Die Weiterbildung gilt als Teil der Erwachsenenbildung. Dabei liegt der Fokus der Erwachsenenbildung im Lernen Erwachsener, wobei ,im Besonderen, das informelle Lernen und das Lernen mit neuen Medien Beobachtet wird. Das Lernen dient dabei als Anforderung und Möglichkeit des Individuums. Auch in der Weiterbildung rückt das Lernen eines sozialen Systems immer mehr in den Vordergrund. Seit der bildungspolitischen Debatte des lebenslangen Lernens sind ‚Lernende Regionen’ als wichtigste Erscheinung von praktischen Entwicklungen und wissenschaftlicher Auseinandersetzungen in der Weiterbildung geworden. (vgl. Matthiesen/ Reutter 2003)
Die Weiterbildung soll eine funktionale- strukturelle Ausrichtung besitzen vor allem als zentrales Element von ‚Lernenden Regionen’. Das Projekt ‚Lernenden Regionen’, was gemeinsam von Bund und Ländern ins Leben gerufen wurde, wird aus diesem Grund gefördert, weil den unterschiedlichen Akteuren, Individuen und Organisationen erlaubt werden soll, sich den veränderten Bedingungen über innovative und flexible Lernprozesse anzupassen.
Bereits das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung geht seit 1995 der Frage nach, ob und wie Regionen lernen, sowie welche lernförderlichen undhinderlichen Bedingungen in Regionen zu beachten sind. Wichtig für die ‚Lernende Region’ ist, dass sie ein politisches Konzept besitzt. Dieses Konzept sollte in ein umfassendes Regionalentwicklungskonzept eingeschlossen werden, indem, im Besonderen, ‚harte Faktoren’ wie Ausbildungspolitik und Infrastrukturförderung und ‚weiche Faktoren’ wie Bildung, Qualifizierung und Kultur miteinander verknüpft werden. Weiterbildung hat in diesem Sinne eine große Bedeutung, da eine Region Menschen benötigt, die neugierig, aufnahmebereit und geistlich beweglich sind. Diese schließt drei Elemente mit ein: Fähigkeiten und Fertigkeiten werden durch Bildung vermittelt und gefördert, Bildung ist allseitig, d.h. Menschen sind in der Lage, sich durch Bildung an veränderte Arbeits- und Lebensbedingungen anzupassen. Ein dritter Punkt konzentriert sich darauf, dass die Bildung, Aus-, Fort- und Weiterbildung, die regional vernetzt und verankert ist, mehr als eine Investition in der Region gesehen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hinführung zum Thema
3. Erklärung der Begriffe Region, Weiterbildungsregion und ‚Lernende Region’
4. Weiterbildung als Teil des Bildungswesens und wirtschaftsnahe Dienstleistung
5. Regionale Weiterbildungspolitik
6. Berufliche Weiterbildung im ländlichen Raum vs. industrielle Region
7. Weiterbildungsprobleme kleiner Unternehmen
8. Qualifizierungsnetzwerke
9. Berichtsystem Weiterbildung IX
10. „Lernende Regionen“
10.1 ‚Lernende Region Zukunft Saalebogen- Saalfeld/ Rudolstadt’
10.2 ‚Lernende Region Ilm- Kreis’
11. Resümierende Betrachtung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Regionalraums für die Weiterbildung und beleuchtet die Rolle von „Lernenden Regionen“ bei der Bewältigung von Strukturwandel und wirtschaftlichen Anforderungen. Dabei liegt der Fokus auf der Forschungsfrage, wie regionale Netzwerke und Qualifizierungsstrukturen zur Stärkung der regionalen Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit beitragen können.
- Bedeutung der Region als Bildungs- und Entwicklungsraum
- Regionale Weiterbildungspolitik und ihre Politikfelder
- Vergleich der Weiterbildung in ländlichen und industriellen Regionen
- Funktionsweise und Ziele von Qualifizierungsnetzwerken
- Fallbeispiele: „Lernende Regionen“ in Thüringen
Auszug aus dem Buch
5. Regionale Weiterbildungspolitik
In der Betrachtung der regionalen Weiterbildungspolitik soll der Fokus darauf gelegt werden, wie sich die Region engagiert. Dazu führt Gnahs folgendes Zitat an “... Regionen sollen aus der passiven Rolle herausgeführt werden und sich der aktive Gestaltung ihrer Belange widmen.“ (Gnahs 1997, S. 26)
Bei der Beschäftigung der regionalen Weiterbildungspolitik ist der Zusammenhang zu drei Politikfeldern zu berücksichtigen. Diese drei Felder betreffen erstens die Regionale Wirtschaftsförderung, zweitens die Regionale Arbeitsmarktpolitik und drittens die Regionale Kultur- und Bildungspolitik. Im Folgenden möchte ich auf alle drei Punkte eingehen und darstellen, womit sie sich inhaltlich beschäftigen. Eine Regionale Wirtschaftsförderung kann die Attraktivität einer Region durch ein besonders gutes Qualifizierungsangebot erreicht werden. Dies bezieht auch mit ein, dass qualifizierte Kräfte eingesetzt werden, da sie technische oder organisatorische Neuerungen aufgreifen und diese für ihren eigene Betrieb nutzen. Qualifizierte Kräfte sind fähig, Innovationsmöglichkeiten zu erkennen und umzusetzen. Das Vorhandensein solcher Leute gilt als wichtigster Standortfaktor neuer Ansiedlungen. Zudem setzen sie ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im Erwerbsprozess ein. Ein gut ausgebautes Qualifizierungssystem gilt als eigenständiger Wirtschaftssektor.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung verortet die Weiterbildung im Kontext der Erwachsenenbildung und führt das Konzept der „Lernenden Region“ als Antwort auf veränderte gesellschaftliche Bedingungen ein.
