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Wird die Entwicklungszusammenarbeit zum Instrument von europäischer Sicherheitspolitik?

Titel: Wird die Entwicklungszusammenarbeit zum Instrument von europäischer Sicherheitspolitik?

Masterarbeit , 2006 , 75 Seiten , Note: 1,1

Autor:in: Judith Ohene (Autor:in)

Politik - Thema: Europäische Union
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Abstract

The West establishes a link between security and development policy by conditioning development cooperation to security issues. This has become even more pronounced since the attack on the World Trade Center in 2001 and is vented in the US and European (EU) Security Strategies respectively. An assessment of these strategies concludes the existence of a hard and a soft option in security policy. The further development of the European Security results in the European Neighbourhood Policy of the EU determining the soft option for the EU. However, this the EU is unable to realise as intended: though emphasising a multilateral approach, development cooperation and financial and technical aid for states in the EU periphery depend on the success of the Europeanisation project, meaning shared Western values, norms and standards. The ENP documents the assumption that the establishment of communities of shared European values equals the establishment of secure communities.
To analyse this assumption, this paper examines the function of the sociological construction of security, danger and risk, and the change in their perception. This leads to the thesis that the EU as a representative of the West adheres to the conviction of the Western democratic liberal nation state as the model of success which is to be reproduced by its transfer to all societies. As a solution to the changed global security situation this represents not only a limited response, but causes effects, thereby contributing unintentionally to the global risk situation and increasing its complexity.
[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung und Fragestellung

II Westlicher Sicherheitsdiskurs

2.1 Aufstieg des Sicherheitsdiskurses

2.1.1 Gespaltener Westen

2.1.2 Positionen anhand von National Security Strategy (NSS) und European Security Strategy (ESS): Indikatoren für unterschiedliches Verständnis von Sicherheit

2.1.3 Positionen anhand von NSS und ESS: Idee des westlichen Staatsmodells

2.1.4 Positionen anhand von NSS und ESS: Indikatoren für unterschiedliche Wahrnehmung von Bedrohungen

2.2 Westliches Staatenmodell im Sicherheitsdiskurs

2.3 Fortschrittsglaube und Souveränitätsgebot im westlichen Sicherheitsdiskurs

2.4 Demokratisierung und Modernisierung

III Moderne Sicherheit und postmoderne Bedrohung

3.1 Das Konstrukt von Sicherheit und Bedrohung

3.1.1 Definition von Sicherheit, Risiko und Gefahr nach Luhmann

3.1.2 Definition von Risiko und reflexiver Modernisierung nach Beck

3.1.3 Westliche Theorien über Sicherheit

3.1.4 Erweiterter Sicherheitsbegriff

3.1.5 Postmoderne Gefährdungslagen

3.1.6 Handlungsmacht durch Deutungshoheit

3.1.7 Kontrollillusion im Sicherheitsdiskurs

3.2 Vergesellschaftung des Sicherheitsbegriffs

3.3 Moderne Erwartungen an die Entwicklungspolitik

IV Europäische Nachbarschaftspolitik: Lösung der Moderne als Antwort auf die Postmoderne

4.1 Kurze Einführung in die ENP

4.1.1 Funktion und Ziele der ENP

4.1.2 Entwicklung der ENP und Ausdehnung

4.1.3 Methode der ENP

4.2 Instrumente und Vorgehensweisen in der ENP

4.2.1 Global Governance

4.2.2 Multilateralismus

4.2.3 Institutional Capacity Building

4.3 Europäisierung und Demokratisierung

4.3.1 Sozialisierung

4.3.2 Konditionalisierung

4.4 Nebenwirkungen der ENP

4.4.1 Sicherheitspolitische Aspekte der ENP

4.4.2 Entwicklungspolitische Aspekte der ENP

4.4.3 Nicht-intendiertes Risiko durch Global Governance

4.4.4 Die Welt außerhalb des Westens

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob und in welcher Weise die europäische Sicherheitspolitik die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) instrumentalisiert, um auf postmoderne Bedrohungslagen zu reagieren. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die EU dabei an einem überholten westlichen Staatsmodell festhält und welche Konsequenzen diese Instrumentalisierung für die betroffenen Nachbarstaaten hat.

  • Analyse des westlichen Sicherheitsdiskurses im Vergleich zwischen den USA und der EU
  • Untersuchung des Konstrukts von Sicherheit, Risiko und Gefahr in der Postmoderne
  • Bewertung der Rolle der Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP) als sicherheitspolitisches Instrument
  • Kritische Reflexion der Instrumentalisierung von EZ für sicherheitspolitische Ziele
  • Untersuchung von Nebenwirkungen und Risiken durch Global Governance und Demokratieförderung

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Konstrukt von Sicherheit und Bedrohung

Sicherheit kann nicht thematisiert werden ohne ihre Gegenbegriffe Unsicherheit, Bedrohung und Gefahr. Ihnen gemeinsam ist, dass es sich um soziale Konstrukte handelt, für die wissenschaftlich keine eindeutige Definition vorliegt, sondern im Gegenteil eine jede Disziplin mit eigenen Begriffsdeutungen arbeitet. Sicherheit lässt sich qualitativ nicht messen, weil immer unspezifizierte Formen von Unsicherheiten auftreten können. Eine quantitative Messung lässt sich ebenso wenig durchführen, da Menge, Intensität und Eintrittswahrscheinlichkeit eine variablenreiche Funktion ergeben. Es können nur Näherungswerte, also Maße erstellt werden.

