Innerstädtischer Einzelhandel versus Kaiserwiesen-Center


Hausarbeit, 2006

23 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Ablauf einer empirischen Untersuchung
1.2. Thema der Studie
1.3. Die Forschungshypothese
1.4. Definition der Grundgesamtheit

2. Die Stichprobentheorie
2.1. zufallsorientierte Auswahlverfahren
2.2. Nicht- zufallsorientierte Auswahlverfahren
2.3. Das Quotenverfahren

3.Gütekriterien
3.1. Repräsentativität
3.2. Validität
3.3. Reliabilität

4. Die Befragung im Allgemeinen
4.1. Probleme bei der Befragung
4.1.1. Probanden als Unsicherheitsfaktor
4.1.2. Problem der Antwortverzerrung
4.2. Frageformulierung
4.2.1. Direkte/Indirekte Fragen
4.2.2. Offene Fragen
4.2.3. Geschlossene Fragen
4.2.4. Antwortmöglichkeiten
4.2.5. Befragungsfazit
4.2.6. Vorgehensweise bei der Befragung
4.2.7. Unser Fragebogen

5. Statistische Auswertung und Interpretation

6. Schlussbetrachtung

7. Quellenangaben

1. Einleitung

Aufgabe dieser Hausarbeit ist es, eine empirische Studie über ein frei gewähltes Thema durchzuführen und auszuwerten.

Die empirischen Methoden sind ein wesentliches Element der empirisch-analytischen Wissenschaft, deren Ziel die wertfreie Beschreibung, Erklärung und Prognose der Realität ist.

Die Methoden der empirischen Sozialforschung sollen dabei die Wissenschaftlichkeit politikwissenschaftlicher Analysen gewährleisten.

Im Folgenden sollen zunächst die Methoden der empirischen Sozialforschung sowie der Ablauf einer empirischen Untersuchung, bei der diese zur Anwendung kommen, näher erläutert werden.

Danach wird der Ablauf und die Auswertung unseres Forschungsprojekts auf der Basis dieser methodisch-theoretischen Grundlagen dargestellt.

1.1. Ablauf einer empirischen Untersuchung

Am Beginn einer empirischen Untersuchung steht ein Thema bzw. eine spezifische Fragestellung die erklärt werden soll. Eine empirische, d.h. auf Erfahrung der Wirklichkeit beruhende Vermutung wird Hypothese genannt. Hypothesen müssen genauso wie die Grundgesamtheit mittels analytischer Begriffe (genau definierte Begriffe wie sie etwa in der Mathematik verwendet werden) und empirischer Begriffe (Begriffe, die anhand der Realität bestimmt werden) sprachlich präzise formuliert sein und Erklärungsqualität besitzen. Die Formulierung von Hypothesen ist ein induktiver Prozess, d.h. man schließt vom Einzelnen auf das Allgemeine und die Hypothese wird an konkreten Einzelfällen überprüft.
Ergibt sich bei der Überprüfung anhand der Realität dass die Hypothese falsch ist, so gilt sie als falsifiziert. Die Hypothese ist in diesem Fall entsprechend zu modifizieren und erneut empirisch zu prüfen. Hat sich eine Hypothese dagegen bei der Überprüfung bewährt ist sie zu verallgemeinern und dann erneut zu prüfen.

Gemäß dem Wissenschaftstheoretiker Karl Popper ist es nicht möglich, Hypothesen zu verifizieren. Hierzu müsste man alle Fälle überprüfen. Dies ist aber schon allein deshalb nicht möglich, weil sich zukünftige Fälle immer einer Überprüfung entziehen werden.1
Mit Hilfe eines geeigneten Stichprobenmittels und des Instrumentes zur Datenerhebung wie in unserem Fall der Fragebogen und das dazugehörige Interview werden die für die Hypothesenprüfung relevanten Daten gesammelt.

Anschließend erfolgt die Aufbereitung der Daten mit Hilfe des Programms SPSS und die Auswertung bzw. Interpretation der gesammelten Informationen.

