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Jungen- und Mädchenförderung in der Jugendsozialarbeit

Title: Jungen- und Mädchenförderung in der Jugendsozialarbeit

Term Paper , 2003 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dipl.-Soz.Päd. Mario Kilian Diederichs (Author)

Social Work
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Während meines einjährigen Praktikums und meiner darauffolgenden Ausbildung beim Diakonischen Werk Mönchengladbach e.V. bin ich mit vielen verschiedenen Wirkungsfeldern der Sozialarbeit und –pädagogik konfrontiert worden. Unter anderem mit Obdachlosen, Suchtkranken, Arbeitslosen, Senioren in stationärer Betreuung und auch Senioren oder anderen Bedürftigen, denen aufsuchende Hilfe in verschiedener Form zuteil wurde.


Mit dem Thema "Jungen- und Mädchenförderung in der Jugendsozialarbeit" verbinde ich einerseits das allgemeine Interesse an Informationen über ein, für mich nur dem Begriff nach bekanntes, Feld der Sozialarbeit/-pädagogik und andererseits auch das spezielle Interesse an der deutlichen Splittung eines Arbeitsgebietes. Ich setze erwartend voraus, dass es nicht nur bei der begrifflichen Trennung bleibt. Weiter erwarte ich, dass hier die Aufgaben ebenso klar definiert und die Möglichkeiten genauso zahlreich sind wie in anderen Bereichen. Jedoch befürchte ich, dass diese Aufgliederung dem Begriff nach wieder fast nur mit dem allgegenwärtigen Geschlechterkampf zu tun hat. Mit der gesellschaftlichen Unterdrückung weiblicher Bedürfnisse und der Überbewertung der männlichen (rein oberflächlichen) Urrolle/-aufgabe.

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.1 Historischer Rückblick

1.2 Die Situation von Mädchen und jungen Frauen in der JSA

1.3 KJHG (SGB VIII) / Neue Steuerung und Qualitätsentwicklung, aber keine Gleichberechtigung

2. Politische Zusammenhänge

2.1 Zukunftsängste

2.2 Recht auf freie Berufswahl

2.3 Strukturbedingte Benachteiligungsursachen

2.4 Kinder– und Jugendhilfe

2.5 Mädchenarbeit

2.6 Jugendberufshilfe

2.7 Ernstnahme der Interessen von Mädchen

3. Jungensozialarbeit

3.1 "Richtig" Mann werden

3.2 Entstabilisierung konventioneller Identitätskonzepte

3.4 Scheitern am Arbeitsmarkt als Scheitern an der Mannwerdung

3.5 Chancen und Aussichten geschlechtsreflektierender Jungenarbeit

4. Schlusskommentar

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Unterschiede und Herausforderungen in der Jugendsozialarbeit (JSA), wobei der Fokus auf der ungleichen Förderung von Mädchen und Jungen liegt. Es wird analysiert, inwiefern bestehende Strukturen und politische Rahmenbedingungen den Lebenswelten und Bedürfnissen der Jugendlichen gerecht werden oder diese durch konservative Rollenbilder eher einschränken.

  • Historische Entwicklung der Mädchensozialarbeit.
  • Politische Rahmenbedingungen und strukturelle Benachteiligungsursachen.
  • Herausforderungen der Jungensozialarbeit in Bezug auf Identitätskonzepte.
  • Kritische Reflexion der Qualität geschlechtsbewusster Ansätze in der JSA.
  • Bedeutung der Arbeitsmarktorientierung für das Selbstverständnis von Mädchen und Jungen.

Auszug aus dem Buch

1.1 Historischer Rückblick

Erst seit den 50ern ist die Jugend- und Mädchensozialarbeit begrifflich im Vokabular der Fachwelt eingeführt worden. Allerdings hat es schon im 19. Jahrhundert die Vor und Fürsorge für die oben erwähnte Zielgruppe gegeben. Hier ist besonders auf die katholische Mädchenarbeit hinzuweisen. 1845 gründete Johann Gregor Breuer den Wuppertaler "Mädchenverein", der eigentlich ein Gesangsverein sein sollte und aber die jungen Mädchen in praktischen Dingen des Lebens sowie bildungsfördernd unterstützte. Zwei Jahre später war die Gründung des "Jungfrauenvereins" durch Breuer, der vorbeugende Arbeit im Bereich der Gefahren für katholische Dienstmädchen leistete.

