Die Gletscher der Vulkane Popocatépetl und Iztaccíhuatl


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

24 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Vulkane Popocatépetl und Iztaccíhuatl und ihre Gletscher
1. Klima der Region
2. Lage und Gestalt der Vulkane
3. Jüngste vulkanische Aktivität
4. Die Gletscher
4.1. Vergletscherungsphasen
4.2. Ausmaße, jüngste Entwicklung und momentaner
Zustand der Gletscher

III. Gletscherschmelze durch vulkanische Aktivität und dadurch entstehende Lahars
1. Die Lahars am Popocatépetl
2. Die mögliche Entwicklung am Iztaccíhuatl

IV. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Die vergletscherten Vulkane Popocatépetl und Iztaccíhuatl liegen im zentralmexikanischen Bergland.

Der Popocatépetl ist seit 1994 wieder ein aktiver Vulkan. Die Explosionen waren teilweise so heftig, dass selbst das 60 km entfernte Mexiko-City mit einer Ascheschicht bedeckt wurde. Neben den direkten Auswürfen von heißer Asche und Lavabrocken stellen auch die Gletscher an der Nordseite des Berges eine Gefahr für die Bewohner umliegender Städte dar. Im Zuge der letzten Eruptionen wurde der Gletscher mit vulkanischem Material bedeckt, was zu einem raschen Abtauen des Gletscherkörpers führte. Dadurch brachen große Teile des Gletschers ab und es entstanden gewaltige Lahars, die die umliegenden Dörfer bedrohten.

Der Iztaccíhuatl ist ein schlafender Vulkan, der in letzter Zeit verstärkt Anzeichen von vulkanischer Aktivität zeigt, was sich in Gasausströmungen und seismischer Aktivität äußert. Direkt neben dem größten Gletscherkörper des Berges, dem Ayolocogletscher, wurden die Quellen der Gasausströmungen entdeckt. Der Gletscherkörper taut momentan wesentlich schneller ab, als es in den letzten Jahren der Fall war. Mit ziemlicher Sicherheit können als Grund für das schnelle Abtauen auch durch zunehmende vulkanische Aktivität verursachte steigende Temperaturen an der Gletscherbasis angenommen werden. Bei einer möglichen Eruption könnte der sehr steil liegende Gletscher abschmelzen und somit zur Entstehung eines Lahars beitragen.

Im Folgenden werden nun die beiden Vulkane und ihre Gletscher vorgestellt. Darüber hinaus wird auf die Lahars, die am Popocatépetl bereits entstanden sind, eingegangen und es werden mögliche Szenarien am Iztaccíhuatl beschrieben.

II. Die Vulkane Popocatépetl und Iztaccíhuatl und ihre Gletscher

1. Klima der Region

Die Hauptcharakteristika des zentralmexikanischen Klimas sind trockene Winter und feuchte Sommer. Die Regenzeit beginnt für gewöhnlich im April oder Mai und endet im September. Fast keinen Niederschlag gibt es in den Monaten Februar, März und April. In den hoch liegenden Gegenden sind jedoch Niederschlagsereignisse im Sommer wie im Winter üblich. (Benn 1998, S. 492)

Mit ansteigender Höhe lassen sich mehrere Klimazonen bestimmen. Westlich der Sierra Nevada, im Becken von Mexiko, und östlich der Sierra Nevada, im Tal von Puebla, bis zu einer Höhe von 4000 m ü. NN herrscht ein gemäßigtes Klima. In diesen Hochebenen sind die Winter trocken und die Sommer kühl. Ein gemäßigt-feuchtes Klima ohne deutliche Trockenzeit kann an den tieferen Hängen der Sierra Nevada bis 2500 m ü. NN bestimmt werden. Tundrenklima herrscht oberhalb von 4000 m ü. NN. Die Baumgrenze verläuft auf etwa 3800 m ü. NN, die Schneegrenze liegt über 4000 m ü. NN, im Durchschnitt auf 4200 m ü. NN. Die Vegetation in Höhen über 4000 m ü. NN ist spärlich, hier finden sich nur mehr einzelne Grasbüschel . (Benn 1998, S. 493)

Das Klima in den höchsten Zonen ist feucht und kalt. Dies, verbunden mit einer nahezu kontinuierlichen Bewölkung, unterstützt die Gletscherbildung und die Gletschererhaltung. Die Niederschlagsmengen in Höhen über 4000 m ü. NN sind im Vergleich zu den tieferen Regionen gering. In der höchsten klimatischen Zone des Popocatépetl akkumuliert Schnee in den Monaten November bis Januar. In den darauf folgenden Monaten beginnt die Tauphase, die ihren Höhepunkt im Mai erreicht. Von Juni bis August vermindert die immer dichter werdende Bewölkung die Intensität der Schmelze, in diesen Monaten fällt der Niederschlag auch in Form von Hagel. Zudem treten am Popocatépetl zwischen Juni und November Schneestürme auf, die, von Osten kommend, Schnee über den Vulkankegel nach Westen wehen. (Benn 1998, S. 493)

Über das regionale Klima am Iztaccíhuatl gibt es nur wenige Angaben. (Benn 1998, S. 493)

Im Nationalpark Izta-Popo Zoquiapan wurden einige Wetterstationen eingerichtet. All diese Stationen liegen jedoch in Höhen unter 4000 m ü. NN, so dass sie keine Aufzeichnungen über das Klima in den kältesten Regionen der Berge, vor allem nicht in den Gletschergebieten, liefern können.