1 Zur Unmöglichkeit der Verifikation von Hypothesen vgl. Druwe,

Ulrich: Politische Theorie, 2. Aufl., Neuried, 1995, S. 36.

1.2. Thema der Studie

Aufgrund der Eröffnung (Frühjahr 2004) des Kaiserwiesen-Centers, nahe des Bronnzeller Kreisels erschien es unserer Projektgruppe besonders interessant zu ermitteln, wie der betroffene innerstädtische Einzelhandel in Fulda auf diese Errichtung reagiert, so dass wir uns relativ schnell und voller Einsatzeifer auf das Thema:„Reaktion des betroffenen innerstädtischen Einzelhandels in Fulda auf das Kaiserwiesen-Center“einigen konnten.

1.3. Die Forschungshypothese

Bevor eine Analyse beginnen kann, muss die Forschungshypothese klar definiert werden, denn alle folgenden Schritte hängen hiervon ab.
Die Wörter in der Fragestellung müssen dabei genau auf diese Hypothese abgestimmt werden, damit die Analyse nachvollziehbar bleibt und mit den gewonnen Daten gearbeitet werden kann. So ist es dann möglich, gegebenenfalls Vergleiche anzustellen.

Unsere Projektgruppe hat sich nach ausgiebigem Meinungsaustausch für folgende

Hypothesen entschieden:

1. Der betroffene innerstädtische Einzelhandel lehnt das Kaiserwiesen-Center ab.
2. Die Errichtung des Kaiserwiesen-Centers führte beim betroffenen innerstädtischen Einzelhandel zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage.

1.4. Definition der Grundgesamtheit

Nach Auswahl des Themas erfolgt die Definition der Grundgesamtheit, an welcher die aufgestellte Forschungshypothese überprüft werden soll.

Als Grundgesamtheit unserer Studie definieren wir die Betriebe des innerstädtischen Einzelhandels in Fulda, die im Hinblick auf die wirtschaftliche Branche ebenso in dem Kaiserwiesen-Center vertreten sind und somit als Konkurrenz für den betroffenen Einzelhandel angesehen werden können.

Diese Definition spiegelt sich in unserer Hypothese besonders durch die Formulierung „betroffene Betriebe“ wieder, wobei nur die branchengleichen Betriebe des innerstädtischen Einzelhandels in Fulda gemeint sind.

2. Die Stichprobentheorie

Nach der Wahl eines Themas und einer genauen Definition der Hypothese bzw. der Grundgesamtheit erfolgt die Auswahl einer geeigneten Stichprobe.

Da eine Gesamterhebung nur in den seltensten Fällen zur Erlangung der benötigten Daten führt, greift man oftmals auf eine Stichprobe zurück. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Auswahl des Stichprobenmittels eine Aussagekraft über die Repräsentativität der jeweiligen Untersuchung hat und man somit bedacht bei der Selektion einer geeigneten Stichprobe vorgehen muss.

Hier stehen dem Sozialwissenschaftler verschiedene Methoden zur Verfügung. Es wird dabei zwischen zufallsorientiertem und nicht zufallsorientiertem Auswahlverfahren zu denen auch das Quotenverfahren gehört unterschieden.

2.1. zufallsorientierte Auswahlverfahren

Bei der Zufallsauswahl (random sampling) werden die Elemente der Stichprobe ausschließlich anhand des Zufallsprinzips ermittelt. Jedes Element der Grundgesamtheit muss die gleiche, oder zumindest eine zu ermittelnde Chance haben in die Auswahl zu gelangen. Im Gegensatz zu den so genannten bewussten Auswahlverfahren können bei den Zufallsauswahlen die Ergebnisse mit zu berechnenden Fehlergrenzen auf die Grundgesamtheit übertragen werden, ohne dass vorher sichere Kenntnisse über die Struktur der Grundgesamtheit vorliegen. Es besteht demnach keine Möglichkeit der Beeinflussung beispielsweise durch den Interviewer.

