Mallorquinisch, Katalanisch, Spanisch - Wahrnehmung einer problematischen Sprachsituation durch Touristen


Bachelorarbeit, 2005

87 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mallorca - Eine Eingliederung in den europäischen Kontext
2.1 Einführung
2.2 Geschichte
2.3 Politische Informationen
2.4 Wirtschaft

3. Die sprachliche Konstellation auf Mallorca
3.1 Einleitung
3.2 Katalanisch auf Mallorca
3.2.1 Die Geschichte des Katalanischen von 1229 bis 1939
3.2.2 Die Entwicklung des Katalanischen ab 1939
3.2.3 Besonderheiten des Mallorquinischen
3.3 Sprachgebrauch auf Mallorca
3.4 Sprachpolitik
3.4.1 Llei de normalització lingüística de les Balears - Das Gesetz zur sprachlichen Normalisierung auf den Balearen
3.4.2 Das Selbstverständnis der Regierung
3.4.3 Die Folgen der Sprachpolitik
3.5 Fazit

4. Tourismus auf Mallorca
4.1 Tourismustheorie
4.1.1 Begriffserläuterung
4.1.2 Bedeutung des Tourismus
4.1.3 Fazit
4.2 Der Tourismus auf Mallorca
4.2.1 Die Entwicklung des Tourismus in Spanien
4.2.2 Die Entwicklung des Tourismus auf Mallorca
4.2.3 Bauboom
4.2.4 Besonderheiten des Tourismus auf Mallorca
4.2.5 Konsequenzen / Folgen
4.2.6 Neue Strategien und Maßnahmen
4.3 Die Wahrnehmung der lokalen Situation durch die Touristen
4.3.1 Forschungsstand
4.3.2 Voraussetzung I: Antrieb
4.3.3 Voraussetzung II: Zugang
4.3.4 Voraussetzung III: Vermögen
4.3.5 Kontaktaufnahme mit Mallorquinern
4.4 Fazit

5. Wahrnehmung der Sprachkonstellation auf Mallorca - Eine Umfrage unter Deutschen
5.1 Fragebogenerhebung
5.1.1 Einleitung
5.1.2 Hypothesen
5.1.3 Durchführung der Fragebogenerhebung
5.1.4 Ergebnisse der Fragebogenerhebung
5.2 Fazit

6. Schlussbetrachtung

7. Quellenverzeichnis

8. Abbildungsverzeichnis

9. Anhang
9.1 Fragebogen
9.2 Interviews
9.3 Abstract

1. Einleitung

Buenos días, bon día oder, wo bitte geht’s zum Ballermann? Die sprachliche Situation auf Mallorca ist komplex und problematisch. Kauft man sich ein Wirtschaftsmagazin, so ist es auf Spanisch, entscheidet man sich aber für eine Kulturzeitschrift, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie auf Katalanisch verfasst ist. Betrachtet man die Werbeplakate, so sind diese teils auf Spanisch, teils auf Katalanisch. Spaziert man durch ein kleines Dorf im Inselinneren, so hört man die Bewohner wahrscheinlich auf Mallorquinisch plaudern. Fährt man aber nach S’Arenal, in die Nähe des berühmt-berüchtigten Ballermanns, so findet man alle Anzeigen und Aufschriften auf Deutsch.

Die Verwirrung ist groß und die Auseinandersetzungen über dieses Problem emotional. Doch wie kam es zu einer derart komplexen sprachlichen Konstellation? Dieser Frage soll im Rahmen dieser Bachelorarbeit nachgegangen werden. Ausgehend von den geschichtlichen Entwicklungen, vom Einfluss der Römer und Mauren bis hin zur jüngeren Geschichte und dem Sprachverbot des Katalanischen unter der Diktatur von Franco sowie dem Übergang Spaniens zur Demokratie, sollen die Besonderheiten dieser Sprachsituation betrachtet werden. Es wird dargelegt werden, welche Maßnahmen zur sprachlichen Normalisierung seit dem Beitritt Mallorcas zur Autonomen Gemeinschaft der Balearen im Jahr 1983 beschlossen und durchgeführt wurden und wie diese die Sprachentwicklung beeinflusst haben. Dabei wirft nicht zuletzt das Selbstverständnis der mallorquinischen Bevölkerung über ihre eigene Sprache immer wieder Probleme auf.

Von besonderem Interesse im Rahmen dieser Bachelorarbeit ist auch die Wahrnehmung dieser komplexen Sprachsituation durch die Touristen. Seit Beginn der 50er Jahre sind sie von Mallorca nicht mehr wegzudenken. Der Tourismus hat sich zur wichtigsten Einnahmequelle der Insel entwickelt und lockt inzwischen jährlich mehr als 7 Millionen Urlauber nach Mallorca. Der Tourismus brachte der mallorquinischen Bevölkerung Arbeitsplätze und Wohlstand aber gleichzeitig auch die Gefährdung bzw. Zerstörung der Natur. Die Auswirkungen des Massentourismus sind vor allem an den Küstengebieten deutlich sichtbar. Hier wurden landschaftlich reizvolle Gebiete aus Profitgier über Nacht mit Ferienanlagen zugebaut. Es entstanden Massenunterkünfte für Ströme an Urlaubern. Und das Konzept ging auf. Die Besucherzahlen stiegen ständig. Gleichzeitig vergrößerten sich aber auch die, durch die Massentouristen verursachten, Imageschäden. So avancierte Mallorca von der Putzfraueninsel zur Insel der Ballermänner.

Doch nun soll Schluss sein mit diesem Klischee. Die neue Strategie lautet: Weg vom Massentourismus, weg von den Ballermanntouristen hinzu aufgeklärten Touristen, die um die kulturellen Besonderheiten der Mittelmeerinsel wissen. Doch was wissen die Touristen wirklich? Eine im Rahmen dieser Arbeit durchgeführte Fragebogenerhebung unter Deutschen auf Mallorca soll Licht in dieses Dunkel bringen.

2. Mallorca - Eine Eingliederung in den europäischen Kontext

2.1 Einführung

Mallorca - das ist die Lieblingsinsel der Deutschen und das so genannte heimliche 17. Bundesland. Hier befindet sich der berühmt-berüchtigte Ballermann. Er ist das Ziel massenhaft einreisender Pauschaltouristen und der Treffpunkt für kollektive Besäufnisse. Oder gibt es noch ein ‚anderes’ Mallorca?

Es ist das Anliegen des Landeskulturministers Damià Pons i Pons, das in der Öffentlichkeit vorherrschende Bild Mallorcas, nämlich einer dem Tourismus verschriebenen, kulturlosen Insel, zu korrigieren (vgl. Pons i Pons 2003: 1). Ihm zufolge verfüge Mallorca nicht nur über eine hoch entwickelte Infrastruktur und ein reiches Angebot an urbanen Veranstaltungen wie Konzerten, Opern, Musikfestivals, Ausstellungen und Volksfesten, sondern es zeichnet sich auch durch seine Offenheit gegenüber anderen Kulturen aus.

Darüber hinaus reizt Mallorca mit einem sehr angenehmen mediterranen Klima sowie abwechslungsreicher Landschaft. Die Mittelmeerinsel bietet Meer, Strand, Gebirge, einsame Buchten, verträumte Dörfer und die lebendige Hauptstadt Palma - und das alles ist nur zwei Flugstunden von Deutschland entfernt. Vielleicht ist das der Grund, warum Mallorca zu den beliebtesten Europäischen Reisezielen zählt (vgl. Iberworld: 31).

