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Robuste Logistiknetzwerke nach biologischem Vorbild

Title: Robuste Logistiknetzwerke nach biologischem Vorbild

Diploma Thesis , 2006 , 140 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dipl.-Wi.-Ing. Hendrik Preis (Author)

Business economics - Supply, Production, Logistics
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Logistiknetzwerken liegent ypische Phänomene zu Grunde, die sich auch in anderen Netzwerken, bspw. Kommunikationsnetzen, biologischen oder sozialen Netzen ,wiederfinden. Ziel dieser Diplomarbeit ist eine sowohl qualitative, als auch quantitative Beurteilung, in welcher Form und Umfang Elemente und Methoden aus biologischen Netzwerken zur Effizienzsteigerung klassischer Logistiknetzwerke eingesetzt werden können. Im Vordergrund steht dabei die Aussage, dass biologische Netzwerke, wie sie vor allem im Bereich staatenbildender Insektenauftreten, schnell und effizient auf Veränderungen in der nahen Umwelt reagieren können, ohne dass das Gleichgewicht des Systems gestört wird. Wenn dies gilt, können die beobachteten Elemente und Methoden einen Beitrag zur Robustheit von Logistiknetzwerken leisten. Den Untersuchungsrahmen bildet ein klassisches Logistiknetz aus dem Einzelhandel, vereinfacht auf drei Produkte, ein Warenverteilzentrum und mehrere Filialen. Es gilt nun, dieses idealisierte Netzwerk aus Kosten-und Sicherheitsaspekten heraus so zu gestalten, dass die Verfügbarkeit des Produkts unter Beachtung sich ändernder Rahmenbedingungen gewährleistet ist. In einem Imitationsprozess wird ein Steuerungsmechanismus der Resourcenallokation aus dem Bereich der staatenbilden den Insekten beschrieben, auf das betrachtete Netzwerk abgebildet und durch Simulation bewertet. Im ersten Abschnitt wird zunächst das Netzwerk aus der Sicht des Systems betrachtet. Es werden die Elemente des Systems, deren Eigenschaften (Parameter) und die zu beachtenden Restriktionen definiert. Im zweiten Abschnitt wird die Verbindung zwischen den künstlichen Systemen der Logistik und den lebendigen Systemen der Biologie durch die Betrachtung beider Welten als komplexe Systeme geschaffen .Im dritten Abschnitt wird ein Steuerungsmechanismus aus dem Bereich staatenbildender Insekten erläutert. Dieser versetzt ein Honigbienenvolk in die Lage auf eine Veränderung der Umweltbedingungen zu reagieren und die Resourcen des Sammelprozesses effizient aufzuteilen. Dieser Steuerungsmechanismus wird im letzten Abschnitt auf die Problemstellung transferiert und implementiert. Dazu wird zunächst ein Simulationsmodell des Logistiknetzes erstellt und das Steuerungskonzept aus dem Bereich der Honigbienen in die Simualtion integriert. Daran schliesst sich die Bewertung des Steuerungskonzepts mit einer Szenarienanalyse an.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Motivation und Zielsetzung

