Das Wort „Gemeinde“ gilt heute als allgemeine Bezeichnung für Stadt, Dorf oder Ortschaft. Grundlegend für die Entstehung der Gemeinde ist die Selbstverwaltung, die als Einführung der vorliegenden Seminararbeit dienen soll. Der Begriff der Selbstverwaltung enthält sowohl einen politischen als auch politische Sicht beinhaltet die bürgerliche rechtlichen Aspekt. Selbstverwaltung heißt, Bürger sollen an der Verwaltung ehrenamtlich tätig werden, indem sie u. a. an Entscheidungsprozesse teilnehmen. Durch die Bürger- und Sachnähe entsteht somit eine bessere Wahrnehmung und Umsetzung der Aufgaben in einer Gemeinde.
Der rechtliche Aspekt der Selbstverwaltung besagt, dass das Gesetz den selbstständigen Verwaltungseinheiten ermächtigt, öffentliche Verwaltungsaufgaben in eigener Verantwortung wahrzunehmen. Die Wahrnehmung findet unter staatlicher Rechtsaufsicht statt. Daher fallen öffentliche Aufgaben nicht unter den Bereich von Bund und Länder, sondern unter der Zuständigkeit der eigenständigen Träger. Die Gemeinden sind, neben den Gemeindeverbänden, einer dieser Verwaltungsträger in der kommunalen Selbstverwaltung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Begriff der Selbstverwaltung
1.2 Selbstverwaltungsgarantie
1.2.1 Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft
1.2.2 Eigenverantwortlichkeit
1.2.3 Im Rahmen der Gesetze
2 Gemeinde
2.1 Einordnung im Staat
2.2 Aufgaben
2.3 Verwaltungsform
3 Kommunalverfassungstypen
4 Organe/Organteile und ihre Kompetenzverteilung in der Gemeinde
4.1 Gemeinderat
4.2 Bürgermeister/Gemeinderatsvorsitzender
4.3 Bürgermeister/Verwaltungsleiter
4.4 Gemeindeverwaltung
4.5 Ausschüsse
4.6 Fraktionen
4.7 Beigeordnete
4.8 Gemeindedirektor
5 Die Änderung der Gemeindeordnung in NRW und ihre Auswirkungen für die Organkompetenzen
5.1 Organigramm
5.2 Bürgermeisterwahl
5.2.1 Die Auswirkungen für den Ratsvorsitzenden
5.2.2 Die Auswirkungen für den Gemeindedirektor
5.2.3 Die Auswirkungen für den Rat
5.3 Das Verhältnis zwischen Rat und Verwaltung
6 Das Machtverhältnis der Organtypen im Willensbildungs- und Entscheidungsprozess vor und nach der Gemeindeordnungsreform in NRW
6.1 Beschlussvorbereitung
6.1.1 Stellung des Gemeindedirektors
6.1.2 Stellung des hauptamtlichen Bürgermeisters
6.2 Festlegung der Tagesordnung
6.2.1 Stellung des ehrenamtlichen Bürgermeisters
6.2.2 Stellung des hauptamtlichen Bürgermeisters
6.3 Phase der Entscheidung
6.3.1 Stellung des Rates
6.3.2 Stellung des ehrenamtlichen Bürgermeisters
6.3.3 Stellung des hauptamtlichen Bürgermeisters
6.4 Durchführung
6.5 Verwaltungskontrolle
6.5.1 Die Doppelspitze
6.5.2 Die Einheitsspitze
7 Kommunalverfassungsstreit
8 Die optimale Kommunalverfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die innere Organisation von Gemeinden unter besonderer Berücksichtigung der Kompetenzverteilung zwischen den verschiedenen Organen. Dabei steht die Forschungsfrage im Fokus, wie sich die Reform der Gemeindeordnung in Nordrhein-Westfalen, insbesondere der Übergang von der Doppel- zur Einheitsspitze, auf die Machtverhältnisse im Willensbildungs- und Entscheidungsprozess ausgewirkt hat.
- Grundlagen der kommunalen Selbstverwaltung und ihre verfassungsrechtliche Verankerung.
- Analyse verschiedener Kommunalverfassungstypen und deren Organisationsstrukturen.
- Detaillierte Untersuchung der Kompetenzen und Rollen von Rat, Bürgermeister, Beigeordneten und Fraktionen.
- Vergleichende Betrachtung des Machtverhältnisses vor und nach der Gemeindeordnungsreform in NRW.
- Diskussion über die optimale Gestaltung einer Gemeindeverfassung unter Effizienz- und Demokratiegesichtspunkten.