2.2. Nicht- zufallsorientierte Auswahlverfahren

Nach den Zufallsauswahlen, bei denen jedes teilnehmende Element die gleiche Chance hat in die Stichproben zu gelangen, kommen wir zu der willkürlichen und bewussten Auswahl, die im Folgenden erläutert wird.

Diese Art der gezielten Datenerhebung richtet sich immer nach bestimmten Systematiken oder wie bei der willkürlichen Auswahl, nach der Willkür des Interviewers.

Das ist eine ,,Auswahl aufs Geratewohl" (Schnell, Hill, Esser 1989, S.271). Solche Ergebnisse sind wissenschaftlich eigentlich nicht mehr verwertbar. Das Gleiche gilt für Stichproben zu deren Teilnahme sich die Testpersonen freiwillig melden ohne vorher auf gewisse Kriterien überprüft worden zu sein, diese nennt man dann ,,selbst-selektiv".

Sobald die Auswahl der Elemente, d.h. der Befragten, nicht mehr dem Zufall überlassen ist sondern nach gewissen Regeln (Quoten) getroffen wird, nimmt man eine bewusste Auswahl vor. Man versucht also Repräsentativität zu erlangen, indem man eine Auswahl von Untersuchungseinheiten bewusst so vornimmt, dass die Stichprobe ein verkleinertes Abbild der Grundgesamtheit darstellt und damit Rückschlüsse gezogen werden können. Dazu werden Auswahlpläne erstellt, die sich nach bestimmten, gezielten Kriterien wie Wohnort, Alter oder Geschlecht richten.

2.3. Das Quotenverfahren

Das Quotenverfahren ist das Standardverfahren bei den bewussten Auswahl, welches insbesondere in der kommerziellen Markt- und Meinungsforschung eingesetzt wird. Bei der Quotenauswahl werden die Personenstichproben so konstruiert, dass die Verteilung bestimmter Merkmale in der Stichprobe auch der Verteilung dieser Merkmale in der Grundgesamtheit exakt entspricht. Dabei müssen aber erst zwei Vorraussetzungen erfüllt werden. Zum ersten muss man annehmen, dass die Merkmale, die gefordert werden auch in direktem Zusammenhang mit dem Thema oder mit dem Problem der Untersuchung stehen. Die Untersuchungsmerkmale sollten eine hohe ,,Korrelation" zu den quotierten Merkmalen besitzen. Die zweite Vorraussetzung für die Anwendung einer Quotenauswahl sind fundierte Kenntnisse über die Verteilung der Merkmale in der Grundgesamtheit, die man einer amtlichen Statistik oder einer anderen Vollerhebung entnehmen können muss.

Diese Informationen müssen absolut verlässlich und aktuell sein, sonst wird das Ergebnis schon durch falsche Quotenvorgaben verfälscht. Man versucht also durch die genaue Vorgabe von Quoten, die prozentual in ihren Anteilen der Grundgesamtheit entsprechen ein genaues Abbild der Grundgesamtheit zu bekommen.

Wir haben uns unter Berücksichtigung der Tatsache, dass wir nur bewusst branchengleichen Betrieben des innerstädtischen Einzelhandelns auswählen mussten für das Quotenverfahren (= nicht zufallsorientiert) entschieden.

Die Quoten errechneten wir uns aus der uns vorliegenden Verteilung der jeweiligen Betriebe des Kaiserwiesen-Centers.

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Innerstädtischer Einzelhandel versus Kaiserwiesen-Center
Hochschule
Hochschule Fulda
Veranstaltung
Methoden der empirischen Wirtschafts- und Sozialforschung
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
23
Katalognummer
V63083
ISBN (eBook)
9783638562065
Dateigröße
577 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Innerstädtischer, Einzelhandel, Kaiserwiesen-Center, Methoden, Wirtschafts-, Sozialforschung
Arbeit zitieren
Sarah Leutke (Autor), 2006, Innerstädtischer Einzelhandel versus Kaiserwiesen-Center, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63083

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