Die Bedeutung des Regionalraums


Seminararbeit, 2006

22 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Hinführung zum Thema

3. Erklärung der Begriffe Region, Weiterbildungsregion und ‚Lernende Region’

4. Weiterbildung als Teil des Bildungswesens und wirtschaftsnahe Dienstleistung

5. Regionale Weiterbildungspolitik

6. Berufliche Weiterbildung im ländlichen Raum vs. industrielle Region

7. Weiterbildungsprobleme kleiner Unternehmen

8. Qualifizierungsnetzwerke

9. Berichtsystem Weiterbildung IX

10. „Lernende Regionen“
10.1 ‚Lernende Region Zukunft Saalebogen- Saalfeld/ Rudolstadt’
10.2 ‚Lernende Region Ilm- Kreis’

11. Resümierende Betrachtung

12. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Weiterbildung gilt als Teil der Erwachsenenbildung. Dabei liegt der Fokus der Erwachsenenbildung im Lernen Erwachsener, wobei ,im Besonderen, das informelle Lernen und das Lernen mit neuen Medien Beobachtet wird. Das Lernen dient dabei als Anforderung und Möglichkeit des Individuums. Auch in der Weiterbildung rückt das Lernen eines sozialen Systems immer mehr in den Vordergrund. Seit der bildungspolitischen Debatte des lebenslangen Lernens sind ‚Lernende Regionen’ als wichtigste Erscheinung von praktischen Entwicklungen und wissenschaftlicher Auseinandersetzungen in der Weiterbildung geworden. (vgl. Matthiesen/ Reutter 2003)

Die Weiterbildung soll eine funktionale- strukturelle Ausrichtung besitzen vor allem als zentrales Element von ‚Lernenden Regionen’. Das Projekt ‚Lernenden Regionen’, was gemeinsam von Bund und Ländern ins Leben gerufen wurde, wird aus diesem Grund gefördert, weil den unterschiedlichen Akteuren, Individuen und Organisationen erlaubt werden soll, sich den veränderten Bedingungen über innovative und flexible Lernprozesse anzupassen.

Bereits das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung geht seit 1995 der Frage nach, ob und wie Regionen lernen, sowie welche lernförderlichen und -hinderlichen Bedingungen in Regionen zu beachten sind. Wichtig für die ‚Lernende Region’ ist, dass sie ein politisches Konzept besitzt. Dieses Konzept sollte in ein umfassendes Regionalentwicklungskonzept eingeschlossen werden, indem, im Besonderen, ‚harte Faktoren’ wie Ausbildungspolitik und Infrastrukturförderung und ‚weiche Faktoren’ wie Bildung, Qualifizierung und Kultur miteinander verknüpft werden. Weiterbildung hat in diesem Sinne eine große Bedeutung, da eine Region Menschen benötigt, die neugierig, aufnahmebereit und geistlich beweglich sind. Diese schließt drei Elemente mit ein: Fähigkeiten und Fertigkeiten werden durch Bildung vermittelt und gefördert, Bildung ist allseitig, d.h. Menschen sind in der Lage, sich durch Bildung an veränderte Arbeits- und Lebensbedingungen anzupassen. Ein dritter Punkt konzentriert sich darauf, dass die Bildung, Aus-, Fort- und Weiterbildung, die regional vernetzt und verankert ist, mehr als eine Investition in der Region gesehen werden. (vgl. Matthiesen/ Reutter 2003)

Der Begriff der ‚Lernenden Region’ lässt sich aus zwei Sichtweisen darstellen. Die regionalwissenschaftliche Seite sieht ‚Lernende Region’ als das Produkt der Globalisierung und des damit verbundenen beschleunigten wirtschaftlichen Strukturwandels und des Innovationsdrucks. Die Basis ‚Lernender Region’ sind Netzwerke, aber auch soziale Normen und soziale Bedingungen. (vgl. Fürst 2003)

Aus der Sicht der Erwachsenenbildung lassen sich nochmals zwei Blickrichtungen aufzeigen. Die eine bezieht sich auf das ‚Lernen in der Region’, auch genannt ‚Lernende Region’ und die andere auf ‚Bildung in der Region’, wobei im letztgenannten der Zusammenhang von Lernen und Bildung mit räumlichen Gegebenheiten dargestellt werden soll.

