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Wettbewerb der Krankenkassen - Brauchen wir den Risikostrukturausgleich?

Title: Wettbewerb der Krankenkassen - Brauchen wir den Risikostrukturausgleich?

Seminar Paper , 2006 , 32 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christina Jordan (Author)

Economy - Health Economics
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Summary Excerpt Details

Der bestehende Kassenwettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist ein zentrales Element der GKV, gleichwohl ist er nicht selbstverständlich. Denn die Möglichkeit der Kassenwahl besteht für Versicherte der GKV erst seit 1996. Vorher gab es ein System der gesetzlichen Zuweisung ohne Wettbewerb zwischen den Kassen. In Verbindung mit dem Solidaritätsprinzip, dem zweiten Wesensmerkmal der GKV, führt der freie Wettbewerb jedoch zu erheblichen Verzerrungen. Um diese zu neutralisieren, wurde der Risikostrukturausgleich (RSA) eingeführt.

Diese Arbeit soll untersuchen, ob ein RSA in der bestehenden Wettbewerbsordnung notwendig ist und ob er die gesetzten Ziele verwirklicht. Als Grundlage dafür werden in den ersten beiden Kapiteln die Grundprinzipien der GKV erläutert und die Funktionsweise des RSA verdeutlicht. Im darauf folgenden Abschnitt werden Kritikpunkte am gegenwärtigen RSA angebracht und bisherige Erweiterungen aufgezeigt. Der letzte Teil der Arbeit stellt einen Reformvorschlag vor und nimmt eine Bewertung des RSA hinsichtlich seiner Zielerreichung und Notwendigkeit vor.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Grundlagen der gesetzlichen Krankenversicherung

2.1 Der Aufbau der gesetzlichen Krankenversicherung

2.2 Grundsätze der GKV

2.3 Das Solidaritätsprinzip und der Kassenwettbewerb

2.4 Das Solidaritätsprinzip und der Wettbewerb um gute Risiken

3. Der Risikostrukturausgleich

3.1 Ziele des RSA

3.2 Die Funktionsweise des Risikostrukturausgleichs

3.2.1. Der Beitragsbedarf und der Ausgleichsbedarfssatz

3.2.2. Die Finanzkraft

3.2.3. Der Transfer im RSA

4. Kritik am derzeitigen RSA

4.1 Fehlende Morbiditätsorientierung

4.2 Unvollständigkeit des Finanzkraftausgleichs

4.3 Fehlende Berücksichtigung der Kassenwechsler

5. Bisherige Erweiterungen des RSA

5.1 Risikopool

5.2 Strukturierte Behandlungsprogramme (DMP)

6. Reform des RSA: Die direkte Morbiditätsorientierung

7. Brauchen wir den Risikostrukturausgleich?

7.1 Standpunkt der Gutachtergruppe Jacobs/Reschke/Cassel/Wasem

7.2 Standpunkt der Gutachter Lauterbach und Wille

7.3 Standpunkt der Gutachter Breyer und Kifmann

7.4 Zwischenfazit

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, ob der Risikostrukturausgleich (RSA) innerhalb der bestehenden Wettbewerbsordnung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) notwendig ist und ob er seine gesetzten Ziele – insbesondere die Vermeidung von Risikoselektion und die Förderung von Chancengleichheit – effektiv verwirklicht.

  • Grundlagen und ordnungspolitischer Rahmen der GKV
  • Funktionsweise und Rechengrößen des RSA
  • Kritische Analyse der Defizite des derzeitigen RSA
  • Evaluierung von Erweiterungen wie Risikopool und DMP
  • Diskussion von Reformansätzen zur Morbiditätsorientierung

Auszug aus dem Buch

2.4 Das Solidaritätsprinzip und der Wettbewerb um gute Risiken

Mit der Einführung des Kassenwahlrechts begann zwischen den Kassen mehr ein Wettbewerb um gute Risiken als um die bessere Versorgung und Wirtschaftlichkeit. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Zur Beitragssatzsenkung und damit zur Gewinnung neuer Mitglieder ist es einfacher, günstige Risiken anzuwerben, als Anstrengungen zur Verbesserung der eigenen Leistung zu unternehmen.

In der solidarischen GKV erfolgt die Leistungsgewährung der Krankenkassen nach dem Bedarf, die Beitragszahlung jedoch nach der Finanzkraft des Versicherten. Durch das Verbot, risikoabhängige Prämien zu erheben, ist die Versorgung der Mitglieder unabhängig von deren Beiträgen, die Ausgaben der Kassen losgelöst von den Einnahmen. Eine Kasse mit gegebener ungünstiger Risikostruktur hat somit einen erheblichen Wettbewerbsnachteil im Vergleich zu einer Kasse mit überwiegend günstigen Risiken. Das Verhältnis von Einnahmen zu Ausgaben wird für Kassen mit hohen Risiken negativ, während Kassen mit niedrigen Risiken Gewinne erzielen.

