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Kriegsberichterstattung und Feindbildaufbau in den USA während des 3. Golfkrieges

Title: Kriegsberichterstattung und Feindbildaufbau in den USA während des 3. Golfkrieges

Seminar Paper , 2003 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jens Allendorff (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
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Zitate wie „wenn der Krieg ausbricht, ist das erste Opfer die Wahrheit (US-Senator Hiram Johnson) oder „Public Oppinion wins war“ (General Eisenhower) zeigen, dass die Medien und die öffentliche Meinung in Kriegszeiten eine ganz besondere Stellung einnehmen. Es bestehen auch Anzeichen dafür, dass die Massenmedien die gesellschaftliche und politische Wirklichkeit in Krisen und Kriegen verzerrt abbilden, darin sogar selbst zu Akteuren werden und die Öffentlichkeit damit stark beeinflussen können.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung und Begriffsklärung

1.1 Aufbau von Feindbildern: Wie Stereotypisierung funktioniert und wozu sie dient.

1.2 Feindbildaufbau in Kriegszeiten

2. Vor dem Krieg

2.1 Die USA vor dem Krieg

2.2 Stereotypisierungen: Vom Helfershelfer zum Dämonen

2.3 "Die größte PR-Agentur ist das Weiße Haus"

3. Journalisten im Krieg

3.1 Der "eingebettete" Reporter

3.2 Nicht-„eingebettete“ Reporter

4. Der Krieg in den Medien

4.1 Der Krieg in den US-Medien

4.2 Al-Dschasira

4.3 CNN

4.4 US-Medien und europäische Kriegsgegner

5. Studien zur KBE in den US-Medien

6. Kehrtwende in der Kriegsbegründung

7. Fazit

8. Ausblick auf den Iran

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle der US-amerikanischen Medien bei der Kriegsberichterstattung und dem systematischen Feindbildaufbau während des dritten Golfkrieges, um aufzuzeigen, wie öffentliche Meinung durch eine einseitige und teilweise manipulierte Informationsvermittlung beeinflusst wurde.

  • Mechanismen der Stereotypisierung und Feindbildkonstruktion in Kriegszeiten.
  • Die Rolle von "eingebetteten" (embedded) versus unabhängigen Journalisten.
  • Analyse der Berichterstattung großer US-Fernsehsender und deren patriotische Ausrichtung.
  • Mediale Reaktionen auf abweichende Standpunkte und Gegenöffentlichkeiten wie Al-Dschasira.
  • Untersuchung der systematischen Verzerrung und selektiven Informationspolitik des Weißen Hauses.

Auszug aus dem Buch

2.3 "Die größte PR-Agentur ist das Weiße Haus"

Eine Rede zur Lage der Nation, die George W. Bush am 26. Februar 2003 hielt, illustriert, wie das Weiße Haus Saddam mit dem Horror des 11. Septembers in Verbindung brachte und sich damit als größte PR-Agentur darstellte. Zwar behauptete der Präsident nicht, dass eine Verbindung zwischen Saddam und der Al Qaida existiert, eben weil es keinen Beweis für eine derartige Verbindung gab. Stattdessen basierte die Rede auf assoziierter Schuld und konstruierte einen Beweis in vier Schritten.

Im ersten Schritt beschwor Bush die Erinnerung an den 11. September, der unsagbares Leid und Kummer über Amerika brachte. Als nächstes gelobte der Präsident, dem Terrorismus nie wieder zu erlauben, die Vereinigten Staaten anzugreifen. Im dritten Schritt verkündete Bush, dass Saddam ein Terrorist sei, dessen Massenvernichtungswaffen Amerika gefährden. Schließlich folgerte er, dass Saddam entfernt werden müsse, um eine Wiederholung der Tragödie vom 11. September zu verhindern.

Allein die "New York Times" zweifelte die Glaubwürdigkeit der Rede an. Sie nannte sie "ein dramatisches Beispiel für die Public-Relations-Strategie der Regierung".

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung und Begriffsklärung: Erläutert die theoretischen Grundlagen von Stereotypisierung und Feindbildkonstruktion sowie deren spezifische Anwendung in Kriegszeiten zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung.