2. Lage und Gestalt der Vulkane

In Mexiko gibt es drei vergletscherte Vulkangipfel. Den Pico de Orizaba (5653 m ü. NN), auch Citalatepetl genannt, den Popocatépetl (5424 m ü. NN) und den Iztaccíhuatl (5286 m ü. NN). Alle drei liegen im Transmexikanischen Vulkangürtel, der Cordillera Neovolcánica , einer Vulkankette, die sich auf ca. 20° n. Br. zwischen 96° w. L. und 105° w. L. vom Pazifik bis zum Golf von Mexiko erstreckt. (Nixon 1989, S. 2) Die Vulkane liegen an der Subduktionszone der Nordamerikanischen- und der Cocosplatte. Trotz ihrer Lage südlich des Wendekreises, nahe dem 19. Breitengrad, können auf den Bergen in Höhen um 5000 m ü. NN Gletscher bestehen. Andere Gipfel zeigen eiszeitliche Spuren oberhalb von 3800 m ü. NN. Dies sind unter anderen Cofre de Perote, Malinche de Tlaxcala, Sierra Negra, Tlaloc, Ajusco, Nevado de Toluca oder der Nevado de Colima. (Benn 1998, S. 492) Die Berge Nevado de Toluca (4578 m ü. NN) und der Nevado de Colima (4450 m ü. NN) sind trotz ihrer Namen nicht dauerhaft mit Schnee bedeckt. (Abb 1.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Übersichtskarte der Cordillera Neovolcánica Mexikos, 1 – Nevado de Colima, 2 – Nevado de Toluca; 3 – Ajusco; 4 und 5 – nördl. Sierra Nevada; 6 – Iztaccíhuatl; 7 – Popocatépetl; 8 – La Malinche; 9 – Cofre de Perote; 10 – Pico de Orizaba (Citláltepetl); 11 – Cerro Peña Nevada; 12 – Bergland von Durango; 13 – Tacaná; 14 – Tajumulco

Quelle: Heine, 1985

Popocatépetl

Der Popocatépetl (19° 02’N, 98° 38’W) ist ein aktiver Stratovulkan und liegt 60 km von Mexiko-City entfernt im Zentrum des Transmexikanischen Vulkangürtels. Er ist mit einer Höhe von 5424 m ü. NN der zweithöchste Berg Mexikos und der fünfthöchste Berg Nordamerikas. An der Stelle des gegenwärtigen Vulkankegels gab es schon früher große vulkanische Gebilde, was durch das Material von mindestens drei Schuttlawinen, die südlich des Kegels ausfächerten, bewiesen werden konnte. (Sheridan) Der nahezu symmetrisch geformte Vulkankegel beginnt in einer Höhe von 4000 m ü. NN und hat an seiner Basis einen Durchmesser von 13 km. Dieser Kegel bildete sich bei einer Reihe von Explosionen, die vor ca. 1400 Jahren stattgefunden haben.

Die Zeit der Ankunft der ersten spanischen Entdecker fiel mit einer Phase heftiger Eruptionen zusammen, die durch andauernde Ascheauswürfe und Lavaströme während des ganzen 16. Jh. gekennzeichnet war. Nachdem diese eruptive Phase auch das 17. Jh. und das frühe 18. Jh. andauerte, kam es erst 1919, also nach ca. 100 Jahren der Ruhe, wieder zu Eruptionen. Die jüngste eruptive Phase dauerte von 1994 bis 2003. (Tanarro 2005, S. 73f.)

Um den Vulkan liegen mehrere Ortschaften mit insgesamt 40.000 Einwohnern, von denen Santiago Xalitzintla mit seinen ca. 3.000 Einwohnern diejenige ist, die dem Berg am nächsten liegt.

Iztaccíhuatl

Der Iztaccíhuatl liegt auf 19° 10´ N, 98° 37´ W im zentralen Teil der Sierra Nevada 70 km südöstlich von Mexico-City und ist in den Gipfelregionen ebenfalls vergletschert. Mit 5286 m ü. NN ist er der dritthöchste Berg Mexikos. (Delgado 2005, S. 181) Der vergletscherte Kamm des Iztaccíhuatl hat eine Länge von etwa 4 km.

Die ungewöhnliche Form des Berges ist das Resultat von vulkanischer Aktivität und Vergletscherung. Durch die Aneinanderreihung mehrerer schneebedeckter Gipfel erhielt der Berg seinen Namen Iztaccíhuatl, was aus der Sprache der Azteken übersetzt „Weiße Frau“ bedeutet. (Nixon 1989, S. 2) Tatsächlich ist die Gestalt des Berges der Silhouette einer liegenden Frau nicht unähnlich. Die Hauptgipfel des Iztaccíhuatl bilden die verschiedenen Körperteile, wobei bei der Benennung der Körperteile keine vollkommene Einigkeit herrscht. Den Kopf bildet der Gipfel Cabeza (5146 m ü. NN), der vergletscherte Gipfel Pecho (5286 m ü. NN) den Bauch, in den Augen der Europäer und Amerikaner hingegen die Brust. Die Knie bildet der Rodillas (5100 m ü. NN) und schließlich die Füße der Pies (4703 m ü. NN).

Der Iztaccíhuatl ist ein alter Vulkan. Die gegenwärtige Gestalt des Vulkankegels entstand vor ca. 27.000 Jahren. (Delgado 2005, S. 188)

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Details

Titel
Die Gletscher der Vulkane Popocatépetl und Iztaccíhuatl
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Geowissenschaften: Sektion Geographie-Physische Geographie)
Veranstaltung
HS: Hochgebirge der Erde
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
24
Katalognummer
V63487
ISBN (eBook)
9783638565356
ISBN (Buch)
9783638818100
Dateigröße
1356 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gletscher, Vulkane, Popocatépetl, Iztaccíhuatl, Hochgebirge, Erde
Arbeit zitieren
Christopher Späth (Autor), 2006, Die Gletscher der Vulkane Popocatépetl und Iztaccíhuatl, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63487

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