Und doch beschäftigen sich ganze Industrien wie die Versicherungsbranche damit, Sicherheit quantitativ zu berechnen. Zu diesem Zweck wird sich des Tricks bedient, Sicherheit als die potentielle Eintrittswahrscheinlichkeit von Risiken zu definieren und Wahrscheinlichkeitsrechnungen vorzunehmen. An verschiedene skalierte Richtwerte für Eintrittswahrscheinlichkeiten von Risiken werden Handlungsempfehlungen geknüpft, so dass der Eindruck entsteht, Relevanzniveaus für Entscheidungen festlegen zu können. “More generally, it is important to identify conclusions that are insensitive to the uncertainties and approximations in assumptions and scope defined by the [risk] model.” (Cox, L., 2002: 121). Als theoretischer Überbau fungiert hier häufig der Rational Choice-Ansatz (Uckun, S. et al, 1991/ Johnson, R., 1991). Mittel-Zweck-Kalküle treffen auf Nutzenpräferenzniveaus, so dass dementsprechend ein logisch-rechnerischer Prozess (vom Aufbau der Risikodefinition bis zur Planung der Kommunikation) abläuft, der die Kontrollfähigkeit des Risikos simuliert.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung und Fragestellung: Das Kapitel führt in die Thematik der Instrumentalisierung der Entwicklungszusammenarbeit durch die europäische Sicherheitspolitik ein und formuliert die zentralen Arbeitsthesen.

II Westlicher Sicherheitsdiskurs: Es werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Sicherheitsverständnis der USA und der EU anhand zentraler Strategiepapiere (NSS und ESS) analysiert.

III Moderne Sicherheit und postmoderne Bedrohung: Dieses Kapitel untersucht die soziologische Konstruktion von Sicherheit, Risiko und Gefahr sowie deren Auswirkungen auf die Entwicklungspolitik.

IV Europäische Nachbarschaftspolitik: Lösung der Moderne als Antwort auf die Postmoderne: Hier wird die ENP als praktisches Beispiel für die instrumentelle Nutzung von EZ im Rahmen europäischer Sicherheitsinteressen detailliert untersucht.

Schlüsselwörter

Europäische Sicherheitspolitik, Entwicklungszusammenarbeit, Sicherheitsdiskurs, Europäische Nachbarschaftspolitik, Risikogesellschaft, Modernisierung, Global Governance, Multilateralismus, Postmoderne Bedrohung, Staatlichkeit, Institutionelle Reformen, Demokratieförderung, Konditionalisierung, Sozialisierung, Instrumentalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, inwieweit die europäische Sicherheitspolitik Entwicklungshilfe als strategisches Instrument nutzt, um auf transnationale Risiken zu reagieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Sicherheitsdiskurs von EU und USA, das Verständnis von Risiken und Sicherheit in der Postmoderne sowie die konkrete Ausgestaltung der Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP).

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass die EU versucht, durch die Instrumentalisierung der Entwicklungshilfe ein westliches Staatsmodell als Sicherheitsgarantie zu exportieren, und aufzuzeigen, welche unerwünschten Nebenwirkungen dies haben kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Diskursanalyse, die auf soziologischen Theorien (insbesondere zu Risiko und Moderne) basiert und diese auf sicherheitspolitische Strategiepapiere anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet den Aufstieg des Sicherheitsdiskurses, theoretische Konzepte von Sicherheit nach Luhmann und Beck sowie die Instrumente der ENP, wie Global Governance und Konditionalisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Europäische Sicherheitspolitik, Risikogesellschaft, ENP, Instrumentalisierung, Global Governance und das westliche Erfolgsmodell des Nationalstaats.

Warum wird das westliche Staatsmodell in dieser Arbeit als problematisch eingestuft?

Die Autorin argumentiert, dass die EU versucht, moderne Antworten auf postmoderne, globale Herausforderungen zu geben, was zu ineffektiven und teilweise kontraproduktiven Ergebnissen führt.

Was bedeutet die "Versicherheitlichung" der Entwicklungspolitik?

Dies beschreibt den Prozess, in dem entwicklungspolitische Themen und Mittel aus ihrem originären, humanitären Kontext herausgelöst und zweckentfremdet werden, um sicherheitspolitische Interessen zu verfolgen.

Ende der Leseprobe aus 75 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wird die Entwicklungszusammenarbeit zum Instrument von europäischer Sicherheitspolitik?
Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Note
1,1
Autor
Judith Ohene (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
75
Katalognummer
V62470
ISBN (eBook)
9783638557030
ISBN (Buch)
9783640869862
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wird Entwicklungszusammenarbeit Instrument Sicherheitspolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Judith Ohene (Autor:in), 2006, Wird die Entwicklungszusammenarbeit zum Instrument von europäischer Sicherheitspolitik?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62470
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  75  Seiten
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