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Gleichheit in der Sprache: Das Problem der Berufsbezeichnungen in der Frankophonie

Title: Gleichheit in der Sprache: Das Problem der Berufsbezeichnungen in der Frankophonie

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 31 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Monika Braun (Author)

French Studies - Linguistics
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Während meines Studienjahres in Frankreich wohnte ich neben einer Familie mit einer ungefähr sechsjährigen Tochter. Diese hatte eines Tages in der Schule ihre erste ärztliche Untersuchung. Am folgenden Nachmittag begegnete ich ihr mit der Frage: „Et alors, qu’est-ce qu’il t’a dit, le docteur?“ worauf mir das Mädchen schlicht ant-wortete: „Ce n’était pas un docteur, c’était une femme!“ Wie alle romanischen Sprachen hat die französische Sprache zwei grammatikalische Genera: das weibliche und das männliche. In den geschlechtsneutralen Sprachen (z.B. Türksprachen, Englisch etc.) gibt es keine Nominalklassen, alle Substantiva sind also gleichwertig. In französischen Grammatik- und Wörterbüchern scheint das Maskulinum als Grundform und das Femininum gleichsam als dessen Abänderungung. Ähnlich wie in der Genesis von Adam und Eva berichtet, war also zuerst die männliche Form da, aus der das Weibliche hervorging, ja sozusagen abgezweigt wurde. Die französische Sprache ist also nicht geschlechtlich neutral. Dieser Um-stand bringt es mit sich, dass mit dem grammatischen Geschlecht eines Wortes oft auch eine Konstruktion von Geschlecht transportiert wird, die aus Traditionen und gesellschaftlichen Normen entstand. Dieses Konzept von Geschlecht als Ergebnis von Tradition und Wertevorstellung in einer Gesellschaft nennt man Gender. 1 Inwiefern Sprache dieses Konzept transportiert, ist Gegenstand der feministischen Linguistik und Gender-Linguistik. In der vorliegenden Arbeit geht es im Kern um eine spezielle Art von Wörtern im Französischen, die die Vorstellungen von Geschlechterrollen widerspiegeln: die Berufsbezeichnungen. [...]

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Gender in der Linguistik

1.2 Genderkategorien

2. Ungleichheiten von Gender und Genus

2.1 Inversion des Genus

2.2 Generische Genera

2.2.1 Das generische Maskulin

2.2.2 Generisches Maskulin und Feminin

3. Das Problem der Berufsbezeichnungen

3.1 Académie francaise vs. Institut national de la langue française

3.2 Schwierigkeiten im Gebrauch

3.3 Geschlechtsneutrale Sprache in der Frankophonie

3.3.1 Belgien

3.3.2 Frankreich

3.3.3 Luxemburg

3.3.4 Quebec

3.3.5 Die französische Schweiz

4. Afrika

4.1 Die Stellung der Frau in der Gesellschaft in Afrika

4.1.1 Die Stellung der Frau in Mali

4.1.2 Das Bildungssystem in Mali

4.2 Musow – eine Frauenzeitschrift aus Mali

5. Geschlechtlichkeit der Sprache in Musow

5.1 Versuche einer geschlechtsneutralen Schreibweise

5.2 Das männliche Genus als Allgemeinform

5.3 Die männliche Form als Berufsbezeichnung für eine bestimmte Frau

5.4. Mischform : weibliche Form als Berufsbezeichnung für eine bestimmte Frau / männliche Form der Berufsbezeichnung als Allgemeinform

6. Schluss: Für eine Gleichheit in der Sprache

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Semesterarbeit untersucht die Problematik geschlechtergerechter Sprache in der Frankophonie, insbesondere im Kontext von Berufsbezeichnungen. Es wird analysiert, inwieweit das grammatikalische Genus im Französischen die gesellschaftliche Wahrnehmung von Geschlechterrollen beeinflusst und ob Versuche, eine geschlechtsneutrale oder feminisierte Sprache zu etablieren, erfolgreich sind.

  • Die Spannung zwischen dem generischen Maskulinum und der Repräsentation von Frauen in der Sprache.
  • Die Debatte zur Feminisierung von Berufsbezeichnungen in verschiedenen frankophonen Regionen wie Frankreich, Belgien, Quebec und der Schweiz.
  • Die soziopolitische Stellung der Frau in Mali als afrikanisches Fallbeispiel.
  • Empirische Untersuchung der Sprachverwendung in dem malischen Frauenmagazin "Musow".
  • Die Notwendigkeit einer sprachlichen Anpassung an gesellschaftliche Wandlungsprozesse.

Auszug aus dem Buch

"Marabout", quand tu nous tiens !

"Sigi tè môgô sôn n’i tè mori ye" dit l’adage bambara.