Die spanische Mittelmeerinsel hat eine Fläche von 3.684 km² und verfügt dabei über eine Küstenlänge von 1.428 km. Die höchste Erhebung der Insel ist der Puig Major des Tramuntana-Gebirges mit einer Höhe von 1.445 m. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 18,4°C und selbst in den Wintermonaten sinkt die Temperatur selten unter 10°C. Derzeit leben auf der Baleareninsel 650.000 Menschen, allein 350.000 davon in der Hauptstadt Palma. Jährlich kommen mehr als 7 Mio. Touristen auf die Insel.

2.2 Geschichte

Steinschleuderer, Römer und Piraten - Mallorca blickt zurück auf eine interessante und abwechslungsreiche Geschichte. Die ersten Siedler kamen bereits zwischen 8000 und 5000 v. Chr. auf die Mittelmeerinsel. Funde aus dem Jahr 1300 v. Chr. zeugen von der Besiedlung durch kriegerische taloitische Völker. Diese Völker waren insbesondere für ihre Kriegstechnik, das Steinschleudern, berüchtigt. Darauf lässt sich auch der Name der Inselgruppe zurückführen, die balearides, leiten sich ab vom griechischen ballein, was so viel bedeutet wie werfen oder schleudern (vgl. Völger 1996: 34f).

Während der Auseinandersetzungen zwischen den Griechen und Kathargern um die Vormachtsstellung im Mittelmeer blieb Mallorca neutral und seine Einwohner widmeten sich statt dessen der einträglichen Seeräuberei. Sie unternahmen Piratenzüge gegen jede Flotte, die auf ihrem Handelsweg das Seegebiet um Mallorca durchkreuzte, so auch gegen die römischen Seehandelsflotten. Diese Provokation führte zum römischen Feldzug gegen Mallorca. Im Jahre 123 v. Chr. landete die Kriegsflotte unter der Führung des einstigen Prätoren, Konsul und Prokonsul Quintus Caecilius Metellus im Norden der Insel (in der heutigen Bucht von Alcúdia). Bald darauf wurde die Stadt ‚Pollentia’ (das heutige Alcúdia) gegründet, die damit zur ersten Hauptstadt Mallorcas wurde (vgl. Breuer 1992: 18). Die Römer nannten die Insel nach dem griechischen Vorbild ‚ Balearis Major ’ oder auch ‚ Majorica ’, wovon sich ihr heutiger Name ableitet. In der Altstadt von Palma sind heute noch die Überreste der einstigen römischen Siedlung ‚ Palmeria ’ zu sehen (vgl. Breuer 1992: 18).

Die zügige Romanisierung der Insel und der im Rahmen der Pax Romana geschlossenen Frieden ebneten den Weg für eine 400 Jahre währende glückliche Zeit auf Mallorca. Ausdruck dafür sind die Intensivierung der Landwirtschaft und der rege Handelsverkehr mit den Häfen Roms. Dorthin wurden Waren wie Weizen, Wein und Olivenöl exportiert. Im Jahre 455 n. Chr. wird Mallorca Opfer der Vandalenherrschaft, die 80 Jahre andauerte und in der sowohl Christen als auch Juden verfolgt wurden. 534 n. Chr. wurde Mallorca von Kaiser Justinians erobert und stand fortan unter byzantinischer Befehlsgewalt. Aber schon in der ersten Hälfte des 8. Jh. wurde die byzantinische Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel durch die Mauren beendet und bereits im Jahre 707 n. Chr. kam es zur ersten Landung von Arabern auf Mallorca. Die Mallorquiner gingen in dieser Zeit intensiv der Piraterie nach und so kam es auch zu Übergriffen auf maurische Schiffe. Als Konsequenz folgte 903 ein maurischer Feldzug gegen Mallorca, der zum endgültigen Anschluss der Insel an die moslemische Dynastie der Omajaden führte. Palma wurde durch die Besetzung der

Mauren zu ‚ Medina Mayurca ’ . Es folgten 300 Jahre Blütezeit unter dem Einfluss islamischer Hochkultur und jüdischer Geistigkeit. Den Christen wurde während der arabischen Zeit fast durchgehend das Recht auf freie Religionsausübung gewährt. Es war die Epoche für Kunst, Architektur und Gelehrsamkeit auf der Insel. In der Landwirtschaft entwickelten die Mauren neben dem Terrassenbau ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem und ermöglichten somit den Anbau von Zitrusfrüchten und Mandelbaumkulturen, die heute noch das Landschaftsbild der Insel prägen. Dennoch gingen die Mallorquiner weiterhin ihrer bis zur Perfektion betrieben Piraterie nach, die ihnen bald selbst zum Verhängnis werden sollte.

Die Bevölkerung der katalanischen Küste, insbesondere die Bürger Barcelonas fühlten sich durch die ständigen Piratenüberfälle bedroht. Deshalb baten sie am königlichen Hof Aragons um Hilfe. Die Bitte wurde erhört, nicht zuletzt weil den König Jaume I. die strategische Lage Mallorcas reizte. Und so folgte 1229 die Eroberung Mallorcas durch katalanisch- aragonesische Truppen unter Führung von Jaume I. Die reconquista1 , die auf dem spanischen Festland die Vorherrschaft der Mauren immer weiter zurückdrängte, bedeutete auch für die Baleareninsel das Ende der arabischen Ära. Bereits im Jahre 1232 war die Erstürmung der Insel abgeschlossen. Weitreichende Zerstörungen durch die Eroberung sind der Grund, warum heute kaum noch etwas von der islamischen Kultur erhalten ist. Einzig das Bewässerungssystem und den Terrassenbau haben die christlichen Siedler ihrer Zweckmäßigkeit halber beibehalten.

Der Eroberung folgte eine zügige Einwanderung von katalanisch sprechenden Siedlern, was auch die Einführung des Katalanischen als Amtssprache mit sich brachte. 1276 wurde das unabhängige Königreich Mallorca unter Jaume II. gegründet, das alle Baleareninseln umfasste. Dieses wurde aber bereits 73 Jahre später dem aragonesischen Herrschaftsbereich einverleibt. 1479 fielen die Balearen dann auf Grund der Vereinigung Aragóns mit Kastilien unter spanische Zentralgewalt.

Im 16. Jahrhundert nahm das Piratentum und die Überfälle auf Mallorca ab und es kehrte Frieden auf der Insel ein. Durch die Insellage war Mallorca vom Rest Europas relativ isoliert, so dass der erste Weltkrieg kaum Spuren auf Mallorca hinterließ.

Mit dem Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges 1936 begann auch auf der Baleareninsel eine Epoche des Terrors. Mallorca wurde sehr bald von der rechten Falange-Partei kontrolliert und es kam zu brutalen politischen Säuberungsaktionen und Repressionen. In der folgenden Zeit des Franco-Regimes wurden regionale Interessen unterdrückt, wozu auch das Verbot des

Katalanischen auf Mallorca zählte. Zwei Jahre nach dem Tod Francos (1975) kam es zur Wiederherstellung der spanischen Demokratie und zur Dezentralisierung des Staates. In der 1978 verabschiedeten Verfassung wurde die pluralistische Kultur Spaniens durch 17 autonome Gemeinschaften festgelegt, in dessen Zusammenhang 1983 auch das AutonomieStatut auf den Balearen eingeführt wurde.

