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Quo vadis, deutscher Sozialstaat? Warum der deutsche Sozialstaat Reformen braucht

Title: Quo vadis, deutscher Sozialstaat? Warum der deutsche Sozialstaat Reformen braucht

Essay , 2006 , 8 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Marcus Guhlan (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat“. So steht es in Artikel 20 Absatz 1 des Grundgesetzes und ist unwiderruflich. Doch wieviel Sozialstaat ist angesichts steigender Kosten, bedingt durch eine langanhaltende Wirtschaftsflaute sowie demografischen Wandel, und einer globalen Änderung der Weltwirtschaft heute noch zu tragen?
Der Sozialstaat, wie er heute existiert und die Erwartungen in der Bevölkerung nach sozialer Gerechtigkeit befriedigen muss, ist in den frühen sechziger Jahren manifestiert worden, als Deutschland mit einem Anteil an Sozialausgaben im Gesamthaushalt von fast 56 Prozent weltweit unangefochten an der Spitze lag (Castles 2004: 73). Die wirtschaftliche Lage Deutschlands in diesem Zeitraum lies eine solche Staatsgenerösität auch zu. Eine prosperierende Wirtschaft und eine recht junge Bevölkerung erlaubten den Ausbau eines dichten sozialen Netzes wie wir es heute kennen (Bäcker 2001: 43f). Nun lag die Zahl für Sozialausgaben im Jahr 2005 bei 52 Prozent gemessen am Staatshaushalt des Bundes, also nur unwesentlich unter dem Anteil aus dem Jahr 1960 (siehe www.bda-online.de:). Unstreitbar jedoch haben sich die Vorzeichen, wie oben kurz angedeutet und Castles ausführt, spätestens Mitte der achtziger Jahre nachhaltig geändert (Castles 2004: 7f). Doch blieben die Aufwendungen des Bundes für soziale Sicherung, wie die Zahl aus dem Jahr 2005 verdeutlicht, nahezu konstant. Aus diesem Grund scheint mir oben aufgeworfene Frage dringender denn je und dieser Essay versucht nun anhand einiger Beispiele zu verdeutlichen, dass der Wohlfahrtsstaat Deutschland unter einem gewaltigen Reformdruck steht und das Reformen auch ein höheres Maß an Selbstvorsorge durch den Bürger fordern dürfen, ja müssen, wenn wir den Bestand des Sozialstaates auch für unsere Kinder und Enkelkinder garantieren wollen. Im Verlauf des Essays werden also keine Sanierungstheorien angeboten, die den Anspruch auf eine endgültige Lösung erheben, es soll lediglich die Tatsache bewusst werden, dass das Sozialsystem, wie es heute existiert, auf Dauer nicht mehr finanzierbar ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Sozialstaat im Wandel

3. Herausforderungen durch Arbeitsmarkt und Globalisierung

4. Reformbedarf und Eigenverantwortung

5. Die demografische Herausforderung und die fünfte Säule

6. Vereinbarkeit von Familie und Beruf

7. Resümee

Zielsetzung und Themen

Das Ziel dieses Essays ist es, den dringenden Reformbedarf des deutschen Sozialstaates aufzuzeigen, der durch ökonomische Zwänge, demografischen Wandel und eine veränderte Beschäftigungsstruktur unter enormem Druck steht, ohne dabei endgültige Patentlösungen zu beanspruchen.

  • Analyse der Finanzierungsproblematik des Sozialstaates
  • Einfluss der Globalisierung auf die Produktionsbedingungen
  • Notwendigkeit einer erweiterten Fünf-Säulen-Struktur
  • Herausforderung durch den demografischen Wandel
  • Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Auszug aus dem Buch

Herausforderungen durch Arbeitsmarkt und Globalisierung

Deutschland stellt diese Finanzierungsstruktur vor größer werdende Probleme. Waren 1970 noch 84 Prozent aller Erwerbstätigen in einem Normalarbeitsverhältnis, so sank die Zahl bis 1995 auf nur noch 68 Prozent (Bizer 2004: 11). Faktisch bedeutet dies für den Sozialstaat also eine gravierende Verlusteinnahme, die noch konkreter wird, betrachtet man die Korrelation dieser Zahlen mit der Entwicklung der geringfügigen Beschäftigungen. Gingen 1970 etwa 500.000 Personen einer solchen Form der Beschäftigung nach, waren es im Jahresdurchschnitt 2001 etwa vier Millionen Personen (Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung 24.07.2002 www.destatis.de). Dieser Wandel in der Beschäftigungsstruktur würde sich weniger einschneidend auf das Umlageverfahren des Sozialstaates auswirken, würde das Ziel der Vollbeschäftigung erreicht. Das System geht also davon aus, dass immer genügend einzahlende Erwerbstätige vorhanden sind. Nun lässt aber die Entwicklung der kontinuierlich ansteigenden Arbeitslosigkeit diesen Ausgleich nicht zu. Die Arbeitslosenquote stieg seit 1970 – in diesem Jahr betrug die Quote etwa ein Prozent – dramatisch an, lag diese Zahl im Jahr 2001 doch bei nahezu 10 Prozent (Bizer 2004: 13).

