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Das Kindesmordmotiv in der literarischen Epoche des Sturm und Drang

Title: Das Kindesmordmotiv in der literarischen Epoche des Sturm und Drang

Term Paper , 2006 , 21 Pages , Grade: 1

Autor:in: Karl Janicki (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Mehr als 22 Jahre lang herrschten in Afghanistan Krieg und Bürgerkrieg. Bis heute leidet das Land unter den typischen Folgen wie schweren Zerstörungen, Verminderung ganzer Landstriche, ethnisch motivierten Spannungen und organisierter Kriminalität. Dabei einigten sich bereits im November und Dezember 2001 nach dem Sturz des Taliban- Regimes die größten ethnischen Gruppen anlässlich der „Petersberger Konferenz“ auf „eine Vereinbarung über Regierungsinstitutionen in Afghanistan bis zum Aufbau dauerhafter Regierungsinstitutionen“ (vgl. Bonner Vereinbarung 2001). Dadurch wurde unter anderem die Grundlage für eine internationale Sicherheitsbeistandstruppe ISAF gelegt, deren Aufstellung am 20.12.2001 durch den Weltsicherheitsrat beschlossen wurde. Der Kampf gegen das terroristische Netzwerk Al- Qaida und gegen die Taliban ist bis heute nicht abgeschlossen, obwohl seit Mandatierung Ende 2001 erhebliche Mühen unternommen wurden, die terroristischen Netzwerke zu zerschlagen und Frieden in Afghanistan zu konsolidieren.

Das Ziel meiner Arbeit ist es aufzuzeigen, dass Friedensschaffende Einsätze mit einer Qualität derer in Afghanistan immer auf lange Zeit hin ausgelegt sein müssen und dass kurze Maßnahmen nur sehr kurzfristige Wirkung zeigen. Um dies zu verdeutlichen, möchte ich kurz auf die grundlegenden Definitionen von Krise, Krieg, Terrorismus eingehen, um die Situation in Afghanistan genau beschreiben zu können. Leider ist es ein stetiges Versäumnis der Medien ihre Berichterstattung gemäß der üblichen Definitionen auszurichten, so dass oftmals Meldungen über Zustände und aktuelle Begebenheiten verfälscht werden. Gleichzeitig werde ich auf die Problematik eingehen, die aus Mandatierungen der Einsätze hervorgehen und die die Grundlage für ein nation- building deutlich gefährden können. Bezüglich der Konsolidierung einer eigenen und handlungsfähigen Regierung Afghanistans werde ich kurz das Regierungssystem anhand der politischen Amtsträger erläutern und dabei darauf aufmerksam machen, dass meines Erachtens wesentlich zu früh eine Abgabe der Interimsverwaltung in eine eigene Regierung erfolgt ist und dass dadurch zwangsläufig Probleme entstehen werden. Ebenfalls thematisiert wird der Appell, Krisen in Entwicklungsländern, hier am Beispiel von Afghanistan, nicht ausschließlich militärisch zu lösen, sondern explizit durch wirtschaftliche Änderungsmaßnahmen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die gesellschaftliche Situation im 18. Jahrhundert

2.1 Sturm und Drang

2.2 Rechtslage

3. Analyse der Beispielwerke

3.1 Johann Wolfgang Goethe – Faust, Der Tragödie Erster Teil

3.1.1 „Am Brunnen“

3.1.2 „Dom“

3.1.3 „Kerker“

3.2 Johann Wolfgang Goethe - Vor Gericht

3.3 Friedrich Schiller – Die Kindesmörderin

4. Vergleich der Frauengestalten

5. Gegenwartsbezug

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Kindesmordmotiv in der Literatur der Epoche des Sturm und Drang. Das primäre Ziel ist es, die gesellschaftlichen und rechtlichen Hintergründe zu beleuchten und zu analysieren, wie literarische Protagonistinnen in ausgewählten Werken von Goethe und Schiller dargestellt werden, um ein tieferes Verständnis für die damalige Behandlung dieses sozialen Missstands zu entwickeln.

  • Gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Rechtslage im 18. Jahrhundert
  • Die literarische Stilrichtung des Sturm und Drang
  • Analyse der Gretchentragödie in Goethes Faust
  • Interpretation der Balladen „Vor Gericht“ (Goethe) und „Die Kindesmörderin“ (Schiller)
  • Vergleichende psychologische Betrachtung der Frauengestalten

Auszug aus dem Buch

3.1.3 „Kerker“

Einsam, verstoßen und zunehmend, sensibel wie Gretchen ist (Zwinger), depressiver steigt parallel dazu die Angst vor der Geburt des ungewollten und für sie in dieser Lage unnützen Kindes. Der einzige Ausweg scheint sich des Neugeborenen zu entledigen. Sie ertränkt es (das Kind wird abwertend als Schande beschimpft, 3740) im Teich des nahe gelegenen Waldes (4558) und wird schließlich verstört aufgefunden und verhaftet. Wir finden Gretchen traumatisch, einhergehend mit einer geänderten Persönlichkeit, vor. Sie versucht aus dieser fatalen und ausweglosen Konstellation zu entkommen indem sie, in ihre unbeschwerte Kindheit flüchtend, das Märchen „Von dem Machandelboom“¹ singt und wünscht, dass ihr totes Kind und vielleicht auch die Unbeschwertheit in ihr Leben (ähnlich dem Märchen) zurückkehren.

