Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Philosophy of the 20th century

Das Prinzip der Tauschgerechtigkeit als wirtschaftsethisches Prinzip

Title: Das Prinzip der Tauschgerechtigkeit als wirtschaftsethisches Prinzip

Term Paper , 2002 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Niklaus Jung (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit dem Prinzip der Tauschgerechtigkeit befassen. Als Vorlage dient mir der Text von Otfried Höffe „Gerechtigkeit als Tausch? Ein ökonomisches Prinzip für die Ethik“
Dabei soll untersucht werden, inwieweit das von Höffe vorgestellte Prinzip der Tauschgerechtigkeit geeignet zum Lösen wirtschaftsethischer Fragen ist. Ziel dieser Arbeit ist es dabei nicht, den Text Höffes zu erläutern, interpretieren und kommentieren, sondern basierend auf der Idee der Tauschgerechtigkeit unter Zuhilfenahme von Höffes Text eine eigene Argumentation zu erarbeiten. Es wird durchaus Höffes Weg in seiner Struktur begleitend dargestellt, um aufzuzeigen, wo Parallelen und wo Verschiedenheiten in der Argumentation bestehen.
Die Untersuchung der Tauschgerechtigkeit besteht im Wesentlichen aus zwei Schritten. Zuerst muss geklärt werden, mit welcher Berechtigung das Prinzip der Tauschgerechtigkeit für geeignet gehalten werden kann, Lösungsansätze für normative Fragen zu entwickeln. Für Tausch und Gerechtigkeit muss das auf zwei verschiedenen Ebenen geschehen. Da Gerechtigkeit bereits ein moralischer Begriff ist, gilt es, mögliche Alternativen auszuschließen oder zumindest Gerechtigkeit als das plausiblere, geeignetere Prinzip zu begründen. Tausch ist eher ein ökonomisches denn ein moralisches Prinzip; an dieser Stelle muss gezeigt werden, wie dennoch durch das Prinzip Tausch eine normative Regelung gefunden werden kann. Das zu zeigen, wird Kern des ersten Hauptabschnitts sein.
Im zweiten Teil geht es darum, zu klären, wie mögliche Lösungsansätze durch die Tauschgerechtigkeit gerechtfertigt werden, bzw. wie durch das genannte Prinzip neue Ansätze gefunden werden können. Dabei soll zunächst der politische Tausch anhand des Hobbesschen Modells des Gesellschaftsvertrags erörtert werden, um zu zeigen, dass das Prinzip Tauschgerechtigkeit seine ethische Anwendung findet. Des weiteren möchte ich mich einer Frage widmen, die Höffe nicht bearbeitet hat, nämlich welche direkten Konsequenzen sich aus dem politischen Tausch für den ökonomischen ergeben können.
Unabhängig davon soll Tauschgerechtigkeit anhand exemplarischer Probleme erörtert werden. Dabei müssen die Probleme unterschieden werden: Zum einen müssen wirtschaftsethische Fragen grundsätzlicher, theoretischer Art untersucht werden, also Probleme, die im ökonomischen System per se sind - dem widmet sich Höffe, und an seinem Text sollen entsprechende Fragen auch bearbeitet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Überlegungen zu Tausch und Gerechtigkeit

Der politische Tausch

Der ökonomische Tausch

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit das Prinzip der Tauschgerechtigkeit, basierend auf dem Text von Otfried Höffe, geeignet ist, wirtschaftsethische Fragestellungen zu lösen und normative Regulierungen innerhalb eines ökonomischen Systems zu begründen.

  • Analyse der Eignung von Tauschgerechtigkeit für wirtschaftsethische Probleme
  • Untersuchung des politischen Tausches mittels Hobbesschen Gesellschaftsvertrags
  • Diskussion des ökonomischen Tausches und seiner Grenzen
  • Erarbeitung von Ansätzen für Sozialstandards und Chancengleichheit
  • Kritische Bewertung der Verantwortlichkeit im Wirtschaftssystem

Auszug aus dem Buch

Der politische Tausch

In diesem Abschnitt wird zu zeigen sein, wie ein politisches System, nämlich der Staat, zu verstehen ist. Dabei wird deutlich werden, dass der Tausch nicht bloß eine Möglichkeit ist, den Staat zu erklären, sondern eine notwendige, essentielle Grundvoraussetzung für einen gerechten, legitimen Staat bedeutet.

Dabei möchte ich zunächst das Erklärungsmodell von Thomas Hobbes benutzen, das er in seinem Werk „Leviathan“ anführt.

Anfangs müssen einige Vorraussetzungen bezüglich der Natur des Menschen und der Beschaffenheit der Natur gemacht werden. Speziell bei der Natur des Menschen muss berücksichtigt werden, dass Hobbes dem ein Menschenbild zu Grunde legt, das an dieser Stelle und in dieser Form nicht zweifelsfrei verifiziert werden kann. Dennoch erscheint es intuitiv plausibel genug, um darauf die Argumentation aufbauen zu können.

