Die Diskussion über den demographischen Wandel, der Situation einer schrumpfenden und gleichzeitig älter werdenden Bevölkerung, hat uns in Deutschland mit einer gewissen Verspätung aber dafür mit großer Wucht erfasst und inzwischen auch den Alltag der Menschen erreicht. Die Auswirkungen, die von diesem Wandel der Demographie ausgehen, haben wir bisher in ihrer Gesamtheit jedoch noch nicht begriffen. Und wenn wir ehrlich sind, beschäftigen wir uns auch nicht wirklich gerne mit dem Alterungsprozess. Das Alter ist eines der letzten Tabuthemen unserer Gesellschaft. Der britische Romancier Jonathan Swift formulierte diese Situation sehr passend in dem Satz: „Jeder will alt werden, keiner will alt sein“.
Dabei sollten wir den Blick zuerst auf uns selber richten, wenn wir dem demographischen Wandel angemessen begegnen wollen. Das Jahr der Geburt wird in Zukunft immer weniger darüber aussagen, ob ein Mensch gesund, attraktiv, leistungsfähig oder auch kreativ ist.
Wenn wir zukünftig über Demographie reden, sollten wir uns daher alle miteinander bewusst sein:Die Alten, das sind nicht die anderen, die Alten von heute, von morgen, vielleicht auch erst von übermorgen, das sind wir alle.
Inhaltsverzeichnis
1. Der demographische Wandel in Deutschland – Alte Kunden, neue Märkte?
1.1. Die besondere Bedeutung des demographischen Wandels für den deutschen Biermarkt
1.2. Definition zentraler Begriffe und Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes
1.3. Ziel und Gang der Untersuchung
2. Der demographische Wandel
2.1. Die demographische Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland
2.2. Allgemeine Auswirkungen des demographischen Wandels auf das Marketing im Konsumgüterbereich Bier
2.3. Die Generation 50 plus
2.3.1. Das Kauf- und Konsumverhalten
2.3.2. Die Kaufkraft
2.3.3. Das Qualitäts- und Markenbewusstsein sowie die Markentreue
3. Die Generation 50 plus – eine wichtige Zielgruppe für den deutschen Biermarkt
3.1. Der deutsche Biermarkt im Wandel
3.1.1. Der Bierkonsum gegenwärtig und zukünftig
3.1.2. Die Altersstruktur der Biertrinker gegenwärtig und zukünftig
3.2. Die Zielgruppe Generation 50 plus - Auswirkungen auf das Marketing im Konsumgüterbereich Bier
3.2.1. Marktsegmentierung der heterogenen Zielgruppe Generation 50 plus
3.2.2. Marketingstrategische Ansätze zur Erschließung der Generation 50 plus
3.2.3. Seniorenmarketing – differenziertes Marketing als erfolgreicher Weg zur Erschließung der Generation 50 plus?
4. Empfehlungen für ein „Generation 50 plus“ Marketing-Mix
4.1. Produkt- und programmpolitische Empfehlungen
4.1.1. Produktgestaltung
4.1.2. Verpackungsgestaltung
4.1.3. Programmgestaltung
4.1.4. Serviceleistungen/Value-added Services
4.2. Kontrahierungspolitische Empfehlungen
4.3. Distributionspolitische Empfehlungen
4.4. Kommunikationspolitische Empfehlungen
4.4.1. Kommunikationsinstrumente
4.4.2. Kommunikationsbotschaft/Kommunikationsgestaltung
5. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des demographischen Wandels auf den Biermarkt in Deutschland, um aufzuzeigen, wie Brauereien durch ein gezieltes "Seniorenmarketing" der Generation 50 plus als bedeutendes Wachstumssegment begegnen können. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie ein an den Bedürfnissen, Einstellungen und der hohen Kaufkraft dieser Zielgruppe orientierter Marketing-Mix gestaltet werden muss, um Umsatzstabilität zu sichern.
- Analyse des demographischen Wandels und seiner Auswirkungen auf die Konsumgüterwirtschaft.
- Untersuchung des Kaufverhaltens, der Kaufkraft sowie des Marken- und Qualitätsbewusstseins der Generation 50 plus.
- Erforschung der Veränderungsprozesse im deutschen Biermarkt und der Altersstruktur von Biertrinkern.
- Entwicklung von marketingstrategischen Ansätzen und Empfehlungen für einen "Generation 50 plus" Marketing-Mix.
- Diskussion von Marktsegmentierungsstrategien zur gezielten Erschließung der Zielgruppe.
