partner, die Adressaten und Ziele des Projekts sowie das Arbeitsmaterial und die Beraterausbildung vorgestellt. Abschließend wird der Beratungsprozess im Detail beschrieben.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter des Textes sind: ProfilPass, informelles Lernen, Kompetenzen, Ressourcenorientierung, Selbstevaluation, Weiterbildung, Zertifizierung, gesellschaftliche Rahmenbedingungen, Bildung, Entwicklung, Beratung, Arbeitswelt, Humanistisches Menschenbild.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der ProfilPASS?
Der ProfilPASS ist ein Instrument zur systematischen Erfassung und Zertifizierung von Kompetenzen, die durch informelles Lernen im Lebenslauf erworben wurden.
An wen richtet sich das ProfilPass-Konzept?
Es richtet sich an Menschen in Umbruchsituationen, die ihre verborgenen Fähigkeiten erkennen und für die berufliche oder persönliche Weiterentwicklung nutzen wollen.
Was bedeutet "ressourcenorientierte Beratung"?
Der Fokus liegt nicht auf Defiziten, sondern auf den bereits vorhandenen Stärken und Potenzialen des Einzelnen.
Was ist informelles Lernen?
Lernen, das außerhalb des formalen Bildungssystems (Schule, Uni) stattfindet, etwa in der Familie, im Ehrenamt oder durch Hobbys.
Welchen Nutzen hat der ProfilPASS für Arbeitgeber?
Er bietet eine verlässliche Grundlage, um die tatsächlichen Kompetenzen eines Bewerbers jenseits von formalen Zeugnissen besser einschätzen zu können.
- Quote paper
- Corinna Contenius (Author), 2006, Der ProfilPASS als Qualifikationsnachweis. Ein ressourcenorientiertes Methodenkonzept, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62411