Usprung und Macht der Sünde - Eine ungelöste theologische Frage? Systematisch - theologische Überlegungen und ihre religionspädagogische Bedeutung


Examensarbeit, 2005

66 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biblische Grundlagen
2.1. Sünde bei Paulus
2.1.1. Römer 7,7 – 25
2.1.2. Kontextbestimmung
2.1.3. Sünde und Gesetz
2.1.4. Der paulinische Sündenbegriff

3. Karl Barth
3.1. Das Nichtige
3.1.1. Das Wesen des Nichtigen
3.1.2. Die Kehrseite der Schöpfung
3.2. Der Ursprung des Nichtigen
3.3. Die Macht der Sünde
3.3.1. Die Sünde als konkrete Gestalt des Nichtigen und als „ontologische Unmöglichkeit“

4. Paul Tillich
4.1. Der Übergang von der Essenz zur Existenz
4.1.1. Essenz und Existenz
4.1.2. Das Symbol des Falls
4.1.3. Freiheit und Schicksal
4.1.4. „Träumende Unschuld“
4.1.5. Das moralische und das tragische Element im Übergang
vom essentiellen zum existentiellen Sein
4.1.6. Schöpfung und Fall
4.1.7. Der Ursprung des Bösen
4.2. Die Macht der Sünde
4.2.1. Entfremdung und Sünde
4.2.2. Entfremdung als Unglaube, hybris und Konkupiszenz
4.2.2.1. Unglaube
4.2.2.2. hybris
4.2.2.3. Konkupiszenz
4.2.3. Individuelle und kollektive Entfremdung
4.2.4. Entfremdung und Übel

5. Ursprung und Macht der Sünde – Eine vergleichende Auseinandersetzung
5.1. Wesen und Macht der Sünde
5.2. Ursprung der Sünde

6. Eigene Stellungnahme

7. Die Macht der Sünde und deren religionspädagogische Bedeutung
7.1. Karl Barth
7.1.1. Die Evangelische Unterweisung
7.2. Paul Tillich
7.2.1. Der problemorientierte Religionsunterricht
7.3. Der Sündenbegriff in den religionspädagogischen Konzeptionen
7.3.1. Der hermeneutische Religionsunterricht
7.3.2. Der emanzipatorische Religionsunterricht
7.4. Der Sündenbegriff und seine Bedeutung für den Religionsunterricht

8. Schluss

9. Verzeichnis der verwendeten Literatur
9.1. Quellen
9.2. Sekundärliteratur

1. Einleitung

Da das gängige Sündenverständnis nicht dem theologischen entspricht, möchte ich mich mit dem Begriff ‚Sünde’ eingehender befassen. Gerade in der Theologie ist dies ein zentrales Thema. Für viele Menschen bedeutet ‚Sünde’ die Übertretung eines Gesetzes, was in den meisten Fällen nicht ohne Folgen bleibt. Doch ist dieses Verständnis von Sünde wirklich aus theologischer Sicht haltbar? Was bedeutet Sünde also theologisch?

Spannend finde ich auch die Frage, wie die Sünde überhaupt in die Welt kommt. Diese Fragestellung war der Hauptgrund, weswegen ich dieses Thema wählte. Ausgehend von einem christlichen Weltbild, nach dem Gott die Welt gut geschaffen hat, muss diese Frage nämlich gestellt werden. Wenn die Welt nach seinem Willen gut geschaffen wurde, stellt sich die Frage, warum das Böse überhaupt existiert. Hat Gott die Sünde erschaffen? Und wenn er sie nicht erschaffen hat, wer war es dann? Gibt es vielleicht eine andere Macht, die Gottes Gegenspieler ist?

All diesen Fragen möchte ich anhand dieser Arbeit nachgehen. Dazu habe ich zwei sehr bedeutende Theologen des 20. Jahrhunderts ausgewählt, zum einen Karl Barth und zum anderen Paul Tillich.

Die Arbeit soll so aufgebaut sein, dass zu Beginn das paulinische Sündenverständnis anhand von einer wichtigen Bibelstelle schemenhaft umrissen wird. Im Anschluss daran möchte ich mich mit dem Theologen Karl Barth eingehender befassen und zum einen seinen Sündenbegriff, zum anderen aber auch sein Ursprungsverständnis erarbeiten. Das Sündenverständnis von Paul Tillich soll daraufhin ebenfalls analysiert werden. Auch hier möchte ich mich sowohl mit seinem Sündenbegriff, als auch mit seinem Ursprungsverständnis befassen. Nach der Darlegung der beiden Theologen soll in einem folgenden Punkt ihr Verständnis voneinander abgegrenzt und dabei auch kritisch hinterfragt werden, was in einer eigenen Stellungnahme meinerseits münden soll.

Ein Bezug zur Religionspädagogik soll im Anschluss daran hergestellt werden, wobei der Sündenbegriff auf die Konzeptionen angewendet und darauf aufbauend dessen Bedeutung für den Religionsunterricht erarbeitet werden soll.

