Als Beweggründe für die Auswahl des Themas meiner Hausarbeit, kann ich einerseits das allgemeine Interesse daran und im speziellen das persönliche Interesse an der Entwicklung des Arbeitsmarktes angeben. Denn schon nach meiner Ausbildung musste ich feststellen, dass man selbst mit einem mehr als guten Abschluss an der „zweiten Schwelle“ scheitern kann. So dass ich nun gespannt bin, ob und wenn, welche Chancen ich wohl nach dem Studium am Arbeitsmarkt haben werde bzw. im Allgemeinen, wo es in Sachen Arbeitsgesellschaft noch mit Deutschland hingeht.
Auch wenn ich subjektiv – nur durch die Presse informiert und noch nicht selbst im Extremsten damit konfrontiert – die Entwicklung des Arbeitsmarktes noch nicht als so dramatisch beurteile, ist mir einerseits bewusst, dass die aktuelle Situation dies schon ist und andererseits gehe ich fast davon aus, dass mich die Recherchen in der mir vorliegenden Literatur eines „Besseren“ belehren werden – leider.
Schon über 20 Jahre werden Lösungen für die stets größer werdenden Probleme auf dem Ausbildungsstellen- und Arbeitsmarkt gesucht. Ebenso durchdringend wird versucht handfeste Antworten auf folgende Fragen zu finden: „Ist die Arbeitsgesellschaft in der Krise? Geht der Arbeits- gesellschaft die Arbeit aus? [...] Welche Bedeutung hat Arbeit für das einzelne Individuum wie für die Gesellschaft als Ganzes? [...] Was ist mit dem Normalarbeitsverhältnis, beginnt es sich wirklich aufzulösen und wenn ja, wohin und wie sieht dann die Arbeit der Zukunft aus?“2 Die Frage nach der „Zukunft der Arbeitsgesellschaft“3 tangiert nicht nur die größte Zahl der Lebensbereiche, sondern auch für die Jugendberufshilfe und –sozialarbeit lassen sich aus den jeweiligen Antworten, auf die oben gestellten Fragen, unterschiedliche Konsequenzen ziehen. Denn schon „die Geschichte der Jugendsozialarbeit zeigt, dass die Entwicklung des Ausbildungsstellen- und Arbeitsmarktes [...] wesentlicher Ausgangspunkt für die Entwicklung von Hilfeleistungen der Jugendberufs- hilfe [war und ist].“4
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Zukunft der Arbeitsgesellschaft
1.1. Jugendarbeitslosigkeit
1.1.1 Das Normalarbeitsverhältnis
1.1.2 Entwicklung der Ansprüche an Qualifikation
2.1. Entwicklungstrends
2.1.1 Fakten und Zahlen
2.1.2 Die generelle Kritik
3. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes
Schlusskommentar
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit analysiert die kritische Lage auf dem Ausbildungsstellen- und Arbeitsmarkt in Deutschland im Wintersemester 2004/05 und untersucht die Zukunftsfähigkeit der Arbeitsgesellschaft sowie die Auswirkungen auf die Jugendsozialarbeit.
- Die Krise des Normalarbeitsverhältnisses und der Wandel zu flexibleren Erwerbsformen.
- Die steigenden Qualifikationsanforderungen und deren Konsequenzen für Jugendliche.
- Die dramatische Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt und die Zunahme der Lehrstellenlücke.
- Einfluss demographischer Veränderungen auf die Arbeitsmarktlage und das Erwerbspersonenpotenzial.
- Die Bedeutung von Bildung und Ausbildung als notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für den Berufseinstieg.
Auszug aus dem Buch
1. Zukunft der Arbeitsgesellschaft
Schon über 20 Jahre werden Lösungen für die stets größer werdenden Probleme auf dem Ausbildungsstellen- und Arbeitsmarkt gesucht. Ebenso durchdringend wird versucht handfeste Antworten auf folgende Fragen zu finden: „Ist die Arbeitsgesellschaft in der Krise? Geht der Arbeits- gesellschaft die Arbeit aus? [...] Welche Bedeutung hat Arbeit für das einzelne Individuum wie für die Gesellschaft als Ganzes? [...] Was ist mit dem Normalarbeitsverhältnis, beginnt es sich wirklich aufzulösen und wenn ja, wohin und wie sieht dann die Arbeit der Zukunft aus?“
Die Frage nach der „Zukunft der Arbeitsgesellschaft“ tangiert nicht nur die größte Zahl der Lebensbereiche, sondern auch für die Jugendberufshilfe und –sozialarbeit lassen sich aus den jeweiligen Antworten, auf die oben gestellten Fragen, unterschiedliche Konsequenzen ziehen. Denn schon „die Geschichte der Jugendsozialarbeit zeigt, dass die Entwicklung des Ausbildungsstellen- und Arbeitsmarktes [...] wesentlicher Ausgangspunkt für die Entwicklung von Hilfeleistungen der Jugendberufs hilfe [war und ist].“
Die unterschiedlichsten Sichtweisen über die Arbeit(sgesellschaft) der Zukunft sind zu finden. Zum Beispiel ist einerseits die Rede vom Ende der Unterjochung durch die Erwerbsarbeit und andererseits wird die Indenti- fikation mit und die Sinnstiftung durch die Erwerbsarbeit hochgepriesen. Einigkeit besteht aber auch heute noch über die Tatsache, dass „Arbeit [...] noch immer eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen Wertesystem [spielt].“ Wer keine Arbeit hat verliert nicht nur den Zugang zu materiellen Werten, sondern auch zu psychosozialen Ebenen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Der Autor erläutert seine persönliche und fachliche Motivation, sich mit der Entwicklung des Arbeitsmarktes auseinanderzusetzen, und reflektiert seine Erwartung an die Recherche.