2.3 Politische Informationen

Seit 1983 ist Mallorca Teil der Communitat Aut ò noma de les Illes Balears (Autonome Gemeinschaft der Balearen). Oberster Repräsentant dieser Gemeinschaft ist der Präsident (President de les Illes Balears). Seit den Wahlen im Mai 2003 ist Jaume Matas Palou von der konservativen PP (Partido Popular) neuer Präsident der Balearen.

Das Autonomie Statut besagt, dass die Inseln über eigene politische Institutionen, nämlich das Parlament, die Balearische Regierung (Govern de les Illes Balears) und drei Inselräte (Consell Insular) verfügen. Jede Insel hat ihren eigenen Inselrat, der für die Regierung, Verwaltung und Repräsentation der Insel zuständig ist.

Das Statut besagt weiterhin, dass die katalanische Sprache kooffiziell neben dem Kastilischen (Spanischen) Amts- und Verwaltungssprache der Balearen ist. Auf Mallorca wird Katalanisch umgangssprachlich als Dialekt - mallorqu í (Mallorquinisch) gesprochen. Zu den Aufgaben der Institutionen der balearischen Inseln gehört auch die Sicherstellung der normalen und offiziellen Verwendung dieser beiden Sprachen. Sie sind ferner zuständig für das Ergreifen von Maßnahmen zur Sicherung des Erlernens der Sprache mit dem Ziel, eine vollständige Gleichstellung der beiden Sprachen zu schaffen.

2.4 Wirtschaft

Bis Anfang der 50er Jahre wurde auf Mallorca fast ausschließlich Landwirtschaft betrieben. Dabei konzentrierte man sich auf den traditionellen Trockenfeldbau, also die Anpflanzung von Weinstöcken, Ölbäumen, Getreide und später auch Mandelbäumen. Zusätzlich wurde Viehwirtschaft betrieben und Gartenbauprodukten, wie z.B. Kartoffeln, Gemüse und Obst angebaut (vgl. Breuer 1992: 18).

Die Bedeutung der Landwirtschaft innerhalb der mallorquinischen Wirtschaft ist heute jedoch fast vernachlässigbar. Zwar werden 70% der Inselfläche landwirtschaftlich genutzt, jedoch trägt die Agrarwirtschaft nur zu 2,5% zum Bruttosozialprodukt bei. Ferner hat der Prozess der

Industrialisierung auf Mallorca kaum bzw. gar nicht statt gefunden (vgl. Wiegand 1997). Die wichtigste Einnahmequelle der Insel ist demnach der Tourismus, der 75% zum Bruttosozialprodukt beiträgt (vgl. Breuer 1992: 20).

3. Die sprachliche Konstellation auf Mallorca

3.1 Einleitung

Auf Mallorca leben derzeit rund 650.000 Einwohner, von denen einer Studie des CIS (Centro de Investigaciones Siciol ó gicas) aus dem Jahr 1998 zufolge, sich 41% als katalanischsprachig bezeichnen, weiterhin gaben 47% der Einwohner Mallorcas an, Spanisch zu sprechen und 12% bezeichneten sich sowohl als spanisch- als auch als katalanischsprachig (vgl. Melià 2003: 19). Schon hier wird die uneinheitliche sprachliche Situation auf Mallorca erkennbar. Ziel dieses Kapitels ist es, einen genaueren Einblick in diese komplexe Sachlage zu erhalten. Dazu erfolgt als erstes ein kurzer geschichtlicher Abriss zur Entwicklung des Katalanischen auf Mallorca. Eine Betrachtung der geschichtlichen Hintergründe ist die Voraussetzung, um anschließend die Besonderheiten des Mallorquinischen erklären zu können.

Für die Beurteilung der sprachlichen Situation auf Mallorca ist darüber hinaus eine Analyse des Sprachgebrauches auf der Baleareninsel notwendig. Hier wird überprüft in welchen Bereichen des alltäglichen Lebens welche Sprache dominiert. Im Anschluss daran wird untersucht, wie die Sprachpolitik auf den Balearen versucht diesen Verhältnissen gerecht zu werden. Insbesondere das Normalisierungsgesetz und das Selbstverständnis der balearischen Regierung in Sachen Sprachpolitik sind dabei von Bedeutung.

3.2 Katalanisch auf Mallorca

3.2.1 Die Geschichte des Katalanischen von 1229 bis 1939

Das Katalanische kam 1229 mit dem katalanisch-aragonesischem König Jaume I. auf die Balearen, als dieser die Inseln im Zuge der reconquista 2 von den Mauren zurück eroberte. Mallorca, das seit den maurischen Feldzügen im Jahr 903 nunmehr seit über 300 Jahren unter dem Einfluss islamischer Hochkultur stand, war zu diesem Zeitpunkt vollständig islamisiert worden. Die reconquista besiegelte das Ende der arabischen Herrschaft, und es folgte eine zügige Einwanderung von katalanisch sprechenden Siedlern. Das Katalanische wurde

Amtssprache Mallorcas, was sich auch während der recht kurzen Dauer des eigenständigen Königreiches Mallorca von 1276 bis 1349 nicht änderte. Aufgrund der Vereinigung Aragóns mit Kastilien fielen die Balearen 1479 unter spanische Zentralgewalt, doch erst im Jahre 1715 führte das Dekret von Nueva Planta zur Einführung des Kastilischen als Amtssprache auf Mallorca. Allerdings hatte diese Änderung hauptsächlich Einfluss auf die Bereiche Administration, Bildung und Literatur und erreichte somit nur einen geringen Teil der Bevölkerung. Der Großteil der mallorquinischen Bevölkerung lebte in ländlichen Gegenden und hatte kaum Kontakt zu kastilischen Institutionen. Darüber hinaus zeigt eine Statistik aus dem Jahr 1835, dass selbst zu diesem Zeitpunkt nur 8,7% der Bevölkerung alphabetisiert waren (vgl. Radatz 1997: 101).

Obwohl das Dekret von 1715 vorerst nicht die breiten Bevölkerungsschichten erreichte, führte es doch zur zunehmenden Marginalisierung der katalanischen Sprache im zentralistisch ausgerichteten kastilischen Königreich. Zudem war Mallorca, das durch seine Insellage kaum etwas von den geistigen Strömungen in Europa mitbekam, stark konservativ eingestellt. Im Gegensatz dazu befand sich Katalonien unter dem Einfluss der Aufklärung, des Liberalismus und auch des Atheismus. Dieser ideologische Konflikt sowie die jahrhundertelange Isolation Mallorcas von Katalonien und die fehlende Alphabetisierung führten somit bald zu einer Entfremdung Mallorcas von Katalonien. Diese Entwicklung hatte zur Folge, dass oftmals auch der Name der auf Mallorca gesprochenen Sprache in Vergessenheit geriet. Und so wurde das Katalanische im Laufe der Zeit durch die Bezeichnung ‚maiorquí’ und später ‚mallorquí’ ersetzt (vgl. Radatz 1997: 102).

3.2.2 Die Entwicklung des Katalanischen ab 1939

Trotz der Distanz zu Katalonien und einiger Sprachgesetze, die den Gebrauch des Kastilischen unterstützten, blieb das Katalanische auf Mallorca die Sprache, in der sich die Menschen im Alltag unterhielten. Daran änderte sich selbst während der ersten Jahre unter der Diktatur Francos nichts. Franco, dessen Regime von 1939 bis 1975 andauerte, unterdrückte regionale Interessen und Regionalsprachen und erließ auch auf Mallorca ein Verbot des Katalanischen. Fortan wurden die Einwohner Mallorcas auf Kastilisch alphabetisiert, wenn auch im Privaten das Katalanisch weiterhin den Vorzug erhielt.