2. Biblische Grundlagen

2.1. Sünde bei Paulus

2.1.1. Römer 7,7 – 12

7Was sollen wir denn nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Denn ich wußte nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte (2. Mose 20,17): Du sollst nicht begehren!“ 8Die Sünde aber nahm das Gebot zum Anlaß und erregte in mir Begierden aller Art; denn ohne das Gesetz war die Sünde tot. 9Ich lebte einst ohne Gesetz; als aber das Gebot kam, wurde die Sünde lebendig, 10ich aber starb. Und so fand sich’s, daß das Gebot mir den Tod brachte, das doch zum Leben gegeben war. 11Denn die Sünde nahm das Gebot zum Anlaß und betrog mich und tötete mich durch das Gebot. 12So ist also das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut.

2.1.2. Kontextbestimmung

Die Perikope befindet sich im dritten Teil des Römerbriefes, der die Kapitel Röm 5 – 8 beinhaltet.

Vorausgegangen sind der erste (Röm 1,18 – 3,20) und der zweite Teil (Röm 3,21 – 4,25). Im ersten Teil des Römerbriefes zeigt Paulus die Heillosigkeit der gesamten Menschheit auf.[1] Denn alle Menschen, Juden wie Heiden sind dem Zorngericht Gottes verfallen und stehen unter der Macht der Sünde. Somit wird über „alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen“[2] das Gericht Gottes kommen. Die Sünde ist dabei als fundamentales Nein des Menschen zu verstehen, mit dem er seinem Schöpfer die Ehre und den Gehorsam verweigert. Auf diese Weise verfehlt der Mensch die Daseinsbestimmung, „von Gott her und für Gott zu leben“[3]. Aufgedeckt wird die Sünde durch die Tora vom Sinai.[4] Das Gesetz dient somit der Sündenerkenntnis. Immer wenn der Mensch mit dem Gesetz Gottes in Berührung kommt, wird er als Sünder entlarvt.[5] Er ist verdammt wegen der ewigen Trennung von Gott.

Im zweiten Hauptteil des Römerbriefes legt Paulus dar, dass Gott die gesamte Menschheit durch den Sühnetod Jesu Christi vor der ewigen Verdammnis bewahrt und auf diese Weise das Heil bereitet hat und dass dieses Heil all denen zukommt, die an ihn glauben. Jesus Christus nahm am Kreuz „das Todesurteil des Gesetzes“[6] auf sich und befreite den Menschen dadurch von der Macht der Sünde.[7] Das Heil wird dem Sünder als allein im Glauben empfangene „Rechfertigung des Gottlosen“[8] geschenkt. Die Rechtfertigung aus Glauben besteht aus der Vergebung der Sünden und kann nur als „Wunder göttlicher Neuschöpfung begriffen werden“[9].

Am Anfang des dritten Hauptteiles bestätigt Paulus erneut die Liebe Gottes.[10] Er spricht in dem Abschnitt Röm 5,1 – 11 davon, wie Gott einzigartig seine Liebe unter Beweis gestellt hat, indem Christus für uns „Gottlose“, „Sünder“ und „Feinde“ gestorben ist. Durch diesen Gnadenerweis am Kreuz können die durch Christus Gerechtfertigten und mit Gott Versöhnten vor dem Zorngericht Gottes gerettet werden und auf diese Weise das ewige Leben empfangen.[11] Im folgenden Abschnitt Röm 5,12 – 21 dehnt Paulus den Blick auf die gesamte Menschheit nach Adam aus.[12] Seit Adam leben alle Menschen in dem universalen Sünde-Tod-Verhängnis. Dieses wurde in Christus jedoch überwunden.

Daraufhin folgen Ausführungen über das Verhältnis von Sünde, Gesetz und Tod. In Röm 5,13 – 14a und Röm 5,20a kommt zum Ausdruck, dass Gottes Gesetz die Sündenerkenntnis bringt. Allerdings findet die Tora die Sünde schon vor und ist deswegen keineswegs die Grundlage des Sünde-Tod-Zusammenhangs. Andererseits kann das Gesetz Gottes diese Kluft, die diesen Zusammenhang konstituiert, nicht überwinden. Es dient lediglich dazu, dem Menschen die große Macht der Sünde aufzuzeigen.

Darauf folgend stellt Paulus dar, wie der bereits gerechtfertigte Mensch zur Sünde steht. Die dem Christen durch die Rechtfertigung geschenkte Freiheit dient dazu, Gott zu dienen. Der Christ steht nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade.[13]

2.1.3. Sünde und Gesetz

Paulus spricht bereits im ersten Vers dieser Perikope aus, was viele jüdische Kritiker dachten[14]: „Ist das Gesetz Sünde?“[15] Paulus bestreitet diese Aussage unter Anführung des Schlussgebots der Tora: „Du sollst nicht begehren“[16]. Dieses Gebot übertrat zuerst Adam im Paradies.[17] Jedoch nimmt Paulus hier Bezug auf alle Menschen, indem er von „mir“ spricht. Bevor das göttliche Gebot in Gen 2,16f ausgesprochen wurde, gab es keine „Begierde nach dem Verbotenen“[18]. Vor dem Aussprechen des Gebotes war die Sünde noch wirkungslos, besaß noch keine Macht, da sie von dem Menschen nicht als Begehren erkannt wurde.[19] Gleichermaßen bedeutet dies, dass auch der Mensch vor dem Gebot noch nicht Sünder war, denn er lebte ohne das Gebot, erkannte die Sünde daher nicht.

