Heute ist es keine Seltenheit, dass Kinder unter Haltungsschwächen, motorischen Auffälligkeiten, Übergewicht und / oder einem schwachen Herz-Kreislauf-System leiden. Der Sportunterricht hat die Bestimmung, diesen Entwicklungstendenzen entgegen zu wirken. Bewegung, Spiel und Sport sind für die Gesundheit des Menschen wertvoll, wenn nicht unverzichtbar.2 Bewegung, Spiel und Sport sind Schlagworte, die man mit Kindern in Verbindung bringt. Wer an Kinder denkt, der stellt sich Wesen vor, die in permanenter Bewegung sind, die laufen, spielen, klettern, springen oder balancieren. Allerdings stellt sich die Frage, weswegen Kinder bereits im Grundschulalter motorische Defizite aufweisen und wie man diesen Defiziten entgegenwirken kann? Diese Frage beschäftigt mich seit geraumer Zeit, denn im Rahmen meiner Übungsleitertätigkeit im Bereich Kinder- und Jugendturnen habe ich bereits viele Kinder erlebt, die motorische Schwächen zeigen. Daher habe ich mich schon seit längerem mit dem Problem von Bewegungsschwächen bei Kindern auseinander gesetzt. In der Schule deckten sich einige Beobachtungen mit den Erfahrungen im Turnverein. Auf diese Weise habe ich viele Erkenntnisse und Eindrücke gesammelt, die mitunter ausschlaggebend für die Auswahl der Thematik dieser Arbeit sind.
Die Beweglichkeit beeinflusst nicht nur die psychische, emotionale und geistige Befindlichkeit von Kindern, sondern hat auch Auswirkungen auf ihre soziale Entwicklung. Aus diesem Grund ist es mir ein Anliegen, Kinder zum Sport zu motivieren, um dementsprechend ihre Gesundheit, ihr Durchsetzungsvermögen und ihr Selbstwertgefühl zu stärken.
Ausgangspunkt der Arbeit ist ein Sportprogramm zur Verbesserung der Koordination von bewegungsbeeinträchtigten Kindern im ersten Schuljahr. Dieses Sportprogramm wurde in Anlehnung an den Sportförderunterricht beziehungsweise an das Schulsonderturnen konzipiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Einleitung
3. Bewegung
3.1 Zum Begriff Beweglichkeit
3.2 Bedeutungen der Beweglichkeit für die soziale Entwicklung
3.3 Bedeutungen der Beweglichkeit für die Persönlichkeitsentwicklung
3.4. Begriffsdefinition: Bewegungsschwächen bei Kindern
3.5 Ursachen und Folgen von Bewegungsschwächen
4. Die Motorik
4.1 Begriffsdefinition: Motorik
4.2 Motorisches Lernen
4.3 Motorische Fähigkeiten
5. Koordination
5.1 Begriffsbestimmung: Koordination
5.2 Die Entwicklung der Koordination
5.3 Die Entwicklung der Grobkoordination
5.4 Die Entwicklung der Feinkoordination
5.5 Koordinative Fähigkeiten
5.6 Klassifizierungen koordinativer Fähigkeiten
5.6.1 Kinästhetische Differenzierungsfähigkeit
5.6.2 Räumliche Orientierungsfähigkeit
5.6.3 Reaktionsfähigkeit
5.6.4 Rhythmusfähigkeit
5.6.5 Gleichgewichtsfähigkeit
5.7 Symptome und Ursachen von Koordinationsschwächen
5.8 Trainierbarkeit der koordinativen Fähigkeiten
6. Bedingungsfeld
6.1 Bedingungsfeldanalysen der Grundschule
6.2 Räumlichkeiten der Sporthalle
6.3 Vorstellungen der Fördergruppe
7. Das Sportprogramm
7.1 Planung und Durchführung
7.2 Allgemeine Rahmenbedingungen
7.3 Planungen der Unterrichtsstunden
7.4 Methodisch-didaktische Vorüberlegungen
7.5 Zielsetzung der Unterrichtsstunden
7.6 Didaktisches Konzept
7.7 Beobachtung zur Teilnehmerauswahl
7.8 Testverfahren
7.9 Schülerbeschreibungen
8. Schriftliche Darstellungen