Seit 1850/54 gab es in Köln und Berlin katholische Mägdeherbergen und -häuser, die von Kolping und Fliedner errichtet worden. 1895 war der Beginn des in München gegründeten Laienvereins "Marianischer Mädchenschutz". Eine/r seiner GründerInnen war Luise Fogt, die den Leitspruch prägte: "Mädchenschutz muss Hilfe zur Selbsthilfe sein". 1907 wurde er "klerikalisiert". Seine Hauptarbeit lag in der Stellenvermittlung, Bahnhofsmission sowie in der Vorbildung für Haus und Beruf. 1897 war das Entstehungsjahr des internationalen Mädchen-Schutzvereins aus Freiburg/Schweiz.

Ab 1923/28 war der Einsatz von hauptamtlichen Berufskräften auf dem Vormarsch, bis dahin fanden sich nur Ehrenamtlerinnen aus den oberen Gesellschaftsschichten in diesen Positionen. Die enge Zusammenarbeit mit Nonnen hatte eine große Bedeutung für das Erlernen der Haushaltsführung und für die Sensibilisierung von "höher gestellten Mädchen" für die Mädchenschutzarbeit.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation aus der praktischen Ausbildung und stellt die kritische Vermutung auf, dass die Aufgliederung in Jungen- und Mädchenförderung primär durch gesellschaftliche Rollenklischees geprägt ist.

1.1 Historischer Rückblick: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehung der Mädchensozialarbeit vom 19. Jahrhundert bis zur Etablierung moderner Träger wie IN VIA nach.

1.2 Die Situation von Mädchen und jungen Frauen in der JSA: Es wird die historische Konzentration auf die Hausfrauenrolle und die heutige Relevanz von Chancengleichheit in der Jugendhilfe diskutiert.

1.3 KJHG (SGB VIII) / Neue Steuerung und Qualitätsentwicklung, aber keine Gleichberechtigung: Das Kapitel kritisiert die mangelnde Umsetzung gesetzlicher Gleichstellungsaufträge in der praktischen Jugendsozialarbeit.

2. Politische Zusammenhänge: Hier werden die makrostrukturellen Bedingungen wie Arbeitslosigkeit und das patriarchale System als Barrieren für die Gleichstellung identifiziert.

2.1 Zukunftsängste: Das Kapitel thematisiert die psychische Belastung durch den Arbeitsmarkt, insbesondere für spezifische Risikogruppen wie Migrantinnen oder Alleinerziehende.

2.2 Recht auf freie Berufswahl: Der Text verdeutlicht, dass die rechtliche Freiheit der Berufswahl oft durch sozioökonomische Faktoren und traditionelle Rollenzuschreibungen faktisch eingeschränkt bleibt.

2.3 Strukturbedingte Benachteiligungsursachen: Es wird dargelegt, wie die Fixierung auf Haus- und Erziehungsarbeit die Ausbildungschancen von Mädchen strukturell verschlechtert.

2.4 Kinder– und Jugendhilfe: Das Kapitel analysiert die Reproduktion von Geschlechterrollen in pädagogischen Einrichtungen und den Mangel an entsprechenden Gegenkonzepten.

2.5 Mädchenarbeit: Es wird konstatiert, dass Mädchenarbeit in der Praxis oft an einer schleppenden Integration in die Jugendhilfe scheitert.

2.6 Jugendberufshilfe: Das Kapitel hinterfragt den Nutzen von Fördermaßnahmen, die häufig lediglich als "Warteschleifen" für benachteiligte Jugendliche fungieren.

2.7 Ernstnahme der Interessen von Mädchen: Der Autor fordert eine tiefere Integration geschlechtsspezifischer Ansätze, um das starre Verhältnis der Geschlechter aufzubrechen.