Erst durch die Immigrationswellen seit Beginn der 50er Jahre erfuhr Mallorca eine stärkere Kastilanisierung. Der sich entwickelnde Tourismus und das damit verbundene Arbeitsangebot zogen Immigranten vom spanischen Festland an. Diese versuchten anfangs noch sich zu

integrieren, doch mit der Expansion des Tourismus folgten immer weitere Immigrantenströme und schließlich setzte sich das Kastilisch durch. Die Repressionen des Katalanischen seitens der Regierung und die Vormachtstellung des Spanischen durch den Tourismus ließen die Bedeutung und das Prestige des Katalanischen drastisch sinken.

Das Verbot des Katalanischen von staatlicher Seite endete erst 1975 mit dem Tod Francos. Durch das Ende der Diktatur wurde der Weg für die transformaci ó n, den Übergang Spaniens zur Demokratie, geebnet. Im Zuge dieser Umwandlung wurde 1978 die neue Verfassung verabschiedet, die den Gedanken von einem Spanien als „Nation aus Nationen“ (Marí 2003: 189) betont und eine pluralistische Kultur Spaniens, bestehend aus 17 Autonomen Gemeinschaften manifestiert. Dennoch gilt nur das Spanische als offizielle Staatssprache, die jeder Staatsbürger kennen muss. Die übrigen spanischen Sprachen seien laut Artikel 3 der Verfassung nur „in den Autonomen Gemeinschaften und gemäß ihren jeweiligen Statuten ebenfalls offiziell“ (Marí 2003: 189).

Bereits ein Jahr nach der Verabschiedung der neuen Verfassung wird das Autonomiestatut Kataloniens per Volksentscheid am 23. Oktober 1979 mit großer Mehrheit angenommen. Das Statut räumt der katalanischen Regierung viele Kompetenzen im Bereich Sprache, Unterricht, Kultur und Erziehungswesen ein, jedoch wenige Möglichkeiten zur Einflussnahmen in den Bereichen öffentliche Ordnung und Justiz.

1983 folgt das Autonomiestatut der Balearischen Inseln (Estatut d ’ Autonomia de les Illes Balears). Fortan gilt das Katalanische kooffiziell neben dem Spanischen als offizielle Amts- und Verwaltungssprache der Balearischen Inseln. Jeder Bürger hat demnach das Recht diese Sprache zu verwenden, jedoch ist niemand verpflichtet sie zu nutzen. Zu den Aufgaben der Inselregierung gehört die Sicherstellung der normalen und offiziellen Verwendung beider Sprachen. Sie ist angehalten, Maßnahmen zur Sicherung des Erlernens des Katalanischen zu schaffen und eine vollständige Gleichheit beider Sprachen zu schaffen. Im Fall der Balearen untersteht jedoch lediglich die Gestaltung des Katalanischunterrichtes der Autonomen Gemeinschaft. Das Erziehungswesen bleibt im Zuständigkeitsbereich des spanischen Staates. Eine in den Jahren 1986 und 1996 durchgeführte sprachliche Erhebung in den katalanischen Ländern ergab, dass trotz jahrhundertelanger Ächtung und Repression des Katalanischen sowie der hohen Immigrationsraten das Katalanische von der Bevölkerung mehrheitlich verstanden wird und es sogar über 6 Millionen Sprecher gibt. Die folgende Grafik veranschaulicht die Ergebnisse dieser Studie für das Gebiet der Balearen.

Abb. 1 Katalanischkenntnisse auf den Balearen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Marí 2003: 198f.

Es wird deutlich, dass ein sehr großer Teil der Bevölkerung Katalanisch verstehen kann, wenn auch die Zahlen rückläufig sind. Dennoch befürchten die Mallorquiner den Verlust ihrer Sprache durch die massive Einwanderung, denn 92% der Immigranten sind spanischsprachig (vgl. Barro 1998: 435).

3.2.3 Besonderheiten des Mallorquinischen

Wie bereits erwähnt, ist das Mallorquinisch eine Varietät des Katalanischen. Der Ursprung des Mallorquinischen ist das östliche Katalanisch. Aber auch die Mauren haben in ihrer über 300 jährigen Besetzung Einfluss auf das Mallorquinische ausgeübt. Dies ist heute insbesondere in einigen Ortsnamen, wie Alcúdia, Algaida, Banyalbufar, Biniali und Binissalem sichtbar. Das Mallorquinische verfügt außerdem über eine gemeinsame Lexik mit dem Okzitanischen, die vor allem auf Agrarbegriffen basiert (vgl. Veny 1991: 251). Der folgende Stammbaum soll die Verwandtschaftsgrade des Mallorquinischen zu dem Katalanischen noch einmal verdeutlichen.

Abb.2: Stammbaum des Mallorquinischen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Mallorquinische existiert als Dialekt hauptsächlich auf mündlicher Ebene. Als Schriftsprache gilt die allgemeine Form des Standardkatalanischen3. Radatz spricht sogar von einer innerkatalanischen Diglossie; des Standardkatalanischen als gemeinsame Schriftsprache mit gesprochener dialektaler Variante (vgl. Radatz 1997: 102).

Exkurs: Diglossie4

Die auf Mallorca vorherrschende Polyglossie durch das Spanische, Katalanische und das Mallorquinische soll im Folgenden mit Hilfe des Modells von Lüdi (1989: 244) zum Variationsraum einer Polyglossie betrachtet werden. Grundlage dieses Modells ist die Untersuchung der Sprachen anhand von sechs Punkten.

Punkt eins behandelt den ‚sprachlichen Abstand’ der Sprachen. Dabei wird zwischen der linguistischen Sichtweise und der Sichtweise der Minderheit unterschieden. Aus linguistischer Sicht handelt es sich bei dem Spanischen und dem Katalanischen um eigene Sprachen und bei dem Mallorquinischen um eine dialektale Variante des Katalanischen. Die Mallorquiner betrachten demgegenüber sowohl das Spanische und Katalanische als auch das Mallorquinische als eigene Sprachen.

Der zweite Punkt des Modells betrifft den ‚Sprachgemeinschaftstyp’. Hierbei geht es um die räumliche Erstreckung der Polyglossie sowie um die Verbreitung der Mehrsprachigkeit. Im Fall Mallorca gibt es auf regionaler Ebene (nämlich der Region der Balearen) eine Polyglossie durch das Spanische, Katalanische und Mallorquinische. Betrachtet man die Verbreitung der Mehrsprachigkeit auf regionaler Ebene, lässt sich erkennen, dass die mallorquinische5 Bevölkerung allgemein bilingual ist. Sie verfügen sowohl über Spanisch als auch über Mallorquinisch Kenntnisse. Ein Großteil der Bevölkerung ist zudem mehrsprachig, da 89,5% der Mallorquiner Katalanisch verstehen und 70,8% auch Katalanisch sprechen können (Vgl. Abb. 1 S. 9).