1.2 Aufbau der Arbeit

1.3 Problemstellung

2 Das Logistiknetzwerk in der mathematischen Betrachtung und Modellierung

2.1 Planungsperioden und Produkte

2.2 Transport

2.3 Zulieferer

2.4 Absatzmärkte

2.5 Operationseinheiten

2.5.1 Lagerhaltung

2.5.2 Filialmärkte

2.6 Kosten und Erlöse

2.7 Logistikkennzahlen

3 Netzwerke der Biologie, Analogie und Inspiration für Logistiknetzwerke?

3.1 Biologische Netzwerke in der Sicht als komplexe Systeme

3.2 Das Prinzip der Rückkopplung

3.3 Struktur komplexer Systeme

3.3.1 Hierarchie

3.3.2 Selbstorganisation

3.3.3 Regeln als Basis der Selbstorganisation

3.4 Dynamik komplexer Systeme

3.4.1 Chaostheorie

3.4.2 Bifurkation und Intermittenz

3.5 Technologisch kompliziert oder lebendig komplex?

4 Der Nahrungserwerb der Honigbienen; Ein emergenter Prozess in einem komplexen System

4.1 Aufbau der Kolonie

4.1.1 Grundlagen zur Honigbiene

4.1.2 Die Umwelt des Bienenstocks

4.2 Der Prozess des Nahrungserwerbs

4.2.1 Fliegen, Sammeln, Tanzen

4.2.2 Das Modell kollektiver Klugheit bei der Aufteilung der Sammelbienen

4.3 Die Gleichwertraten-Zuordnung als Steuerungsmechanismus

4.3.1 Der Aufteilungsprozess aus logistischer Sicht

4.3.2 Die Mehrwertrate als Steuerungsparameter

5 Umsetzungsmöglichkeiten emergenter Steuerungsprozesse

5.1 Modellierung des Netzwerks

5.1.1 Petrinetze, eine Einführung

5.1.2 Das Simulationswerkzeug PACE60

5.1.3 Bausteine des Modells

5.1.3.1 Zulieferer

5.1.3.2 Filiale

5.1.3.3 Distributionszentrum

5.1.4 Bausteinparameter

5.1.4.1 Zulieferer

5.1.4.2 Filiale

5.1.4.3 Distributionszentrum

5.1.5 Lenkungsmechanismen

5.1.5.1 Zulieferer

5.1.5.2 Filiale

5.1.5.3 Distributionszentrum

5.2 Umsetzung des emergenten Steuerungsprozesses

5.3 Simulation und Auswertung

6 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung und Bewertung von Mechanismen aus biologischen Netzwerken – insbesondere von staatenbildenden Insekten –, um deren Anwendungspotenzial zur Steigerung der Robustheit und Effizienz in klassischen Logistiknetzwerken zu analysieren.

  • Qualitative und quantitative Bewertung biologischer Netzwerkmechanismen
  • Modellierung eines fiktiven Logistiknetzwerks im Einzelhandel
  • Transfer von Steuerungsmechanismen (Ressourcenallokation) aus der Bienenbiologie
  • Entwicklung und Simulation eines emergenten Steuerungskonzepts
  • Validierung des Konzepts mittels Szenarienanalyse

Auszug aus dem Buch

3.1 Biologische Netzwerke in der Sicht als komplexe Systeme

Man wird sich vielleicht die Frage stellen, warum es notwendig ist, die Netzwerke aus der Biologie nicht nur mit biologischen Termini zu beschreiben, sondern sie als Systeme und insbesondere als komplexe Systeme zu betrachten. Es ist in der Beobachtung der biologischen Systeme nicht ausreichend, deren Struktur und Eigenschaften zu bestimmen. Das wichtigste Element sind die Mechanismen, die Regeln, die in einem solchen System vorherrschen und dessen Verhalten beeinflussen. Stephen Wolfram schrieb dazu 1984 in seinem Artikel „Cellular automata as models of complexity“:

In der Natur sind Systeme weit verbreitet, deren gesamtes Verhalten sehr komplex ist, deren fundamentale Komponenten aber sehr einfach sind. Die Komplexität entsteht durch den kooperativen Effekt vieler einfacher, identischer Teile. Über das Wesen dieser Komponenten in physikalischen und biologischen Systemen ist bereits viel bekannt, doch weiß man nur wenig über die Mechanismen, nach denen diese Teile zusammenwirken, um die beobachtete Komplexität als Ganzes zu schaffen. [übersetzt nach Wolfram 1984, S. 419]

Für das weitere Verständnis wird der verwendete Systembegriff definiert und die Menge der unterschiedlichen Systeme klassifiziert. Die Frage, was unter einem System zu verstehen ist, ist nicht trivial zu beantworten. Die Beschreibung eines Systems hängt immer von der untersuchten Fragestellung ab. Wie bereits erwähnt ist die reine Nennung der Elemente eines Systems zur Betrachtung komplexer biologischer Systeme nicht ausreichend. Im Fokus unserer Betrachtung steht das Zusammenwirken der Elemente. Nach Niklas Luhmann lässt sich der Systembegriff folgendermaßen definieren:

Ein System besteht darin, dass Einheiten durch Beziehungen als Teile zu einem Ganzen verbunden werden. Das System ist die Interdependenz der Teile im Rahmen eines Ganzen. Die Art, wie die Teile zu einem Ganzen zusammengeordnet sind, macht die Struktur des Systems aus. [Luhmann 1976]

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung motiviert die Nutzung biologischer Vorbilder zur Effizienzsteigerung in der Logistik und definiert den Aufbau sowie die Problemstellung der Arbeit.