3. Jungensozialarbeit: Dieses Kapitel beleuchtet die männliche Sozialisation und die Krisen, die durch das Scheitern am Arbeitsmarkt entstehen.

3.1 "Richtig" Mann werden: Es wird aufgezeigt, wie der Druck zur Erwerbsarbeit eng mit der männlichen Identitätsfindung verknüpft ist.

3.2 Entstabilisierung konventioneller Identitätskonzepte: Der Wandel traditioneller Männlichkeitsbilder wird als Chance zur emotionalen Öffnung, aber auch als Quelle der Unsicherheit beschrieben.

3.4 Scheitern am Arbeitsmarkt als Scheitern an der Mannwerdung: Das Kapitel beschreibt, wie Arbeitslosigkeit als Identitätsverlust bei jungen Männern wahrgenommen wird.

3.5 Chancen und Aussichten geschlechtsreflektierender Jungenarbeit: Der Autor plädiert für eine stärkere Reflexion der eigenen Geschlechtsidentität bei Sozialpädagogen als Voraussetzung für erfolgreiche Jungenarbeit.

4. Schlusskommentar: Der Autor zieht ein enttäuschendes Fazit bezüglich der gesellschaftlichen Ignoranz gegenüber den Problemen von Mädchen und der rein berufsbezogenen Verengung der Jungenförderung.

Schlüsselwörter

Jugendsozialarbeit, Mädchenförderung, Jungenförderung, Geschlechterrollen, Arbeitsmarkt, KJHG, Chancengleichheit, Identitätsfindung, Jugendberufshilfe, Sozialisation, Strukturprobleme, Geschlechtsreflektierende Pädagogik, Patriarchat, Erwerbsbiografie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der geschlechtsdifferenzierten Förderung von Jungen und Mädchen im Kontext der heutigen Jugendsozialarbeit.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf historischen Entwicklungen, politischen Rahmenbedingungen, strukturellen Benachteiligungen am Arbeitsmarkt und den Herausforderungen bei der Identitätsbildung von Jugendlichen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Blindheit und festgefahrene Rollenbilder die pädagogische Arbeit behindern und warum eine echte Gleichberechtigung in der Praxis noch nicht erreicht ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor führt eine Literaturanalyse durch, basierend auf Fachliteratur zum Handbuch der Jugendsozialarbeit, um die theoretische Fundierung mit den praktischen Anforderungen in der JSA zu verknüpfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Mädchensozialarbeit inklusive politischer Einflüsse sowie eine gesonderte Betrachtung der Jungensozialarbeit unter Berücksichtigung männlicher Identitätskrisen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Chancengleichheit, geschlechtsreflektierende Arbeit, Erwerbsarbeit und strukturelle Benachteiligung.

Warum spielt das SGB VIII eine so große Rolle für die Argumentation?

Der Autor nutzt das SGB VIII (KJHG) als Referenz, um den Widerspruch zwischen dem rechtlich verankerten Gleichstellungsauftrag und der realen, oft defizitären Umsetzung in der Praxis aufzuzeigen.

Welche spezifische Schlussfolgerung zieht der Autor für die Jungenarbeit?

Der Autor schlussfolgert, dass Jungenarbeit nicht nur auf die berufliche Integration reduziert werden darf, sondern eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der männlichen Geschlechtsidentität erfordert.

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Details

Title
Jungen- und Mädchenförderung in der Jugendsozialarbeit
College
University of Applied Sciences Düsseldorf
Course
Jugendsozialarbeit zwischen individueller Förderung und Arbeitsmarktorientierung, Thema: Jungen- und Mädchenförderung in der JSA
Grade
1,3
Author
Dipl.-Soz.Päd. Mario Kilian Diederichs (Author)
Publication Year
2003
Pages
17
Catalog Number
V62693
ISBN (eBook)
9783638558945
ISBN (Book)
9783638753210
Language
German
Tags
Jungen- Mädchenförderung Jugendsozialarbeit Förderung Arbeitsmarktorientierung Thema Jungen- Mädchenförderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Soz.Päd. Mario Kilian Diederichs (Author), 2003, Jungen- und Mädchenförderung in der Jugendsozialarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62693
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