Die Weiterbildung, welche Teil der Erwachsenenbildung ist, sieht die Region nicht als soziologische oder demographische Größe an, sondern konzentriert sich auf die dort vorhandnen Menschen und deren Aktivitäten innerhalb der Region. Der Mensch wird zudem aus der Sicht der Erwachsenenbildung regional als Entwicklungsfaktor betrachtet, was sich im wesentlichen auf die beruflichen Qualifizierungsbedarfe, auf den beruflichen Arbeitsmarkt aber auch auf allgemeinbildende Bedürfnisse vor Ort beziehen.

‚Lernende Regionen’ werden auch als Bildungsraum oder ‚Bildung in der Region’ bezeichnet. Dies wird dadurch so wichtig, weil dort Bildungseinrichtungen und Lernangebote existieren sowie Lernberatungsstellen und Informationen. Zudem herrschen Lernwege und Lernanreize, aber auch Lernmöglichkeiten informeller Art. Die Bildung in der Region hat das Ziel, eine ‚Lernende Region’ zu schaffen, was ,im Besonderen, durch die Verknüpfung von Bildungseinrichtungen und Lernprozessen in der Region mit anderen Elementen wie Betrieben, Verwaltung, Kultur, Konsum und Kommunikation stattfinden soll. Bildung richtet sich auch dabei auf die Elemente der Region wie Kooperation von Akteuren, regionale Bildungsprofile, Adressaten und Zielgruppen, Arbeitsmarkt und Beschäftigung sowie Transferpotentiale. (vgl. Bretschneider/ Nuissl 2003)

2.Hinführung zum Thema

Nach einer Darstellung des Bezuges zwischen Erwachsenenbildung und Weiterbildung und dem Bezug zur ‚Lernenden Region’ möchte ich im Folgenden einen kurzen historischen Abriss darstellen. Dabei werde ich mich vorwiegend auf den Text von Lichte aus dem Jahre 1997 konzentrieren. Im weiteren Verlauf werde ich auf die drei Begriffe ‚Region’, ‚Weiterbildungsregion’, ‚Lernende Region’ eingehen. Im Anschluss daran wird die Weiterbildung als Teil des Bildungswesens und wirtschaftsnahe Dienstleistung sowie die Regionale Weiterbildungspolitik beleuchtet. In einem weiteren Abschnitt wird die berufliche Weiterbildung im ländlichen Raum vs. industrielle Region betrachtet. Danach sollen Weiterbildungsprobleme kleiner Unternehmen aufgezeigt und die Bedeutung von Qualifizierungsnetzwerken dargestellt werden. In einen weiteren Abschnitt möchte ich kurz auf das Berichtsystem Weiterbildung eingehen. Der Fokus auf die ‚Lernenden Regionen’ und speziell Beispiele aus der Region Thüringen werden danach gelegt. Im Folgenden habe ich vorwiegend die Literatur aus dem Referat verwendet.

Die berufliche Qualifizierung ist im Hauptkern eine regionale Veranstaltung, das bedeutet, sie wird regional angeboten. Es gibt Ausnahmen, die sich auf Universitäten und berufliche Weiterbildungsmaßnahmen beschränken. Erst durch regionale Krisen und durch die wachsende Disparität zwischen Angebot und Nachfrage wurde klar, dass die berufliche Bildung in der Region verstärkt gefördert werden muss.

Der Zusammenhang von Regionalentwicklung und Qualifizierung war lange Zeit kein Thema in öffentlichen Diskussionen. Die Qualifizierung wurde als nachgeordnetes Problem regionaler Entwicklung gesehen, welches durch innerbetriebliche Prozesse überwunden werden kann.

Eine Zuspitzung fand ihren Höhepunkt in immer wieder neuauftretenden regionalen Strukturkrisen. Als Beispiel sei zu Beginn der 60er Jahre die Krise des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet zu nennen. Die gelernten Bergleute mussten sich beruflich neu orientieren und mussten sich mit neuen Branchen vertraut machen. So wurden zum Beispiel aus Bergleuten Masseure, Krankenpfleger oder Sozialarbeiter. Diese Zuspitzung der regionalen Strukturkrisen ließ ein erstes regional- spezifisches Qualifizierungsprogramm entstehen. Vor allem seit dem Strukturbruch in Ostdeutschland nach 1990 ist es ein zentrales Dauerthema geworden. Seit 1990 sind, im Besonderen, eine Vielzahl von hervorragend ausgestatteten regionalen Bildungszentren entstanden. Die Leistungsfähigkeit war jedoch von Bildungszentrum zu Bildungszentrum sehr unterschiedlich. Dies führte dazu, dass Weiterbildung als regionalstruktureller Entwicklungsfaktor angesehen wird. (vgl. Lichte 1997)

3. Erklärung der Begriffe ‚Region’, ‚Weiterbildungsregion’ und ‚Lernende Region’

Da ich mich in den folgenden Ausführungen immer wieder auf die Begriffe Region, Weiterbildungsregion und ‚Lernende Region’ beziehen werde, ist es notwendig, zu erklären, was unter den einzelnen Begriffen zu verstehen ist.

Die Region ist eine vielseitig interpretierbare Größe. Auf den Konferenzen im Europa- Zusammenhang wird der Begriff Region jedes Mal neu definiert. Zudem lässt sie sich strategisch, analytisch und funktional erklären. Die Region ist auch ein Indikator für den Bedeutungswandel des Nationen- und Staatenbegriffs. In der Praxis zeigt sich die Notwendigkeit eines pragmatischen Umgangs mit diesem Begriff. (vgl. Reutter 1997)

Eine Weiterbildungsregion ist ein

„.. Gebiet, innerhalb dessen Grenzen die regionale Grundversorgung gewährleistet sein müßte.“ (Derenbach 1995, S. 114)

Die Weiterbildungsregion kann vergleichsweise auch als ‚Arbeitsmarktregion’ bezeichnet werden, d.h. es ist ein Gebiet im Zuschnitt zwischen der Regierungs- und Kreisebene. (vgl. Derenbach 1995)

Bei der Betrachtung von ‚Lernenden Regionen’ lassen sich folgende Merkmale aufzeigen. Sie besitzen eine eigene Identität und entwickeln ein Leitbild. Zudem setzen sie sich Entwicklungsziele und nehmen Herausforderungen, vor denen sie stehen, an. ‚Lernende Regionen’ orientieren sich an regionalen Modellen und sind offen für neue Ideen, experimentierfreudig und risikobereit. Weiterhin bestehen sie aus Netzwerken von Akteuren, die verlässlich und problembezogen handeln. Sie verfügen über organisatorische Grundstrukturen und überprüfen die eingeleitenden Maßnahmen bezüglich der Effektivität und Effizienz. Außerdem wollen sie regionalen Akteuren Partizipationschancen offenbaren. (vgl. Gnahs 1997)

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Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung des Regionalraums
Hochschule
Universität Erfurt
Veranstaltung
Weiterbildungsmarkt- Nachfrage und Bedarf
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
22
Katalognummer
V63700
ISBN (eBook)
9783638566858
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedeutung, Regionalraums, Weiterbildungsmarkt-, Nachfrage, Bedarf
Arbeit zitieren
Marion Ludwig (Autor), 2006, Die Bedeutung des Regionalraums, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63700

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