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Weibliche Prostitution in der Frühen Neuzeit

Title: Weibliche Prostitution in der Frühen Neuzeit

Term Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Michael Ludwig (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die vorliegende Arbeit ist als Abschluss des Proseminars „Sex & Crime“ aus dem Wintersemester 2003/04 zu betrachten. Sie knüpft an mein Referatsthema, die Prostitution in der Frühen Neuzeit an und will einen Einblick in dieses Thema liefern. Nach einer kurzen Begriffsdefinition möchte ich zuerst die allgemeinen Lebensumstände einer Frau in der Frühen Neuzeit betrachten und in Verbindung mit dem Begriff der Ehre bringen, bevor ich mich den einzelnen Aspekten der Prostitution zuwende. Besonderes Interesse habe ich dabei auf die Betrachtung der Frauenhäuser verwendet, die stellvertretend für eine temporäre Phase des vergleichsweise liberalen Umgangs mit Prostituierten stehen. Dabei konzentriert sich die vorliegende Arbeit auf die heterosexuelle Prostitution von Frauen mit ihren verschiedenen Ausprägungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 BEGRIFFSDEFINITION

3 DAS GESELLSCHAFTLICHE UMFELD

3.1 INSTITUTION EHE

3.2 DIE FRAGE DER EHRE

4 PROSTITUTION IM 14. UND 15. JAHRHUNDERT

4.1 PROSTITUIERTE ALS GESELLSCHAFTLICHE AUßENSEITER

4.2 FORMEN DER PROSTITUTION

4.2.1 Fahrende Frauen

4.2.2 Frauenhaus

4.2.3 Weitere Formen

4.3 SOZIALER STATUS DER PROSTITUIERTEN

4.4 KLEIDERORDNUNG

4.5 ALTER, GESUNDHEIT UND KINDER

4.6 WEGE AUS DER PROSTITUTION

5 NEUE SITTLICHKEIT IM 16. JAHRHUNDERT

6 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Bedingungen, Ausprägungen und die gesellschaftliche Wahrnehmung der weiblichen Prostitution in der Frühen Neuzeit, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Wandel von einer tolerierten Praxis hin zur Kriminalisierung durch die Reformation liegt.

  • Lebensbedingungen von Frauen und die Bedeutung der Ehre im frühneuzeitlichen Kontext.
  • Unterschiedliche Formen der Prostitution, insbesondere die Rolle der Frauenhäuser.
  • Sozialer Status und rechtliche sowie moralische Einordnung der Prostituierten.
  • Der Einfluss des Protestantismus und der Wandel der Sittlichkeitsvorstellungen.
  • Vergleich von Theorie und gelebter Praxis im Umgang mit der Prostitution.

Auszug aus dem Buch

4.2.2 Frauenhaus

Wachsende Städte waren attraktive Ziele für fahrende Frauen, denn je mehr Einwohner, umso größer der Kundenkreis. Wenn es nun nicht gelingt, die Prostitution aus der Stadt zu entfernen, so entschlossen sich die Stadtoberen, ist es besser, sie an einem Platz zusammenzufassen und damit zumindest indirekt in den Blickwinkel der Obrigkeiten zu rücken. Frauenhäuser sind in der Frühen Neuzeit Bordelle im direkten oder indirekten städtischen oder landsherrlichen Besitz, eine Definition, die auf Peter Schuster zurückgeht, da er diesen Begriff niemals zur Kennzeichnung eines privaten Bordells verwendet gesehen hat. Beate Schuster bemerkt dazu, dass im 13. und 14. Jahrhundert noch jedes Haus, indem nur Frauen wohnten, als Frauenhaus bezeichnet werden konnte. Die sexuelle Konnotation hielt erst durch Namenszusätze wie „frei“ oder „öffentlich“ Eingang und entfiel bis zum Ende des 15. Jahrhunderts wieder, weil es dann nur noch „das“ Frauenhaus gab.

Generell lässt sich sagen, dass spätestens im 15. Jahrhundert jede Stadt oder größeres urbanes Zentrum ein Bordell besaß; entweder direkt als Eigner oder indirekt, indem es im Besitz eines Bürgers verblieb, die Stadt jedoch die Regeln vorgab. Vor allem kleinere Städte hatten Probleme, die Kosten durch Einnahmen zu decken. Dennoch hielten sie an der Einrichtung fest, übernahmen oftmals sogar Renovierungskosten – denn das Frauenhaus war auch ein Statussymbol und wurde beim Besuch einflussreicher Stadtgäste gerne zur Selbstdarstellung eingesetzt. Die Anzahl der Häuser hing von der Stadtgröße ab, während kleinere und mittlere Orte nur ein Frauenhaus hatten, konnte Straßburg 1496 deren 86 vorweisen. Eine Häufung, die auch im Vergleich mit ähnlichen Städten ungewöhnlich erscheint.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Arbeit erläutert ihren Entstehungskontext aus einem Proseminar und stellt die methodische Herangehensweise an das Thema der heterosexuellen Prostitution vor.