Im Punkt drei des Modells wird untersucht, ob es zwischen dem Spanischen, Katalanischen und dem Mallorquinischen eine funktionelle Komplementarität gibt und wie rigide diese Trennung in Sprachdomänen gegebenenfalls vorgenommen wird. Auf Mallorca gibt es diese Unterscheidung in Sprachdomänen, auf die aber genauer im Kapitel 3.3 zum Thema Sprachgebrauch auf Mallorca eingegangen werden soll.

Der nächste Punkt des Modells befasst sich mit der Standardisierung der einzelnen Sprachen. Dazu zählen die Entwicklung von Schriftsystemen und der sprachliche Ausbau der einzelnen Sprachen sowie deren Vermittlung durch Normative Institutionen. Im Gegensatz zum Spanischen und zum Katalanischen verfügt das Mallorquinische nicht über ein entwickeltes Schriftsystem und es wird auch nicht in Schulen oder Akademien unterrichtet. Punkt fünf des Modells bezieht sich auf die Erwerbstypen der Sprachen, also auf die Art und Weise, wie sie in der Region erlernt werden. Das Spanische wird auf Mallorca sowohl auf institutionellem Wege, nämlich in Schulen, als auch auf natürlichem Wege im Umgang mit Immigranten und Residenten oder durch die Medien im Alltag erworben. Das Katalanische wird hauptsächlich auf institutioneller Ebene, nämlich durch Sprachkurse in der Schule vermittelt. Der Einfluss durch katalanische Medien ist eher gering (vgl. Kapitel 3.3 zum Thema Sprachgebrauch auf Mallorca). Im Gegensatz dazu wird das Mallorquinische institutionell nicht vermittelt, wird aber auf natürlichem Weg über die Kommunikation zu Hause oder mit Freunden erworben.

Der letzte Punkt des Modells beschäftigt sich mit den Prestigeunterschieden innerhalb der Sprachen. Auf Mallorca genießt das Kastilische im Vergleich zum Katalanischen höheres Ansehen (vgl. Sinner 1999: 155), was zum einen auf die starke Entfremdung Mallorcas von Katalonien zurückzuführen ist, als auch auf die Tatsache, dass die in der Tourismusbranche bevorzugte Sprache das Spanische ist.

Alle genannten Punkte verdeutlichen den stark ausgeprägten polyglossischen Charakter und die damit verbundene komplexe, wenn auch stabile Sprachkonstellation auf Mallorca.

Um zu den Besonderheiten des Mallorquinischen zurück zu kehren, muss erwähnt werden, dass der Regiolekt im mündlichen Sprachgebrauch ganz automatisch und selbstverständlich verwendet wird. Jedoch ist die Mehrheit der Mallorquiner nicht in der Lage, ihren Dialekt zu schreiben. Grund dafür ist die Alphabetisierung zu Zeiten Francos, als das Katalanische verboten war und nur Spanisch gelehrt wurde. Eine mallorquinische Schriftsprache gibt es praktisch gar nicht (vgl. Berkenbusch 1994: 65ff.).

Bei der Suche nach mallorquinischen Texten kann laut Berkenbusch und Meisenburg in drei Typen unterschieden werden. Der erste Typ enthält alle mallorquinischen Phänomene. Diese Texte sind jedoch ausschließlich in den Märchensammlungen der Insel, den so genannten „Rondaies mallorquines“ zu finden. Der zweite Typ entspricht einer gemäßigten dialektalen Verschriftung, wie sie z.B. in Romanen oder Kurzgeschichten bestimmter mallorquinischer

Schriftsteller zu finden sind. Hierbei sind u.a. Gabriel Janer Manila, Maria Antónia Salva und Maria Antónia Oliver aufzuführen. Typ drei schließlich enthält nur noch vereinzelt lexikalische Elemente des Mallorquinischen. Hier sind unter anderem Texte von Bartomeu Rosselló-Pòrcel und Gabriel Alomar i Esteve zu nennen.

Das Mallorquinisch ist der am meisten ausdifferenzierte Dialekt des Katalanischen (vgl. Veny 1991: 245). Die Distanz zwischen dem gesprochenem Idiom und der Schriftsprache stellt jedoch ein großes Problem für die sprachliche Normalisierung dar, denn die Mehrheit der Mallorquiner kann im Standardkatalanischen den eigenen Dialekt nicht erkennen und lehnt daher die normierte Schriftsprache ab. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine von der Mallorquinerin Aina Moll durchgeführte Studie6. Sie verdeutlicht die Unsicherheiten der Mallorquiner hinsichtlich des Namens und des Verbreitungsgebietes ihrer eigenen Sprache. Des weiteren zeigt sie die Zweifel der Mallorquiner über die Zuordnung des Dialektes hinsichtlich des Standardkatalanischen. Häufig wird die Identität bzw. die Verwandtschaft des Mallorquinischen mit dem Katalanischen von den Mallorquinern vehement abgelehnt (vgl. Berkenbusch 1994: 69). Eine Umfrage aus dem Jahr 1986 ergab sogar, dass 92% der über 18jährigen angeben, in der Schule gelernt zu haben, dass auf Mallorca eine andere Sprache als in Katalonien gesprochen wird (vgl. Sinner 1999: 153). Die Bevölkerung Mallorcas erachtet das Mallorquinische als eine eigene Sprache, obwohl sie weiß, dass es sich dabei um einen Dialekt des Katalanischen handelt. Das ist zumindest das Ergebnis einer soziolinguistischen Untersuchung aus dem Jahr 1989, bei der 74% der katalanischsprachigen Befragten angaben, das Mallorquinische sei nicht dieselbe wie die, in Katalonien gesprochene Sprache. Zuvor hatten allerdings 77% angegeben, dass es sich bei dem Mallorquinischen um einen Dialekt des Katalanischen handele (vgl. Sinner 1999: 153).

Aufgrund der fehlenden Identifizierung mit der normierten Schriftsprache empfinden die Mallorquiner die Einführung des Katalanischen als „Kulturimperialismus“. Als besonders dominierend erachten sie hierbei die barceloniner Varietät. Sie sehen darin eine Bedrohung der kulturellen Eigenständigkeit, da sie eine katalanische Überfremdung befürchten, die noch größer ist, als die Bedrohung durch die stetig wachsende Bedeutung des Kastilanischen (vgl. Radatz 1997: 102).

Aus Sicht der mallorquinischen Sprachwissenschaftler gestaltet sich der Sprachkonflikt unterschiedlich. Sie vertreten die Ansicht, dass das Mallorquinische die gesprochene Varietät des Katalanischen ist und in informellen Situationen gebraucht wird. Für formelle Situationen und den Schriftverkehr gilt der allgemein gültige Standard des Katalanischen. Daher entsteht

ihrer Meinung nach ein Sprachkonflikt hauptsächlich zwischen dem Katalanischen mit seiner Varietät Mallorquinisch und dem dominierenden Kastilischen. Sie sehen eine Bedrohung insbesondere durch die Massenmedien und die massive Immigration von kastilischsprachigen Festlandspaniern.

3.3 Sprachgebrauch auf Mallorca

Neben den bereits erwähnten Ausführungen, dass das Mallorquinische vorwiegend im mündlichen Sprachgebrauch Anwendung findet, soll in diesem Abschnitt untersucht werden, in welchen Bereichen des Alltags es gebraucht wird.

