Das Thema dieser Bakkalaureatsarbeit insgesamt betrifft die Nachrichtenmagazine in Deutschland. Da meine Kollegin Claudia Halbedl und ich dieses Thema gemeinsam erhalten haben, stellte sich die Frage, wie wir dieses aufteilen sollten. Da man sich darüber streiten kann, ob der „Stern“ ein echtes Nachrichtenmagazin und der „Focus“ ein noch relativ junges Blatt ist, entschieden wir uns, diese beiden im Rahmen einer Arbeit zu behandeln und den SPIEGEL gesondert in einer zweiten. In meiner Arbeit beschäftige ich mich deshalb mit dem SPIEGEL insbesondere mit der Geschichte und Entwicklung des Blattes.
Das der SPIEGEL einen hohen Bekanntheitsgrad hat und bereits seit langer Zeit erfolgreich ist, dürfte unbestritten sein. Daher soll untersucht werden, ob der Erfolg des SPIEGEL begründbar ist. Daraus leitet sich die erste Forschungsfrage ab: Was sind die Gründe für den Erfolg des SPIEGEL? Um diese Frage zu beantworten, werden folgende Hypothesen geprüft: Für Besitzer von brisanten Informationen ist der SPIEGEL die erste Adresse, um diese zu veröffentlichen.
Das Image des SPIEGEL hat das ideale Image, um als Nachrichtenmagazin erfolgreich zu sein.
Um den Stellenwert des SPIEGEL genauer zu untersuchen, wird zum einen auf die Bedeutung des SPIEGEL für die Politik in Deutschland eingegangen, zum anderen wird der Beitrag erforscht, den der SPIEGEL zum investigativen Journalismus leistet. Die daraus resultierende Forschungsfrage lautet:
Welchen Beitrag leistet der SPIEGEL zum investigativen Journalismus und welchen Einfluss hat er auf die Politik? Folgende Hypothesen werden daher überprüft:
Der SPIEGEL hat durch investigativen Journalismus zahlreiche Skandale und Missstände aufgedeckt.
Der SPIEGEL hat direkten Einfluss auf die Politik in Deutschland. Der „Focus“ ist das erste Nachrichtenmagazin in Deutschland, dem es gelungen ist neben dem SPIEGEL bestehen zu können. Weiterhin soll untersucht werden, ob und welche Auswirkungen die Einführung des „Focus“ für den SPIEGEL hatte. Die dritte Forschungsfrage lautet deshalb:
Welche Veränderungen gab es beim SPIEGEL in Folge der Einführung des „Focus“? Abgeleitete Hypothesen zu dieser Forschungsfrage sind:Nach Einführung des „Focus“ fielen die Auflagenzahlen beim SPIEGEL.Nach Einführung des „Focus“ sanken das Anzeigenaufkommen des SPIEGEL.
Inhaltsverzeichnis
1. Untersuchungsgegenstand und Forschungsfragen
2. Der SPIEGEL
2.1. Auflage, Vertrieb, Reichweiten und Leserschaft
2.2. Geschäftszahlen
2.3. Beteiligungen und Besitzverhältnisse
2.4. wichtige Persönlichkeiten
2.4.1. Rudolf Augstein der Herausgeber
2.4.2. Stefan Aust der heutige Chefredakteur
2.4.3. Weitere Führungspersönlichkeiten beim SPIEGEL
3. Historie des SPIEGEL
3.1. Die Entstehung des SPIEGEL
3.1.1. Vorgeschichte und Idee eines neuen Nachrichtenmagazins
3.1.2. Der SPIEGEL im Wandel
3.2. Die Geschichte der Besitzerverhältnisse
3.3. „SPIEGEL TV“
3.4. Die SPIEGEL-Affären und Skandale
4. Der SPIEGEL und die Politik
4.1. Investigativer Journalismus
4.2. Der Einfluss des SPIEGEL auf die Politik
5. Arbeitsweise und Stil des SPIEGEL
5.1. Die SPIEGEL-Sprache
5.2. Typen von SPIEGEL-Geschichten
5.2.1. Die Titelgeschichte
5.2.2. SPIEGEL-Serien und Reports
5.2.3. Die SPIEGEL-Reportage
5.2.4. Das SPIEGEL-Gespräch
5.2.5. Kommentare und Kolumnen im SPIEGEL
5.3. Das SPIEGEL-Archiv
6. Beantwortung der Forschungsfragen
6.1. Gründe für den Erfolg des SPIEGEL
6.2. Beitrag des SPIEGEL zum investigativen Journalismus und Einfluss auf die Politik
6.3. Veränderungen beim SPIEGEL in Folge der Focus-Einführung
7. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Geschichte und Entwicklung des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" mit dem Ziel, die Gründe für seinen langfristigen Erfolg sowie seinen Einfluss auf die deutsche Politik und den investigativen Journalismus zu analysieren.
- Historische Entstehung und Wandel des SPIEGEL
- Analyse des Einflusses auf die Politik und Rolle als investigatives Medium
- Wirkung der Einführung des Konkurrenzmagazins "Focus"
- Unternehmensstruktur, Beteiligungen und redaktionelle Arbeitsweise
- Biografische Hintergründe prägender Persönlichkeiten wie Rudolf Augstein und Stefan Aust
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Vorgeschichte und Idee eines neuen Nachrichtenmagazins
Anderthalb Jahre nach dem zweiten Weltkrieg sollte „Die Woche“ den Deutschen nach langer Zeit, in der die Presse von Propaganda geprägt war, im Rahmen der „Reeducation“ wieder „objektive Nachrichten“ vermitteln und demokratische Manieren beibringen. Die Idee für die Zeitschrift stammte von drei Briten, die der Dienststelle für „Kontrolle und Aufbau von Presse und Rundfunk“ in Niedersachsen, angehörten.
