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Vermittlung der mathematischen Grundlagen an der Montessori Grundschule

Title: Vermittlung der mathematischen Grundlagen an der Montessori Grundschule

Examination Thesis , 2005 , 121 Pages , Grade: 1,8

Autor:in: Andrea Schlafke (Author)

Didactics - Mathematics
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Summary Excerpt Details

In den letzten Jahren hat die Pädagogik von Maria Montessori vermehrt an Bedeutung gewonnen. Die immer steigenden Anmeldezahlen an Montessori Schulen, sowie die Einrichtung von Montessori Zweigen an Regelschulen belegen ein stetiges Interesse und eine weitere Verbreitung der pädagogischen Methoden von Montessori. Die Gründe hierfür sind so vielfältig wie zahlreich, die Suche „nach Alternativen zum herkömmlichen Schulsystem", sowie die positive Resonanz der Schüler einer solchen Schule sind sicherlich nur kleine Aspekte, die für eine Entscheidung zur Erziehung nach Montessori beitragen.
Maria Montessori entwickelte ein Erziehungskonzept, dass sich von der Kleinkinderziehung bis zum Eintritt ins Erwachsenenalter erstreckt. Doch ihre Thesen entstanden zu Beginn des vorigen Jahrhunderts und dennoch erfreuen sich Schulen und Kurse mit ihrer Methodik als Grundlage und Schwerpunkt größten Zulaufs.
Heute scheinen uns die „gleichen Grundfragen" zu beschäftigen, wenn auch in einer anderen „historischen Situation".
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war es das Bestreben der Vertreter der Reformpädagogik, sich von der „alten Schule", in der „Autorität und Intellektualismus die tonangebenden Prinzipien" vorgaben und die Erziehung nur wenig mit einer kindgerechten Entwicklung gemein hatte, zu distanzieren. Der Unterricht wurde neu konzipiert, die Pädagogik sollte nun vom Kind aus gehen und Lehren auf das Kind hin gerichtet sein. Diverse neue Schulformen bildeten und etablierten sich, so auch die von Maria Montessori.
Wichtig waren allen Reformpädagogen besonders die Achtung vor dem Wesen des Kindes und die „kindzentrierten pädagogischen Ideen und eine(r) schülerorientierte(n) pädagogische(n) Praxis".
Das Kind sollte im Mittelpunkt aller pädagogischer Bemühungen stehen, ihm sollte Freiraum für selbstständiges Denken und möglichst freie Entfaltung gewährt werden. Diese Forderung implizierte die Abschaffung der autoritären Lehrperson und eine lebenspraktische Ausrichtung des Unterrichts. Lebensnahe, realistische Bildung durch praktische Tätigkeit, körperliche Betätigung und die Schulung von Handfertigkeiten sollten an die Stelle von einseitigen, verstandesbetonten Beschäftigungen treten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Leben von Maria Montessori

2.1 Die politische und gesellschaftliche Lage Italiens im 19. Jahrhundert

2.2 Kindheit und Jugendzeit von Maria Montessori

2.3 Studienzeit von Maria Montessori

2.4 Die Zeit von 1896 -1907

2.4.1 Von der Medizin zur Pädagogik

2.4.2 San Lorenzo und die Casa die Bambini

2.5 Montessoribewegungen

2.5.1 Einflüsse auf Maria Montessori

2.5.2 Die Verbreitung der Pädagogik

2.5.3 Die Zeit zwischen den Weltkriegen

2.5.4 Die Zeit in Indien

2.6 Die letzen Jahre von Maria Montessori

3. Grundprinzipien der Montessori- Pädagogik

3.1 Montessoris Idee einer „Natur des Kindes“

3.1.1 Der immanente Bauplan des Kindes

3.1.1.1 Der geistige Embryo

3.1.1.2 Der absorbierende Geist

3.1.2 Die sensiblen Phasen

3.1.3 Die Polarisation der Aufmerksamkeit

4. Die Rolle der Mathematik in der Montessori- Pädagogik

4.1 Das Sinnesmaterial

4.1.1 Exemplarische Darstellung zweier Sinnesmaterialien

Rosa Turm und Braune Treppe

4.1.2 Klassifizierung des Materials

4.1.3 Die zentralen Materialeigenschaften

4. 2 Die Einführung der vier Grundrechenarten anhand des didaktischen Materials für Mathematik

4.2.1 Das Goldene Perlenmaterial

4.2.2 Präsentation der dezimalen Organisation der Quantitäten- das Verstehen des Zehnersystems mithilfe des Goldenen Perlenmaterials

4.2.3 Betrachtung und Benennung des Wertes der Ziffer entsprechend ihrer Position in der dezimalen Organisation und die Operationen

4.2.4 Die Addition mithilfe des Goldenen Perlenmaterials, der Kartensätze und des Markenspiels

4.2.5 Die Subtraktion mithilfe des Goldenen Perlenmaterials und des kleinen Rechenrahmens

4.2.6 Die Multiplikation mithilfe des Goldenen Perlenmaterials, der Kartensätze und des Schachbretts

4.2.7 Die Division mithilfe des Goldenen Perlenmaterials

Exkurs: Einführung in die Geometrie anhand des didaktischen Materials der Mathematik

5. Die Rolle des Schülers in der Montessori- Pädagogik

5.1 Die Freiheit

5.2 Die Disziplin

5.3 Das Prinzip der freien Wahl

6. Die Rolle der Lehrkraft in der Montessori- Pädagogik

6.1 Die Vorbereitete Lehrerin

6.1.1 Die innere Haltung

6.1.2 Die Beobachtung und Überwachung der kindlichen Arbeit

6.2 Die Aufgaben der „neuen“ Lehrerin

6.2.1 Die vorbereitete Umgebung

6.2.1.1 Die Vermittlung von Ordnung und Sorgsamkeit

6.2.2 Die Vermittlung vom Gebrauch des Materials

7. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Vermittlung mathematischer Grundlagen im Rahmen der Montessori-Pädagogik, insbesondere durch den Einsatz spezieller Entwicklungsmaterialien. Die Forschungsfrage widmet sich dabei der Frage, wie durch handelndes Lernen und eine vorbereitete Umgebung das mathematische Verständnis bei Grundschulkindern gefördert werden kann.

  • Biographische und zeitgeschichtliche Einordnung von Maria Montessori
  • Grundprinzipien der Montessori-Pädagogik und deren Relevanz für den Lernprozess
  • Einsatz und Funktion von Mathematik- und Sinnesmaterialien
  • Die Rolle von Schüler und Lehrkraft in der Freiarbeit
  • Übertragung der Montessori-Prinzipien in den modernen Mathematikunterricht

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Von der Medizin zur Pädagogik

Mit 26 Jahren wird sie als Delegierte der Associazione feminile dei Roma gewählt, um ihr Land auf einem großen Frauenkongress in Berlin zu vertreten.

Ihre Reden, frei gehalten, sind ein großer Erfolg. Bezeichnenderweise ärgert es Maria Montessori, dass ihrem Aussehen und ihrem Auftreten mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird als ihrem Anliegen, der Situation von Frauen in Italien gerechter zu werden (Kramer 1987, S.38ff).

In den folgenden Jahren arbeitet sie als Assistenzärztin an einem Krankenhaus in Rom und unterhält gleichzeitig eine eigene Praxis. Ihre erste medizinische Veröffentlichung, Die Bedeutung der Leydener Kristalle bei Bronchialasthma, erscheint in einer Fachzeitschrift.

Ab 1897 arbeitet sie als freiwillige Assistentin an einer psychiatrischen Universitätsklinik. Dort trifft sie auf eine Gruppe schwachsinniger Kinder, die in einem Raum eingeengt, ohne weitere Betreuung, Anregung oder Beschäftigungsmöglichkeit vor sich hin starrt. Es ist heute schwer zu sagen, ob alle diese Kinder angeborene geistige Behinderungen hatten oder ob einige von ihnen aufgrund ihrer elenden Lebensbedingungen so verwahrlost aufgewachsen waren, dass sie den Anschein niedriger Intelligenz machten. Montessori sieht dies als „Vergewaltigung der Kinder, die darin…(liegt), dass man ihrem Tätigkeitsdrang keine entsprechende Nahrung…(zugesteht).“ (Schulz-Benesch 1983, S.174).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das gestiegene Interesse an der Montessori-Pädagogik und umreißt die Absicht der Arbeit, deren Grundprinzipien anhand des Mathematikunterrichts darzulegen.

2. Das Leben von Maria Montessori: Dieses Kapitel liefert eine biographische Betrachtung und ordnet Maria Montessoris Wirken in den historischen Kontext des 19. und 20. Jahrhunderts ein.