Durch ihre Wesens Veränderung nimmt auch ihre Differenzierungsfähigkeit ab. Denn durch den Wechsel zwischen den verschiedenen Charakteren (das Märchen wird in der Perspektive des getöteten Kindes vorgetragen) in ihrer immer wieder zwischen Wahn und anscheinender Normalität (4544) springenden Erscheinung, wird auch deutlich, dass sie nicht in der Lage ist sich jenes Vergehen, welches von ihrer einstigen Makellosigkeit unsagbar abweicht, zuzuschreiben und macht vielmehr andere (diese werden nicht genannt) dafür verantwortlich (4446).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Gretchentragödie ein und wirft Fragen nach den sozialen Ursachen sowie der literarischen Intention des Kindesmordmotivs zur Zeit des Sturm und Drang auf.

2. Die gesellschaftliche Situation im 18. Jahrhundert: Das Kapitel erläutert die literarischen Merkmale des Sturm und Drang sowie die drakonische Rechtslage und die gesellschaftliche Stigmatisierung lediger Mütter in jener Zeit.

3. Analyse der Beispielwerke: Hier werden Goethes Faust sowie die Balladen „Vor Gericht“ und „Die Kindesmörderin“ von Schiller detailliert auf ihre inhaltliche und stilistische Darstellung der Protagonistinnen hin untersucht.

4. Vergleich der Frauengestalten: Dieser Abschnitt vergleicht die unterschiedlichen Motivkomplexe und Charakterisierungen der Frauenfiguren und beleuchtet die Rolle des „treulosen Verführers“.

5. Gegenwartsbezug: Der Autor hinterfragt, warum das Thema in der zeitgenössischen Literatur kaum noch präsent ist und ordnet moderne Ansätze wie Babyklappen in den Kontext ein.

6. Schlusswort: Die Arbeit resümiert, dass die untersuchten Werke einen, wenn auch politisch eher bescheidenen, Beitrag zum Verständnis der Entwicklung hin zu einem humaneren Täterstrafrecht leisteten.

Schlüsselwörter

Kindesmordmotiv, Sturm und Drang, Gretchentragödie, Johann Wolfgang Goethe, Friedrich Schiller, Aufklärung, Rechtsgeschichte, Infantizid, Frauenbild, Individualität, Literaturanalyse, Strafrecht, Gesellschaftskritik, Moral, Rebellion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung des Kindesmordes in drei zentralen Werken der Epoche des Sturm und Drang.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der gesellschaftlichen und rechtlichen Lage des 18. Jahrhunderts, dem Einfluss des Sturm und Drang auf die Literatur sowie der psychologischen Zeichnung betroffener Frauenfiguren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Beweggründe für die häufige literarische Thematisierung des Kindesmords zu verstehen und zu zeigen, wie die Autoren durch ihre Texte Kritik am starren, ungerechten Strafsystem übten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten im historischen Kontext, ergänzt durch historische Informationen zur Rechtslage (CCC) und kriminologische Perspektiven.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Goethes „Faust“, seine Ballade „Vor Gericht“ sowie Schillers „Die Kindesmörderin“ einer intensiven Interpretation unterzogen, gefolgt von einem vergleichenden Abschnitt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kindesmord, Sturm und Drang, gesellschaftliche Ächtung, rechtliche Willkür, Individualität und der Wandel des Strafrechts.

Warum spielt das Märchen „Vom Machandelboom“ im Kapitel 3.1.3 eine so wichtige Rolle?

Das Märchen dient Gretchen als Fluchtmechanismus aus der Realität; es spiegelt ihren Wunsch wider, die Unbeschwertheit und das Leben in ihre Existenz zurückzuholen, während sie zwischen Wahn und Normalität schwankt.

Wie unterscheidet sich die Rolle des „Verführers“ in den analysierten Werken?

Der Verführer wird in allen Werken als zentraler Auslöser für das Unglück identifiziert, wobei die Frauen ihn oft trotz des erlittenen Leids und der drohenden Todesstrafe loyal verteidigen.

Welche Bedeutung misst der Autor dem „Gegenwartsbezug“ bei?

Der Autor stellt fest, dass sich das Täterprofil gewandelt hat und moderne soziale Einrichtungen (wie Babyklappen) heute andere Hilfsangebote bieten, fordert aber weiterhin eine differenzierte Betrachtung individueller Belastungssituationen bei Gericht.

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Details

Title
Das Kindesmordmotiv in der literarischen Epoche des Sturm und Drang
Grade
1
Author
Karl Janicki (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V62449
ISBN (eBook)
9783638556880
ISBN (Book)
9783656814245
Language
German
Tags
Kindesmordmotiv Epoche Sturm Drang
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karl Janicki (Author), 2006, Das Kindesmordmotiv in der literarischen Epoche des Sturm und Drang, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62449
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