Zu Beginn des 13. Kapitel im Leviathan stellt Hobbes fest, dass die Menschen derart gleich beschaffen sind, dass der Schwächste immer noch in der Lage ist, den Stärksten zu töten – allein oder im Verbund mit anderen. Daraus ergibt sich die für weitere Überlegungen wichtige Tatsache, dass sich niemand, auch nicht der Stärkste, seines Lebens absolut sicher sein kann. Durch die Ähnlichkeit der Menschen in ihren Fähigkeiten lässt sich sagen, dass Menschen auch ähnliche Hoffnungen haben und ähnliche Begierden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Der Autor führt in die Thematik ein und erläutert die Zielsetzung, das Prinzip der Tauschgerechtigkeit anhand des Textes von Otfried Höffe auf seine Anwendbarkeit in der Wirtschaftsethik zu prüfen.

Überlegungen zu Tausch und Gerechtigkeit: Hier wird kritisch hinterfragt, ob Gerechtigkeit das primäre Prinzip für Wirtschaftsnormen ist und alternative Konzepte wie Solidarität und Brüderlichkeit hinsichtlich ihrer ethischen Grundlage analysiert.

Der politische Tausch: Dieses Kapitel nutzt das Modell des Hobbesschen Gesellschaftsvertrags, um den Staat als notwendiges Ergebnis eines gerechten Tauschprozesses von Freiheitsrechten gegen Sicherheit zu legitimieren.

Der ökonomische Tausch: Die Arbeit überträgt das Prinzip des Tausches auf ökonomische Problemfelder, diskutiert die Grenzen der Tauschgerechtigkeit bei Themen wie Arbeit oder Umwelt und erörtert die Notwendigkeit ergänzender Sozialstandards.

Schlüsselwörter

Tauschgerechtigkeit, Wirtschaftsethik, Otfried Höffe, Gesellschaftsvertrag, Thomas Hobbes, Sozialstandards, Chancengleichheit, Politischer Tausch, Ökonomischer Tausch, Freiwilligkeit, Gerechtigkeit, Staatsform, Markt, Arbeit, Naturzustand

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Prinzip der Tauschgerechtigkeit als Grundlage für wirtschaftsethische Normen, basierend auf einer kritischen Auseinandersetzung mit Otfried Höffes Thesen.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Legitimierung staatlicher Ordnung, der Anwendung von Tauschprinzipien auf ökonomische Zusammenhänge, der Problematik von Arbeitsverhältnissen sowie der Rolle sozialer Sicherungssysteme.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, unter Zuhilfenahme von Höffes theoretischem Rahmen eine eigene Argumentation zu entwickeln, um zu zeigen, ob und wie die Tauschgerechtigkeit zur Lösung wirtschaftsethischer Fragen beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Es handelt sich primär um eine theoretisch-argumentative Untersuchung, die Höffes Weg begleitend darstellt, hinterfragt und durch eigene Überlegungen zu ökonomischen Naturzuständen sowie ethischen Anforderungen ergänzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des politischen Tausches anhand von Hobbes sowie eine detaillierte Analyse des ökonomischen Tausches, inklusive Ansätzen zu gerechtem Lohn, Arbeit und Umweltschutz.

Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit besonders?

Begriffe wie Tauschgerechtigkeit, Gesellschaftsvertrag, ökonomische Rationalität, staatliche Zwangsbefugnis, Sozialstandards und Chancengleichheit stehen im Zentrum der begrifflichen Auseinandersetzung.

Wie unterscheidet der Autor den politischen vom ökonomischen Tausch?

Der Autor definiert den politischen Tausch (Gesellschaftsvertrag) als „negativen Tausch“ des Freiheitsverzichts gegen Sicherheit, während der ökonomische Tausch als „positiver Tausch“ von Waren und Leistungen verstanden wird.

Welche Rolle spielt das Trittbrettfahrer-Problem in der Argumentation?

Das Problem verdeutlicht die Notwendigkeit einer staatlichen Zwangsbefugnis oder eines Sanktionsmechanismus, da ohne diese Instanz Einzelne von den kollektiven Vorteilen des Tausches profitieren könnten, ohne ihren eigenen Anteil beizutragen.

Warum wird die Tauschgerechtigkeit als alleiniges Prinzip abgelehnt?

Der Autor argumentiert, dass das Tauschprinzip an seine Grenzen stößt, wenn es um Ressourcen geht, die nicht erarbeitet wurden (Natur), oder um Situationen, in denen keine Wahlfreiheit besteht, weshalb es durch solidarische Elemente ergänzt werden muss.

Excerpt out of 22 pages  - scroll top

Details

Title
Das Prinzip der Tauschgerechtigkeit als wirtschaftsethisches Prinzip
College
University of Hamburg
Course
Seminar Wirtschaftsethik
Grade
1,3
Author
Niklaus Jung (Author)
Publication Year
2002
Pages
22
Catalog Number
V63496
ISBN (eBook)
9783638565417
ISBN (Book)
9783656796039
Language
German
Tags
Prinzip Tauschgerechtigkeit Prinzip Seminar Wirtschaftsethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Niklaus Jung (Author), 2002, Das Prinzip der Tauschgerechtigkeit als wirtschaftsethisches Prinzip, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63496
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  22  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint