Die typische Familie ist heute immer noch die Kernfamilie. Darunter versteht man ein verheiratetes Elternpaar mit seinen minderjährigen Kindern. Die meisten Menschen leben in einer solchen Familie. Doch aufgrund einer immer höheren Scheidungsrate und die Abneigung gegen die Heirat entwickeln sich immer mehr verschiedene Familienformen heraus. Daher steht hier im Vordergrund die Wohngemeinschaft als eine Familienform außerhalb der Ehe. Es werden Antworten auf die folgenden Fragen gegeben: 1. Wie ist eine Wohngemeinschaft aufgebaut? 2. Wie gestaltet sich das Leben bzw. die Betreuungssituation? 3. Welche Rechte und Pflichten hat der Einzelne? An den Fragen ist ersichtlich, dass die Wohngemeinschaft anhand verschiedener Kriterien untersucht werden kann. Zu Beginn steht hier daher die Struktur einer Wohngemeinschaft. Die Struktur unterteilt sich in den Aufbau der Wohnung und die Mitgliedschaft. Der Aufbau der Wohnung gliedert sich in zwei verschiedene Bereiche. Auf der einen Seite sind die Gemeinschaftsräume und auf der anderen Seite die Einzelzimmer. In dieser Wohnungsaufteilung leben die Mitglieder einer Wohngemeinschaft zusammen. Unter den Mitgliedern müssen sich mindestens drei Erwachsene befinden. Diese Mitgliedschaft basiert nur auf Sympathiebeziehungen zwischen den Mitgliedern und nicht auf einen Verwandtschaftsgrad.
Ein anderes Kriterium sind die Motive, warum heute viele Menschen in einer Wohngemeinschaft leben. Die meisten Menschen wollen hauptsächlich ihre Isolation überwinden, da sie das Bedürfnis nach Kontakt zu ihren Mitmenschen haben oder sie wollen nur ihre emotionale Belastung durch zuviel Arbeit minimieren bzw. aufheben durch die Arbeitsaufteilung in einer Wohngemeinschaft.
Im Haushalt werden die Aufgaben unter den Mitgliedern gerecht aufgeteilt. Dies erfolgt meist in einer Rotation, d.h. das jedes Mitglied nach einer Zeit (meist nach einer Woche) eine andere Aufgabe erledigen muss, so dass jeder alle Haushaltsbereiche durchläuft. Die Mitglieder mit Kindern werden durch die Mitgliedschaft in einer Wohngemeinschaft entlastet, weil alle Mitglieder gleichmäßig in die Kindererziehung einbezogen werden. Die Kinder sind aufgrund der hohen Mitgliederzahlen nie allein und haben immer einen Ansprechpartner.
In einer Wohngemeinschaft gibt es drei verschiedene Arten von Mietverträgen. Die erste Vertragsart ist, das alle Mitglieder in dem Mietvertrag stehen, so dass sie alle die gleichen Rechte und Pflichten gegenüber dem Vermieter haben.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. STRUKTUR UND MOTIVE
2.1. Aufbau
2.2. Mitgliedschaft und Mitgliedersuche
2.3. Motive zur Bildung einer Wohngemeinschaft
3. AUFGABEN UND FUNKTIONEN
3.1. Haushalt
3.2. Kindererziehung
4. MIETVERTRAGSARTEN
4.1. Vertrag 1: Alle unterschreiben einen Vertrag
4.2. Vertrag 2: Nur einer unterschreibt den Mietver-trag und die anderen werden Untermieter
4.3. Vertrag 3: Jeder unterschreibt seinen eigenen Mietvertrag
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wohngemeinschaft als alternative Familienform außerhalb der Ehe. Ziel ist es, die strukturelle Organisation, die Motive der Bewohner sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen der Mietverhältnisse zu beleuchten, um zu verstehen, wie diese Lebensform den Alltag und die Kindererziehung entlasten kann.
- Struktureller Aufbau und soziale Organisation einer Wohngemeinschaft
- Motive für die Wahl dieser Lebensform (Isolation, Arbeitsteilung, Sicherheit)
- Verantwortlichkeiten und Aufgabenverteilung im Haushalt
- Bedeutung der kollektiven Kindererziehung
- Rechtliche Analyse verschiedener Mietvertragsarten
Auszug aus dem Buch
2.1. Aufbau
Die Wohnung der Wohngemeinschaft ist in der Regel 90 bis 130 qm groß, worunter sich vier bis fünf Zimmer befinden (SPIEGEL, S. 166). Die Wohnungen liegen meist in Altbauten, die große Zimmer und niedrige Mieten haben (PEINEMANN, S. 35). Sie setzen sich aus verschiedenen Bereichen zusammen. Da wäre auf der einen Seite die Küche, die als Gemeinschaftsraum dient. Dort können sich die Mitglieder treffen um Gespräche zu führen und um zu kochen bzw. zu essen. Durch die Anwesenheit in der Küche drücken die Mitglieder ihre Gesprächsbereitschaft aus. Die Küche gehört zu den allgemeinen Räumen, genauso wie das Bad, der Flur und evtl. das Wohnzimmer. Diese Räume werden von allen Mitgliedern gemeinsam genutzt. Auf der anderen Seite wären die Zimmer, die nur von Einzelpersonen bewohnt werden. Dies sind die Orte, an denen sich die Mitglieder zurückziehen können, wenn sie mal ihre Ruhe haben wollen. In den eigenen Zimmern bleiben die Mitglieder meist ungestört (EBEL / EIBESFELD / KÜHNE, S. 249).
Es stellt sich oft die Frage, wie die Wohngemeinschaft sich einrichtet, da jeder Mensch eine andere Vorstellung in bezug auf die Einrichtung hat. Die Einrichtung der Wohngemeinschaft setzt sich aus total unterschiedlichen Stilen zusammen. Das liegt daran, das jedes Mitglied seine eigenen Möbel, vor allem Lieblingsstücke, beim Einzug mitbringt (JEEP / NELLE / NEUMANN, S. 10ff). Möchte ein Mitglied in der Wohngemeinschaft diese Möbel umstellen, sollte er bzw. sie die Zustimmung von den anderen Mitgliedern haben, bevor es zu Konflikten zwischen den Mitgliedern kommt (JEEP / NELLE / NEUMANN, S. 107f). Es gibt aber auch Wohngemeinschaften, wo sich die Mitglieder zusammen ein Haus kaufen. Dabei gehört jedem Mitglied schließlich ein gleichgroßer Teil des Hauses. Meist bestehen die Häuser aus mehreren Etagen, damit jedes Mitglied eine eigene Wohnung haben kann. Dadurch erhalten die Mitglieder mehr Platz, den sie nach ihren eigenen Vorstellungen einrichten können (SCHENK, S. 104).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel stellt die Wohngemeinschaft als wachsende Alternative zur klassischen Kernfamilie vor und definiert die zentralen Forschungsfragen der Arbeit.
2. STRUKTUR UND MOTIVE: Hier werden die räumlichen Voraussetzungen, die Auswahlprozesse der Mitglieder sowie die psychologischen und sozialen Beweggründe für das Zusammenleben analysiert.
3. AUFGABEN UND FUNKTIONEN: Dieses Kapitel beschreibt die praktische Organisation des Alltags durch Haushaltsrotation und das Modell der kollektiven Kindererziehung.
4. MIETVERTRAGSARTEN: Die verschiedenen rechtlichen Konstruktionen von Mietverhältnissen und deren Konsequenzen für die Haftung und Sicherheit der Mitglieder werden detailliert dargelegt.
5. FAZIT: Das Fazit fasst die Vorteile der Wohngemeinschaft zusammen und bewertet die verschiedenen Vertragsmodelle hinsichtlich ihrer Eignung für die Bewohner.
Schlüsselwörter
Wohngemeinschaft, Familienform, Kernfamilie, Haushalt, Kindererziehung, Mietvertrag, Hauptmieter, Untermieter, Aufgabenverteilung, soziale Isolation, Lebensgemeinschaft, Gruppenleben, Wohnungsaufbau, Gemeinschaftsräume, Selbstverwirklichung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Wohngemeinschaft als moderne Alternative zur klassischen Ehe und Kernfamilie und untersucht deren soziale und rechtliche Struktur.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen der Wohnraumaufbau, die Motivation der Mitglieder, die praktische Gestaltung des Haushalts sowie die rechtlichen Mietverhältnisse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Wohngemeinschaften durch gemeinsame Aufgabenbewältigung und Kinderbetreuung individuelle Belastungen mindern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär genutzt?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und Literaturrecherche zu den soziologischen und strukturellen Aspekten von Wohngemeinschaften.
Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?
Der Hauptteil behandelt die Strukturmerkmale, Beweggründe für die Bildung, die Arbeitsteilung und die rechtlichen Rahmenbedingungen der Mietverträge.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind Wohngemeinschaft, Kindererziehung, Haushaltsorganisation, Mietrecht sowie soziale Unterstützung.
Wie wirkt sich das Leben in einer Wohngemeinschaft auf die Kindererziehung aus?
Die Kinder profitieren von mehreren Bezugspersonen, was die Erziehungsbelastung der Eltern reduziert und die Kinder in ihrem sozialen Umfeld offener macht.
Warum spielt die Wahl des Mietvertragsmodells eine solch zentrale Rolle?
Die Vertragsart bestimmt maßgeblich die rechtliche Sicherheit, die Haftungsrisiken bei Zahlungsunfähigkeit eines Mitglieds sowie die Mitspracherechte bei der Mieterwahl.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Zukunft dieser Lebensform?
Der Autor prognostiziert einen Anstieg der Wohngemeinschaften aufgrund zunehmender Alleinerziehender und Alleinstehender, die nach Gemeinschaft und Entlastung suchen.
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- Silke Singer (Author), 2004, Die Wohngemeinschaft als Familienform außerhalb der Ehe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62447