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Die pädagogische Konzeption des Mathematikunterrichts in Montessori-Grundschulen - Eine Alternative zur Regelschule?

Title: Die pädagogische Konzeption des Mathematikunterrichts in Montessori-Grundschulen - Eine Alternative zur Regelschule?

Examination Thesis , 2006 , 90 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Barbara Steimel (Author)

Pedagogy - Reform Pedagogics
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Summary Excerpt Details

Die Vielfalt gegenwärtig verbreiteter Lebensformen einschließlich ihrer multikulturellen Erscheinungsweisen, die Fülle unterschiedlicher Informationen, die über die modernen Medien vermittelt werden und die divergierenden sozialen Lebenssituationen bei den Heranwachsenden spiegeln sich in den kindlichen Erziehungs- und Bildungsvoraussetzungen wider. Eine starke Heterogenität bei den Schülern innerhalb einer Grundschulklasse ist die Folge. Lehrer sind im Zuge dessen in besonderem Maße gefordert, ihren Unterricht differenziert auf die vorhandenen Ressourcen der jungen Menschen abzustimmen.
Die Montessori-Pädagogik, entwickelt von der gleichnamigen italienischen Ärztin und Pädagogin Maria Montessori (1870-1952), erscheint, hinsichtlich ihres am einzelnen Kind und seinen spezifischen Möglichkeiten orientierten Ansatzes, als eine sinnvolle Option, diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden. Aufgrund dessen drängt sich die Frage auf, ob die pädagogische Konzeption Montessoris geeignet ist, den gegenwärtigen Problemen entgegenzuwirken und die Bedürfnisse der Kinder adäquat zu erfüllen. Die Autorin befasst sich in der vorliegenden Arbeit mit dieser Thematik, indem sie versucht herauszufinden, inwieweit der Entwurf der Pädagogin, bezogen auf das Fach Mathematik, eine sinnvolle Alternative zur Regelschule darstellt. Da diese ausschließlich an die Richtlinien und Lehrpläne ihres jeweiligen Bundeslandes gebunden ist und keine weiteren Standards einhalten muss, werden im Folgenden als Qualitätsmaßstab wertneutral die fachspezifischen Curricula des Landes Nordrhein-Westfalen herangezogen. Zunächst werden jedoch die anthropologischen und bildungstheoretischen Grundlagen der Montessori-Pädagogik herausgearbeitet und vorgestellt, insbesondere das dem Fach Mathematik zugrunde liegende Konzept.
Im weiteren Verlauf widmet sich die Verfasserin den Richtlinien und Lehrplänen für das Fach Mathematik an Elementarschulen. Analog den Ausführungen der mathematischen Konzeption Montessoris, wird hier die pädagogische und die methodisch-didaktische Seite des Mathematikunterrichts berücksichtigt.
Um die dieser Arbeit unterstellte Fragestellung beantworten zu können, wird sich das nachfolgende Kapitel mit der Aktualität der Mon-tessori-Pädagogik beschäftigen, um im letzten schließlich den Versuch einer aussagekräftigen Bewertung vorzunehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen der Montessori-Pädagogik