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Die Altersstruktur der Biertrinker gegenwärtig und zukünftig
Der durchschnittliche deutsche Biertrinker ist 47 Jahre alt und verfügt über ein Haushaltsnettoeinkommen von 2.100 Euro pro Monat. Ein Altersstrukturvergleich der Marktforschungsberatung Konzept & Analyse zeigt, dass die Konsumenten einer großen Gruppe von Biermarken deutlich älter sind als der Gesamtdurchschnitt der deutschen Bevölkerung. Demnach lässt sich eine Überalterung der Bierverwender, gemessen am Gesamtdurchschnitt der Bevölkerung, für nahezu alle Marken feststellen. Insbesondere regionale Biermarken weisen eine verhältnismäßig alte Verwenderschaft auf.
Die zukünftigen Veränderungen in der Altersstruktur der Bierverwender im Rahmen des demographischen Wandels lassen sich mittels der Kohortenanalyse erklären. Konkret bedeutet das in einem von Konzept & Analyse dargestellten Modell, dass tendenziell immer weniger junge Menschen mit dem Getränk Bier einsteigen und sich in der Folgezeit immer weniger zu bekennenden „Heavy-Usern“, also Intensivverwendern, entwickeln. In dieser Simulation trinken die heutigen Bierverwender auch noch in 25 Jahren Bier und bleiben ihrem Verhalten zu 100 Prozent treu. Sie altern quasi mit ihrem dauerhaften Konsumverhalten. Der Kohorteneffekt könnte sich laut Research & Results in 24 Jahren wie folgt darstellen:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der demographische Wandel in Deutschland – Alte Kunden, neue Märkte?: Einleitung in die Problematik des demographischen Wandels und dessen Relevanz für den deutschen Biermarkt sowie Definition der untersuchten Zielgruppe.
2. Der demographische Wandel: Analyse der demographischen Entwicklung in Deutschland und detaillierte Untersuchung der Generation 50 plus hinsichtlich ihrer ökonomischen und psychographischen Merkmale.
3. Die Generation 50 plus – eine wichtige Zielgruppe für den deutschen Biermarkt: Untersuchung der Marktsituation im Biermarkt und Begründung, warum die Generation 50 plus als neue, attraktive Zielgruppe für Brauereien erschlossen werden muss.
4. Empfehlungen für ein „Generation 50 plus“ Marketing-Mix: Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen für die Gestaltung von Produkten, Preisen, Distribution und Kommunikation innerhalb eines Seniorenmarketings.
5. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Fazit der Untersuchung, das die Notwendigkeit einer differenzierten Marktbearbeitung durch die Brauwirtschaft unterstreicht.
Schlüsselwörter
Demographischer Wandel, Seniorenmarketing, Generation 50 plus, Biermarkt, Konsumgütermarketing, Marktsegmentierung, Kaufkraft, Markenbewusstsein, Qualitätsbewusstsein, Zielgruppenorientierung, Marketing-Mix, Kohortenanalyse, Konsumverhalten, Brauindustrie, Wettbewerb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der alternden Gesellschaft auf den deutschen Biermarkt und entwickelt Strategien, um die Generation 50 plus als zahlungskräftige Zielgruppe zu gewinnen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der demographischen Analyse, dem Konsumverhalten der Generation 50 plus und der Anpassung des Marketing-Mixes für Bierprodukte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den demographischen Wandel nicht als Risiko, sondern als Chance zu begreifen und konkrete Ansätze für ein erfolgreiches Seniorenmarketing in der Braubranche zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Neben einer umfassenden Literaturanalyse wurde eine empirische Befragung von Marketingverantwortlichen der deutschen Braukooperation durchgeführt, um den aktuellen Status der Marktbearbeitung zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Zielgruppe 50 plus, die Untersuchung des Biermarktes sowie die Ableitung konkreter Empfehlungen für den Marketing-Mix.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Demographischer Wandel, Seniorenmarketing, Generation 50 plus, Biermarkt und Zielgruppenorientierung.
Welche Bedeutung hat die "Kohortenanalyse" für den Biermarkt?
Die Kohortenanalyse verdeutlicht, dass Konsumgewohnheiten über den Lebensverlauf stabil bleiben, was Brauereien dazu zwingt, neue Wege zur Neukundengewinnung zu finden, da jüngere Jahrgänge seltener zu Biertrinkern werden.
Wie unterscheidet sich die Zielgruppe "Generation 50 plus" vom bisherigen Jugendwahn im Marketing?
Die Generation 50 plus ist im Gegensatz zu früheren Altersbildern konsumfreudig, kaufkräftig, qualitätsbewusst und wünscht eine Integration in den Massenmarkt statt einer Ausgrenzung durch "Seniorenangebote".
- Quote paper
- Dipl.-Betriebswirt Jens Magdanz (Author), 2006, Auswirkungen des demographischen Wandels auf das Marketing im Konsumgüterbereich - dargestellt am Beispiel des Biermarktes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63390