Im Bereich des Bildungswesens konnte bereits eine verstärkte Nutzung des Katalanischen festgestellt werden. Während im Jahr 1990/91 nur 26,5% der Grundschulen Katalanisch Unterricht angeboten haben, wurde das Fach im Schuljahr 1999/2000 bereits an allen Schulen gelehrt. Allerdings wurde Katalanisch nur in 46% aller Schulen in einem oder mehreren Fächern als Unterrichtssprache verwendet und nur 19,7% dieser Schulen unterrichtete ausschließlich auf Katalanisch. In mehr als der Hälfte aller Schulen wird Katalanisch lediglich als Unterrichtsfach mit 3 bis 4 Stunden pro Woche angeboten. Oftmals wird jedoch ökonomisch relevanten Sprachen wie Englisch und Deutsch der Vorzug gegeben, was möglicherweise auch aus der starken Abhängigkeit der Region vom internationalen Tourismus resultiert (vgl. Herling 2003: 31f.).

Auch an der UIB, der Universität der Balearen, wird das Katalanische verstärkt gebraucht. Jedoch entspricht die Wahl der Unterrichtssprache der Präferenz des Lehrenden. Eine Befragung unter den Hochschuldozenten aus dem Jahr 2003 ergab, dass 40,5 % der Befragten Katalanisch (Standardvariante und Mallorquinisch) und 54% Kastilisch als Unterrichtssprache verwendeten (vgl. Herling 2003: 32). Angaben der UIB zufolge verwendeten 52,16% der Dozenten Katalanisch und 45,88% Kastilisch als Unterrichtssprache (vgl. Sinner 1999: 151). Bei der Frage nach der Schriftsprache in Prüfungen gaben 37,8% der Studenten an, auf Katalanisch zu schreiben und 62,2% bevorzugten Kastilisch (vgl. Herling 2003: 32).

Eine Erhebung zur Sprachwahl in der lokalen Verwaltung ergab, dass eine verstärkte Nutzung des Katalanischen in autonomen Institutionen erfolgt. Beim Schriftverkehr zwischen den balearischen Instanzen wird Katalanisch verwendet, jedoch nicht die Standardnorm sondern in diesem Fall der Regiolekt Mallorquinisch. Letztlich ist es aber von den einzelnen Gemeinden abhängig, welche Sprache gebraucht wird. Umso mehr Einwohner der Gemeinde aus dem >Ausland oder vom spanischen Festland kommen, desto höher ist die prozentuale Verwendung

des Kastilischen. Hierbei zeigt sich eine Diskrepanz zwischen der Küste Mallorcas und dem Inselinneren. So stammen bis zu 50% der Einwohner in Gemeinden der Küstenregionen vom spanischen Festland oder aus dem Ausland (Alcúdia 44,5%, Andratx 48,6%), während es in Gemeinden im Inselinneren bedeutend weniger sind (Llubí 5,9%, Petra 5,6%).7 Dieser Kontrast spiegelt sich auch in der Anzahl der Katalanischsprechenden in den einzelnen Gebieten wieder. Im Jahr 1986 gaben 70,4% der Mallorquiner an, Katalanisch zu sprechen. Betrachtet man nur das Inselinnere, so steigt die Zahl der Katalanischsprechenden auf 80,6%. Im Jahr 1991 waren die Zahlen etwas rückläufig, zeigen allerdings die gleiche Tendenz. Demnach sprechen insgesamt 66,1% der Mallorquiner Katalanisch und im Inselinneren sind es immerhin noch 73,3%.8

Untersucht man die Rolle des Katalanischen im Bereich der Medien, so ist festzustellen, dass es auf diesem Gebiet weniger von Bedeutung ist. Derzeit gibt es auf Mallorca fünf kastilische Tageszeitungen (Diario de Mallorca, El D í a del Mundo de Baleares, Ú ltima Hora, El Pa í s und La Vanguardia) und eine Katalanische, Diari de Balears. Diese ursprünglich auf Kastilisch veröffentlichte Zeitung wurde im Mai 1996 auf Katalanisch umgestellt. Die Absatzzahlen dieser Zeitungen (vgl. Abb. 3) machen allerdings deutlich, dass die bevorzugte Lesesprache der Mallorquiner nicht das Katalanische ist. Nur 7% der auf Mallorca verkauften Zeitungen sind auf Katalanisch (vgl. Sinner 1999: 160f.).

Abb.3: Absatz der Tageszeitungen auf Mallorca

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Kathrin Langguth 2005 nach Angaben aus: Sinner 1999: 160f.

Anders verhält es sich bei Regionalen Ausgaben von Zeitungen und Zeitschriften, die wöchentlich, vierzehntägig oder monatlich publiziert werden. Diese werden überwiegend auf Katalanisch gedruckt. Auch kulturelle Fachzeitschriften werden auf Katalanisch herausgegeben. Demgegenüber sind Wirtschaftsmagazine hauptsächlich in kastilischer Sprache erhältlich.

Im Bereich Fernseh- und Rundfunk gestaltet sich ein ähnliches Bild wie bei den Printmedien.

Seit Ende der achtziger Jahre können die Fernsehsender TV3 und Canal33 aus Katalonien sowie Canal9 aus València neben den üblichen spanischen Sendern auf den Balearen empfangen werden. Allerdings zeigen auch hier die Einschaltquoten, dass die Nachfrage an regionalen, katalanischen Sendungen sehr gering ist.9

Eine wichtige Position im Bereich der Medien nimmt das Internet ein. Bei der Untersuchung ausgewählter Internetstartseiten10 hat sich herausgestellt, dass die Seiten der Regierung hauptsächlich auf Katalanisch mit Wahloption Kastilisch sind, wohingegen insgesamt die Startseiten allein auf Kastilisch überwiegen.

Es lässt sich also festhalten, dass im Bereich der Medien allgemein das Kastilische dominiert. Vergleichbar gestaltet sich die Situation im Handelssektor. Hier zeigt sich eine Abhängigkeit des Sprachgebrauchs vom Firmenstandort und vom Absatz der Produkte außerhalb Mallorcas. Es ist auffällig, dass traditionsbewusste Firmen, oftmals mit Sitz im Inselinneren, in der Regel Katalanisch hinsichtlich der Firmenkorrespondenz, Etikettierung und Werbung verwenden. Anders verhält es sich bei exportierenden Firmen mit Sitz in Palma. Das Kastilische steht hier im Vordergrund. Selbst wenn sich das Katalanische in der Werbung und auf Hinweisschildern teilweise durchgesetzt hat, findet die Bedienung von Klienten jedoch selten auf Katalanisch statt. (vgl. Marí 2003: 203f). Ganz deutlich zeigt sich diese Tendenz auch in der Tourismusbranche. Hier zeigte eine Befragung unter mallorquinischen Hotelangestellten11, dass in der Hotelbranche hauptsächlich Kastilisch verwendet wird, obwohl der größte Teil der spanischen Touristen aus Katalonien kommt. Des weiteren veranschaulichte die Erhebung, dass eine Ausdehnung des Katalanischen auf die Tourismusbranche nicht erwünscht ist. So fehle es dem Katalanischen, im Vergleich zum Kastilischen, an Prestige.

Die aufgeführten Ergebnisse legen die Schlussfolgerung nahe, dass es auf Mallorca eine klare Trennung in Sprachdomänen gibt, d.h. dass für bestimmte gesellschaftliche Bereiche eine bestimmte Sprache gewählt wird. Eine solche Unterteilung würde demnach auf Mallorca wie in Abb. 4 dargestellt aussehen.

Abb. 4 Sprachdomänen auf Mallorca

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Kathrin Langguth 2005.