8.1 Aufbau der schriftlichen Darstellung
8.2 Aufbau einer Unterrichtsstunde
8.2.1 Begrüßungs- und Einstiegsphase
8.2.2 Erwärmungsphase
8.2.3 Erarbeitungsphase
8.2.4 Reflektionsphase
9. Unterrichtsstunde Nr.1 ‚Rollbrettführerschein’
9.1 Relevanz für die Schüler
9.2 Fachrelevanz
9.3 Sachanalyse
9.4. Groblernziel der Stunde
9.5 Feinlernziele
9.6 Nachbetrachtung
10. Unterrichtsstunde Nr. 2 ‚Wir machen eine Weltreise’
10.1 Relevanz für die Schüler
10.2 Sachanalyse
10.3 Groblernziel der Stunde
10.4 Feinlernziele
10.5 Nachbetrachtung
11. Unterrichtsstunde Nr. 3 ‚Dschungelreise’
11.1. Relevanz für die Schüler
11.2 Sachanalyse
11.3 Groblernziel der Stunde
11.4 Feinlernziele
11.5 Nachbetrachtung
12. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende pädagogische Arbeit zielt darauf ab, motorische Defizite und Bewegungskoordinationsstörungen bei Kindern im ersten Schuljahr frühzeitig zu erkennen und durch ein speziell konzipiertes Sportprogramm gezielt zu fördern.
- Theoretische Grundlagen zu Bewegung, Motorik und Koordination bei Kindern.
- Diagnose motorischer Auffälligkeiten mittels eines selbsterstellten Testverfahrens.
- Planung und Durchführung von exemplarischen Sport-Förderstunden.
- Ganzheitliche Förderung der Persönlichkeitsentwicklung durch Sport und Spiel.
- Reflexion der pädagogischen Ansätze und der Leistungsentwicklung der Schüler.
Auszug aus dem Buch
3.4 Begriffsdefinition: Bewegungsschwächen bei Kindern
Jede Bewegungsausführung lässt sich grundlegend in normal oder auffällig unterscheiden. Bewegungsauffälligkeiten zeigen sich im Mangel, in der Schwäche oder in einem Schaden. Bewegungsmängel sind im obligatorischen Sportunterricht durch geeignete Maßnahmen auszugleichen. Unter Bewegungsschwächen werden funktionelle Beeinträchtigungen gezählt, die nicht mehr durch gezielte Hilfestellung im obligatorischen Sportunterricht nach kurzer Zeit ausgeglichen werden können. Hier muss eine gezielte und langfristige Bewegungsförderung durch ein zusätzliches Sportprogramm (Sportförderunterricht) ausgearbeitet werden.
Oft sind mehrere Verhaltensweisen zu beobachten: Wahrnehmungsschwächen, geringes Bewegungsrepertoire, geringe Bewegungserfahrungen, koordinative und konditionelle Schwächen, ängstliches Verhalten, Überaktivität und Probleme im Umgang miteinander.
Bewegungsschäden sind deutliche strukturelle Bewegungsbeeinträchtigungen, die eine medizinisch- therapeutische Betreuung benötigen. Im weiteren Verlauf möchte ich mich zu dem Begriff Bewegungsschwäche näher äußern, da das vorliegende Sportprogramm vorwiegend auf Kinder, die diese Schwächen aufzeigen, abgestimmt ist. Als motorische Leistungsschwächen können unter anderem Koordinationsschwächen, Gleichgewichtsschwächen, schwacher Muskeltonus, schwache Sprungkraft, geringe Reaktionsschnelligkeit und geringe Ausdauer bezeichnet werden. Diese Schwächen entstehen hauptsächlich durch mangelnde Bewegung. Weitere Defizite, die durch zu wenig Bewegung entstehen, sind unter anderem Haltungsschwächen, ein leistungsschwaches Herz- Kreislauf-Atmungssystem und Übergewicht.
Zusammenfassung der Kapitel
Bewegung: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung von Beweglichkeit für die soziale Entwicklung und Persönlichkeitsreifung und definiert den Begriff Bewegungsschwäche bei Kindern.
