Die Region Neckar-Alb liegt im Zentrum Baden-Württembergs. Mit 2.531 km2 stellt sie die siebente der zwölf Regionen des Landes.
Die Wirtschaft der Region war in den letzten Jahrzehnten stärker industriell geprägt als der Durchschnitt Baden-Württembergs. Die Leder-, Textil- und Bekleidungsindustrie gehört zu den wichtigsten regionalen Arbeitgebern im Verarbeitenden Gewerbe. Die Krise dieser Branche beeinflusste die Beschäftigtenentwicklung in der Region stark.
Nachdem ich zunächst theoretische Grundlagen vermittle, werde ich im folgenden Kapitel auf die industrielle Standortlehre von Alfred Weber eingehen und die standortbildenden Faktoren für Industrieunternehmen darstellen. Es folgt dann ein empirischer Teil, wobei ich auf generelle Trends des Strukturwandels, und im speziellen auf den industriellen Sektor in der Region Neckar-Alb eingehe. Zum Abschluss meiner Arbeit versuche ich dann herauszuarbeiten inwieweit die Standortlehre von Alfred Weber die Region Neckar-Alb prägte und heute immer noch prägt.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorstellung der Region Neckar-Alb
2. Begriffliche Grundlagen
2.1 Wachstum
2.1.1 Regionalökonomische Wachstumskonzepte
2.1.1.1 Neoklassischer Erklärungsansatz
2.1.1.2 Wachstumpolkonzept
2.1.1.3 Exportbasiskonzept
2.1.1.4 Zusammenfassung
2.2 Strukturbegriff
2.2.1 Sektoraler Strukturwandel
2.2.2 Drei-Sektoren-Hypothese
2.3 Produzierendes Gewerbe
3. Industrielle Standorttheorie von Alfred Weber
3.1 Transportkosten
3.2 Arbeitskosten
3.3 Agglomerationsvorteile
4. Wachstum und Strukturwandel in der Region Neckar-Alb
4.1 Generelle Trends
4.2 Analyse des industriellen Sektors in der Region Neckar-Alb
5. Alfred Weber in Neckar-Alb
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den ökonomischen Wandel der Region Neckar-Alb vor dem Hintergrund allgemeiner Wachstumstheorien und der klassischen industriellen Standortlehre, um zu ermitteln, welche Faktoren die regionale Entwicklung maßgeblich prägten und weiterhin beeinflussen.
- Grundlagen wirtschaftlicher Wachstums- und Strukturwandeltheorien
- Darstellung der industriellen Standorttheorie nach Alfred Weber
- Empirische Analyse der sektoralen Entwicklung in der Region Neckar-Alb
- Kritische Reflexion der Bedeutung historischer Standortfaktoren
- Vergleich der regionalen Entwicklungstrends mit dem Landesdurchschnitt
Auszug aus dem Buch
3.1 Transportkosten
Alfred Weber untersucht zunächst den Einfluss der Transportkosten auf die industrielle Standortwahl. Er unterstellt, dass die Höhe der Transportkosten von der Entfernung und dem Gewicht des zu transportierenden Materials abhängen. Der Standort, für den die Transportkostenbelastung am geringsten ist, wird von ihm als „tonnenkilometrischer Minimalpunkt“ bezeichnet. Entscheidend für die standortliche Bedeutung der Transportkosten ist die Beschaffenheit des in der Produktion eingesetzten Materials. Er unterscheidet zwischen Ubiquitäten und lokalisierten Materialien.