Daher müssen die Kassen mit vergleichsweise schlechter Risikostruktur einen höheren Beitragssatz kalkulieren, um die Ausgaben der Gesundheitsversorgung zu decken und werden dadurch für neue Mitglieder unattraktiv. Mit dem Beitragssatz als einzigen Wettbewerbsparameter müssen die Kassen aber alles daran setzen, ihre Beitragssätze konkurrenzfähig niedrig zu halten. Somit besteht für die Kassen ein Anreiz, die Versicherten nach guten Risiken zu selektieren, d.h. möglichst viele junge, gesunde, ledige und einkommensstarke Mitglieder zu versichern, um ihren Beitragssatz niedrig zu halten und ihre Mitgliederzahl zu steigern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Arbeit beleuchtet die Notwendigkeit des RSA im Kontext der Einführung der Kassenwahlfreiheit 1996 und der damit verbundenen Wettbewerbsverzerrungen.

2. Grundlagen der gesetzlichen Krankenversicherung: Dieses Kapitel erläutert die Prinzipien der GKV, den Kontrahierungszwang und das Solidaritätsprinzip als Basis für das Verständnis der Kassenstruktur.

3. Der Risikostrukturausgleich: Hier werden die Ziele des RSA und die methodische Funktionsweise über Beitragsbedarf, Ausgleichsbedarfssatz und Finanzkraft detailliert dargelegt.

4. Kritik am derzeitigen RSA: Das Kapitel analysiert die unzureichende Morbiditätsorientierung, Lücken im Finanzkraftausgleich und die Problematik der Kassenwechsler.

5. Bisherige Erweiterungen des RSA: Es wird die Rolle von Risikopool und Disease-Management-Programmen (DMP) als kurzfristige Maßnahmen zur Korrektur von Fehlanreizen bewertet.

6. Reform des RSA: Die direkte Morbiditätsorientierung: Diskussion des gesetzlich verankerten Modells zur direkten Abbildung von Krankheitsrisiken durch Diagnoseklassifikationen.

7. Brauchen wir den Risikostrukturausgleich?: Eine vergleichende Darstellung der Standpunkte verschiedener Gutachter zur Notwendigkeit und Zukunftsfähigkeit des RSA.

8. Fazit: Abschließende Einordnung, dass der RSA trotz notwendiger Reformen ein unersetzliches Element der solidarischen Gesundheitsordnung bleibt.

Schlüsselwörter

Risikostrukturausgleich, GKV, Krankenkassen, Wettbewerb, Risikoselektion, Solidaritätsprinzip, Beitragsbedarf, Finanzkraft, Morbiditätsorientierung, Kassenwahlrecht, Risikopool, DMP, Versorgungsqualität, Wirtschaftlichkeit, Sozialgesetzbuch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die ökonomische Notwendigkeit und die Funktionsweise des Risikostrukturausgleichs innerhalb der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung, um Wettbewerbsverzerrungen zu minimieren.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Im Zentrum stehen die Wechselwirkungen zwischen dem Kassenwahlrecht, dem Solidaritätsprinzip und dem daraus resultierenden Wettbewerb um günstige Risiken.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, ob der Risikostrukturausgleich in der derzeitigen Wettbewerbsordnung notwendig ist, ob er seine Ziele erreicht und welche Reformen für die Zukunft erforderlich sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematische Analyse und Literaturarbeit, die auf Gutachten, gesetzlichen Regelungen und empirischen Untersuchungen zur Wirkung des RSA basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil deckt die Grundlagen der GKV, die technische Funktionsweise des RSA, die Kritikpunkte am aktuellen Modell sowie die Bewertung von Ergänzungen wie Risikopool und DMP ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Risikostrukturausgleich, Risikoselektion, Solidaritätsprinzip, Morbiditätsorientierung und Krankenkassenwettbewerb.

Warum ist eine direkte Morbiditätsorientierung laut Autorin so wichtig?

Da die derzeitigen Kriterien (Alter, Geschlecht) die tatsächlichen Kostenrisiken nur unzureichend abbilden, führt dies weiterhin zu einem Anreiz zur Selektion gesunder Versicherter.

Welches Problem besteht laut Gutachtern bei der Einbeziehung von Kassenwechslern?

Kassenwechsler verursachen statistisch deutlich geringere Kosten als Nicht-Wechsler, was aktuell zu Wettbewerbsverzerrungen führt, da dieser Status im RSA bisher nicht explizit berücksichtigt wird.

Was ist das zentrale Fazit der Autorin zum RSA?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass der RSA ein unverzichtbares Instrument ist, um ein Kassensterben und Monopolstellungen zu verhindern, jedoch eine tiefgreifende Reform in Richtung Morbiditätsorientierung zwingend erforderlich macht.

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Details

Title
Wettbewerb der Krankenkassen - Brauchen wir den Risikostrukturausgleich?
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Öffentliche Finanzen)
Course
Seminar Gesundheitsökonomik
Grade
1,7
Author
Christina Jordan (Author)
Publication Year
2006
Pages
32
Catalog Number
V62609
ISBN (eBook)
9783638558204
ISBN (Book)
9783640556687
Language
German
Tags
Wettbewerb Brauchen Risikostrukturausgleich Seminar Gesundheitsökonomik RSA Krankenkasse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Jordan (Author), 2006, Wettbewerb der Krankenkassen - Brauchen wir den Risikostrukturausgleich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62609
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