Und die Rahmenbedingungen für Vollbeschäftigung werden im Zuge der Globalisierung des Handels sicher nicht einfacher, wenn Castles analysiert: „Insofar as the costs of social provision, better wages and conditions, and environmental safeguards fall on buiseness, they lead to high production costs, [...]. Where countries are heavily engaged in international trade and where enterprises cannot be prevented from relocating to countries in which costs are lower, governments are seen as having little option but to accede to the demands of capital for lower taxes, a more flexible labour market, and less ‘red tape` around health, safety, and environmental issues.”(Castles 2004: 21). Ich möchte hier am ganz konkreten Beispiel der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ansetzen. Diese Leistung belastet den Arbeitgeber, ohne das er hierfür eine Gegenleistung in Form von Arbeitskraft erhält.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Sozialstaates vor dem Hintergrund steigender Kosten und demografischer Veränderungen.

2. Der Sozialstaat im Wandel: Historischer Rückblick auf die Entstehung des Sozialstaates und dessen frühere finanzielle Stabilität.

3. Herausforderungen durch Arbeitsmarkt und Globalisierung: Untersuchung des Rückgangs von Normalarbeitsverhältnissen und des negativen Einflusses globaler Standortbedingungen.

4. Reformbedarf und Eigenverantwortung: Diskussion über die Notwendigkeit von Reformen und eine stärkere Eigenvorsorge der Bürger.

5. Die demografische Herausforderung und die fünfte Säule: Analyse des Rentensystems, des Renteneintrittsalters und der Notwendigkeit einer neuen fünften Säule.

6. Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Betrachtung der Geburtenrate, der Hinderungsgründe für Familien und möglicher Lösungsansätze durch Kinderbetreuung.

7. Resümee: Zusammenfassendes Fazit über die Zukunftsfähigkeit des deutschen Sozialstaates.

Schlüsselwörter

Sozialstaat, Reformdruck, Demografischer Wandel, Normalarbeitsverhältnis, Globalisierung, Finanzierung, Eigenverantwortung, Riesterrente, Rentensystem, Arbeitsmarkt, Geburtenrate, Solidarität, Sozialausgaben, Kinderbetreuung, Beschäftigungsstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Essay primär?

Der Essay befasst sich mit der Zukunftsfähigkeit des deutschen Sozialstaates und der dringenden Notwendigkeit von Reformen angesichts wirtschaftlicher und demografischer Herausforderungen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Themen gehören die Finanzierung des Sozialsystems, der Wandel der Beschäftigungsstruktur, die Folgen der Globalisierung für Unternehmen sowie der demografische Wandel.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass das aktuelle Sozialsystem in seiner jetzigen Form langfristig nicht finanzierbar ist und Anpassungen erfordert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse bestehender Daten und einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur zur Sozialstaatsreform.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Im Hauptteil werden der Abbau von Normalarbeitsverhältnissen, die Belastungen durch Lohnfortzahlungen und die Notwendigkeit einer demografieorientierten Rentenpolitik untersucht.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialstaat, Demografie, Eigenverantwortung, Arbeitsmarkt und Reformbedarf.

Warum wird die Einführung einer fünften Säule vorgeschlagen?

Aufgrund der Alterung der Bevölkerung und des demografischen Risikos wird eine „ausgeglichene Alters- und Bevölkerungsstruktur“ als notwendige fünfte Säule definiert.

Wie bewertet der Autor die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall?

Die Lohnfortzahlung wird als ein Beispiel für die hohe Belastung des Arbeitsstandortes Deutschland angeführt, bei der Arbeitgeber Leistungen ohne direkte Arbeitsgegenleistung erbringen müssen.

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Details

Title
Quo vadis, deutscher Sozialstaat? Warum der deutsche Sozialstaat Reformen braucht
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
2,3
Author
Marcus Guhlan (Author)
Publication Year
2006
Pages
8
Catalog Number
V63011
ISBN (eBook)
9783638561464
Language
German
Tags
Sozialstaat Warum Sozialstaat Reformen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcus Guhlan (Author), 2006, Quo vadis, deutscher Sozialstaat? Warum der deutsche Sozialstaat Reformen braucht , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63011
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