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Bedingungsloses Grundeinkommen - Chancen und Risiken für den deutschen Arbeitsmarkt

Title: Bedingungsloses Grundeinkommen - Chancen und Risiken für den deutschen Arbeitsmarkt

Bachelor Thesis , 2006 , 43 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christian Kerwel (Author)

Business economics - Economic Policy
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Summary Excerpt Details

Das Ziel der effektiven Bekämpfung von Armut und Arbeitslosigkeit beschäftigt seit Jahrzehnten Wissenschaftler, Politiker und Verbände. Zahlreiche Konzepte und Reformen wurden weltweit durchgeführt - bislang ohne den gewünschten Erfolg. Seit Jahren wächst in Deutschland trotz steigender Produktivität die Arbeitslosigkeit. Mit dem Grundeinkommen wollen seine Befürworter den Herausforderungen der Arbeitslosigkeit und Armut gerecht werden. Das Urteil der Kritiker fällt unterschiedlich aus: naiv, gefährlich und wirtschaftlich schädlich. Trotzdem wird die Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen seit Jahrzehnten geführt und heute mehr denn je in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Bereits in den 1960er Jahren wurden unter anderem durch die Unterstützung von Milton Friedman in den USA einige Gesetzesvorlagen dem Kongress zur Abstimmung vorgelegt. Weltweit haben sich Wissenschaftler, Politiker und Verbände für die Einführung eines Grundeinkommens eingesetzt. Vereinfacht ausgedrückt steht der Begriff Grundeinkommen für die Idee einer garantierten Zahlung des Staates an seine Bürger, die weder an Bedingungen geknüpft ist, noch Kontrollen der Bedürftigkeit unterliegt. Gleichzeitig legen die meisten Konzepte eine umfassende Reform und Vereinfachung der bestehenden Sozialsysteme zugrunde. Indessen unterscheiden sich die entwickelten Ansätze hinsichtlich der Höhe der Zahlung, des Finanzierungsansatzes und der jeweiligen Zielvorstellungen. Dabei bricht die Abkopplung des Lohns von der Erwerbsarbeit mit sämtlichen gewachsenen Denkmustern, Wertevorstellungen und nicht zuletzt dem biblischen Ausspruch „wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“. Tatsache ist aber auch, dass durch die seit Jahrzehnten wachsende Arbeitslosigkeit immer mehr Menschen schon heute von der Erwerbsarbeit abgekoppelt sind. In der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens sehen die Befürworter die Lösung der akuten wirtschafts- und armutspolitischen Probleme. Es wird als konsequente Re-form und Anpassung der bisherigen sozialen Sicherungssyteme an die sich wandelnde Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft verstanden. Da die Diskussion um ein Grundeinkommen weltweit geführt wird, liegen unterschiedlichste Vorschläge zur Ausgestaltung vor. So werden Grundeinkommenskonzepte auch als Negative Einkommensteuer, Bürgergeld und Sozialdividende bezeichnet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens

2.1 Die Vordenker eines bedingungslosen Grundeinkommens

2.2 Probleme der Begriffsabgrenzung

2.3 Vorschläge zur Ausgestaltung eines Grundeinkommens in Deutschland

2.3.1 Diskussionspapier von Bündnis 90/Die Grünen

2.3.2 Vorschlag der FDP zu einem liberalen Bürgergeld

2.3.3 Entwurf des Netzwerk Grundeinkommens

2.4 Ansätze zur Festlegung der Grundeinkommenshöhe

3 Finanzierungsmodelle des Grundeinkommens

3.1.1 Das Transfergrenzen-Modell der Universität Ulm

3.1.2 Vorschlag des Netzwerk Grundeinkommens

3.2 Grundeinkommen – ein Feldversuch

3.2.1 Der Alaska Permanent Fund

3.2.2 Das Experiment des Office of Economic Opportunity

4 Potentielle Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt

4.1 Angebotseffekt

4.2 Nachfrageeffekt

4.3 Existenzgründungen

4.4 Grundeinkommen als Mindestlohn?

5 Gegenüberstellung von Grundeinkommen und ökonomischen Theorien

5.1 Unterschiedliche Formen der Arbeitslosigkeit

5.2 Heterogenes versus homogenes Arbeitsangebot

5.3 Mikroökonomische Betrachtung des Arbeitsangebotes

5.4 Makroökonomischer Erklärungsansatz

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die möglichen Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens auf den deutschen Arbeitsmarkt. Ziel ist es, durch die Analyse ausgewählter Konzepte und deren theoretische Überprüfung auf Kongruenz mit mikro- und makroökonomischen Modellen ein differenziertes Bild der Chancen und Risiken dieses Modells zu zeichnen, wobei insbesondere die Problematik der Finanzierung und die Anreizwirkungen auf das Arbeitsangebot im Fokus stehen.

  • Konzeptuelle Grundlagen und Vordenker des Grundeinkommens
  • Vergleich verschiedener Finanzierungsmodelle und Ausgestaltungsansätze
  • Empirische Einblicke durch internationale Feldversuche wie den Alaska Permanent Fund
  • Analyse der Auswirkungen auf Arbeitsangebot, Nachfrage und Existenzgründungen
  • Theoretische Einordnung mittels neoklassischer und keynesianischer Modelle

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Der Alaska Permanent Fund

Im Jahr 1982 wurde im US-Bundesstaat Alaska der Alaska Permanent Fund eingeführt. Dieser Fonds wurde gegründet, um die gesamte Bevölkerung Alaskas an den Gewinnen aus der Erdölförderung zu beteiligen. Die Steuereinnahmen des Staates wuchsen aufgrund der steigenden Fördermenge kontinuierlich an und versetzten die Regierung in die Lage, umfangreiche Investitionsprogramme zu finanzieren. Im Jahr 1982 konnte der Bundesstaat Alaska mit damals 88.500 USD die höchsten Pro-Kopf-Ausgaben in den gesamten USA verzeichnen. Um die Einwohner Alaskas auch direkt an den stetig steigenden Einnahmen zu beteiligen, wurde der Alaska Permanent Fund eingerichtet. Seitdem erhält jeder dauerhaft in Alaska wohnende Bürger jährlich im Herbst einen Scheck von der Fondsverwaltung. Die Höhe des Schecks ist direkt an die Entwicklung der Dividende aus der Erdölförderung gekoppelt und über die gesamte Bevölkerung hinweg identisch.

Bereits bei den Auszahlungsmodalitäten zeichnet sich eine gewisse Ähnlichkeit zu bestehenden entwickelten Grundeinkommenskonzepten ab. So ist die Dividendenzahlung in Alaska an keine weiteren Bedingungen geknüpft. Es gibt keine individuelle Bedürftigkeitsprüfung und keine Auflagen über die Verwendung des Geldes. Voraussetzung ist lediglich der permanente Wohnsitz in Alaska. Die Gründe, die zur Implementierung beigetragen haben, sind sehr vielfältig. Wie bereits erwähnt werden die Einwohner an den Gewinnen aus der Erölförderung beteiligt. Darüber hinaus wurde aber auch mit Multiplikatoreffekten durch steigenden Konsum und eine stabilisierende Wirkung auf den Arbeitsmarkt gerechnet. Als bedeutender Punkt ist noch zu erwähnen, dass es die damalige Regierung selbst war, die sich von der Bevölkerung Alaskas eine effizientere Allokation der finanziellen Mittel erwartete. Auch bei den Gründen für die Einführung des Fonds lässt sich ein Aspekt erkennen, der Übereinstimmungen mit der Grundeinkommensdiskussion aufweist. Der Alaska Permanent Fund ermöglicht eine teilweise Umsetzung der gesellschaftlichen Teilhabe. Die Erdölvorkommen sollten als Allgemeingut verstanden werden und um dies zu signalisieren, werden die Bewohner Alaskas über die jährliche Dividende an den Gewinnen aus dem Allgemeingut beteiligt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Armuts- und Arbeitslosigkeitsproblematik und führt in die Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen als möglichen Lösungsansatz ein.

2 Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens: Dieses Kapitel betrachtet die historischen Vordenker und analysiert die Begriffsabgrenzung sowie aktuelle politische Entwürfe von Bündnis 90/Die Grünen, FDP und dem Netzwerk Grundeinkommen.