2 Das Logistiknetzwerk in der mathematischen Betrachtung und Modellierung: Hier wird ein fiktives Logistiknetzwerk im Einzelhandel mathematisch beschrieben und für die spätere Simulation formal modelliert.

3 Netzwerke der Biologie, Analogie und Inspiration für Logistiknetzwerke?: Dieses Kapitel untersucht biologische Systeme als komplexe Strukturen und analysiert Prinzipien wie Rückkopplung, Selbstorganisation und Dynamik.

4 Der Nahrungserwerb der Honigbienen; Ein emergenter Prozess in einem komplexen System: Es wird der Nahrungserwerb bei Honigbienen als natürliches Modell für die effiziente Ressourcenallokation und Koordination detailliert erläutert.

5 Umsetzungsmöglichkeiten emergenter Steuerungsprozesse: Dieses Kapitel beschreibt den Transfer des Bienenmodells in ein Simulationswerkzeug (PACE60) und die Durchführung einer Szenarienanalyse.

6 Zusammenfassung und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit bewertet und kritisch reflektiert, während zukünftige Forschungsrichtungen aufgezeigt werden.

Schlüsselwörter

Logistiknetzwerke, Biologische Netzwerke, Selbstorganisation, Emergenz, Honigbienen, Ressourcenallokation, Robustheit, Simulation, Petrinetze, PACE60, Supply Chain Management, Komplexe Systeme, Rückkopplung, Steuerungsmechanismen, Effizienzsteigerung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht, wie Prinzipien aus der Biologie, insbesondere aus dem Sozialverhalten von Insekten, genutzt werden können, um Logistiknetzwerke robuster und effizienter zu steuern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die mathematische Modellierung von Logistikprozessen, die Systemtheorie komplexer biologischer Netzwerke und die Anwendung emergenten Verhaltens in technischen Steuerungssystemen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel besteht darin, einen robusten Steuerungsmechanismus aus der Biologie auf ein Logistiknetzwerk zu übertragen und dessen Wirksamkeit durch Simulation zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine methodische Kombination aus Literaturanalyse zu komplexen Systemen, mathematischer Modellierung von Logistikstrukturen und einer ereignisgesteuerten Simulation mittels Petrinetzen (PACE60) angewandt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine quantitative Modellierung des Logistiknetzwerks, eine Analyse der biologischen Analogien (insbesondere das Honigbienen-Modell) und die praktische Umsetzung der Steuerungskonzepte in einem Simulationsmodell.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Selbstorganisation, Emergenz, Logistiknetzwerke, Ressourcenallokation, Robustheit und Petrinetze.

Wie unterscheidet sich das untersuchte Logistiknetzwerk von klassischen Modellen?

Das Modell integriert eine emergenzbasierte Steuerung, die auf der "Gleichwertraten-Zuordnung" der Bienen basiert, statt auf einer rein zentralen, deterministischen Planung.

Zu welchem Ergebnis kommt die Szenarienanalyse im letzten Teil?

Die Simulation zeigt, dass der untersuchte emergenzbasierte Steuerungsprozess zwar ein theoretisch fundierter Ansatz ist, in der untersuchten Konfiguration jedoch keinen signifikanten Vorteil hinsichtlich des benötigten Aufwands gegenüber linearen Prozessen bietet.

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Details

Title
Robuste Logistiknetzwerke nach biologischem Vorbild
College
University Karlsruhe (TH)  (Institut für Fördertechnik und Logistiksysteme)
Grade
1,3
Author
Dipl.-Wi.-Ing. Hendrik Preis (Author)
Publication Year
2006
Pages
140
Catalog Number
V63035
ISBN (eBook)
9783638561624
ISBN (Book)
9783640864881
Language
German
Tags
Robuste Logistiknetzwerke Vorbild
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Wi.-Ing. Hendrik Preis (Author), 2006, Robuste Logistiknetzwerke nach biologischem Vorbild, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63035
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