2. Vor dem Krieg: Analysiert die politische Ausgangslage in den USA nach dem 11. September und wie das Weiße Haus den Irak gezielt durch PR-Strategien als unmittelbare Bedrohung aufbaute.

3. Journalisten im Krieg: Untersucht die Rolle der eingebetteten Reporter sowie die prekäre Situation und mediale Ausgrenzung von nicht-eingebetteten Journalisten vor Ort.

4. Der Krieg in den Medien: Beschreibt die patriotische und einseitige Berichterstattung großer US-Sender sowie den Umgang mit Gegenpositionen und arabischen Medien wie Al-Dschasira.

5. Studien zur KBE in den US-Medien: Präsentiert wissenschaftliche Analysen, die belegen, dass offizielle Regierungsvertreter die Berichterstattung dominierten und Kriegsgegner systematisch unterrepräsentiert wurden.

6. Kehrtwende in der Kriegsbegründung: Thematisiert den Wandel der offiziellen Begründung für den Krieg nach dem Ausbleiben von Beweisen für Massenvernichtungswaffen.

7. Fazit: Reflektiert das Schreckensregime Saddam Husseins, kritisiert jedoch die völkerrechtliche Legitimation des US-Eingreifens und fordert eine Rückkehr zum objektiven Journalismus.

8. Ausblick auf den Iran: Analysiert die historische und politische Lage Irans im Kontext der US-Außenpolitik und die Sorge vor einer weiteren Eskalation.

Schlüsselwörter

Kriegsberichterstattung, Feindbildaufbau, USA, Golfkrieg, Medienmanipulation, Stereotypisierung, Embedded Reporter, PR-Strategie, Irak, Journalismus, Propaganda, Öffentliche Meinung, Al-Dschasira, Terrorismus, Außenpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der US-Medien während des dritten Golfkrieges und untersucht, wie durch gezielte PR-Arbeit der Regierung Feindbilder konstruiert und die Berichterstattung zugunsten der Kriegsziele beeinflusst wurde.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Mechanismen der Stereotypisierung, die Steuerung der Medien durch das Weiße Haus, die Praxis des eingebetteten Journalismus und die mediale Marginalisierung von Kriegsgegnern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Einfluss von staatlicher PR auf die Nachrichtengestaltung aufzuzeigen und zu analysieren, wie kritische Distanz zugunsten patriotischer Erzählmuster verloren ging.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Einordnung von Feindbild- und Stereotypisierungsprozessen sowie auf die Analyse von Medienberichten und unabhängigen Studien, die die Tendenz der Berichterstattung untersuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Vorkriegs-PR, die Arbeitsbedingungen von Reportern an der Front, den Vergleich zwischen US-Medien und arabischen Sendern sowie die wissenschaftliche Evidenz für eine einseitige Berichterstattung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kriegsberichterstattung, Feindbildaufbau, Medienmanipulation, Embedded Journalism, PR-Strategie und öffentliche Meinungsbildung.

Warum wird der "embedded reporter" als kritisch angesehen?

Er wird kritisch gesehen, da er durch die Begleitung der Truppen eine Distanz verliert, auf den Schutz des Militärs angewiesen ist und oft unreflektiert das offizielle Narrativ oder die militärische Sichtweise übernimmt.

Welche Rolle spielten die "War against Terror"-Narrative bei der Medialisierung des Irakkrieges?

Diese Narrative dienten dazu, den Irakkrieg unmittelbar mit dem Trauma des 11. Septembers zu verknüpfen, um trotz fehlender Beweise für eine direkte Verbindung eine breite Zustimmung in der Bevölkerung zu generieren.

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Details

Title
Kriegsberichterstattung und Feindbildaufbau in den USA während des 3. Golfkrieges
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Publizistik)
Course
Medien und Gewalt
Grade
1,3
Author
Jens Allendorff (Author)
Publication Year
2003
Pages
27
Catalog Number
V62683
ISBN (eBook)
9783638558846
ISBN (Book)
9783656792666
Language
German
Tags
Kriegsberichterstattung Feindbildaufbau Golfkrieges Medien Gewalt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jens Allendorff (Author), 2003, Kriegsberichterstattung und Feindbildaufbau in den USA während des 3. Golfkrieges, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62683
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