2. Hinführung zum Thema: Dieses Kapitel erläutert den Bezug zwischen Erwachsenenbildung und Region und gibt einen Ausblick auf die im weiteren Verlauf behandelten Begriffe und Konzepte.
3. Erklärung der Begriffe Region, Weiterbildungsregion und ‚Lernende Region’: Hier werden die zentralen Fachbegriffe definiert und die Merkmale einer „Lernenden Region“ herausgearbeitet.
4. Weiterbildung als Teil des Bildungswesens und wirtschaftsnahe Dienstleistung: Das Kapitel beleuchtet den Stellenwert beruflicher Weiterbildung für den Industriestandort Deutschland und die Bedeutung als Standortfaktor.
5. Regionale Weiterbildungspolitik: Der Fokus liegt auf der aktiven Rolle der Region in den Feldern Wirtschaftsförderung, Arbeitsmarktpolitik sowie Kultur- und Bildungspolitik.
6. Berufliche Weiterbildung im ländlichen Raum vs. industrielle Region: Es werden Unterschiede in der Weiterbildungsbeteiligung und im Wissenstransfer zwischen verschiedenen Raumtypen analysiert.
7. Weiterbildungsprobleme kleiner Unternehmen: Hier werden die spezifischen Hürden kleiner Unternehmen bei der Umsetzung systematischer Personalentwicklung thematisiert.
8. Qualifizierungsnetzwerke: Dieses Kapitel beschreibt Qualifizierungsnetzwerke als neue Form der Regulierung beruflicher Weiterbildung und deren Nutzen für die regionale Kooperation.
9. Berichtsystem Weiterbildung IX: Vorstellung des Berichts als maßgebliche Datenquelle für die Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland.
10. „Lernende Regionen“: Darstellung des Förderprogramms des Bundesministeriums für Bildung und Forschung anhand von Praxisbeispielen in Thüringen.
11. Resümierende Betrachtung: Zusammenfassende Einschätzung der Rolle von Netzwerken und der Bedeutung der regionalen Identität für eine erfolgreiche Weiterbildungslandschaft.
Schlüsselwörter
Weiterbildung, Region, Lernende Region, Erwachsenenbildung, Qualifizierungsnetzwerke, Strukturwandel, Regionalentwicklung, Arbeitsmarktpolitik, Wirtschaftsförderung, Standortfaktor, berufliche Qualifizierung, lebenslanges Lernen, Thüringen, Personalentwicklung, Bildungsraum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung des regionalen Raums für die berufliche Weiterbildung und untersucht, wie regionale Strategien und Netzwerke zur Qualifizierung beitragen können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören das Konzept der „Lernenden Region“, die regionale Wirtschaftsförderung, der Vergleich von ländlichen und industriellen Räumen sowie die Problematik kleiner Unternehmen bei der Weiterbildung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Regionalentwicklung und Weiterbildung darzustellen und aufzuzeigen, wie durch Netzwerke und politische Konzepte die Attraktivität und Innovationskraft einer Region gestärkt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um bestehende Konzepte der Regionalentwicklung und Weiterbildung aufzuarbeiten und durch Praxisbeispiele aus Thüringen zu illustrieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Begriffsbestimmungen, Analysen verschiedener Politikfelder der Weiterbildung sowie eine detaillierte Betrachtung von Netzwerken und Förderprogrammen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt?
Kernbegriffe sind unter anderem Weiterbildung, Lernende Region, Standortfaktor, Qualifizierungsnetzwerke und regionaler Strukturwandel.
Welche Herausforderungen haben kleine Unternehmen bei der Weiterbildung?
Kleine Unternehmen verfügen häufig nicht über die Ressourcen zur eigenen Konzepterstellung und scheitern oft an Zugangshürden zu bestehenden Weiterbildungseinrichtungen.
Was unterscheidet die „Lernende Region Ilm-Kreis“ von anderen Ansätzen?
Sie zeichnet sich durch eine koordinierte Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure von Vorschülern bis hin zu Senioren aus und zielt darauf ab, selbstständiges Lernen über alle Zielgruppen hinweg zu fördern.
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- Marion Ludwig (Author), 2006, Die Bedeutung des Regionalraums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63700