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Spannung und Unheimlichkeit - Wirkungsmomente im Schauer- und Geheimbundroman 'Der Geisterseher' von Friedrich Schiller

Title: Spannung und Unheimlichkeit - Wirkungsmomente im Schauer- und Geheimbundroman 'Der Geisterseher' von Friedrich Schiller

Seminar Paper , 2005 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Janna Brundirs (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Der Roman der „Geisterseher. Memoiren des Grafen von O***“ erschien zuerst 1787-88 in der Zeitschrift „Thalia“ und hatte einen solchen Erfolg, dass es Schiller schon nicht mehr geheuer war, heißt es. Ein Grund dafür ist sicher das verstärkte Interesse am Geheimen und Esoterischen. Neben dem Märchen, der Dichtung der Musik und der Wissenschaft zeigt sich die Präsenz des Geheimen und Esoterischen als ein geläufiger Topos in der Kultur der Aufklärung. 1 Dies gilt vor allem für die Literatur, in der die Gattung der Schauerliteratur große Popularität erfährt. Diese, von der Romantik geprägten, Erzähltexte enthalten meist fantastische und mysteriöse Ereignisse. Sie erzeugen durch schaurige Gegebenheiten gruselige Effekte und dunkle Schauplätze, sowie Spannung und Grauen bei den Lesern. 2 Was den Schauer- und Geheimbundroman Schillers weiterhin so einzigartig macht, wird in dieser Analyse zum Vorschein gebracht. Ein besonderes Interesse gilt der Feststellung von Spannungsmomenten und deren unheimliche Wirkung. Zwar sind für die Gattung des Schauerromans Elemente wie das Übernatürliche, rätselhafte Verbrechen im unheimlichen Ambiente, wilde und fantastische Landschaften und Beschwörungsszenen etc. typisch, doch stellt sich die Frage nach der speziellen Unheimlichkeit, die auf das Altbekannte, Längstvertraute zurückzuführen ist. Um diese Frage klären zu können werden Inhalte des Romans mit dem Begriff der Unheimlichkeit in Freuds Psychoanalyse verglichen. Ob und auf welche Weise Friedrich Schiller Stilelemente wie das Unheimliche in seinem Roman einbringt und welche Vorraussetzungen für deren Wirkung auf den Leser bestehen müssen, stellt sich durch die Erforschungen heraus. Diese basieren auf dem, von Peter Wenzel herausgegebenen, Handbuch „Einführung in die Erzähltextanalyse“ und auf die Sekundärliteratur „Einführung in die Erzähltextanalyse“ von Matias Martinez und Michael Scheffel. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Erzählperspektive

2. Spannung und unheimliche Wirkung in Schillers Geisterseher

2.1 Raum und Zeitstrukturen

2.2 Das Unheimliche

2.3 Spannungsanalyse

3. Die Analyse im Kontext

4. Das Unheimliche in Freuds Psychoanalyse

Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die erzähltheoretischen Mittel, durch die Friedrich Schiller in seinem Roman „Der Geisterseher“ Spannung erzeugt und eine unheimliche Wirkung beim Leser erzielt. Dabei wird analysiert, wie diese ästhetischen Effekte mit dem psychologischen Begriff des Unheimlichen, insbesondere nach Sigmund Freud, korrespondieren.

  • Analyse der Erzählperspektive und deren Einfluss auf die Leserlenkung.
  • Untersuchung von Raum- und Zeitstrukturen als Mittel zur Spannungssteigerung.
  • Vergleich der Romaninhalte mit Freuds Konzept der Psychoanalyse des Unheimlichen.
  • Bedeutung von Geheimbünden und esoterischen Topoi für die Atmosphäre des Werks.
  • Wechselwirkung zwischen rationalen Erklärungsversuchen und übernatürlichen Ereignissen.

Auszug aus dem Buch

2. Spannung und unheimliche Wirkung in Schillers Geisterseher

(...)Unter einer starken Bedeckung führte man uns bis zum Kanal. Hier erwartete uns eine Gondel, in die wir uns setzen mußten. Ehe wir ausstiegen, wurden uns die Augen verbunden. Man führte uns eine große steinerne Treppe hinauf und dann durch einen langen gewundenen Gang über Gewölbe, wie ich aus dem vielfachen Echo schloß, das unter unseren Füßen hallte. Endlich gelangten wir vor eine andere Treppe, welche uns sechsundzwanzig Stufen in die Tiefe hinunterführte. Hier öffnete sich ein Saal, wo man uns die Binde wieder von den Augen nahm. Wir befanden uns in einem Kreise ehrwürdiger alter Männer, alle schwarz gekleidet, der ganze Saal mit schwarzen Tüchern behangen und sparsam erleuchtet, eine Totenstille in der ganzen Versammlung, welches einen schreckhaften Eindruck machte. Einer von diesen Greisen, vermutlich der oberste Staatsinquisitor, näherte sich dem Prinzen und fragte ihn mit einer feierlichen Miene, während man den Venezianer vorführte:(...)