Die Motorik: Hier werden Grundlagen der Motorik, motorisches Lernen und die verschiedenen motorischen Fähigkeiten erörtert, die die Basis für sportliche Betätigung bilden.
Koordination: Dieses umfangreiche Kapitel widmet sich der Definition, Entwicklung und Klassifizierung koordinativer Fähigkeiten und beleuchtet deren Trainierbarkeit.
Bedingungsfeld: Hier erfolgt eine Analyse der schulischen Rahmenbedingungen und eine Vorstellung der Fördergruppe, die für das Sportprogramm relevant sind.
Das Sportprogramm: Dieses Kapitel beschreibt Planung, methodisch-didaktische Vorüberlegungen, Testverfahren zur Diagnose und die konkrete didaktische Ausrichtung des Sportprogramms.
Schriftliche Darstellungen: Erläutert den Aufbau und die Struktur der in der Arbeit vorgestellten exemplarischen Unterrichtsstunden.
Unterrichtsstunde Nr.1 ‚Rollbrettführerschein’: Dokumentation der ersten Unterrichtsstunde mit Relevanzanalyse, Sachanalyse und Lernzielen sowie einer anschließenden Nachbetrachtung.
Unterrichtsstunde Nr. 2 ‚Wir machen eine Weltreise’: Darstellung der zweiten Unterrichtsstunde inklusive pädagogischer Einordnung und Reflexion.
Unterrichtsstunde Nr. 3 ‚Dschungelreise’: Detailbeschreibung der dritten Unterrichtsstunde mit Fokus auf Koordinationsschulung und Auswertung.
Schlüsselwörter
Sportförderunterricht, Koordination, Motorik, Grundschule, Bewegungsschwäche, Bewegungsförderung, Psychomotorik, Koordinationsschwäche, Sportprogramm, Gleichgewichtsfähigkeit, Wahrnehmung, Bewegungsdefizite, pädagogische Arbeit, Fördergruppe, Bewegungsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen der pädagogischen Arbeit?
Das primäre Ziel ist die frühe Erkennung und Förderung von Auffälligkeiten in der Bewegungskoordination bei Grundschulkindern, um durch gezielte Sportförderung motorische Defizite auszugleichen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen der Motorik und Koordination sowie deren praktische Anwendung in einem Sport-Förderprogramm für Grundschulkinder.
Welche Forschungsfrage verfolgt die Autorin?
Die Arbeit untersucht, wie motorische Defizite bei Kindern im ersten Schuljahr identifiziert werden können und welche spielerischen Sportprogramme effektiv dazu beitragen, die Koordination und das Selbstwertgefühl dieser Kinder zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt ein selbst entwickeltes Testverfahren zur Beobachtung motorischer Leistungen sowie eine begleitete Fallstudie mit einer Gruppe von zehn Kindern, deren Fortschritte dokumentiert und reflektiert werden.
Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte im Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Abschnitte zu Bewegung, Motorik und Koordination sowie einen unterrichtspraktischen Teil, der konkrete Sportstunden (Rollbrett, Schwungtuch, Dschungelreise) plant und reflektiert.
Welche Schlüsselbegriffe sind zentral für das Verständnis?
Zentrale Begriffe sind die koordinativen Fähigkeiten, Bewegungssicherheit, psychomotorische Förderung und die Bewältigung von motorischen Leistungsschwächen im Grundschulalter.
Wie wird das Testverfahren in der Arbeit genutzt?
Das Testverfahren dient als Diagnoseinstrument, um den Ist-Zustand der koordinativen Fähigkeiten zu ermitteln, und wird nach der Förderphase wiederholt, um den Lernfortschritt der Kinder messbar zu machen.
Welche Rolle spielt die Motivation in den Förderstunden?
Die Autorin betont, dass Motivation ein wesentlicher Faktor für den Erfolg des Programms ist; deshalb werden spielerische Ansätze gewählt, die Spaß und Freude an der Bewegung vermitteln und somit die Lernbereitschaft steigern.
- Citation du texte
- Denise Sula (Auteur), 2005, Sportprogramm zur Verbesserung der Koordination von bewegungsbeeinträchtigten Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62766