Während meines einjährigen Praktikums und meiner darauffolgenden Ausbildung beim Diakonischen Werk Mönchengladbach e.V. bin ich mit vielen verschiedenen Wirkungsfeldern der Sozialarbeit und –pädagogik konfrontiert worden. Unter anderem mit Obdachlosen, Suchtkranken, Arbeitslosen, Senioren in stationärer Betreuung und auch Senioren oder anderen Bedürftigen, denen aufsuchende Hilfe in verschiedener Form zuteil wurde.
Mit dem Thema "Jungen- und Mädchenförderung in der Jugendsozialarbeit" verbinde ich einerseits das allgemeine Interesse an Informationen über ein, für mich nur dem Begriff nach bekanntes, Feld der Sozialarbeit/-pädagogik und andererseits auch das spezielle Interesse an der deutlichen Splittung eines Arbeitsgebietes. Ich setze erwartend voraus, dass es nicht nur bei der begrifflichen Trennung bleibt. Weiter erwarte ich, dass hier die Aufgaben ebenso klar definiert und die Möglichkeiten genauso zahlreich sind wie in anderen Bereichen. Jedoch befürchte ich, dass diese Aufgliederung dem Begriff nach wieder fast nur mit dem allgegenwärtigen Geschlechterkampf zu tun hat. Mit der gesellschaftlichen Unterdrückung weiblicher Bedürfnisse und der Überbewertung der männlichen (rein oberflächlichen) Urrolle/-aufgabe.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Historischer Rückblick
- Die Situation von Mädchen und jungen Frauen in der JSA
- KJHG (SGB VIII) / Neue Steuerung und Qualitätsentwicklung, aber keine Gleichberechtigung
- Politische Zusammenhänge
- Zukunftsängste
- Recht auf freie Berufswahl
- Strukturbedingte Benachteiligungsursachen
- Kinder- und Jugendhilfe
- Mädchenarbeit
- Jugendberufshilfe
- Ernstnahme der Interessen von Mädchen
- Jungensozialarbeit
- "Richtig" Mann werden
- Entstabilisierung konventioneller Identitätskonzepte
- Scheitern am Arbeitsmarkt als Scheitern an der Mannwerdung
- Chancen und Aussichten geschlechtsreflektierender Jungenarbeit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Jungen- und Mädchenförderung im Kontext der Jugendsozialarbeit. Sie beleuchtet die historische Entwicklung der Mädchensozialarbeit und analysiert die Situation von Mädchen und jungen Frauen in der Jugendhilfe. Die Arbeit untersucht die politischen Rahmenbedingungen sowie die Herausforderungen und Chancen geschlechtsreflektierender Jugendsozialarbeit, wobei der Fokus auf den Besonderheiten der Jungen- und Mädchenförderung liegt.
- Historische Entwicklung der Mädchensozialarbeit
- Die Situation von Mädchen und jungen Frauen in der Jugendhilfe
- Politische Rahmenbedingungen und Geschlechterrollen
- Herausforderungen und Chancen geschlechtsreflektierender Jugendsozialarbeit
- Besonderheiten der Jungen- und Mädchenförderung
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung stellt die Relevanz des Themas „Jungen- und Mädchenförderung in der Jugendsozialarbeit" dar und erläutert die Motivation des Autors, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Sie beleuchtet die spezifischen Herausforderungen und Chancen, die sich aus der Aufgliederung des Arbeitsgebiets nach Geschlecht ergeben.
1. Mädchensozialarbeit
1.1 Historischer Rückblick
Dieser Abschnitt beleuchtet die historische Entwicklung der Mädchensozialarbeit. Es werden verschiedene Institutionen und Organisationen vorgestellt, die sich im 19. Jahrhundert und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts um die Förderung von Mädchen und jungen Frauen kümmerten. Der Fokus liegt auf der Rolle der katholischen Kirche und den vielfältigen Aktivitäten von Mädchenvereinen und -schutzvereinen. Der Abschnitt analysiert die Rolle von traditionellen Geschlechterrollen und den Einfluss der feministischen Bewegung auf die Entwicklung der Mädchensozialarbeit.
1.2 Die Situation von Mädchen und jungen Frauen in der JSA
Dieser Abschnitt analysiert die Situation von Mädchen und jungen Frauen in der Jugendsozialarbeit. Es wird die traditionelle Orientierung auf die Rolle der Hausfrau und Mutter beleuchtet und die Entwicklung der Berufsvorbereitung und -findung für Mädchen thematisiert. Der Abschnitt zeigt die Herausforderungen auf, die sich aus den traditionellen Geschlechterrollen und der gesellschaftlichen Erwartungshaltung an Frauen ergeben.
2. Politische Zusammenhänge
Dieser Abschnitt untersucht die politischen Zusammenhänge der Jungen- und Mädchenförderung. Es werden verschiedene Themen wie Zukunftsängste, das Recht auf freie Berufswahl, strukturelle Benachteiligungsursachen und die Rolle der Kinder- und Jugendhilfe beleuchtet. Der Abschnitt beleuchtet die Bedeutung der Mädchenarbeit, der Jugendberufshilfe und die Notwendigkeit, die Interessen von Mädchen ernst zu nehmen.
3. Jungensozialarbeit
Dieser Abschnitt widmet sich der Jungensozialarbeit und analysiert die Herausforderungen und Chancen, die sich aus der geschlechtsspezifischen Betrachtung des Arbeitsfeldes ergeben. Die Auseinandersetzung mit den Themen "Richtig" Mann werden, Entstabilisierung konventioneller Identitätskonzepte und Scheitern am Arbeitsmarkt als Scheitern an der Mannwerdung bildet den Schwerpunkt dieses Abschnitts.
Schlüsselwörter
Jungen- und Mädchenförderung, Jugendsozialarbeit, Mädchensozialarbeit, geschlechtsreflektierende Jugendsozialarbeit, historische Entwicklung, politische Rahmenbedingungen, Geschlechterrollen, Herausforderungen, Chancen, Berufsvorbereitung, Arbeitsmarkt, Identitätskonzepte, traditionelle Geschlechterrollen, feministische Bewegung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel der Mädchenförderung in der Jugendsozialarbeit?
Ziel ist es, Mädchen und junge Frauen bei der freien Berufswahl zu unterstützen und strukturelle Benachteiligungen sowie traditionelle Rollenbilder zu überwinden.
Welche Rolle spielt die Jungensozialarbeit in diesem Kontext?
Jungenarbeit setzt sich kritisch mit konventionellen Identitätskonzepten des „Mann-Werdens“ auseinander, insbesondere wenn das Scheitern am Arbeitsmarkt als persönliches Versagen empfunden wird.
Warum ist eine geschlechtsreflektierende Pädagogik wichtig?
Sie verhindert, dass pädagogische Angebote unbewusst Geschlechterklischees reproduzieren, und ermöglicht eine gezielte Förderung der individuellen Bedürfnisse von Jungen und Mädchen.
Welche historischen Wurzeln hat die Mädchensozialarbeit?
Die Arbeit beleuchtet die Entwicklung im 19. Jahrhundert, in dem vor allem kirchliche Vereine und Schutzvereine die Förderung von Mädchen übernahmen.
Was bedeutet „Entstabilisierung konventioneller Identitätskonzepte“?
Es geht darum, starre Vorstellungen von Männlichkeit aufzubrechen, um Jungen neue Handlungsspielräume jenseits klassischer Rollenerwartungen zu eröffnen.
- Citar trabajo
- Dipl.-Soz.Päd. Mario Kilian Diederichs (Autor), 2003, Jungen- und Mädchenförderung in der Jugendsozialarbeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62693