Die Sünde „bedient sich des Gebotes, als sie sich des Menschen bemächtigt“[20]. Zwar war das Gebot zum Leben gegeben, jedoch brachte es dem Menschen den Tod.[21] Als „personifizierte Macht“[22] nimmt die Sünde ihre Gelegenheit wahr und erregt in dem Menschen Begierde.[23] Der Täter jedoch bleibt immer noch der Mensch. Das göttliche Gebot sollte dem Menschen zum Leben dienen[24], indem es ihn von allem fernhielt, was ihm den Tod hätte erbringen können.[25] Doch der Mensch hielt sich nicht an das ihm von Gott gegebene Gebot, was den Tod zur Folge hatte.[26] Schuld daran ist nicht das Gesetz, sondern die Sünde selbst. In Vers 11 kommt dies zum Ausdruck: Die Sünde bediente sich des Gesetzes und täuschte auf diese Weise den Menschen.[27] Es ist der Mensch, der den Hang zur Sünde entwickelt. Indem er das göttliche Gebot brach, wollte er sich Leben verschaffen. Doch nicht Leben resultierte aus dem Bruch des Gebotes, sondern Tod. Es ist also nicht das Gebot, das dem Menschen die Sünde und mit ihr den Tod brachte, sondern der Mensch selbst. Darin, dass die Sünde das gute göttliche Gebot missbrauchte, hat sie sich selbst als Sünde entlarvt.[28] Das Gesetz selbst ist hingegen heilig, gerecht und gut.[29]

2.1.4. Der paulinische Sündenbegriff

Paulus unterscheidet zwischen der Sünde an sich und der sündigen Tat.[30] Das Substantiv άμαρτία verwendet Paulus bedeutend öfter im Gegensatz zu dem Verb άμαρτάνειν, das faktische Sünden meint.

άμαρτία meint „ein Ziel verfehlen, also nicht treffen oder nicht erreichen“[31]. Darüber hinaus meint das Wort noch „vom Weg abkommen, sich verlaufen oder verirren“[32]. Eine weitere Bedeutung erhält das Wort dadurch, dass ein gestecktes Ziel aufgrund eines Fehlers nicht erreicht wird.[33] Zusammenfassend ist mit dem Begriff άμαρτία als Sünde also das Abweichen von dem gottgewollten Weg gemeint. Der Weg hatte ein Ziel, nämlich das Leben. Doch dieses Ziel wurde aufgrund der Sünde verfehlt.

Das Verb άμαρτάνειν meint von seiner Grundbedeutung her die sündige Tat, eine Übertretung eines bestehenden Gesetzes. Dass Paulus diesen Ausdruck viel seltener verwendet als das Substantiv, zeugt davon, dass er mit dem Begriff ‚Sünde’ etwas viel umfassenderes vor Augen hatte, als nur die Übertretung eines einzelnen Gebotes.

Paulus sieht in der Sünde eine Macht, die sowohl Schuld und Verhängnis, als auch verantwortliches Tun des Menschen ist.[34] Sünde besitzt auch einen Schicksalscharakter, der sich in Röm 7,15 – 20 zeigt: Nicht der Mensch, sondern die Sünde, die in dem Menschen wohnt, ist Subjekt des Sündigens. An dieser Stelle unterstreicht Paulus, „dass der Mensch das Böse gegen seinen Willen“[35] tut. Er verfügt nicht mehr über sich selbst, sondern befindet sich in der Gewalt der Sünde.[36] Paulus sieht die Sünde als personifizierte Macht, die anstelle des Menschen handelt.[37] In der Sünderfallgeschichte in Gen 3 ist es die Schlange, die mythologisch für die Sünde steht.[38] Allerdings wirkt die Sünde durch den Menschen und ist keine Macht, die an ihm vorbeiwirkt. Sie ist eine existentiale Wirklichkeit, der sich der Mensch gegenübersieht. Der Mensch in der Sünde handelt selbst aus ihr heraus, hat „seine Handlungsfreiheit an die Sünde abgetreten“[39].

Die Sünde in dieser umfassenden Bedeutung ist eine den Menschen von Grund auf bestimmende Macht, die ihn von Gott trennt. Paulus drückt das Verfallensein des Menschen an die Sünde dadurch aus, dass er sie als Person darstellt.[40] Die Adressaten seiner Briefe sollten sich eine Vorstellung von dieser Macht, die in gewisser Weise ihr anderes, böses Ich darstellt, machen können. Allerdings wollte Paulus dadurch nicht eine mythologische, sondern eine anthropologische Aussage treffen.