Auf staatlicher Ebene werden sowohl das Spanische als auch das Katalanische und das Mallorquinische verwendet. Die Wahl der Sprache hängt dabei von den Kommunikationspartnern ab. Auf gesamtstaatlicher Ebene (Spanien) wird Kastilisch gebraucht, z.B. im Austausch mit Madrid. Bei der Verständigung mit Behörden und Ämtern der autonomen Gemeinschaften der katalanischen Länder (Generalitat de Catalunya) wird Katalanisch verwendet und auf der lokalen Ebene der Balearen findet die Kommunikation auf Mallorquinisch statt. Bereits innerhalb der Domäne ‚Staat’ herrscht also eine klare Abgrenzung der Verwendungsbereiche der einzelnen Sprachen.

Die Sprachwahl in den anderen Bereichen gestaltet sich weniger differenziert. Auf der öffentlichen Ebene wird, wie am Beispiel der Medien demonstriert, vorwiegend das Spanische gebraucht. Zwar existiert das Angebot an katalanischsprachigen Medien, jedoch ist die Nachfrage in diesem Bereich verhältnismäßig gering. In der Tourismusbranche wird mehrheitlich das Kastilische gebraucht. Obwohl der Großteil der spanischen Urlauber aus den katalanischsprachigen Gebieten kommt, geben die Hoteliers an, vornehmlich auf Spanisch zu kommunizieren. In diesem Bereich finden noch eher das Deutsche und das Englische, im Kontakt mit den ausländischen Touristen, Verwendung als das Katalanische.

Beobachtet man das Sprachverhalten der Mallorquiner im Kontakt mit Außenstehenden, z.B. Immigranten oder Residenten, so fällt auf, dass sie sich stark an ihrer Umwelt orientieren. So wechseln sie auf das Kastilische, sobald ein spanischer Muttersprachler der Gesprächsrunde beitritt. Bei unbekannten Personen wird die Unterhaltung sofort auf Kastilisch begonnen, unabhängig davon, ob die betreffende Person Katalanisch versteht oder sogar sprechen kann (vgl. Sinner 1999: 157).

Der Familien- und auch der Freundeskreis fungieren als das Rückzugsgebiet der Mallorquiner, indem traditionell Mallorquinisch gesprochen wird. Diese Tendenz war auch während des Sprachverbotes unter Franco zu beobachten und ist bis heute erhalten geblieben. Eine Ausnahme bilden diejenigen Familien, die aus ‚Mischehen’ hervorgehen, d.h. Verbindungen, bei denen ein Partner Ausländer ist oder als Immigrant vom spanischen Festland kam. In diesen Familien wird das Spanische oder die ausländische Sprache im Kreis der Familie ebenfalls gebraucht.12

Abgesehen von diesen Ausnahmen findet ansonsten eine rigide Funktionstrennung der Sprachen statt, in der das Spanische für alle öffentlichen Bereiche genutzt wird und das Mallorquinische im Privaten Anwendung findet. Erst seit der neuen Verfassung von 1978 und der Anerkennung des Katalanischen, bahnt sich das Katalanische seinen Weg ins öffentliche Leben und wird nunmehr innerhalb der autonomen Gemeinschaft der katalanischen Länder, als auch als dialektale Variante innerhalb der Balearen gebraucht.

3.4 Sprachpolitik

3.4.1 Llei de normalització lingüística de les Balears - Das Gesetz zur sprachlichen Normalisierung auf den Balearen.

Am 29. April 1986 wurde das Normalisierungsgesetz verabschiedet.13 Der Begriff normalitzaci ó ling üí stica „steht in engem Zusammenhang mit den Jahren der Unterdrückung des Katalanischen unter Franco und ist bis heute hochemotional besetzt” (Münch 2001: 172). Das Gesetz regelt die Einführung des Katalanischen in den Bereichen der Autonomen Institutionen, der örtlichen Verwaltung, im Erziehungswesen und den

Kommunikationsmedien. Es beinhaltet jedoch keine gesetzlichen Festlegungen zur Sprachverwendung für die Bereiche Kultur und Wirtschaft und erteilt kaum Kompetenzen auf den Gebieten der öffentlichen Ordnung und der Justiz (vgl. Marí 2003: 190). Abgesehen davon ist das Normalisierungsgesetz sehr allgemein gehalten. Es gibt nur Empfehlungen und Zugeständnisse sowie vage Formulierungen der Vorschriften. Artikel 2 stellt bereits das Hauptproblem des Gesetzes dar, denn es heißt, dass jeder das Recht hat, Katalanisch zu sprechen, aber nicht die Pflicht. Im Gegensatz dazu hat jeder Bürger Spaniens die Pflicht Kastilisch zu sprechen. Durch diese Regelung bleibt z.B. auch die Frage nach der Unterrichtssprache an der Universität der Balearen ungeklärt. Es hängt von den Präferenzen des Lehrenden ab, auf welcher Sprache er unterrichtet, denn niemand kann ihn zwingen auf Katalanisch zu unterrichten. Zwar kann die Universität bei der Vergabe von Arbeitsplätzen einen Nachweis über die Katalanischkenntnisse verlangen, sie kann die Dozenten jedoch nicht verpflichten auch auf Katalanisch zu lehren. In Katalonien sind Katalanischkenntnisse bereits Voraussetzung für Tätigkeiten in der

staatlichen Verwaltung (vgl. Münch 2001: 170). Daher verbessern sich die Berufschancen für diejenigen, die über Katalanischkenntnisse verfügen.

Der Verwendung des Katalanischen kommt auch auf Mallorca insbesondere in den Ajuntaments (Rathäusern) eine zentrale Bedeutung zu. Derzeit haben allerdings erst sechs Rathäuser14 einen Servei de Normalitzaci ó Ling üí stic eingerichtet. Das Ajuntament in Calvia weigert sich sogar, das Katalanische in irgendeiner Weise zu unterstützen. Es wird argumentiert, dass die regionale Norm des Katalanischen, also das Mallorquinische eingeführt werden soll oder gar keine Veränderung erfolgen dürfe. Dies entspricht der Meinung vieler Antikatalanisten, unter ihnen zahlreiche Politiker, die der Auffassung sind, „daß auf Mallorca nicht Katalanisch, sondern Mallorkinisch gesprochen wird“ (Sinner 1997: 85). Letztere Äußerung ist besonders problematisch vor dem Hintergrund, dass das Normalisierungsgesetz die Einheit des Katalanischen schützen soll.

Ein Hindernis für die Normalisierung des Katalanischen ist außerdem der Name der Sprache, da er eine Verwandtschaft des Regiolektes (Mallorquinisch) mit dem Katalanischen verschleiert. Diese Begriffsproblematik bietet immer wieder Anlass für

Auseinandersetzungen. Oft wird die Normalisierung als Substitution mallorquinischer Formen durch katalanische Formen verstanden. Hier zeigt sich wieder die Angst der Mallorquiner vor einem kulturellen Imperialismus Barcelonas (vgl. Sinner 1999: 153).