1. Zukunft der Arbeitsgesellschaft: Dieses Kapitel thematisiert die Krise der Arbeitsgesellschaft, die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses und die steigenden Qualifikationsanforderungen.
1.1. Jugendarbeitslosigkeit: Hier wird die prekäre Lage Jugendlicher auf dem Arbeitsmarkt beleuchtet, insbesondere die Problematik des Übergangs von der Schule in den Beruf.
1.1.1 Das Normalarbeitsverhältnis: Es wird die Auflösung traditioneller Erwerbsbiografien zugunsten von Patchwork-Karrieren und flexiblen Arbeitsformen diskutiert.
1.1.2 Entwicklung der Ansprüche an Qualifikation: Dieses Kapitel behandelt die zunehmende Abwertung ungelernter Arbeit und die daraus resultierenden negativen Zukunftsaussichten für Geringqualifizierte.
2.1. Entwicklungstrends: Hier werden Tendenzen auf dem Ausbildungsstellenmarkt analysiert, die von einer sinkenden Ausbildungsbereitschaft der Betriebe und schwindenden Plätzen geprägt sind.
2.1.1 Fakten und Zahlen: Eine datengestützte Analyse der Ausbildungsplatzbilanz verdeutlicht den Rückgang abgeschlossener Verträge und die Verschiebung der Ausbildungschancen.
2.1.2 Die generelle Kritik: Dieses Kapitel setzt sich mit der Kritik der Wirtschaft an der vermeintlich mangelnden Ausbildungsreife der Schulabgänger auseinander.
3. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes: Der Autor erörtert den Zusammenhang zwischen demographischem Wandel, dem Erwerbspersonenpotenzial und dem tatsächlichen Arbeitskräftebedarf.
Schlusskommentar: Der Autor zieht ein ernüchterndes Fazit zur Rekordlücke an Ausbildungsplätzen und bestätigt seine These zur Krise der Arbeitsgesellschaft.
Schlüsselwörter
Arbeitsgesellschaft, Jugendarbeitslosigkeit, Normalarbeitsverhältnis, Ausbildungsstellenmarkt, Berufsausbildung, Qualifikationsanforderungen, Patchwork-Karrieren, Erwerbsbiografie, Arbeitskräftebedarf, demographischer Wandel, Jugendsozialarbeit, Lehrstellenlücke, Erwerbstätigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung des Ausbildungsstellen- und Arbeitsmarktes in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Folgen für Jugendliche und die Struktur der Arbeitsgesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Krise der Erwerbsarbeit, die Veränderungen im dualen Ausbildungssystem sowie die sozioökonomischen Auswirkungen auf die Jugendsozialarbeit.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Analyse der gegenwärtigen Situation auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, um zu klären, inwieweit sich das Normalarbeitsverhältnis tatsächlich auflöst und welche Herausforderungen dies für die Zukunft bedeutet.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung aktueller statistischer Daten (z.B. Berufsbildungsbericht 2004 und Berichte der Bundesagentur für Arbeit).
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses, die steigende Lehrstellenlücke, regionale Unterschiede bei Ausbildungsplätzen und die Auswirkungen demographischer Entwicklungen auf den Arbeitsmarkt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Jugendarbeitslosigkeit, Normalarbeitsverhältnis, Ausbildungsreife, Patchwork-Karrieren und demographischer Wandel.
Wie steht der Autor zur Kritik der Wirtschaft bezüglich der "Ausbildungsreife"?
Der Autor schließt sich der BAG JAW an und widerspricht der Forderung nach „weniger komplexen Berufen“, da dies keine langfristige Lösung für die Sicherung der Erwerbsfähigkeit darstellt.
Welche Rolle spielt die Ausbildung nach dem Verständnis des Autors für die Zukunft?
Obwohl der Autor die Krise des Systems erkennt, sieht er in der dualen Berufsausbildung nach wie vor einen verlässlichen Weg in die erste qualifizierte Berufstätigkeit, warnt aber vor einer zunehmenden Spaltung der Erwerbsgesellschaft.
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- Dipl.-Soz.Päd. Mario Kilian Diederichs (Author), 2004, Die Entwicklung auf dem Ausbildungsstellen- und Arbeitsmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62698