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Der Afghanistankonflikt unter besonderer Berücksichtigung internationaler Friedensmissionen

Title: Der Afghanistankonflikt unter besonderer Berücksichtigung internationaler Friedensmissionen

Seminar Paper , 2006 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christian Göbel (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Mehr als 22 Jahre lang herrschten in Afghanistan Krieg und Bürgerkrieg. Bis heute leidet das Land unter den typischen Folgen wie schweren Zerstörungen, Verminderung ganzer Landstriche, ethnisch motivierten Spannungen und organisierter Kriminalität. Dabei einigten sich bereits im November und Dezember 2001 nach dem Sturz des Taliban- Regimes die größten ethnischen Gruppen anlässlich der „Petersberger Konferenz“ auf „eine Vereinbarung über Regierungsinstitutionen in Afghanistan bis zum Aufbau dauerhafter Regierungsinstitutionen“ (vgl. Bonner Vereinbarung 2001). Dadurch wurde unter anderem die Grundlage für eine internationale Sicherheitsbeistandstruppe ISAF gelegt, deren Aufstellung am 20.12.2001 durch den Weltsicherheitsrat beschlossen wurde.
Der Kampf gegen das terroristische Netzwerk Al-Qaida und gegen die Taliban ist bis heute nicht abgeschlossen, obwohl seit Mandatierung Ende 2001 erhebliche Mühen unternommen wurden, die terroristischen Netzwerke zu zerschlagen und Frieden in Afghanistan zu konsolidieren.
Das Ziel meiner Arbeit ist es aufzuzeigen, dass Friedensschaffende Einsätze mit einer Qualität derer in Afghanistan immer auf lange Zeit hin ausgelegt sein müssen und dass kurze Maßnahmen nur sehr kurzfristige Wirkung zeigen. Um dies zu verdeutlichen, möchte ich kurz auf die grundlegenden Definitionen von Krise, Krieg, Terrorismus eingehen, um die Situation in Afghanistan genau beschreiben zu können. Leider ist es ein stetiges Versäumnis der Medien ihre Berichterstattung gemäß der üblichen Definitionen auszurichten, so dass oftmals Meldungen über Zustände und aktuelle Begebenheiten verfälscht werden. Gleichzeitig werde ich auf die Problematik eingehen, die aus Mandatierungen der Einsätze hervorgehen und die die Grundlage für ein nation-building deutlich gefährden können. Bezüglich der Konsolidierung einer eigenen und handlungsfähigen Regierung Afghanistans werde ich kurz das Regierungssystem anhand der politischen Amtsträger erläutern und dabei darauf aufmerksam machen, dass meines Erachtens wesentlich zu früh eine Abgabe der Interimsverwaltung in eine eigene Regierung erfolgt ist und dass dadurch zwangsläufig Probleme entstehen werden. Ebenfalls thematisiert wird der Appell, Krisen in Entwicklungsländern, hier am Beispiel von Afghanistan, nicht ausschließlich militärisch zu lösen, sondern explizit durch wirtschaftliche Änderungsmaßnahmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Das Problem Afghanistan

II. Grundannahmen zu Frieden und Krieg unter Berücksichtigung der Asymmetrie des Afghanistankonfliktes

III. Friedensmissionen als Grundlage für Friedenskonsolidierung? Mandatsträger und Umsetzung

IV. Ökonomie, Politik und der Opiumhandel - Die Problematik der afghanischen Regierung mit dem organisierten Widerstand

V. Zukunftsaussichten

VI. „Afghanistan steht am Abgrund“

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Friedenskonsolidierung in Afghanistan und analysiert, warum kurzfristige Maßnahmen trotz internationaler Bemühungen oft scheitern, während die Integration lokaler Machtstrukturen den Aufbau demokratischer Institutionen gefährdet.

  • Analyse der Dynamiken asymmetrischer Konflikte
  • Evaluation internationaler Friedensmissionen und Mandatsstrukturen
  • Zusammenhang zwischen politischer Stabilität und Drogenökonomie
  • Problematik des Nation-Building durch ehemalige Kriegsherren
  • Notwendigkeit langfristiger, wirtschaftlicher Unterstützungsstrategien

Auszug aus dem Buch

III. Friedensmissionen als Grundlage für Friedenskonsolidierung? Mandatsträger und Umsetzung

Friedensmissionen haben einen schwierigen Auftrag. Sie sind dafür verantwortlich Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen die Möglichkeit für Frieden existiert. Diese Basis ist die grundsätzliche Bedingung, dass Frieden in Krisenregionen überhaupt konsolidiert werden kann. Über diesen Umstand berichtet Steiner, Leiter der bis dato größten UNO Friedensoperation 2002/2003 und Vertreter des UNO- Generalsekretärs im Kosovo aus erster Hand. UNMIK „United Nations Interim Administration Mission in Kosovo“ als eine Mission aus verschiedenen Internationalen Organisationen stand dabei vor der Mammutaufgabe die durch Krieg ordnungslose und zerrüttete Gesellschaft des Kosovo zu reformieren und dadurch sein Mandat dauerhaften Frieden herzustellen zu erfüllen.

