Das Aufzeigen von Problemfeldern von Risikomanagement – Organisationsstrukturen und der notwendigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Risikomanagement – Organisationsstruktur ist Gegenstand dieser Seminararbeit. Dabei wird zwischen einer dezentralisierten und zentralisierten Risikomanagement – Organisationsstruktur unterschieden.
Inhaltsverzeichnis
1. PROBLEMSTELLUNG
2. ORGANISATIONSSTRUKTUREN EINES RISIKOMANAGEMENT - PROZESSES
2.1. Dezentralisierung
2.1.1. Beteiligte
2.1.2. Instrumente und Methoden
2.2. Zentralisierung
2.2.1. Beteiligte
2.2.2. Instrumente und Methoden
3. PROBLEMFELDER DER RISIKOMANAGEMENT - ORGANISATION
3.1. Informationskosten
3.2. Anreizkosten
4. DISKUSSION
5. ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die organisatorische Gestaltung von Risikomanagement-Prozessen in Unternehmen, mit dem Fokus auf der Gegenüberstellung von dezentralisierten und zentralisierten Strukturen zur effizienten Kapitalallokation.
- Analyse von Organisationsstrukturen im Risikomanagement
- Bedeutung des Integrated Risk Management (IRM)
- Rolle von Informationskosten bei zentralisierten Systemen
- Einfluss von Anreizkosten und asymmetrischer Informationsverteilung
- Kriterien für die Wahl zwischen Zentralisierung und Delegation
Auszug aus dem Buch
3.2. Anreizkosten
Anreizkosten sind neben Informationskosten der zweite Kostenblock, der den Erfolg einer RM – Organisation beeinflusst. Sie entstehen dann, wenn Agenten Anreize gegeben werden müssen, damit diese im Interesse des Prinzipals handeln. Die Natur des Wissens und der Informationen spielt bei dieser Betrachtung nur eine untergeordnete Rolle, im Mittelpunkt der Betrachtung steht die Frage, ob Agenten den Zustand asymmetrischer Informationsverteilung zu ihren eigenen Gunsten ausnutzen und wie man Informationsrenten minimieren kann.
Bloos (2005) untersucht in seinem Modell explizit die durch die Organisationsstruktur des RM – Prozesses verursachten Anreizkosten. Hierfür werden die drei zu Anfang erwähnten RM – Systeme miteinander verglichen. Ohne die Annahme der asymmetrischen Informationsverteilung existiert in seinem Modell eine schwache Dominanz des IRM – Ansatzes gegenüber dem dezentralen RM – Ansatz. In diesem Fall können Agenten keine Informationsrenten beziehen.
Bei asymmetrischer Informationsverteilung ergibt sich jedoch ein anderes Bild: um die asymmetrische Informationsverteilung beim IRM – Ansatz zu berücksichtigen, entstehen agency costs, die in einigen Fällen den Nutzen durch die Koordination der RM – Aktivitäten übersteigen. Eine dezentrale RM - Organisation bietet den Agenten weniger Möglichkeiten, Informationen zur eigenen Nutzenmaximierung zu verwenden. Damit wird gezeigt, dass der IRM – Ansatz nicht immer zu einem höheren Ergebnis als eine dezentrale RM – Struktur führt. Es zeigt sich zudem, dass es in einigen Fällen aufgrund von agency costs sogar vorteilhaft sein kann, überhaupt kein aktives RM – System zu implementieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. PROBLEMSTELLUNG: Einführung in das Thema Risikomanagement als Instrument der Unternehmenswertsteigerung und Darlegung der Zielsetzung, den Vergleich zwischen zentralisierten und dezentralen Organisationsstrukturen zu untersuchen.
2. ORGANISATIONSSTRUKTUREN EINES RISIKOMANAGEMENT - PROZESSES: Detaillierte Darstellung der dezentralen und zentralen Organisationsformen sowie deren jeweilige Beteiligte und Methoden.
3. PROBLEMFELDER DER RISIKOMANAGEMENT - ORGANISATION: Untersuchung der ökonomischen Herausforderungen durch Informationskosten und Anreizkosten, welche maßgeblich den Erfolg einer Organisationsstruktur bestimmen.
4. DISKUSSION: Synthese der Ergebnisse unter Berücksichtigung der Wissensarten (explizit/implizit) und Ableitung von Voraussetzungen für die Wahl einer optimalen Organisationsstruktur.
5. ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Bewertung der Vor- und Nachteile von zentralisierten und dezentralisierten Risikomanagement-Systemen abhängig von den jeweiligen organisatorischen Voraussetzungen.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, Zentralisierung, Dezentralisierung, Informationskosten, Anreizkosten, Unternehmenswertsteigerung, Integrated Risk Management, Kapitalallokation, Agenturtheorie, Wissensmanagement, Risikokultur, Risikobewertung, Agency Costs, Risikosteuerung, Unternehmensfinanzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die organisatorische Ausgestaltung von Risikomanagementprozessen und untersucht, unter welchen Bedingungen eine zentrale oder dezentrale Struktur für das Unternehmen vorteilhafter ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Effizienz der Kapitalallokation, den Kostenfaktoren (Informations- und Anreizkosten) sowie der Rolle des Wissensmanagements innerhalb des Risikomanagements.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist nicht die Empfehlung einer einzigen Struktur, sondern das Aufzeigen der Problemfelder und Voraussetzungen, die den Erfolg der Risikomanagement-Organisation beeinflussen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf organisationstheoretische Ansätze und vergleicht verschiedene Modelle zur Strukturierung von Entscheidungsprozessen in Unternehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Organisationsstrukturen, die Analyse spezifischer Kostenblöcke sowie eine fachliche Diskussion über die Einflussfaktoren der Risikokoordination.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind "Integrated Risk Management" (IRM), "asymmetrische Informationsverteilung", "Agent-Prinzip-Problematik" sowie "implizites und explizites Wissen".
Warum ist die Unterscheidung zwischen 'harten' und 'weichen' Informationen so wichtig?
Die Art der Information beeinflusst, ob eine Zentralisierung effizient ist, da 'harte' Informationen in zentralen Systemen leichter verarbeitet werden können als 'weiche' Informationen.
Wann ist eine dezentrale Risikomanagement-Struktur vorzuziehen?
Eine Dezentralisierung ist oft vorteilhafter, wenn Risiken klar einzelnen Bereichen zugeordnet werden können oder wenn die Vermeidung von hohen Anreizkosten bei gleichzeitig hohem Spezialwissensbedarf im Vordergrund steht.
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- Dipl.-Kfm. David Nicolaus (Autor), 2005, Die Organisation des Risikomanagements - Delegation vs. Zentralisierung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62435