An dieser Stelle ist es wichtig, dass Paulus nicht missverstanden wird: er möchte auf keinen Fall den Menschen von seiner Schuld entbinden. Einerseits ist der Mensch dieser Macht der Sünde zwar komplett verfallen und kann auch selbst nicht zu seiner Rettung beitragen, andererseits bleibt das Ich des Menschen erhalten. Auch wenn dieses Ich ganz sündhaft ist, bleibt es als solches bestehen und ist dadurch auch für sein ‚Sein’ selbst verantwortlich.[41]

Der Mensch in der Sünde verfehlt jedoch sein von Gott gewolltes Dasein.[42] Er ist der Mensch in der Lüge, weil er sich zwar selbst gewinnen will, indem er das Gute sucht, sich dabei jedoch als wahrer Mensch verliert.[43] In dem Menschen herrscht ein Zwiespalt: er versucht nach dem Guten, also dem Leben zu greifen, ergreift dabei jedoch den Tod.[44] Dadurch bestreitet der Mensch seine Geschöpflichkeit.

Es gelingt nicht, den Menschen durch eine vernunftmäßige Aufklärung zurück zu sich selbst zu führen, da nicht seine Vernunft, sondern sein Wille von der Sünde gefangen ist.[45] Paulus bezweifelt nicht, dass der Mensch, der in der Sünde lebt, nach dem Guten, nach Glück und Zufriedenheit, nach dem Leben strebt. Jedoch versucht er dies aus sich selbst heraus zu erreichen. Doch damit ergreift der Mensch, der eigentlich das Leben will, den Tod. Denn alles Leben kommt nur aus Gott, der das Sein überhaupt erst schafft.[46] Denn eines steht fest: Das Leben des Menschen ist eine Gabe, ein Geschenk des Schöpfers.[47] „Wer leben will, muss sich deshalb an Gottes Gnade genügen lassen (2Kor 12,9). Von anderswoher leben wollen heißt, die Sünde in sich wohnen zu lassen.“[48]

Das ist es, was nach Paulus grundlegend für das Verständnis der Sünde ist:

Der Mensch lebt nicht aus Gott heraus (coram deo), sondern aus sich selbst (coram seipso) und ist damit von Gott entfremdet.[49] Das ist die Ursünde, aus der alle anderen Formen der Sünde resultieren. Tatsünden folgen als eine Konsequenz aus dieser Entfremdung des Menschen von Gott. Der Mensch, der getrennt von Gott lebt, tut all diese ‚Sünden’ aufgrund dessen, dass er von Gott, seinem Schöpfer entfremdet ist.

3. Karl Barth

3.1. Das Nichtige

3.1.1. Das Wesen des Nichtigen

Es gibt einen Widerspruch und Widerstand gegen Gottes Weltherrschaft. Es gibt ein Element – es handelt sich sogar um ein ganz dunkles System von Elementen – im Weltgeschehen, das von Gottes Vorsehung […] nicht umfaßt wird, […] ein Element, dem Gott die Wohltat dieses Erhaltens, Begleitens und Regierens, die Wohltat seiner väterlichen Herrschaft durchaus verweigert und das sich sogar seinerseits durchaus dagegen sträubt, väterlich […] von ihm erhalten, begleitet und regiert zu werden. Es gibt unter den Gegenständen von Gottes Vorsehung einen Fremdkörper […]: verschieden von der Art, in der sie die Kreaturen und das kreatürliche Geschehen beherrscht […] Wir bezeichnen diesen Widerspruch und Widerstand, dieses störrische Element, diesen Fremdkörper […] als das Nichtige.[50]

Mit diesen Eingangsworten beschreibt Barth sehr anschaulich seine Auffassung von dem Nichtigen. Das Nichtige ist ein Element, das sich faktisch gegen Gott richtet. Dies ist der Ausgangspunkt der barthschen Lehre über das Nichtige.

Was aber ist das Nichtige konkret? Kann es als eine Art gottähnliche Macht verstanden werden? Eine negative Macht, die sich in seinem ganzen Sein gegen Gott richtet?

Um eine Antwort zu finden, ist der Blick auf die göttliche Offenbarung zu richten, weil sich das Nichtige in erster Linie gegen Gott richtet[51]. Ohne die göttliche Offenbarung wüsste der Mensch weder von der Existenz, noch von dem Wesen des Nichtigen.[52] Einen ersten Hinweis auf die Offenbarung des Nichtigen erhält man in dem Schöpfungstext in Gen 1, in dem die Rede vom Chaos als Gegenpol zu dem Geschöpf beschrieben und das Licht der Finsternis gegenübergestellt wird. Das Chaos, oder das „tohu wabohu“ stellt die Welt dar, die nicht in Gottes Absicht gestaltet, also eigentlich ungestaltet und unmöglich ist.[53] Es steht in einem Gegensatz zu der göttlichen aus Gnade vollzogenen Schöpfung und ist nicht Gottes Werk. Im biblischen Text heißt es, dass Gott das Licht schuf und es als gut bezeichnete.[54] Indem Gott Licht und Finsternis voneinander trennte und das Licht bewusst schuf, ließ er auch bewusst das „tohu wabohu“ hinter sich und bezog es nicht in seine gute Schöpfung ein.[55] Indem er das Licht von der Finsternis schied, gab er dem Licht eine von ihm gewollte Existenz. Genauso verhält es sich mit dem Geschöpf. Bewusst entschied sich Gott auch hier, dem Menschen eine Existenz zu schenken und grenzte ihn auf diese Weise von dem anfänglichen Chaos ab. Das Chaos des Anfangs versteht Barth demnach als Realität des Gegensatzes und Widerspruchs zur Schöpfung. Gott geht am Chaos vorbei, er hat für das Chaos „keinen Schöpferwillen, keine Schöpfungstat, keine Schöpfungsgnade hat, sondern das Alles für das Licht und nur für das Licht“[56]. Schöpfungshandeln Gottes bedeutet, Wirklichkeit zu schaffen und damit das von ihm Gewollte von dem Nicht-Gewollten zu trennen und auf diese Weise den Bereich der Gnade von der Ungnade zu trennen.[57] Damit wird zugleich deutlich, wogegen sich das Chaos richtet: gegen Gott und daher auch gegen das von ihm Geschaffene, gegen alle aus Gottes Gnade entstandenen Kreaturen. Es wendet sich gegen die von Gott erwählte Schöpfung. Darin ist auch die Existenz des Chaos begründet: es ist das von Gott aus der Schöpfung und damit aus seiner Gnade Ausgeschlossene und somit von ihm Nicht-Gewollte, das Nichtige.[58] Indem Gott seine Schöpfung erwählte, schloss er gleichzeitig das Nichtige aus und verwarf es. Aus der schöpferischen Offenbarung Gottes kann der Mensch das Nichtige als das erkennen, was Gott verworfen und aus seiner Schöpfung ausgegrenzt hat.