2 BEGRIFFSDEFINITION: Es wird die Problematik der Begriffsverwendung in der Frühen Neuzeit diskutiert, da der Begriff „Prostitution“ erst im 16. Jahrhundert aufkam.

3 DAS GESELLSCHAFTLICHE UMFELD: Das Kapitel beleuchtet das patriarchale System der Ehe und die zentrale Bedeutung der weiblichen Ehre als Spiegel des Ansehens ihres Ehemannes.

4 PROSTITUTION IM 14. UND 15. JAHRHUNDERT: Dieser Abschnitt beschreibt die Phase der Duldung der Prostitution als „kleineres Übel“ und analysiert verschiedene Organisationsformen wie fahrende Frauen und Frauenhäuser.

5 NEUE SITTLICHKEIT IM 16. JAHRHUNDERT: Es wird der Übergang zur Kriminalisierung durch die Reformation und der damit verbundene soziale Abstieg der Frauenhäuser analysiert.

6 FAZIT: Die Schlussbetrachtung fasst das gespaltene Verhältnis der frühneuzeitlichen Gesellschaft zwischen Pragmatismus und moralischer Ablehnung zusammen.

Schlüsselwörter

Frühe Neuzeit, Prostitution, Frauenhaus, Ehre, Sittlichkeit, Reformation, Sozialgeschichte, Dirne, Kriminalisierung, patriarchales System, Geschlechtergeschichte, Moral, Ehe, Stadtgeschichte, soziale Randgruppen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Situation weiblicher Prostituierter in der Frühen Neuzeit und zeigt auf, wie sich der gesellschaftliche Umgang mit diesem Phänomen im Laufe der Zeit wandelte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Institution der Ehe, das Verständnis von Ehre, die verschiedenen Formen der Prostitution und die Auswirkungen der neuen Sittlichkeitsvorstellungen der Reformation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, einen Einblick in die Lebensumstände von Prostituierten zu geben und aufzuzeigen, wie kirchliche und weltliche Obrigkeiten zwischen pragmatischer Duldung und moralischer Verurteilung schwankten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kultur- und sozialgeschichtliche Analyse, die auf bestehender Fachliteratur und historischen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des gesellschaftlichen Umfelds, eine detaillierte Analyse der Prostitution im 14. und 15. Jahrhundert sowie die Untersuchung der Veränderungen durch die Reformation im 16. Jahrhundert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Frühe Neuzeit, Prostitution, Frauenhaus, Ehre, Kriminalisierung und Sittlichkeit.

Warum wurden Frauenhäuser im 14. und 15. Jahrhundert toleriert?

Sie galten als „notwendiges Übel“, um den männlichen Sexualtrieb zu kanalisieren und somit ehrbare Frauen vor Übergriffen oder Vergewaltigungen zu schützen.

Welche Rolle spielte der „Wirt“ in einem Frauenhaus?

Der Wirt war Betreiber und Verwalter, der die Frauenhausordnung durchsetzte und von den Einnahmen der Prostituierten profitierte, was oft in ein Abhängigkeitsverhältnis mündete.

Warum verschwanden die Frauenhäuser im 16. Jahrhundert?

Durch die Reformation stiegen die moralischen Ansprüche, was zu einem „sittlichen Rigorismus“ führte, der die Toleranz gegenüber der Prostitution ablöste und den Rückzug des Sexuellen in die Ehe forderte.

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Details

Title
Weibliche Prostitution in der Frühen Neuzeit
College
Dresden Technical University  (Institut für Geschichte)
Course
Sex & Crime. Formen kriminalisierter Sexualität in der Frühen Neuzeit
Grade
1,5
Author
Michael Ludwig (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V62695
ISBN (eBook)
9783638558952
ISBN (Book)
9783640371884
Language
German
Tags
Weibliche Prostitution Frühen Neuzeit Crime Sexualität Frühen Neuzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Ludwig (Author), 2005, Weibliche Prostitution in der Frühen Neuzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62695
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