In der Arbeit werden Fragestellungen zum Urheberrecht aufgegriffen, die sich in Schulen durch die Nutzung neuer Medien ergeben.
Es wird zum Beispiel die Frage aufgegriffen, wann der Einsatz von Kopien schulischer Software durch Unkenntnis oder Achtlosigkeit Urheberrechtsverstöße zur Folge hat. Darf man eine Sicherheitskopie für den privaten Gebrauch anfertigen? Und wie ist der Einsatz von Bildungssoftware auf mehreren Arbeitsplätzen oder in Netzwerken zu werten? Darf eine Schullizenz auch auf dem heimischen Lehrerrechner zur Unterrichtsvorbereitung eingesetzt werden? Gibt es für Institutionen im Bildungsbereich Sonderregelungen?
Ebenso stellen sich beispielsweise Fragen nach der Nutzung fremder Texte und Bilder auf der Schulhomepage. In welchem Umfang dürfen fremde Inhalte eingefügt werden und wie sind diese zu kennzeichnen? Wann ist eine Erlaubnis einzuholen und wie hat eine solche auszusehen? Werden Inhalte in einem schulinternen Intranet anders gewertet? Besonders anspruchsvoll ist die Frage nach der Einbindung von Links, Inline-Links und Frames.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Thema der Arbeit
1.2 Fragestellungen der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Urheberrecht
2.1 Geschichte des Urheberrechts
2.2 Rolle des Urheberrechts
2.3 Ausprägung des Urheberrechts
3. Urheberrecht im Rahmen neuer Medien
3.1 Urheberrecht bei Internetdiensten
3.2 Urheberrecht bei der Datenübertragung
4. Urheberrecht im Rahmen neuer Medien in der Schule
4.1 Urheberrecht in der Schule
4.2 Urheberrecht bei schulischer Software
4.3 Urheberrecht bei schulischen Homepages
5. Gestaltung und Verwendung von Medienprodukten
5.1 Medienpädagogische Vorüberlegungen
5.2 Neue Lehrerrolle und Lernkultur
5.3 Gesichtspunkte für die Verwendung von Medienprodukten
5.4 Gesichtspunkte für die Gestaltung von Medienprodukten
6. Unterricht zum Urheberrecht in der Schule
6.1 Analyse der Lerngruppe
6.2 Sachanalyse
6.3 Didaktische Analyse
6.4 Methodische Überlegungen
6.5 Verlauf des Unterrichts
6.6 Verlaufsplan des Unterrichts
7. Medienprodukt zum Urheberrecht in der Schule
7.1 Flussdiagramm des Medienprodukts
7.2 Darstellung von Fallbeispielen zu schulischer Software
7.3 Darstellung von Fallbeispielen zu schulischen Homepages
7.4 Gestaltungsaufgaben im Medienprodukt
7.5 Linkliste im Medienprodukt
7.6 Haftungsausschluss im Medienprodukt
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Sensibilisierung von Lehreranwärtern für die urheberrechtlichen Grenzen bei der Nutzung und Gestaltung neuer Medien im schulischen Umfeld. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie rechtliche Risiken, etwa bei der Softwarenutzung oder der Erstellung von Schulhomepages, vermieden werden können und wie dies didaktisch in ein medienpädagogisches Konzept eingebettet wird.
- Grundlagen des Urheberrechts im digitalen Zeitalter
- Rechtliche Anforderungen an Softwarenutzung und Lizenzierung an Schulen
- Rechtssicherheit bei der Gestaltung und Betreibung von Schulhomepages
- Entwicklung und Einsatz eines medienpädagogischen Unterrichtsprodukts
- Medienpädagogische Konzepte für eine zeitgemäße Lernkultur
Auszug aus dem Buch
4.2 Urheberrecht bei schulischer Software
Das Phänomen der Softwarepiraterie wurde bereits 1975 in einem Artikel von Microsoft-Chef Bill Gates problematisiert, bevor in den 80-er Jahren Raubkopien zu einer Massenerscheinung wurden.
Während Public-Domain-Software und Freeware kostenfrei benutzt werden darf und bei Shareware in der Regel ein zeitlich begrenztes, kostenloses Nutzungsrecht eingeräumt wird, darf kommerzielle Software nicht frei verbreitet werden.
