In der folgenden Arbeit soll ein Vergleich zwischen der Gesellschaft in der DDR und der Gesellschaft, wie sie Orwell in seinem antiutopischen Roman 1984 beschreibt, durchgeführt werden. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Suche nach Tendenzen, die in der Gesellschafts- und Politikstruktur der DDR in Bezug auf die Gesellschaft bei Orwell gefunden werden können. Ich werde die Gesellschaft bei Orwell nicht immer als Fiktion kennzeichnen, sondern ich werde sie als der DDR-Gesellschaft gleichgestellt betrachten. Da Orwell die Gesellschaft in seinem Roman aus der Perspektive eines Protagonisten darstellt, werden nicht alle Aspekte erwähnt. Deshalb werde ich mich hier auf verschiedene Ausschnitte beschränken, bei denen ich genügend Informationen für einen Vergleich zu Verfügung habe. Diese Ausschnitte sind die Struktur des Staatsapparates, der Überwachungsapparat, die Geschichtsschreibung und die Familienpolitik. Im Fazit wird eine kurze Zusammenfassung der gefundenen Tendenzen zu lesen sein, bevor die Arbeit mit einer kurzen persönlichen Stellungnahme endet.
Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung
2.0 Darstellung des Romans 1984
2.1 Eric Arthur Blair
2.2 Inhaltsangabe
2.3 Akzentuierte Darstelllung der Gesellschaft in Ozeanien
3.0 Darstellung der Gesellschaft in der DDR
3.1 Beschreibung und Vergleich des Staatsaufbaus
3.2 Der Überwachungsapparat
3.3 Kurzer Anriss zur Familienpolitik
3.4 Beispiele zur Geschichtsfälschung
4.0 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Parallelen und Tendenzen zwischen der Gesellschafts- und Politikstruktur der DDR und dem totalitären System in George Orwells Roman „1984“ zu identifizieren und vergleichend gegenüberzustellen.
- Struktur des Staatsapparates und oligarchische Machtverhältnisse
- Methoden der staatlichen Überwachung und Unterdrückung
- Einflussnahme auf die Familienpolitik und politische Sozialisation
- Instrumentalisierung der Geschichtsschreibung zur Machterhaltung
- Vergleich der totalitären Kontrolle in Fiktion und Realität
Auszug aus dem Buch
3.2 Der Überwachungsapparat
Das Ministerium für Staatssicherheit, im folgenden durch MfS abgekürzt, war ein der Volkskammer unterstelltes Ministerium, dass offiziell dafür zuständig war, die Sicherheit zu garantieren zum einen vor Angriffen, Spionageakten o.ä. aus dem Ausland, zum anderen vor Regimegegnern im Inneren. Dabei wurde nach drei Maximen gehandelt:
Jeder ist ein potentieller Staatsfeind
Um sicher zu gehen, muss man alles wissen
Sicherheit geht vor Recht
Die Beziehungen zwischen dem MfS und der Regierung, also der SED, waren wechselseitig geprägt: Die Regierung bestimmte durch ihre Beschlüsse die Richtlinien, an die sich das MfS zu halten hatte, auf der anderen Seite war das MfS der Partei gegenüber informationsverpflichtet. Regelmäßig wurden die Arbeitsergebnisse unter strengster Geheimhaltung an den 1. Sekretär übermittelt. Es bestand ein enger persönlicher Kontakt zwischen den staatlichen Führungskräften, d.h. den Spitzenkräften der SED, und des MfS, so dass auch eine Möglichkeit des MfS gegeben war, die Beschlüsse zumindest indirekt mitzubestimmen.
Der Generalauftrag für das MfS lautete: „Es hatte die Politik der Partei zu unterstützen und alles zu bekämpfen, was nicht in deren Sinne war.“ Somit war das MfS nicht nur für die Sicherheit in der DDR zuständig, sondern es sicherte auch der Herrschaftsanspruch der Partei.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage vor, den Vergleich zwischen der real existierenden DDR-Gesellschaft und der fiktiven Welt in Orwells Roman „1984“ zu ziehen.
2.0 Darstellung des Romans 1984: Dieses Kapitel liefert eine biografische Einführung zu George Orwell sowie eine inhaltliche Zusammenfassung und eine Analyse der Gesellschaftsstruktur in Ozeanien.
3.0 Darstellung der Gesellschaft in der DDR: Der Hauptteil untersucht detailliert die Strukturen des DDR-Staatsapparates, das MfS, die Familienpolitik und die staatliche Geschichtsfälschung.
4.0 Fazit: Das Fazit fasst die identifizierten Gemeinsamkeiten und Unterschiede zusammen und zieht eine abschließende persönliche Bilanz über die totalitären Tendenzen in beiden Systemen.
Schlüsselwörter
DDR, 1984, George Orwell, SED, Staatssicherheit, Totalitarismus, Überwachungsapparat, Oligarchie, Geschichtsfälschung, Familienpolitik, Macht, Unterdrückung, Sozialismus, Gesellschaftsstruktur, Politbüro.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem vergleichenden Blick auf die politische Struktur der DDR und die fiktive totalitäre Gesellschaft aus George Orwells Roman „1984“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Schwerpunkte sind der Staatsaufbau, das Überwachungssystem, die staatlich gelenkte Familienpolitik und die Manipulation der Geschichtsschreibung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, in der Struktur der DDR Tendenzen aufzuzeigen, die Ähnlichkeiten zu den von Orwell beschriebenen totalitären Mechanismen aufweisen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen vergleichenden Ansatz, bei dem reale historische Gegebenheiten der DDR mit den fiktiven Strukturen von Orwells Ozeanien gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die hierarchische Organisation von Partei und Staat, die Arbeitsweise des MfS, die Rolle von Massenorganisationen in der Erziehung sowie die Instrumentalisierung der Vergangenheit durch Zensur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Totalitarismus, Überwachung, Machterhalt, Ideologie, Propaganda und Herrschaftssicherung geprägt.
Wie unterscheiden sich die Rolle des „Großen Bruders“ und der DDR-Führung?
Während der „Große Bruder“ als abstraktes Ideal einer unantastbaren Macht fungiert, stellt die DDR-Führung um Ulbricht und Honecker reale Personen dar, wenngleich beide Systeme nach totalitärer Kontrolle streben.
Welche Bedeutung kommt der Geschichtsfälschung in beiden Systemen zu?
In beiden Fällen dient die Manipulation der Vergangenheit dazu, den aktuellen Herrschaftsanspruch zu legitimieren, da eine objektive Prüfung durch die Bevölkerung aufgrund von Zensur unmöglich ist.
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- Nadine Hagemus (Author), 2002, Tendenzieller Vergleich zwischen der Gesellschaft der DDR und der Gesellschaft in Orwells 1984, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6258