Dieser Text stellt den Versuch dar, Goethes Ballade 'Die Braut von Korinth' als ein Stück Literatur der Schwarzen Romantik zu interpretieren. Goethe bezeichnete die Ballade selbst in einer Tagebuchnotiz als ein ‚vampyrisches Gedicht’. Er schuf sie im Jahr 1797, das in der Forschung häufig als das Balladenjahr bezeichnet wird . Es handelte sich um eine Arbeit, die für Friedrich Schillers Musenalmanach entstanden war. Die beiden Dichter arbeiteten zu dieser Zeit eng zusammen und schufen ihre so genannten 'klassischen Balladen'. Neben der 'Braut von Korinth' sind hier noch Goethes 'Der Gott und die Bajadere' und 'Der Zauberlehrling' zu nennen und Schillers 'Der Taucher', 'Die Kraniche des Ibykus' und 'Der Ring des Polykrates'. Goethes Dichtungen, die nach dem Sturm und Drang entstanden, werden gemeinhin in der deutschen Literaturgeschichtsschreibung ohne weitere Differenzierung dem Epochengebilde der Klassik zugeordnet. So verfährt man in der Regel auch mit seinem Hauptwerk, der Faust-Dichtung, die dagegen international als schwarzromantisches Werk gelesen wird. Diese Hausarbeit hat das Ziel aufzuzeigen, dass Goethe durchaus Motive der Schwarzen Romantik beschäftigten und er dieses Interesse unter anderem in seiner ‚Vampirballade’ deutlich machte.
Zunächst soll auf die Form Ballade eingegangen werden, die für den ‚Morphologen’ Goethe eine große Bedeutung hatte, da er sie als das Ur-Ei der Poesie empfand. Im Anschluss geht die Arbeit auf die Handlung, die Erzählinstanz und die metrisch-stilistischen Aspekte der Ballade ein. Als Nächstes sollen die Quellen und die intertextuellen Bezüge der 'Braut von Korinth' näher beleuchtet werden. Der darauf folgende Abschnitt widmet sich dieser ‚Vampirballade’ als klassisch-romantischem Gedicht, das beide Epochen miteinander verbindet. Danach soll die vampirische Protagonistin näher betrachtet werden. Die nächsten beiden Kapitel beschäftigen sich mit den antiken Vorläufern der Vampirgestalten und den neuzeitlichen Vampirvorstellungen, die in besonderem Maße Eingang in die Literatur gefunden haben. Schließlich folgen einige Überlegungen zu der Verbindung von Vampirismus und Erotik. Den Abschluss bildet die Zusammenfassung der Ergebnisse mit einer Schlussbetrachtung.
Inhaltsverzeichnis
- Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit
- Die Bedeutung der literarischen Form Ballade für den Autor Goethe
- Textanalyse
- Die Modellierung der Handlung
- Die Erzählinstanz
- Die metrisch-stilistischen Aspekte
- Bezüge zur Literatur
- Zu den Quellen der Ballade
- Intertextuelle Bezüge
- Die Braut von Korinth Ein klassisch- romantisches Gedicht
- Das vampirische Gedicht
- Goethes Vampirmädchen
- Antike Vorläufer des Vampirs und verwandte Gestalten
- Neuzeitliche Vorstellungen von Vampiren
- Vampire und Erotik
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit Goethes Ballade "Die Braut von Korinth" und untersucht sie als ein Werk der Schwarzen Romantik. Die Arbeit analysiert die Form der Ballade, beleuchtet Goethes Intentionen und thematisiert die verschiedenen Aspekte der Geschichte, die in die Schwarze Romantik eingeordnet werden können.
- Die Bedeutung der Ballade als literarische Form
- Goethes Auseinandersetzung mit dem Thema des Vampirismus
- Die Verbindung von Klassik und Romantik in der Ballade
- Die Rolle der Erzählinstanz und der metrisch-stilistischen Elemente
- Die Einordnung der Ballade in den Kontext der literarischen Tradition
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die Zielsetzung und den Forschungsgegenstand der Arbeit und stellt Goethes Ballade "Die Braut von Korinth" als ein Werk der Schwarzen Romantik vor. Im zweiten Kapitel wird die Bedeutung der Ballade als literarische Form für Goethe erörtert, wobei die Verbindung von Epik, Lyrik und Dramatik in dieser Form hervorgehoben wird.
Das dritte Kapitel widmet sich der Textanalyse der Ballade und untersucht die Handlung, die Erzählinstanz und die metrisch-stilistischen Aspekte. Das vierte Kapitel beleuchtet die Quellen und intertextuellen Bezüge der Ballade, wobei auch auf die Verbindungen zur klassischen und romantischen Literatur eingegangen wird.
Das fünfte Kapitel befasst sich mit dem "vampirischen Gedicht" an sich. Hier werden Goethes Vampirmädchen, die antiken Vorläufer des Vampirs und die neuzeitlichen Vampirvorstellungen behandelt. Abschließend werden die Verbindung von Vampirismus und Erotik in der Ballade untersucht.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Schlüsselbegriffen Ballade, Schwarze Romantik, Vampirismus, Klassik, Romantik, Intertextualität, Erzählinstanz, Stilistik, Erotik, antike Literatur, neuzeitliche Literatur. Diese Begriffe bilden den Rahmen für die Analyse von Goethes "Die Braut von Korinth" als einem bedeutenden Werk der deutschen Literatur.
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- Nathalie Kónya-Jobs (Author), 2005, Goethes vampirisches Gedicht. Die Ballade "Die Braut von Korinth", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62596