Problematisch gestaltet sich das Normalisierungsgesetz auch für den Bildungsbereich. Die Autonome Regierung der Balearen verfügt lediglich über die Zuständigkeit für den Katalanischunterricht, jedoch nur in Übereinstimmung mit den staatlich vorgegeben Lehrplänen. Die Balearen sind die einzige nichtkastilischsprachige Region, die keine eigenen Kompetenzen im Bildungsbereich hat. Das führt zu Schwierigkeiten bei der Realisierung der Normalisierung. Sämtliche Entscheidungen über die Lehrpläne und die Anzahl der Katalanischstunden werden in Madrid getroffen. Selbst die offenen Stellen werden in Madrid ausgeschrieben. Einen weiteren Streitpunkt bei der Durchführung des Normalisierungsgesetzes stellt Artikel

15.2 dar, der die Norm für die Beschilderung, z.B. von Verkehrswegen, regelt. Der Artikel beinhaltet keine klaren Kriterien und Vorschriften, sondern gibt ausschließlich Empfehlungen. Es liegt also im Ermessen der Gemeinden, wie sie diesen Artikel umsetzen. Es gilt lediglich, dass bei zweisprachigen Schildern das Katalanische an erster Stelle vor dem Kastilischen stehen soll. Aber selbst diese Vorgabe wird nicht immer eingehalten, was unter anderem das Schild zum Flughafen von Palma de Mallorca beweist. Dieses hat die Aufschrift ’ aeropuerto/aeroport ’.

Eine Norm, die ebenfalls nicht eingehalten wurde, manifestiert sich im Zusatzartikel 2a15, der verlangt, dass die Vorgaben zur Ausschilderung innerhalb von drei Jahren umgesetzt werden sollen. Demnach hätten sie bereits 1989 abgeschlossen sein müssen. Allerdings ist die Beschilderung bis heute nur unzureichend normalisiert. Sie ist vielmehr abhängig von der persönlichen Einstellung der Verantwortlichen gegenüber der Normalisierung des Katalanischen und den Empfehlungen, denen die Gemeinde folgen möchte. „Somit ist die Beschilderung in den meisten der mallorquinischen Gemeinden nicht einheitlich und nicht vollständig normalisiert, da jede Gemeinde anderen (oder überhaupt keinen) Richtlinien folgt“ (Sinner 1997: 89).

Die Situation des Katalanischen hat sich seit dem Ende der Diktatur und durch die politischen Anstrengungen wie das Normalisierungsgesetz vollkommen verändert, dennoch ist sie noch weit von einer Normalisierung entfernt. Nach wie vor gibt es Schwierigkeiten beim Gebrauch des Katalanischen in vielen Bereichen des Alltags, wie z.B. bei der Justizverwaltung, im Umgang mit staatlichen Sicherheitskräften und bei privaten oder halbstaatlichen Unternehmen wie der Post, den Flughäfen und der Bahn (vgl. Marí 2003: 200).

3.4.2 Das Selbstverständnis der Regierung

Für die Umsetzung der Richtlinien zur Sprachpolitik und somit auch zur Normalisierung des Katalanischen auf Mallorca ist die Einstellung der regierenden Partei von entscheidender Bedeutung. So wird die konservative Partei PP (Partido Popular) als unvorteilhaft für die Normalisierung des Katalanischen auf Mallorca angesehen. In den Jahren 1999 bis 2003 gab es erstmals eine Mitte-Links Koalitionsregierung, die sich eine konstruktivere Sprachpolitik zum Ziel setzte (vgl. Marí 2003: 207). Im Folgenden soll das Selbstverständnis dieser Regierung hinsichtlich ihrer Aufgabe und ihrer Ziele in der Sprachpolitik dargelegt werden. Als Quelle dient ein Aufsatz von Joan Melià, dem damaligen Ressortdirektor für Sprachpolitik der Regierung der Balearen (Director General de Pol í tica Ling üí stica, Govern de les Illes Balears).

Joan Melià, betont in seinem Aufsatz zur Sprachpolitik der Balearen, dass die wichtigste Aufgabe und gleichzeitig das Ziel der Regierung die Normalisierung des Katalanischen auf

[...]



1 Die reconquista (span. Rückeroberung) bezieht sich auf die Befreiung der Iberischen Halbinsel von der maurischen Besetzung und erstreckt sich auf den Zeitraum von 722 bis 1492.

2 Spanisch für: Rückeroberung.

3 Gemeint ist an dieser Stelle das Standardkatalanisch nach den Normen des Institut d ’ Estudis Catalans. Vgl. Radatz 1997: 104.

4 Von Ferguson 1959 eingeführter Begriff zur Beschreibung einer stabilen Sprachsituation, in der eine strenge funktionale Differenzierung zwischen einer ‚niedrigen’ Sprachvarietät (‚Low-Variety’) und einer ‚hohen’ Varietät (‚High Variety’) besteht (vgl. Bußmann 1990: 183).

5 Hierbei soll nur von denjenigen Mallorquinern ausgegangen werden, deren Familien seit jeher auf der Insel leben. Auf Mallorca geborene, aber von Immigranten abstammende Mallorquiner zählen nicht in diese Gruppe.

6 Moll, Aina 1990: La nostra llengua. Mallorca: Moll (Collecció Tormir; 15).

7 Angaben des Institut Balear d ’ Estad í stica (IBAE) über das Jahr 1998. Vgl. Herling (2003), S. 34.

8 Angaben zufolge des Padr ó Municipal. Vgl. Sinner (1999), S. 165.

9 Marktführer bei den Einschaltquoten ist Tele5 (27%), gefolgt von Antena3 (20,5%) und TV1 (20%). Die Fernsehsender aus Katalonien und Valencia erreichen dagegen nur geringe Einschaltquoten von 4,8% (TV3), 0,9% (Canal33) und 3,9% (Canal9). Vgl. Herling 2003: 36.

10 Bei der von Herling 2003 durchgeführten Erhebung wurden insgesamt 243 Startseiten aus den Bereichen Regierung/Politik, Wirtschaft, Medien, Wissenschaft/Bildung und Kunst/Kultur untersucht. Vgl. Herling 2003: 37.

11 Herling hat dazu 2003 eine Fragebogenerhebung bei 33 Hotels durchgeführt, wobei die Fragebögen in jedem Hotel von 3 Mitarbeitern beantwortet wurden. Vgl. Herling 2003: 38.

12 Diese Aussage stützt sich auf eigene Beobachtungen.

13 Bereits 1983 wurde das Llei de normalitzaci ó ling üí stica a Catalunya, also das Gesetz zur sprachlichen Normalisierung Kataloniens verabschiedet.

14 Zu diesen sechs Rathäusern gehören die Ajuntaments in Alcúdia, Inca, Llucmajor, Manacor, Palma de Mallorca und Pollença. Vgl. Sinner (1997), S. 87.

15 Der katalanische Name dieses Zusatzartikels lautet: Disposició Transitòria 2a; Terminis per a l’adapció de rètols.

Ende der Leseprobe aus 87 Seiten

Details

Titel
Mallorquinisch, Katalanisch, Spanisch - Wahrnehmung einer problematischen Sprachsituation durch Touristen
Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)  (Kulturwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Kolloquium Minderheitensprachen
Note
1,5
Autor
Jahr
2005
Seiten
87
Katalognummer
V63126
ISBN (eBook)
9783638562423
Dateigröße
727 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mallorquinisch, Katalanisch, Spanisch, Wahrnehmung, Sprachsituation, Touristen, Kolloquium, Minderheitensprachen
Arbeit zitieren
Kathrin Langguth (Autor), 2005, Mallorquinisch, Katalanisch, Spanisch - Wahrnehmung einer problematischen Sprachsituation durch Touristen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63126

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