3. Grundprinzipien der Montessori- Pädagogik: Hier werden zentrale Begriffe wie der „immanente Bauplan“, „absorbierende Geist“ und „sensible Phasen“ als theoretische Basis der Erziehung erläutert.

4. Die Rolle der Mathematik in der Montessori- Pädagogik: Dieser Hauptteil beschreibt den Einsatz von Sinnesmaterialien zur Entwicklung des mathematischen Geistes sowie die konkrete Einführung der Grundrechenarten.

5. Die Rolle des Schülers in der Montessori- Pädagogik: Das Kapitel definiert Freiheit, Disziplin und das Prinzip der freien Wahl als essenzielle Richtlinien für das Lernen der Kinder.

6. Die Rolle der Lehrkraft in der Montessori- Pädagogik: Hier steht die Haltung der Lehrkraft als Beobachterin und die Gestaltung der vorbereiteten Umgebung im Vordergrund.

7. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert die Aktualität des Montessori-Ansatzes und diskutiert die Übertragbarkeit auf moderne Lernumgebungen, inklusive digitaler Medien.

Schlüsselwörter

Maria Montessori, Montessori-Pädagogik, Mathematikunterricht, Sinnesmaterial, Goldene Perlenmaterial, Grundrechenarten, Freiarbeit, vorbereitete Umgebung, Sensible Phasen, mathematischer Geist, Selbstständigkeit, Fehlerkontrolle, Didaktik, Mathematische Grundlagen, Ganzheitliches Lernen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Vermittlung mathematischer Grundlagen in der Montessori-Grundschule und untersucht, wie die spezifischen Lehren von Maria Montessori in diesem Bereich praktisch umgesetzt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Biografie und Pädagogik Maria Montessoris, die Bedeutung des didaktischen Materials für die kognitive Entwicklung sowie die Rollenverteilung zwischen Lehrkraft und Schülern.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, die didaktische Umsetzung mathematischer Inhalte nach Montessori aufzuzeigen und zu verdeutlichen, wie durch Material die Abstraktionsfähigkeit und das Verständnis für das Zahlensystem gefördert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer theoretischen Literaturanalyse von Schriften Maria Montessoris und ergänzender Fachliteratur, welche durch Hospitationsberichte aus der Schulpraxis veranschaulicht wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Montessori-Pädagogik und die detaillierte Vorstellung mathematischer Materialien wie des Goldenen Perlenmaterials, des Schachbretts und des kleinen Rechenrahmens.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind „materialisierte Abstraktionen“, „Freiarbeit“, „Polarisation der Aufmerksamkeit“, „Stellenwertsystem“ und die „Vorbereitete Umgebung“.

Warum ist das "Goldene Perlenmaterial" so wichtig für die Arbeit?

Es dient als zentrales Instrument, um Kindern die Struktur des Dezimalsystems anschaulich und begreifbar zu machen und bildet die Grundlage für das Verständnis der Grundrechenarten.

Welche Rolle spielt die Fehlerkontrolle bei Montessori?

Die Fehlerkontrolle ist fester Bestandteil des Materials und ermöglicht dem Kind eine eigenständige Korrektur, was die Selbstständigkeit fördert und einen freundschaftlichen Umgang mit Fehlern lehrt.

Wie unterscheidet sich der Fachunterricht von der Freiarbeit?

Während die Freiarbeit dem Kind die Wahl des Materials und des Tempos ermöglicht, dient der Fachunterricht der gezielten Vermittlung von Lehrplaninhalten, wobei auch hier die Prinzipien der Montessori-Pädagogik integriert werden.

Wie wird das "Schachbrett" in der Montessori-Pädagogik eingesetzt?

Es wird zur Einführung komplexer Multiplikationen genutzt, wobei die räumliche Anordnung der Perlenstäbchen auf dem Brett die Struktur des Dezimalsystems visualisiert und den Kindern bei der Berechnung großer Zahlen hilft.

Excerpt out of 121 pages  - scroll top

Details

Title
Vermittlung der mathematischen Grundlagen an der Montessori Grundschule
College
University of Bamberg
Grade
1,8
Author
Andrea Schlafke (Author)
Publication Year
2005
Pages
121
Catalog Number
V63444
ISBN (eBook)
9783638564991
ISBN (Book)
9783656813446
Language
German
Tags
Vermittlung Grundlagen Montessori Grundschule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Schlafke (Author), 2005, Vermittlung der mathematischen Grundlagen an der Montessori Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63444
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