Wichtiger jedoch für das Verständnis des Nichtigen ist die Offenbarung Gottes in Jesus Christus. Denn er ist Mensch geworden, um das Nichtige zu überwinden. Die Offenbarung in Jesus Christus bezeugt jedem einzelnen Menschen die göttliche Gnade und Heilszuwendung, mit der er sein Geschöpf vor dem Verderben bewahrt und zurück in seine ursprüngliche Bestimmung des Geschöpfseins führt.

In Jesus Christus wird nicht nur die grenzenlose Gnade von Gottes heilswirksamen Handeln sichtbar, sondern auch die Kehrseite des Guten: „das wirklich Nichtige, der Feind, mit dem es keinen Frieden geben darf, das Negative, das nicht nur das Komplement zu einem ihm gegenüberstehenden Positiven ist“[59].

Gott wurde ein sündloser Mensch, um dem Nichtigen seine Macht zu nehmen. Gerade das, was Jesus Christus verneint und gerichtet hat, ist das wirklich Nichtige. Nur in ihm wird deutlich, was das Nichtige tatsächlich ist: „Es ist das, was damit, daß Jesus Sieger ist, aus dem Feld geschlagen und erledigt ist.“[60] Das Nichtige ist all das, was Jesus Christus (und damit auch Gott) nicht ist. Es wendet sich gegen alles, was das göttliche Wesen ausmacht, vor allem aber gegen die Gnade[61], die „wie der Grund so auch die Norm alles Seins, wie die Quelle so auch das Maß alles Guten“[62] ist. Darin ist das Wesen des Nichtigen begründet, dass es „gnadenfremd, gnadenwidrig, gnadenlos“[63] ist. Und dadurch, dass es sich konträr zu Gottes Gnade verhält, wendet es sich gleichzeitig auch gegen das Geschöpf, dessen Bestimmung es ist, durch Gottes Gnade zu leben und sich in ihr frei zu entfalten.

Das Nichtige wird durch den göttlichen Willen negiert. Das bedeutet, dass Gott es seit jeher ausgeschlossen und bekämpft hat. Es ist das Böse und zwar in dem Sinne, dass es sich gegen Gottes Gnade richtet. Denn Gottes Gnade ist sein positiver Wille.[64]

Doch durch Christi Gnadentat am Kreuz besitzt das Nichtige keine Macht mehr. Gott stellte sich auf die Seite seines Geschöpfes und hat das Nichtige überwunden. Der Inhalt und auch der Sinn der Gnadentat am Kreuz ist die Überwindung des Nichtigen, diesen Gegensatz gegen Gott aufzuheben und sein Geschöpf davon frei zu machen.[65]

Vehement bedroht das Nichtige die Existenz des Geschöpfes, richtet sich gegen das komplette Sein des Menschen und hindert ihn daran, in seiner Bestimmung zu leben. Die Bestimmung nämlich, in der Gemeinschaft mit Gott zu leben, sich seinem ganzen Sein nach Gott hinzugeben und dessen auf Ewigkeit erwählter Bundespartner zu bleiben. Negativ ausgedrückt bewirkt das Nichtige die Entfremdung des Geschöpfes von Gott und von sich selbst.[66] Das Geschöpf unter der Macht des Nichtigen ist ein verlorenes Geschöpf, gefangen in seiner eigenen Fehlbarkeit, dadurch seinen eigenen gütigen Schöpfer nicht mehr erkennend und ihn darum verneinend, das trotz und gerade deshalb der Hilfe seines liebenden und gnädigen Erschaffers bedarf. Dieser Bedrohung durch das Nichtige ist der Mensch nicht allein gewachsen. Das Nichtige, das unser Feind ist, ist ebenso und zuerst Gottes Feind. Dadurch, dass sein Geschöpf angegriffen wird, ist es eigentlich Gott selbst, der von dem Nichtigen angegriffen wird. Das ist der Grund, warum er sich selbst erniedrigt und Fleisch wird, warum er sich all diesen Strapazen des Menschseins ausliefert, warum er „selbst solche verfallene, verlorene menschliche Kreatur, selbst Fleisch geworden“[67] ist.