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung verortet das Werk in der Schauerliteratur und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Erzeugung von Spannung und Unheimlichkeit durch Stilelemente.

1. Die Erzählperspektive: Dieses Kapitel analysiert die Ich-Erzählsituation und deren Rolle bei der Suggestion von Wahrheitsgehalt und der Erzeugung von Spannung beim Leser.

2. Spannung und unheimliche Wirkung in Schillers Geisterseher: Anhand einer ausgewählten Textstelle werden literarische Raum- und Zeitstrukturen sowie die Wirkung des Geheimen und der fremdbestimmten Mobilität auf den Leser untersucht.

2.1 Raum und Zeitstrukturen: Hier werden die topologischen Gegebenheiten und die wahrnehmungspsychologischen Effekte der Erzählung im Rahmen des dramatischen Modus betrachtet.

2.2 Das Unheimliche: Dieses Kapitel befasst sich mit der bedrohlichen Wirkung des Geheimen und der symbolischen Bedeutung von Farben und Raumordnungen.

2.3 Spannungsanalyse: Hier wird das Phänomen der „Angstlust“ analysiert und untersucht, wie offene Fragen und handlungsrelevante Entscheidungsalternativen den Spannungsbogen aufrechterhalten.

3. Die Analyse im Kontext: Das Kapitel betrachtet gattungsspezifische Handlungsmuster und die verschiedenen Phasen der Spannungsentwicklung, von der Unbestimmtheit bis zur analytischen Phase.

4. Das Unheimliche in Freuds Psychoanalyse: Die Analyse vergleicht Freuds Theorie des Unheimlichen (z. B. Animismus, Allmacht der Gedanken, Wiederkehr des Gleichen) mit den spezifischen Begebenheiten im Roman.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Illusionsbildung und die Verknüpfung von Geheimnis und Gefahr zentrale Elemente sind, durch die Schiller den Leser in seiner Gefühlswelt steuert.

Schlüsselwörter

Schauerroman, Geheimbundroman, Friedrich Schiller, Der Geisterseher, Unheimliches, Sigmund Freud, Erzählperspektive, Spannung, Illusionsbildung, Raumstrukturen, Psychoanalyse, Aufklärung, Narratologie, Angstlust, Animismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die erzählerischen Mittel, mit denen Friedrich Schiller in seinem Roman „Der Geisterseher“ eine unheimliche Atmosphäre erzeugt und Spannung beim Leser aufbaut.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Erzähltheorie, die Gattungsmerkmale des Schauer- und Geheimbundromans sowie die psychoanalytische Deutung des Unheimlichen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifischen Momente des Unheimlichen im Roman zu identifizieren und aufzuzeigen, wie diese sich von reinem Ängstlichen unterscheiden, indem sie mit Freuds Konzept des Altbekannten verglichen werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine erzähltextanalytische Untersuchung durchgeführt, die durch den theoretischen Rahmen der Freudschen Psychoanalyse ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Erzählperspektive, den funktionalen Einsatz von Raum- und Zeitstrukturen, die Spannungsdynamik sowie die Anwendung psychoanalytischer Begriffe auf Romanfiguren und Szenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Schauerroman, Erzählperspektive, Spannung, Unheimliches, Illusionsbildung und Psychoanalyse.

Wie spielt die „Angstlust“ in Schillers Roman eine Rolle?

Die „Angstlust“ bezeichnet das Phänomen, dass Leser trotz der angsterregenden Bedrohung durch den Text eine ästhetische Lust empfinden, was den Schauerroman besonders attraktiv macht.

Welche Bedeutung hat der „Armenier“ für die Analyse?

Der Armenier ist eine Schlüsselfigur, deren Wirken (Prophezeiungen, Geisterbeschwörungen) die psychoanalytischen Kategorien wie die „Allmacht der Gedanken“ oder den „Animismus“ verdeutlicht und maßgeblich zur Unheimlichkeit beiträgt.

Warum spielt die Geisterbeschwörung eine besondere Rolle?

Nach Freud stellt die Thematisierung von Tod und der Wiederkehr der Toten eines der stärksten Beispiele für das Unheimliche dar, da sie an das Unbewusste und die verdrängte Furcht vor der eigenen Sterblichkeit appelliert.

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Details

Title
Spannung und Unheimlichkeit - Wirkungsmomente im Schauer- und Geheimbundroman 'Der Geisterseher' von Friedrich Schiller
College
University of Münster  (Germanistik)
Course
Proseminar: Schillers Geisterseher
Grade
1,7
Author
Janna Brundirs (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V62541
ISBN (eBook)
9783638557603
ISBN (Book)
9783656802792
Language
German
Tags
Spannung Unheimlichkeit Wirkungsmomente Schauer- Geheimbundroman Geisterseher Friedrich Schiller Proseminar Schillers Geisterseher
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janna Brundirs (Author), 2005, Spannung und Unheimlichkeit - Wirkungsmomente im Schauer- und Geheimbundroman 'Der Geisterseher' von Friedrich Schiller, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62541
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