Nachdem der Major John Chaloner am 29. März 1946 einen „Dummy“ geschaffen hatte, initiierte er gemeinsam mit den beiden Stabsfeldwebeln Harry Bohrer und Henry Ormond, das Blatt auf rein privater Ebene. Aus London lagen keinerlei Anweisungen vor, die eine Gründung dieses Nachrichtenmagazins angeordnet hätten. Im Gegenteil, von Seiten der britischen Regierung wurden Bedenken geäußert, ob das knappe Papier nicht lieber für gehobene Literatur verwenden werden sollte.
Rudolf Augstein glaubte zunächst, es ginge darum ein satirisches Magazin herauszubringen. Vorbilder für „Diese Woche” waren jedoch das britische Magazin „News Review“ und die aus Amerika stammende „Time“. Chaloner fand die bis dato zugelassenen Tageszeitungen „sterbenslangweilig“, so dass er sich wünschte, ein lebendigeres, interessanteres Blatt mit viel Hintergrund herauszubringen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Untersuchungsgegenstand und Forschungsfragen: Einleitung in das Thema, Vorstellung der Forschungsfragen zur Erfolgsbegründung, dem Einfluss auf die Politik sowie den Folgen des Markteintritts des "Focus".
2. Der SPIEGEL: Darstellung von Kennzahlen wie Auflage, Vertriebsstrukturen und Geschäftszahlen sowie Porträtierung der wichtigsten Führungspersönlichkeiten.
3. Historie des SPIEGEL: Überblick über die Entstehung des Magazins, die Entwicklung der Besitzerverhältnisse, den Start von "SPIEGEL TV" und eine Chronik der wichtigsten Affären.
4. Der SPIEGEL und die Politik: Analyse der politischen Ausrichtung des Magazins, seines Verständnisses von investigativem Journalismus und seines Einflusses auf politische Entscheidungsprozesse.
5. Arbeitsweise und Stil des SPIEGEL: Untersuchung der redaktionellen Standards, der spezifischen "SPIEGEL-Sprache", verschiedener Textformen wie Titelgeschichten und Interviews sowie der Funktion des Archivs.
6. Beantwortung der Forschungsfragen: Synthese der Erkenntnisse zur Erfolgsanalyse, dem journalistischen Beitrag und den wirtschaftlichen Auswirkungen der "Focus"-Einführung.
7. Schlussfolgerung: Fazit zur historischen Bedeutung von Rudolf Augstein und Ausblick auf die zukünftige Herausforderung des SPIEGEL im Spannungsfeld zwischen Kapital und Journalismus.
Schlüsselwörter
Der Spiegel, Rudolf Augstein, Stefan Aust, Nachrichtenmagazin, investigativer Journalismus, Pressefreiheit, Deutschland, Politik, Focus, Medien, Verlagsgeschichte, Medienwirtschaft, Spiegel-Affäre, Journalismus, Medienkonkurrenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bakkalaureatsarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Geschichte, Entwicklung und Rolle des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" in der deutschen Medienlandschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die Unternehmenshistorie, die journalistische Arbeitsweise, der politische Einfluss des Mediums sowie die Konkurrenzsituation durch das Magazin "Focus".
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Die Arbeit möchte begründen, weshalb der SPIEGEL so erfolgreich ist, welchen Beitrag er zum investigativen Journalismus leistet und wie sich die Konkurrenz durch den "Focus" ausgewirkt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Primärquellen, Unternehmensdaten und Statistiken zur Medienwirkung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Unternehmensstruktur und Führungspersonen, eine historische Rückschau, die Analyse des politischen Einflusses und der Arbeitsweise bis hin zur Auswertung der "Focus"-Konkurrenz.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die wichtigsten Schlagworte sind SPIEGEL, Rudolf Augstein, investigativer Journalismus, Medienkonkurrenz und politische Einflussnahme.
Wie hat sich die Einführung des Magazins "Focus" auf den SPIEGEL ausgewirkt?
Die Einführung des "Focus" führte zu einem spürbaren Rückgang bei der verkauften Auflage und im Anzeigengeschäft, was den SPIEGEL zu inhaltlichen und gestalterischen Anpassungen zwang.
Welche Rolle spielt das SPIEGEL-Archiv für den Erfolg des Blattes?
Das Archiv gilt als entscheidende Kontrollinstanz für die redaktionelle Arbeit, um Fakten streng zu verifizieren und Informationen tiefgehend zu recherchieren, was die journalistische Qualität absichert.
Wie wird das Verhältnis des SPIEGEL zur Politik beschrieben?
Das Magazin agiert als kritischer Beobachter und Meinungsführer, der durch Enthüllungen und Skandale immer wieder personelle Konsequenzen in der Politik erzwang.
- Citation du texte
- Matthias Schrauff (Auteur), 2006, Nachrichtenmagazine in der Bundesrepublik Deutschland - Insbesondere: Geschichte und Entwicklung des Spiegel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63267