Dabei wird bereits ein erstes Prinzip erwähnt, deren sechs weitere allgemeine Verbindlichkeit für Friedensmissionen an den verschiedensten Punkten der Erde und in den verschiedensten Gesellschaftsstrukturen Verwendung finden. Zentral für jede Mission ist eine klare Zielsetzung bereits zu Beginn der Missionen und vor allem in deren Vorfeld. Anhand der Zielsetzung wird erst ermöglicht, dass die Koordinierung verschiedener internationaler Organisationen erreicht werden kann. Ohne diese Verteilung von Aufgabenschwerpunkten behindern sich unterschiedliche Teilnehmer der Missionen aufgrund der unklaren Zuständigkeitslagen dauerhaft und verhindern somit die Effektivität der eingeleiteten Maßnahmen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Das Problem Afghanistan: Das Kapitel skizziert die historische Kriegslast Afghanistans und begründet die Notwendigkeit langfristiger Friedensansätze anstelle kurzfristiger Maßnahmen.

II. Grundannahmen zu Frieden und Krieg unter Berücksichtigung der Asymmetrie des Afghanistankonfliktes: Hier werden theoretische Konzepte von Krieg und Frieden sowie die Besonderheiten asymmetrischer Konfliktführung in Afghanistan erörtert.

III. Friedensmissionen als Grundlage für Friedenskonsolidierung? Mandatsträger und Umsetzung: Der Abschnitt befasst sich mit den Anforderungen an internationale Friedensoperationen und der Wichtigkeit klarer Mandate und Koordination.

IV. Ökonomie, Politik und der Opiumhandel - Die Problematik der afghanischen Regierung mit dem organisierten Widerstand: Die Analyse zeigt die negativen Auswirkungen des Mohnanbaus auf die staatliche Konsolidierung und die riskante Integration von Warlords in die Regierung.

V. Zukunftsaussichten: Es wird erörtert, warum die Implementierung westlicher Staatsmodelle in Afghanistan bisher nur bedingt erfolgreich war und welche Faktoren den Prozess behindern.

VI. „Afghanistan steht am Abgrund“: Das abschließende Kapitel fasst die Dringlichkeit einer grundlegenden, nicht nur militärischen Strategie zusammen und warnt vor einer weiteren Destabilisierung durch konservative, ehemalige Machtstrukturen.

Schlüsselwörter

Afghanistan, Friedenskonsolidierung, Nation-Building, Asymmetrischer Konflikt, ISAF, Opiumhandel, Warlords, Staatssouveränität, Krisenintervention, Friedensmission, Demokratisierung, Sicherheitssektor, Al-Qaida, Taliban, Entwicklungszusammenarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen der internationalen Gemeinschaft bei der Friedenskonsolidierung im Afghanistankonflikt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Asymmetrie des Konflikts, die Wirksamkeit von Friedensmissionen und die politische sowie wirtschaftliche Stabilität Afghanistans.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass Friedenssicherung langfristig angelegt sein muss und wirtschaftliche Reformen entscheidend für den Erfolg von Nation-Building sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur, Berichten internationaler Organisationen und Medienanalysen, um aktuelle politische Strategien kritisch zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des asymmetrischen Krieges, das Scheitern von Mandatsstrukturen und die verhängnisvolle Verflechtung von Drogenökonomie und Regierungsführung diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Nation-Building, Asymmetrie, Warlords, Drogenökonomie und Friedenskonsolidierung.

Warum wird die Integration von Warlords in die Regierung als kritisch bewertet?

Die Autorin argumentiert, dass dadurch konservative Machtstrukturen erhalten bleiben, die demokratischen Bestrebungen entgegenstehen und die staatliche Glaubwürdigkeit untergraben.

Welche Rolle spielt der Mohnanbau für den Konflikt?

Er dient als primäre Finanzierungsquelle für bewaffnete Gruppen und ermöglicht es diesen, unabhängig von staatlichen Strukturen zu agieren und aktiven Widerstand zu leisten.

Warum hält die Autorin militärische Lösungen für unzureichend?

Da die Bekämpfung der Ursachen, wie etwa der wirtschaftlichen Abhängigkeit und der fehlenden Regierungsdurchsetzung, durch rein militärische Mittel nicht nachhaltig gelöst werden kann.

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Details

Title
Der Afghanistankonflikt unter besonderer Berücksichtigung internationaler Friedensmissionen
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Grade
2,0
Author
Christian Göbel (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V62495
ISBN (eBook)
9783638557252
ISBN (Book)
9783656782810
Language
German
Tags
Afghanistankonflikt Berücksichtigung Friedensmissionen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Göbel (Author), 2006, Der Afghanistankonflikt unter besonderer Berücksichtigung internationaler Friedensmissionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62495
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