2.1 Anthropologische und bildungstheoretische Grundlagen der Montessori-Pädagogik

2.1.1 Montessoris Sicht des Kindes

2.1.2 Die Theorie der sensiblen Phasen

2.1.3 Die Polarisation der Aufmerksamkeit

2.2 Aspekte der Schule als Institution

2.2.1 Ziele und Inhalte der Schulerziehung nach Montessori

2.2.2 Organisation einer Montessori-Grundschule

2.3 Erzieherische Aspekte von Schule und Unterricht

2.3.1 Erziehung zur Stille

2.3.2 Die Bedeutung des Fehlers

2.3.3 Die Rolle des Lehrers

2.4 Aspekte der Unterrichtsgestaltung

2.4.1 Das Montessori-Material

2.4.2 Die vorbereitete Umgebung

2.4.3 Die Freiarbeit

2.5 Die mathematische Bildung bei Montessori

2.5.1 Der mathematische Geist

2.5.2 Sinnesmaterialien als Grundlage mathematischer Bildung

2.5.3 Mathematische Bildung in der Freiarbeit

2.5.4 Mathematische Bildung im Fachunterricht

2.5.5 Montessoris pädagogische Konzeption des Mathematikunterrichts

3 Richtlinien und Lehrplan für das Fach Mathematik an Grundschulen des Landes NRW

3.1 Pädagogische Aspekte des Mathematikunterrichts

3.2 Allgemeine Lernziele des Mathematikunterrichts (nach Winter)

3.2.1 Argumentieren

3.2.2 Kreativität

3.2.3 Mathematisieren

3.2.4 Geistige Grundtechniken

3.3 Fachspezifische Lernformen

3.3.1 Entdeckendes Lernen

3.3.2 Beziehungsreiches Üben

3.3.3 Individuelles und gemeinsames Lernen

3.3.4 Darstellungsformen

3.4 Prinzipien der Unterrichtsgestaltung

3.4.1 Anwendungs- und Strukturorientierung

3.4.2 Spiralprinzip

3.4.3 Offene Unterrichtsformen

3.4.4 Lernen mit elektronischen Medien

4 Frage nach der Aktualität der Montessori-Pädagogik

4.1 Grundsätze der Montessori-Pädagogik in den Richtlinien und Lehrplänen für das Fach Mathematik in NRW

4.1.1 Anthropologische Aspekte

4.1.2 Methodisch-didaktische Aspekte

4.2 Umsetzung der Montessori-Pädagogik in Montessori-Schulen der Gegenwart

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die pädagogische Konzeption von Maria Montessori für den Mathematikunterricht eine sinnvolle Alternative zur Regelschule darstellt, insbesondere unter Berücksichtigung der Anforderungen an eine differenzierte Förderung heterogener Lerngruppen gemäß den Richtlinien des Landes Nordrhein-Westfalen.

  • Anthropologische und bildungstheoretische Grundlagen der Montessori-Pädagogik
  • Kritische Analyse der Montessori-Mathematikkonzeption im Vergleich zu staatlichen Lehrplänen
  • Die Rolle der Freiarbeit und der vorbereiteten Umgebung für mathematische Lernprozesse
  • Methodische Ansätze wie entdeckendes Lernen und beziehungsreiches Üben
  • Aktualität und Umsetzung der Montessori-Pädagogik an Grundschulen der Gegenwart

Auszug aus dem Buch

2.1.3 Die Polarisation der Aufmerksamkeit

Das Phänomen der Polarisation der Aufmerksamkeit entdeckte Montessori im Jahre 1907 in einem Kinderhaus von San Lorenzo, als sie ein dreijähriges Mädchen beobachtete, wie es sich mit Einsatzzylindern beschäftigte. Das Augenmerk des Kindes war intensiv und fortwährend auf den Gegenstand fixiert, an dem es die Einsatzübung mehr als vierzigmal wiederholte. Diese Auseinandersetzung mit dem Material konnte auch nicht mittels gezielter und teils sehr heftiger Störversuche unterbrochen werden.

In der folgenden Zeit fiel Montessori dieses Phänomen immer wieder bei Kindern auf und führte sie zu der Erkenntnis, dass tiefstes Interesse der wichtigste Antrieb des Kindes für einen erfolgreichen Lernprozess ist, da dieses zu einer andauernden Aufmerksamkeit führt. Die Augenblicke der intrinsischen Motivation beschreibt sie als den „Schlüssel der ganzen Pädagogik“ und unterstreicht deren wichtige Stellung innerhalb der Erziehungs- und schulischen Bildungsarbeit mit der Äußerung: „Nur darauf kommt es an, die innere Kraft des Kindes für seine Erziehung zu nutzen.“

Montessori beschreibt die Auswirkungen auf die Persönlichkeit, wenn eine Polarisation der Aufmerksamkeit stattfindet, als vollständige Veränderung des Kindes.

„Es wurde ruhiger, fast intelligenter und mitteilsamer. Es offenbarte außergewöhnliche innere Qualitäten, die an die höchsten Bewußtseinsphänomene [sic!] erinnern, wie die der Bekehrung“.

In diesem Zusammenhang spricht sie auch von der „Normalisierung“ des Kindes. Diese impliziert nach ihrer Ansicht die „Ordnung des psychischen Lebens, der natürlichen Persönlichkeit des Kindes“. Unmittelbar mit Auftreten der Polarisation der Aufmerksamkeit entfaltet sich seine wahre Persönlichkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Heterogenität in Grundschulklassen und stellt die Frage, ob Montessoris pädagogisches Konzept als moderne Antwort für den Mathematikunterricht dienen kann.