Auszug aus dem Buch
6.2 Festlegung der Tagesordnung
6.2.1 Stellung des ehrenamtlichen Bürgermeisters
Vor der Einführung der Einheitsspitze war die Festlegung der Tagesordnung einer der wichtigsten Aufgaben des ehrenamtlichen Bürgermeisters. Somit hatte er die Macht über die Themeninhalte einer Ratssitzung, woraus sich die Beschlüsse für die Gemeinde entwickelten. Vor der Ratssitzung musste eine Absprache mit dem Gemeindedirektor über die zu besprechenden Diskussionspunkte stattfinden, weil dieser als Hauptverwaltungsbeamter fungierte und die Vorlagen bearbeitete. Folglich ergab sich ein Kontrollverfahren, das die politische Effizienz im Rat stiegen ließ. Dennoch war der ehrenamtliche Bürgermeister in der Lage, Punkte der Tagesordnung gegen den Willen des Gemeindedirektors zu streichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung definiert den Begriff der Selbstverwaltung und ihre Bedeutung als Grundlage der Gemeindeorganisation sowie deren rechtliche Garantie durch das Grundgesetz.
2 Gemeinde: Das Kapitel veranschaulicht die Gemeinde durch ihre Einordnung in den Staat, ihre verschiedenen Aufgabenbereiche und die geltenden Verwaltungsformen.
3 Kommunalverfassungstypen: Hier werden die verschiedenen Grundtypen der Gemeindeverfassung, wie etwa die nord- oder süddeutsche Ratsverfassung, kurz vorgestellt.
4 Organe/Organteile und ihre Kompetenzverteilung in der Gemeinde: Dieses Kapitel detailliert die wichtigsten Akteure einer Gemeinde, darunter den Gemeinderat, den Bürgermeister und die Verwaltung, sowie deren jeweilige Zuständigkeiten.
5 Die Änderung der Gemeindeordnung in NRW und ihre Auswirkungen für die Organkompetenzen: Hier wird die Reform von der Doppel- zur Einheitsspitze in NRW analysiert und die direkten Konsequenzen für die Akteure untersucht.
6 Das Machtverhältnis der Organtypen im Willensbildungs- und Entscheidungsprozess vor und nach der Gemeindeordnungsreform in NRW: Dies ist der Hauptteil, der die machtpolitischen Verschiebungen bei der Beschlussvorbereitung, Tagesordnung, Entscheidung und Kontrolle detailliert beleuchtet.
7 Kommunalverfassungsstreit: Das Kapitel erläutert, wie bei Kompetenzstreitigkeiten innerhalb der kommunalen Organe rechtlich vorgegangen werden kann.
8 Die optimale Kommunalverfassung: Abschließend werden Kriterien für eine ideale Organisationsstruktur diskutiert, die Demokratieprinzipien mit Effizienz vereint.
Schlüsselwörter
Gemeinde, Selbstverwaltung, Gemeindeordnung, NRW, Bürgermeister, Gemeinderat, Einheitsspitze, Doppelspitze, Kompetenzverteilung, Kommunalverfassung, Willensbildung, Entscheidungsprozess, Verwaltungskontrolle, Kommunalverfassungsstreit, Direktwahl.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der inneren Organisation von Gemeinden und wie die Kompetenzen zwischen den kommunalen Organen verteilt sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die rechtlichen Grundlagen der Selbstverwaltung, die Analyse verschiedener Verfassungstypen und insbesondere die Auswirkungen der Gemeindeordnungsreform in NRW.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie sich die Machtverhältnisse zwischen den Organen nach dem Abbau der Doppelspitze verändert haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche und verwaltungswissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung der einschlägigen Gesetzestexte (Gemeindeordnungen) und Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert den Willensbildungs- und Entscheidungsprozess, angefangen bei der Beschlussvorbereitung bis hin zur Verwaltungskontrolle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Selbstverwaltung, Einheitsspitze, Bürgermeister, Gemeinderat und Kompetenzverteilung.
Was unterscheidet die Doppelspitze von der Einheitsspitze?
Bei der Doppelspitze waren Verwaltungsleitung (Gemeindedirektor) und politische Repräsentation (ehrenamtlicher Bürgermeister) getrennt, während bei der Einheitsspitze der hauptamtliche Bürgermeister beide Funktionen vereint.
Warum war der Kommunalverfassungsstreit ein wichtiges Thema?
Er ist relevant, da in der Praxis die gesetzliche Kompetenzverteilung nicht immer eingehalten wird und es daher zu gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen Organen kommen kann.
Was ist das Fazit zur „optimalen Gemeindeverfassung“?
Die Arbeit schlägt vor, dass die Süddeutsche Ratsverfassung mit der Direktwahl des Bürgermeisters eine gute Balance zwischen demokratischer Legitimation und effizienter Verwaltung bietet.
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- Chrisovaladis Kakaris (Author), 2006, Kompetenzverteilungen und Machtverhältnisse der Gemeindeorgane, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63364