Qu’il est difficile de prendre une décision ! J’imagine qu’il en est de même sur les cinq continents. Cependant j’ai tendance à croire que cela l’est encore plus en Afrique puisque dans la plupart des cas, c’est un autre qui la prend à notre place. Et cet autre qui sait tout, qui est-il donc ? Le charlatan ! Cet homme ou cette femme qui jette les cauris ou lit dans le sable possède la science infuse ! Cette personne vit elle-même dans la misère ? Avez-vous remarqué qu’une voix s’élève pour vous dire que les pouvoirs surnaturels de ces gens ne leur permettent pas de "voir" pour eux-mêmes, (leur pouvoir ne sert qu’aux autres) en vous dévisageant comme si vous étiez totalement dénué d’intelligence.

Un mariage pointe à l’horizon ?

Les parents des futurs mariés s’empressent auprès des "connaisseurs" pour "voir" si cette union sera heureuse. Des réticences émises de la part du marabout et voilà les parents qui accueillent désormais l’ami(e) de leur enfant avec beaucoup moins de gentillesse, tout empressement disparu. Et s’ils n’arrivent pas à convaincre le chérubin à mettre fin à cette relation, ce(tte) conjoint(e) sera considéré(e) comme responsable de tous les mauvaises fortunes rencontrées par le couple. "Ah, si seulement il (ou elle) ne l’avait pas épousé(e) !" soupirera-t-on sans cesse alentours...

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die geschlechtsspezifische Problematik in der französischen Sprache anhand eines Alltagsbeispiels und führt in die zentralen Begriffe Gender und Berufsbezeichnungen ein.

2. Ungleichheiten von Gender und Genus: Dieses Kapitel erläutert die Diskrepanz zwischen grammatikalischem Genus und biologischem Geschlecht sowie die Verwendung generischer Formen.

3. Das Problem der Berufsbezeichnungen: Hier wird die hitzige Debatte um die Feminisierung der Sprache in Frankreich sowie in weiteren frankophonen Gebieten dargestellt und analysiert.

4. Afrika: Das Kapitel bietet einen soziohistorischen Überblick über die Rolle der Frau in Afrika, speziell in Mali, und stellt das Frauenmagazin "Musow" vor.

5. Geschlechtlichkeit der Sprache in Musow: Eine Analyse der Sprachpraxis in dem gewählten Online-Magazin, bei der verschiedene Strategien der geschlechtergerechten Formulierung untersucht werden.

6. Schluss: Für eine Gleichheit in der Sprache: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine lebendige, inklusive Sprache, die sich den gesellschaftlichen Veränderungen anpasst, ohne in künstliche Neutralität zu verfallen.

Schlüsselwörter

Gender, Genus, Frankophonie, Berufsbezeichnungen, Feminisierung, Maskulinum, Linguistik, Mali, Musow, Sprache, Geschlechtergerechtigkeit, Diskriminierung, Soziolinguistik, Identität, Gesellschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik der Berufsbezeichnungen und der geschlechtergerechten Sprache innerhalb der französischsprachigen Welt (Frankophonie).

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die feministische Linguistik, die Rolle des generischen Maskulinums, die soziale Stellung der Frau in Mali sowie die Sprachpraxis in frankophonen Medien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das grammatikalische Geschlecht im Französischen traditionelle Rollenbilder zementiert und welche Möglichkeiten bestehen, Sprache inklusiver zu gestalten, ohne die Lesbarkeit zu beeinträchtigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine linguistische Analyse, die theoretische Grundlagen mit einer exemplarischen Untersuchung von Artikeln aus dem malischen Frauenmagazin "Musow" verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Aspekte zum Verhältnis von Gender und Genus, einen Überblick über die Feminisierungsdebatte in verschiedenen frankophonen Ländern und eine detaillierte Fallstudie zu malischen Texten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Gender, Berufsbezeichnungen, Feminisierung, Diskriminierung und sprachliche Identität.

Welche Rolle spielt Mali in dieser Untersuchung?

Mali dient als afrikanisches Fallbeispiel, an dem untersucht wird, wie sich gesellschaftliche Herausforderungen der Frauen in einer Sprache widerspiegeln, die historisch durch kolonial geprägte, männlich dominierte Strukturen beeinflusst wurde.

Zu welchem Schluss kommt die Autorin hinsichtlich der "künstlichen" Sprachformen?

Die Autorin warnt vor einer "künstlichen Neutralität" (wie etwa durch übermäßigen Klammergebrauch), da dies oft ungelenk klingt und Frauen eher eine Sonderstellung zuweist, anstatt sie als selbstverständlichen Teil der Gesellschaft zu integrieren.

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Details

Title
Gleichheit in der Sprache: Das Problem der Berufsbezeichnungen in der Frankophonie
College
Technical University of Berlin  (Institut für Sprache und Kommunikation)
Course
Genderreflexionen in außereuropäischen frankophonen Kulturen
Grade
1,7
Author
Monika Braun (Author)
Publication Year
2006
Pages
31
Catalog Number
V63226
ISBN (eBook)
9783638563253
ISBN (Book)
9783656224334
Language
German
Tags
Gleichheit Sprache Problem Berufsbezeichnungen Frankophonie Genderreflexionen Kulturen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Monika Braun (Author), 2006, Gleichheit in der Sprache: Das Problem der Berufsbezeichnungen in der Frankophonie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63226
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