Bereits in der Schulzeit habe ich das Fach Philosophie sehr geschätzt, insbesondere Fromm. So ist es nicht überraschend, dass ich im Rahmen meines Studiums nun auch im Hauptstudium das Fachgebiet Sozialphilosophie als (Haupt-)Wahlpflichtfach belegt habe.
Ich sehe es als meine Grundaufgabe an, das Gelesene für diejenigen darzustellen, die die Literatur nicht vorliegen hatten. Ich versuche dies weitestgehend mit meinen eigenen Worten zu leisten, ansonsten werde ich Zitate oder zu vergleichende Textstellen auch als solche kenntlich machen. Im Folgenden werde ich, bevor ich zum eigentlichen Thema dieser Hausarbeit übergehe, eine Biografie zu Horkheimer voranstellen, da ich der Meinung bin, dass es für die evtl. Leser meiner Hausarbeit von Wichtigkeit sein kann zu erfahren, wer der Autor des Buches „Zur Kritik der instrumentellen Vernunft“ war und wo er in der Sozialphilosophie noch heute einzuordnen ist.
Die mir vorliegende Literatur befasst sich mit dem Thema Vernunft im Allgemeinen und insbesondere mit der Kritik an der Vernunft, die u.a. nur als Mittel zum Zweck dient. Wie z.B. in der beschreibenden Antwort eines, so Horkheimer, Durchschnittsmenschen auf die Frage, was Vernunft sei: „... vernünftige Dinge [sind] offensichtlich nützliche Dinge und [...] jeder vernünftige Mensch [soll] imstande sein zu entscheiden, was ihm nützt.“1
Laut Horkheimer stand der Begriff Vernunft lange Zeit für: „Ewige Ideen, die dem Menschen als Ziele gelten sollen [und jene] zu vernehmen, in sich aufzunehmen.“2 Heutzutage ist es ihr eigentliches Wesen, „für jeweils vorgegebene Ziele die Mittel zu finden...“3
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Horkheimers Vita
2. Zum Aufstieg und Niedergang des Individuums
3. Zeitliche Lokalisierungen des Begriffs vom Individuum
4. Vernunft als Instanz & eine Ergänzung zur formalistischen Vernunft
Schlusskommentar
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Max Horkheimers Analyse zur „Kritik der instrumentellen Vernunft“ auseinander, wobei der Fokus insbesondere auf der Dialektik zwischen Aufstieg und Niedergang des Individuums innerhalb einer durch Zweckrationalität geprägten Gesellschaft liegt.
- Biografische Einordnung von Max Horkheimer
- Analyse des Begriffs der instrumentellen Vernunft
- Entwicklung des Individuums im historischen Kontext
- Kritik an der Verdinglichung in der modernen Gesellschaft
- Verhältnis zwischen Selbsterhaltung und Individualität
Auszug aus dem Buch
3. Zeitliche Lokalisierungen des Begriffs vom Individuum
„Das Modell des aufsteigenden Individuums ist der griechische Held.“21 Der Held emanzipiert sich von seinem Stamm, so wie sich das Individuum von der Gesellschaft abgrenzt. „Der Begriff des Heldentums ist [jedoch] untrennbar von dem des Opfers.“22 Denn der tragische Held entspringt der Quelle des Antagonismus zwischen dem Stamm und seinen Mitgliedern, hier wird das Individuum fortwährend unterlegen sein. Die Heldentaten dienen allein der Rache für ein Verbrechen und sind nicht durch z.B. Boshaftigkeit begründet. Das Heldenleben ist weniger eine Bekundung der Individualität als ein Prolog „... zu ihrer Geburt [...] durch die Vermählung von Selbsterhaltung und Selbstopfer.“23 Individualität und Entscheidungskraft lässt sich nur bei Odysseus finden, „... und er ist zu verschlagen, um wahrhaft heroisch zu erscheinen.“24
Die Fähigkeiten eines Individuums stehen stets in Zusammenhang mit der Entwicklung der städtischen Gesellschaft. Das Individuum schlechthin ist der Bewohner einer Stadt. Der Konflikt zwischen der Individualität und ihren wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Daseinskonditionen, ist ein essentielles Element der Individualität selbst.
Platon machte den ersten Schritt in die Richtung einer „... Philosophie der Individualität im Einklang mit den Idealen der Polis [altgriech., Stadtstaat] ... Sein Staat sieht im Interesse des Gemeinwesens ein Gleichgewicht zwischen individueller Freiheit und Gruppenkontrolle vor.“25 Die postsokratischen Philosophien der Resignation hingegen beinhalten zu oberst die Autarkie26, die bedeutet, dass man nichts begehrt. Jene Apathie27 ermöglichte die Abnabelung des Individuums von der Kommune.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Der Autor erläutert seine Motivation für die Wahl des Themas Sozialphilosophie und gibt einen ersten Überblick über Horkheimers Verständnis von Vernunft als reines Mittel zum Zweck.
1. Horkheimers Vita: Dieser Abschnitt bietet einen chronologischen Abriss der wichtigsten Lebensstationen und Werke von Max Horkheimer von seiner Geburt bis zu seinem Tod.
2. Zum Aufstieg und Niedergang des Individuums: Hier wird die Krise des Individuums analysiert, das im Zuge der instrumentellen Vernunft seine Identität verliert und zugunsten der Selbsterhaltung in einer Massengesellschaft aufgeht.
3. Zeitliche Lokalisierungen des Begriffs vom Individuum: Der Autor untersucht die historische Entwicklung des Individuums von der griechischen Antike über das Christentum bis hin zum bürgerlichen Liberalismus und dem industriellen Zeitalter.
4. Vernunft als Instanz & eine Ergänzung zur formalistischen Vernunft: Dieses Kapitel thematisiert die Rolle der Vernunft als kalkulierendes Denken und beleuchtet die problematische Verbindung von formalistischer Vernunft, Moral und Neutralität.
Schlusskommentar: Der Verfasser reflektiert seine eigene Auseinandersetzung mit der Literatur und ordnet Horkheimers Thesen kritisch in seine eigene Sichtweise ein, insbesondere in Bezug auf die Rettung der individuellen Identität.
Schlüsselwörter
Sozialphilosophie, Kritische Theorie, Horkheimer, instrumentelle Vernunft, Individuum, Selbsterhaltung, Massengesellschaft, Aufklärung, Verdinglichung, Identität, Zweckrationalität, Liberalismus, Sozialforschung, Macht, Individualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der sozialphilosophischen Analyse von Max Horkheimers Werk „Zur Kritik der instrumentellen Vernunft“ und beleuchtet dabei den Wandel und die Gefährdung des Individuums in der modernen Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Verständnis von Vernunft, der Wandel des Individuums, die Rolle der Selbsterhaltung und die Auswirkungen der gesellschaftlichen Modernisierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Horkheimers komplexes Werk für Leser verständlich aufzubereiten und seine Thesen zum Niedergang des Individuums durch die Instrumentalisierung der Vernunft zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Analyse und vergleichende Textinterpretation, um die Konzepte Horkheimers sowie ergänzende Ansätze zur Vernunftkritik darzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Einleitung, eine Untersuchung des Individuumsbegriffs sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Verdinglichung und der formalistischen Vernunft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sozialphilosophie, instrumentelle Vernunft, Identität, Selbsterhaltung und Verdinglichung.
Wie definiert der Autor das „Modell des aufsteigenden Individuums“?
Der Autor greift auf Horkheimers These zurück, dass das Modell des aufsteigenden Individuums im griechischen Helden liegt, der sich aus seinem Stamm emanzipiert.
Welchen Kompromiss sieht der Autor im Schlusskommentar?
Der Autor argumentiert, dass das moderne Individuum einen notwendigen Kompromiss zwischen seiner eigenen Identität und den Anforderungen der Massengesellschaft finden muss, um zu überleben.
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- Dipl.-Soz.Päd. Mario Kilian Diederichs (Author), 2005, Zur Kritik der instrumentellen Vernunft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62701