3 Finanzierungsmodelle des Grundeinkommens: Hier werden verschiedene Ansätze zur Finanzierung diskutiert, inklusive konkreter Rechenmodelle und einer Betrachtung internationaler Feldversuche wie dem Alaska Permanent Fund.

4 Potentielle Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt: Das Kapitel untersucht erwartete Effekte des Grundeinkommens, speziell den Angebots- und Nachfrageeffekt, Auswirkungen auf Existenzgründungen sowie die Frage einer Mindestlohnwirkung.

5 Gegenüberstellung von Grundeinkommen und ökonomischen Theorien: Eine theoretische Überprüfung erfolgt hier mittels mikroökonomischer Analyse des Arbeitsangebots und makroökonomischer Erklärungsansätze zur Beschäftigung.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit weiterer Forschung aufgrund der Modellspezifischen Risiken und mangelnder empirischer Daten.

Schlüsselwörter

Bedingungsloses Grundeinkommen, Arbeitsmarkt, Negative Einkommensteuer, Bürgergeld, Finanzierungsmodelle, Alaska Permanent Fund, Arbeitsangebot, Nachfrageeffekt, Existenzgründungen, Mindestlohn, Neoklassik, Keynesianismus, Soziale Sicherung, Umverteilung, Arbeitslosigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens und analysiert dessen potenzielle Chancen und Risiken für den deutschen Arbeitsmarkt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition des Grundeinkommens, verschiedene Finanzierungs- und Ausgestaltungsmodelle, internationale Erfahrungen sowie die mikro- und makroökonomischen Effekte auf den Arbeitsmarkt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Auswirkungen eines Grundeinkommens auf den Arbeitsmarkt theoretisch zu analysieren und zu prüfen, ob die erwarteten Effekte mit ökonomischen Theorien vereinbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse von Konzeptentwürfen, wertet existierende empirische Feldversuche aus und führt eine theoretische Überprüfung mittels mikro- und makroökonomischer Modelle durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung politischer Konzepte, die Diskussion von Finanzierungsmodellen, die Darstellung von Feldversuchen sowie die ökonomische Analyse von Arbeitsmarkt- und Nachfrageeffekten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Grundeinkommen, Arbeitsangebot, negative Einkommensteuer, Finanzierbarkeit, Nachfrageeffekte und ökonomische Modellbildung.

Wie unterscheidet sich das Modell der FDP von dem des Netzwerks Grundeinkommen?

Das FDP-Modell (Bürgergeld) basiert auf einer negativen Einkommensteuer mit Bedürftigkeitsprüfung und Arbeitsanreizen, während das Netzwerk Grundeinkommen Konzepte ohne Bedürftigkeitsprüfung und Arbeitszwang präferiert.

Welche Rolle spielt der Alaska Permanent Fund in der Arbeit?

Er dient als praktisches Beispiel für ein grundeinkommensähnliches Modell, um die Auswirkungen einer regelmäßigen Dividendenzahlung auf Konsum und Arbeitsmarkt zu illustrieren, auch wenn er nicht direkt auf Deutschland übertragbar ist.

Zu welchem Ergebnis kommt die Arbeit in Bezug auf die Mindestlohnwirkung?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Effekt einer Mindestlohnwirkung nicht eindeutig festgestellt werden kann, da er stark von den konkreten Ausgestaltungen und flankierenden Arbeitsmarktreformen abhängt.

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Details

Title
Bedingungsloses Grundeinkommen - Chancen und Risiken für den deutschen Arbeitsmarkt
College
University of Göttingen  (Volkswirtschaftliches Seminar)
Grade
1,3
Author
Christian Kerwel (Author)
Publication Year
2006
Pages
43
Catalog Number
V62726
ISBN (eBook)
9783638559201
ISBN (Book)
9783656796909
Language
German
Tags
Bedingungsloses Grundeinkommen Chancen Risiken Arbeitsmarkt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Kerwel (Author), 2006, Bedingungsloses Grundeinkommen - Chancen und Risiken für den deutschen Arbeitsmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62726
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