2 Grundlagen der Montessori-Pädagogik: Dieses Kapitel erläutert die anthropologischen Ansätze Montessoris, ihre Prinzipien der Unterrichtsgestaltung wie Freiarbeit und die Rolle der vorbereiteten Umgebung sowie das spezifische mathematische Konzept.

3 Richtlinien und Lehrplan für das Fach Mathematik an Grundschulen des Landes NRW: Das Kapitel analysiert die offiziellen Anforderungen an den Mathematikunterricht in NRW, einschließlich allgemeiner Lernziele und fachspezifischer Lernformen.

4 Frage nach der Aktualität der Montessori-Pädagogik: Hier erfolgt eine kritische Überprüfung der Montessori-Prinzipien hinsichtlich ihrer Übereinstimmung mit aktuellen Lehrplänen und ihrer praktischen Umsetzung in modernen Montessori-Schulen.

5 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass die Montessori-Pädagogik eine wertvolle Alternative darstellt, sofern das Gesamtkonzept inklusive der Lehrerrolle und der individuellen Förderung verantwortungsvoll umgesetzt wird.

Schlüsselwörter

Montessori-Pädagogik, Mathematikunterricht, Grundschule, Freiarbeit, Polarisation der Aufmerksamkeit, vorbereitete Umgebung, Mathematischer Geist, Lehrplan NRW, Differenzierung, reformpädagogische Ansätze, mathematische Bildung, individuelles Lernen, entdeckendes Lernen, Fehlerkontrolle, Schlüsselqualifikationen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Eignung der mathematischen Konzeption von Maria Montessori als Alternative zum regulären Mathematikunterricht an Grundschulen, speziell im Hinblick auf aktuelle Anforderungen an Differenzierung und Förderung.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?

Die zentralen Felder umfassen die anthropologischen Grundlagen der Montessori-Pädagogik, die Struktur des Mathematikunterrichts, die Vorgaben der NRW-Lehrpläne sowie die Frage der Aktualität reformpädagogischer Ansätze.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob Montessoris Mathematikkonzept den heterogenen Bildungsvoraussetzungen moderner Klassen gerecht wird und inwieweit eine Übertragung auf die Regelschule sinnvoll ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturstudie, die theoretische Montessori-Konzepte mit den geltenden fachspezifischen Curricula des Landes Nordrhein-Westfalen vergleicht.

Welche Themen werden im Hauptteil vertieft?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Pädagogik (wie Freiarbeit, Rolle des Lehrers) insbesondere die spezifischen Materialien für die mathematische Bildung analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Freiarbeit, Polarisation der Aufmerksamkeit, vorbereitete Umgebung, mathematischer Geist und die Anforderungen der NRW-Lehrpläne maßgeblich geprägt.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Lehrers in der Montessori-Schule?

Der Lehrer ist weniger Instruktor, sondern eher ein Beobachter und Begleiter, der den Rahmen der vorbereiteten Umgebung gestaltet und den richtigen Zeitpunkt zum "Loslassen" findet.

Können elektronische Medien in die Montessori-Pädagogik integriert werden?

Ja, laut Autorin können multimediale Lernangebote eine sinnvolle Ergänzung sein, sofern sie differenziert ausgewählt werden und den haptischen Umgang mit Montessori-Materialien nicht ersetzen.

Gibt es eine formale Qualitätskontrolle für Montessori-Grundschulen?

Da der Begriff "Montessori-Grundschule" nicht geschützt ist, arbeiten die Montessori-Verbände an Zertifizierungsmodellen und Standards wie dem Montessori-Qualitäts-Siegel (MQS).

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Details

Title
Die pädagogische Konzeption des Mathematikunterrichts in Montessori-Grundschulen - Eine Alternative zur Regelschule?
College
University of Cologne  (Erziehungswissenschaftliche Fakultät)
Course
Dresdner Bank
Grade
2,3
Author
Barbara Steimel (Author)
Publication Year
2006
Pages
90
Catalog Number
V63452
ISBN (eBook)
9783638565073
Language
German
Tags
Konzeption Mathematikunterrichts Montessori-Grundschulen Eine Alternative Regelschule Dresdner Bank
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Barbara Steimel (Author), 2006, Die pädagogische Konzeption des Mathematikunterrichts in Montessori-Grundschulen - Eine Alternative zur Regelschule?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63452
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