Ubiquitäten werden Rohstoffe genannt, die überall erhältlich sind. Unter lokalisierten Materialien versteht man Rohstoffe, deren Gewinnung an einen festen Standort gebunden ist. Beim lokalisierten Material wird weiter unterschieden zwischen:
• Reingewichtsmaterial, das mit seinem gesamten Gewicht in das fertige Produkt einfließt, und
• Gewichtsverlustmaterial, das nur teilweise in das fertige Produkt eingeht
Die Wahl für den Standort der Produktion beeinflusst der Materialindex, der den Quotient aus den Gewichten der lokalisierten Materialien und der Fertigerzeugnisse darstellt. Ein hoher Materialindex verweist auf einen Produktionsort nahe dem Materialfundort, während ein niedriger Materialindex auf einen Standort nahe dem Konsumort hinweist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorstellung der Region Neckar-Alb: Einführung in die geografische Lage und die historisch industriell geprägte Wirtschaftsstruktur der Region Neckar-Alb.
2. Begriffliche Grundlagen: Theoretische Herleitung von Wachstumsindikatoren, Wachstumskonzepten sowie Definition des sektoralen Strukturwandels und der Drei-Sektoren-Hypothese.
3. Industrielle Standorttheorie von Alfred Weber: Erläuterung der klassischen Standortfaktoren nach Weber, insbesondere Transportkosten, Arbeitskosten und Agglomerationsvorteile.
4. Wachstum und Strukturwandel in der Region Neckar-Alb: Empirische Untersuchung der ökonomischen Trends und der spezifischen Entwicklung der Industriezweige in der Region Neckar-Alb im Vergleich zu Baden-Württemberg.
5. Alfred Weber in Neckar-Alb: Kritische Anwendung und Einordnung der Weber'schen Standorttheorie auf die historische und gegenwärtige industrielle Entwicklung der Region Neckar-Alb.
Schlüsselwörter
Wirtschaftswachstum, Strukturwandel, Region Neckar-Alb, Industrielle Standorttheorie, Alfred Weber, Drei-Sektoren-Hypothese, Transportkosten, Agglomerationsvorteile, Regionalökonomie, Textilindustrie, Baden-Württemberg, Arbeitskosten, Beschäftigtenentwicklung, Standortwahl, Bruttowertschöpfung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die wirtschaftliche Entwicklung und den Strukturwandel der Region Neckar-Alb, wobei die industrielle Prägung der Region im Vordergrund steht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen Wachstumstheorien, die industrielle Standortlehre nach Alfred Weber und eine empirische Analyse der sektoralen Beschäftigungsdaten in der Region Neckar-Alb.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es herauszuarbeiten, inwieweit die klassische Standortlehre von Alfred Weber die Entwicklung der Region Neckar-Alb historisch beeinflusst hat und welche Faktoren heute für die Ansiedlung entscheidend sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein theoretischer Rahmen aus Regionalökonomie und Standorttheorie genutzt, der durch eine empirische Auswertung regionaler statistischer Daten untermauert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Vorstellung der Weber'schen Theorie und eine datengestützte Analyse der Wirtschaftsstruktur der Region Neckar-Alb.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Strukturwandel, Region Neckar-Alb, Standorttheorie, Industrielle Entwicklung und Drei-Sektoren-Hypothese.
Wie hat sich die Textilindustrie in der Region Neckar-Alb entwickelt?
Die Region war historisch stark von der Textilindustrie geprägt, verlor jedoch zwischen 1995 und 2001 massiv an Arbeitsplätzen in diesem Bereich, was insbesondere durch internationalen Wettbewerb und Anpassungsschwierigkeiten bedingt war.
Warum spielt die Drei-Sektoren-Hypothese eine Rolle?
Sie dient als theoretisches Modell, um den allgemeinen Trend der Verschiebung von Produktionsanteilen und Beschäftigten vom primären über den sekundären hin zum tertiären Sektor zu begründen und empirisch zu prüfen.
Welche modernen Standortfaktoren werden gegen Ende der Arbeit erwähnt?
Neben der klassischen Transportkostenoptimierung werden Faktoren wie Infrastruktur, Qualifizierung der Arbeitskräfte, Förderinstrumente und Steuervergünstigungen als heute maßgebliche, von Weber jedoch nicht berücksichtigte Faktoren genannt.
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- Christoph Haffa (Author), 2005, Wirtschaftswachstum und Strukturwandel der Region Neckar-Alb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63633