In der Fleischwerdung des Wortes Gottes in dem Menschen Jesus hat Gott seine Schöpfung erneut bestätigt und gezeigt, dass sie eine gute Schöpfung ist. Doch nur um die Güte der Schöpfung zu erkennen, war die Menschwerdung Gottes nicht nötig. In der Menschwerdung Gottes vollzog er den Kampf gegen etwas, das sich gegen ihn persönlich richtete. Das Nichtige, das sich in seinem ganzen Sein gegen die Schöpfung richtet, richtet sich vor allen Dingen gegen Gott. Auch um die Schöpfung vor ihrer Verderbnis zu bewahren, nahm Gott den Kampf auf, infolgedessen aber auch gerade deshalb, weil durch die Bedrohung seiner Schöpfung auch er selbst angegriffen war. Indem Gott Mensch wurde, schlug er den Feind aus dem Feld und konnte den Menschen vor der Macht des Nichtigen bewahren.[68] Der Mensch war und ist von sich aus nicht fähig, sich selbst gegen die Verführung des Nichtigen zu wehren.

Jesus Christus besiegte am Kreuz von Golgatha das wirklich Nichtige.[69] Nur von dort aus darf das Nichtige gesehen werden, weil es sonst verharmlost und relativiert würde.

Vom Kreuz aus sehen wir auch die konkreten Gestalten des Nichtigen, die Sünde, das Übel und in letzter Konsequenz den Tod. Blicken wir auf Christus, so sehen wir unser eigenes Leben, das durch die Sünde dem Nichtigen verfallen ist.[70]

Nur in diesem Ereignis erkennt der Mensch die Sünde als seine eigene Schuld, für die er ganz allein verantwortlich ist. Alles andere ist nicht die Erkenntnis des wirklich Nichtigen bzw. der wirklichen Sünde. Ohne den christologischen Erkenntnisgrund kann der Mensch nur sich selbst, seinen Hang zum Negativen erkennen. Doch das ist nicht die wirkliche Sünde, die unsere Schuld darstellt. Denn durch den Vergleich mit einem anderen Menschen und dessen größerem Hang zum Negativen wird die Sünde relativiert. Ein Mensch kann seine eigene Schuld nicht selbst erkennen, dazu ist er nicht fähig, denn er wird sich nie selbst unter die Anklage stellen. Dadurch würde er sein Wesen verneinen. Um seine eigene Sündhaftigkeit zu erkennen, muss dem Mensch von außen gesagt werden, was seine tatsächliche Schuld ausmacht, nämlich die wirkliche Sünde, die den Hang zum Nichtigen und somit die Beleidigung Gottes darstellt. Die tatsächliche Sünde geht weit über den Hang zum negativen Aspekt der Schöpfung hinaus. Sie ist die „Pervertierung der geschöpflichen Natur“[71]

Vor dem Hintergrund dieser Definition stellt das Nichtige eine von Gott und dem Menschen getrennte, dritte Wirklichkeit dar. Wichtig für das Verständnis des Nichtigen ist die gleichzeitige Annahme der Allmacht Gottes und der Macht des Nichtigen als eigene Wirklichkeit. Es kann weder dem menschlichen noch dem göttlichen Geheimnis zugeordnet werden, es bleibt ein eigenes, ein drittes Geheimnis.[72] Eine Einordnung in das Göttliche würde Gottes Sein und Wesen mit dem Nichtigen gleichstellen und im selben Moment den Menschen entschuldigen, wenn er sich mit dem Nichtigen einlässt. Andererseits kann es auch nicht auf die Ebene des Menschen gebracht werden, da Gottes Herrschaft nur „auf eine blosse Zulassung und auf passives Zusehen“[73] reduziert würde. Wichtig ist, zu erkennen, dass Gott trotz allem über dem Nichtigen steht.

Es ist jedoch wichtig, die Trennung von dem Nichtigen und der Sünde aufrecht zu erhalten, um Moralisierungen zu vermeiden. Das Nichtige ist nicht nur etwas, das vom Menschen getan wird, sondern auch eine Macht, die als „Feind und Angreifer“[74] verstanden werden muss.

Infolgedessen muss das Nichtige verabscheut und gehasst werden, da es Gott und aufgrund dessen auch dem Menschen als Geschöpf Gottes entgegengesetzt wirkt. Als Feind muss das Nichtige begriffen werden, dessen einziger Bezwinger Gott und nur Gott allein ist.

3.1.2. Die Kehrseite der Schöpfung

Außerhalb aller christologischen Erkenntnis kann der Mensch nur die Kehrseite der Schöpfung, sozusagen die Mangelhaftigkeit seiner Existenz erkennen.[75] Das jedoch bedeutet keinesfalls, das Nichtige zu erkennen. Die Kehrseite der Schöpfung ist genauso real wie die gute Seite. Sie ist „dem Nichtigen gewissermaßen benachbart und zugewendet“[76]. Trotz allem ist sie durchaus von Gott gewollt und fest in seine vollkommene Schöpfung eingegliedert. Denn sie macht dem Menschen bewusst, dass er ein Wesen ist, das der Güte seines Schöpfers bedarf. Nicht Widerstand gegen seinen Schöpferwillen drückt die negative Seite der Schöpfung aus, sondern Erfüllung des Schöpferwillens Gottes.[77] Sie ist sozusagen Natur des Geschöpfes. Dies ist auch der Grund, weshalb das Nichtige nicht in dem Geschöpf erkannt werden kann. Es ist nicht nichtig aufgrund dieses inneren Gegensatzes von positiver und negativer Seite der Schöpfung. „Darin ist es vielmehr vollkommen. Darin erweist es sich vielmehr, daß es in Jesus Christus und auf ihn hin geschaffen ist.“[78] Die Schattenseite der Schöpfung erinnert an das Nichtige, sie ist jedoch nicht das Nichtige an sich. Allein durch die bloße Existenz der Kehrseite hat die Schöpfung keinen Anteil am Nichtigen.[79]

Es ist wahr, daß es in der Schöpfung nicht nur ein Ja, sondern auch ein Nein gibt: nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen, nicht nur Klarheiten, sondern auch Dunkelheiten, nicht nur Förderung und Fortgang, sondern auch Hemmung und Begrenzung des Lebens, nicht nur Wachstum, sondern auch Abnehmen, nicht nur Reichtum, sondern auch Armut, nicht nur Lieblichkeit, sondern auch Düsternis, nicht nur Anfänge, sondern auch Abschlüsse, nicht nur Werte, sondern auch Unwerte.[80]

Die gute Schöpfung Gottes ist auch darin gut und vollkommen, „daß alles, was ist, in diesem Unterschied und Gegensatz ist“[81]. Ja nicht nur gut und vollkommen ist die Kehrseite der Schöpfung, sondern sie spricht ihm, ihrem Schöpfer in ihrer Geringfügigkeit noch Lob zu. Mit ihrem ganzen Sein, mit guter und schlechter Seite, lobt sie ihren Herrn und Schöpfer. Denn gerade durch ihre positiven und negativen Seiten ist sie Gottes gute Schöpfung.

Das Nichtige darf seiner Gestalt nach nicht in Gottes gute Schöpfung einbezogen werden, da es sich konträr zu seinem Wesen verhält.[82] Sollte dies jedoch der Fall sein, kann nur von einem Triumph des Nichtigen über das geschöpfliche Dasein gesprochen werden. Das Nichtige darf deshalb auch nicht gleichgesetzt werden mit der negativen Seite der Schöpfung, da es sonst als Teil der Schöpfung und somit von Gott geschaffen gedacht werden muss. Als Gegensatz zu Gottes guter Schöpfung und somit auch zu Gott dem Schöpfer selber, kann das Nichtige nicht als ein Element der göttlichen Schöpfung gesehen werden.[83]

[...]


[1] Vgl. im Folgenden: Hofius, Otfried: Paulusstudien II, Tübingen 2002 (Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament. Bd. 143, hg. v. J. Frey, M. Hengel, O. Hofius), S. 105.

[2] Röm 1,18.

[3] Hofius, a.a.O., S. 105.

[4] Vgl. Röm 3,21 – 4,25.

[5] Vgl. im Folgenden: Hofius, a.a.O., S. 105.

[6] Ebd., S. 105.

[7] Vgl.: Röm 3,21.

[8] Röm 4, 5.

[9] Hofius, a.a.O., S. 106. Vgl. Röm 4, 17b.

[10] Vgl. im Folgenden: Hofius, a.a.O., S. 106.

[11] Vgl. ebd und Röm 5,8b – 10).

[12] Vgl. im Folgenden: Hofius, a.a.O., S. 106.

[13] Vgl. Röm 6,14f.

[14] Vgl. Wilckens, Ulrich: Theologie des Neuen Testaments. Bd.1. Geschichte der urchristlichen Theologie. Teilbd. 3. Die Briefe des Urchristentums: Paulus und seine Schüler, Theologen aus dem Bereich judenchristlicher Heidenmission, Neukirchen-Vluyn 2005, S. 204.

[15] Röm 7,7.

[16] Ex 20,1 und Dtn 5,21.

[17] Vgl. im Folgenden: Wilckens, a.a.O., S. 204.

[18] Ebd., S. 204.

[19] Vgl. ebd., S. 204.

[20] Schmithals, Walter: Der Römerbrief. Ein Kommentar, Gütersloh 1988, S. 213.

[21] Vgl. ebd., S. 213.

[22] Ebd., S. 213.

[23] Vgl.: Wilckens, a.a.O., S. 204.

[24] Vgl. Schmithals, a.a.O., S. 213.

[25] Vgl. Wilckens, a.a.O., S. 204.

[26] Vgl. Gen 2, 17.

[27] Vgl. im Folgenden: Wilckens, a.a.O., S. 205.

[28] Vgl. ebd., S. 205. und Röm 7,13.

[29] Vgl. Röm 7,12.

[30] Vgl. Schottroff, Luise: Die Schreckensherrschaft der Sünde und die Befreiung durch Christus nach dem Römerbrief des Paulus, in: Evangelische Theologie 39 (1979), S. 497 – 510.

[31] Härle, Wilfried: Dogmatik, Berlin, New York 1995, S. 459.

[32] Ebd., S. 459.

[33] Vgl. im Folgenden: Ebd., S: 459.

[34] Vgl. im Folgenden: Pöhlmann, Horst Georg: Abriss der Dogmatik. Ein Kompendium, Gütersloh 62002, S. 199.

[35] Ebd., S. 199.

[36] Vgl. im Folgenden: Schmithals, a.a.O., S. 234.

[37] Vgl. ebd., S. 234 und Röm 7,5 – 6.8 – 9.11.13 – 14.

[38] Vgl. im Folgenden: Schmithals, a.a.O., S. 234.

[39] Ebd., S. 234.

[40] Vgl. im Folgenden: Schmithals, a.a.O. S. 234f.

[41] Vgl. im Folgenden: Schmithals, a.a.O. S. 235.

[42] Vgl. Schmithals, a.a.O. S. 237.

[43] Vgl. ebd., S. 237 und Röm 7,18b – 19.

[44] Vgl. im Folgenden: Schmithals, a.a.O., S. 237.

[45] Vgl. im Folgenden: A.a.O. S. 241.

[46] Vgl. ebd., S. 241. und Röm 4,17.

[47] Vgl. Schmithals, a.a.O., 242.

[48] Ebd., S. 242.

[49] Vgl. im Folgenden: Ebd., S. 242.

[50] Barth, Karl: Die kirchliche Dogmatik. Dritter Band. Die Lehre von der Schöpfung. Dritter Teil, Zollikon-Zürich 1950, S. 327.

[51] Vgl. ebd., S. 342: “der Gegensatz nämlich, der sich darum gegen die Totalität der geschaffenen Welt richtet, weil er zuerst und vor allem Gott selbst angeht, Gegensatz gegen ihn ist.”

[52] Vgl. Quadt, Anno: Gott und Mensch. Zur Theologie Karl Barths in ökumenischer Sicht, München, Paderborn, Wien 1976, S. 85.

[53] Vgl. Barth, Karl: Die kirchliche Dogmatik. Dritter Band. Die Lehre von der Schöpfung. Erster Teil, Zollokon-Zürich 1947, S. 112.

[54] Vgl. Gen.1, 3f.: „3Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. 4Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis.“

[55] Vgl. KD III,1, S. 136: „Indem Gottes Spruch lautete: Es werde Licht! lautete er nicht: Es werde Finsternis! ist Gott vielmehr an der Möglichkeit einer solchen Schöpfung und eines solchen Geschöpfs vorübergegangen, hat er den ganzen Bereich von Gen. 1, 2 hinter sich gelassen“.

[56] Ebd, S. 136.

[57] Vgl. ebd., S. 136.

[58] Vgl. Quadt, a.a.O., S. 85.

[59] KD III,3, a.a.O., S. 342.

[60] Ebd., S. 420.

[61] Vgl. ebd., S. 408: „ Denn das ist Gottes Ehre und Recht: gnädig zu sein; und eben das ist es, worin es durch das Nichtige gestört und gehindert wird.“

[62] Ebd., S. 408.

[63] Ebd., S. 408.

[64] Vgl. ebd., S. 407.

[65] Vgl. ebd., S. 343.

[66] Vgl. ebd., S. 345.

[67] Ebd., S. 345.

[68] Vgl. ebd., S. 345.

[69] Vgl. ebd., S. 346.

[70] Vgl. ebd., S. 347.

[71] Ebd., S. 348.

[72] Vgl. Lüthi, Kurt: Gott und das Böse. Eine biblisch-theologische und systematische These zur Lehre vom Bösen, entworfen in Auseinandersetzung mit Schelling und Karl Barth, Zürich 1961, S. 90.

[73] Lüthi, a.a.O., S. 90.

[74] Lüthi, a.a.O. S. 354.

[75] Vgl. Härle, Wilfried: Sein und Gnade. Die Ontologie in Karl Barths Kirchlicher Dogmatik, Berlin, New York 1975, S. 229 f.

[76] KD III,3, a.a.O., S. 335.

[77] Vgl. ebd., S. 335.

[78] Ebd., S. 335.

[79] Vgl. a.a.O., a.a.O., S. 336.

[80] Ebd., S. 336.

[81] Ebd., S. 336.

[82] Vgl. ebd., S. 344.

[83] Vgl. ebd., S. 346.

Ende der Leseprobe aus 66 Seiten

Details

Titel
Usprung und Macht der Sünde - Eine ungelöste theologische Frage? Systematisch - theologische Überlegungen und ihre religionspädagogische Bedeutung
Hochschule
Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau
Note
2
Autor
Jahr
2005
Seiten
66
Katalognummer
V62985
ISBN (eBook)
9783638561266
Dateigröße
682 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Usprung, Macht, Sünde, Eine, Frage, Systematisch, Bedeutung
Arbeit zitieren
Cornelia Kästner (Autor), 2005, Usprung und Macht der Sünde - Eine ungelöste theologische Frage? Systematisch - theologische Überlegungen und ihre religionspädagogische Bedeutung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62985

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