Die Problematik macht auch vor den Schultoren nicht halt. Zwar gibt es Ausnahmen für Journalismus, wissenschaftliche Archivierung, Forschung und Bildung, aber auch diese unterliegen Grenzen.
Während bei Printerzeugnissen für den Bildungsbereich für kleine Werke wie Gedichte, geringe Teile eines Werks oder einzelne Beiträge aus Zeitschriften eine Vervielfältigung erlaubt ist, gilt dieser Grundsatz für Multimediaprodukte nur eingeschränkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Definition der zentralen Begriffe und Darlegung der Forschungsfragen sowie des strukturellen Aufbaus der Arbeit.
2. Urheberrecht: Historische Entwicklung, Akteure sowie allgemeine Ausprägung des Urheberrechts als Instrument der Ordnungspolitik.
3. Urheberrecht im Rahmen neuer Medien: Untersuchung der technischen Aspekte des Urheberrechts bei Internetdiensten und Datenübertragung.
4. Urheberrecht im Rahmen neuer Medien in der Schule: Analyse spezifischer Probleme bei schulischer Softwarenutzung und dem Betrieb von Webseiten.
5. Gestaltung und Verwendung von Medienprodukten: Diskussion medienpädagogischer Grundlagen sowie Kriterien für die Gestaltung und Verwendung digitaler Lernmedien.
6. Unterricht zum Urheberrecht in der Schule: Methodisch-didaktische Konzeption eines Unterrichtsvorhabens zur Sensibilisierung von Lehreranwärtern.
7. Medienprodukt zum Urheberrecht in der Schule: Vorstellung des entwickelten digitalen Medienprodukts inklusive der Fallbeispiele und der technischen Umsetzung.
Schlüsselwörter
Urheberrecht, neue Medien, Schule, Lehrerbildung, Schulhomepage, Softwarelizenz, Medienpädagogik, Datenschutz, Kopierschutz, Bildungssoftware, Internetnutzung, Medienkompetenz, Rechtsbewusstsein, digitale Medien, Urheberrechtsgesetz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die urheberrechtlichen Herausforderungen, die sich durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien an Schulen ergeben, und bietet Lösungsansätze für die Praxis.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf die rechtlichen Aspekte der Softwarenutzung an Schulen sowie auf die Gestaltung und rechtssichere Betreibung von schulischen Webseiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Sensibilisierung von angehenden Lehrkräften für die rechtlichen Grenzen bei der Nutzung und Gestaltung digitaler Medien, um ein Bewusstsein für rechtskonformes Handeln zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine fundierte Analyse bestehender rechtlicher Rahmenbedingungen und pädagogischer Ansätze, die in die Entwicklung eines interaktiven Medienprodukts für den Einsatz in der Lehrerausbildung mündet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von den allgemeinen Urheberrechtsgrundlagen über die speziellen Risiken im Schulkontext bis hin zur Entwicklung und didaktischen Einbettung eines konkreten Medienprodukts für Seminare.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben dem zentralen Begriff des Urheberrechts sind Medienkompetenz, Schullizenzen, digitale Lernmittel und medienpädagogische Gestaltungskriterien für den Unterricht maßgeblich.
Wie unterscheidet sich die Nutzung von Software von Printerzeugnissen in der Schule?
Während bei Printerzeugnissen für Bildungszwecke Ausnahmeregelungen für Vervielfältigungen existieren, sind diese bei Multimediaprodukten und Software deutlich eingeschränkter, was striktere Lizenzvorgaben erfordert.
Welche Bedeutung hat das entwickelte Medienprodukt für Lehreranwärter?
Es dient als praxisnahes Anschauungsobjekt, das mittels Fallbeispielen und Gestaltungsaufgaben Lehreranwärter direkt mit konkreten urheberrechtlichen Konfliktsituationen konfrontiert und Lösungen erarbeiten lässt.
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- Alexander Diefenbach (Author), 2004, Urheberrecht bei der Gestaltung und Nutzung neuer Medien in der Schule als Thema der Lehrerbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62676