Das Thema Medien ist heutzutage ein vieldiskutiertes Thema. Mit jedem sich neuen entwickelnden und verbreitenden Medium fordern alle gesellschaftlichen Instanzen eine Ausbildung für den Umgang mit diesem „neuen“ Medium und dementsprechend eine Kompetenz, die dabei hilft mit diesem Medium sachgerecht umzugehen. Vor allem für Kinder und Jugendliche ist dieses eine unabdingbare Tatsache. Mit der gegenwärtigen Entwicklung des Internets kommt zur bislang geforderten Fernseh- und Computerkompetenz noch die Internetkompetenz hinzu. Kinder und Jugendliche besitzen heute bereits unterschiedlichste Kenntnisse, zum Beispiel durch die Schule oder den Freundeskreis, über das Internet. Dies macht es erforderlich, dass Kinder und Jugendliche erlernen, kritisch mit den Möglichkeiten und Risiken des Mediums Internet umzugehen.
Im Zusammenhang dieser Arbeit sind vor allem die Zahlen der 10- bis 24-Jährigen bzw. die der Schüler und Schülerinnen von Bedeutung. Sie zeigen, dass eine sehr hohe Anzahl der jungen Menschen das Internet regelmäßig nutzt. Hierbei wird das Internet sowohl für Bildungszwecke bzw. Arbeitszwecke als auch für private Zwecke genutzt, was in Kapital 2 noch näher erläutert wird. Kapitel 3 soll sich mit den möglichen Gefahren, die durch den Gebrauch des Internets bestehen, auseinandersetzen, wobei der Schwerpunkt zum einen auf der Abhängigkeit und der Sucht und zum anderen auf dem Verlust von sozialen Kompetenzen liegen soll. In Kapitel 4 wird der Begriff der Medienkompetenz erläutert und in wie weit diese Kompetenz helfen kann, junge Menschen vor den Gefahren des Mediums Internet zu schützen.
Struktur der Arbeit
1. Einführung
2. Möglichkeiten des Mediums Internet
3. Gefahren des Mediums Internet
3.1 Abhängigkeit und Sucht
3.2 Verlust von sozialer Kompetenz und sozialem Verhalten
4. Medienkompetenz zur Bewältigung und Erkennung von Risiken
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Chancen und Risiken des Internets für Jugendliche, insbesondere mit Blick auf soziale Auswirkungen wie Kommunikationsdefizite und Suchtpotenziale, und leitet daraus die Notwendigkeit von Medienkompetenz ab.
- Historische Entwicklung des Internets und Nutzungsstatistiken
- Positive Einsatzmöglichkeiten in Bildungs- und Privatkontexten
- Gefahrenpotenziale: Internet-Sucht und soziale Isolation
- Entsinnlichung durch virtuelle Welten
- Dimensionen der Medienkompetenz als Schutzfaktor
Auszug aus dem Buch
3.2 Verlust von sozialer Kompetenz und sozialem Verhalten
Es wird immer wieder befürchtet, dass durch zu hohen und intensiven Internet-gebrauch eine Verkümmerung der menschlichen Kommunikationsfähigkeiten eintritt. Es besteht demnach die Gefahr, dass sich Jugendliche in eine Abhängigkeit begeben (vgl. Kapitel 3.1) und darunter ihre direkte Kommunikationsfähigkeit leidet. Für manche Wissenschaftler stellt ein solches Verhalten sogar eine spezielle Form des Eskapismus dar: „Ein Jugendlicher mag mit Menschen in aller Welt per Internet kommunizieren, dabei aber völlig vereinsamen und in seinen kommunikativen Fähigkeiten verarmen, da die Computerkommunikation zahlreiche Faktoren der direkten Kommunikation von Angesicht zu Angesicht ausschließt.“
So wird befürchtet, dass die Jugendlichen durch das Internet ihre Kommunikation mit Familienmitgliedern und Freunden reduzieren und damit auch ihre Bezugsgruppe verlieren, wodurch Depressionen und Einsamkeitsgefühl zunehmen können. Informationen, die über visuelle und nonverbale Kommunikation vermittelt werden, wie zum Beispiel Aussehen, Alter, Bildung, etc., gehen verloren, da sie in alltäglichen Kommunikationssituationen eingeübt und vertieft werden müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Das Kapitel zeichnet die Ursprünge des Internets vom militärischen Projekt zum zivilen Massenmedium nach und beleuchtet die wachsende Verbreitung unter Jugendlichen.
2. Möglichkeiten des Mediums Internet: Hier werden die Chancen des Internets als Informationsquelle, Bildungsmedium und Kommunikationsraum für Jugendliche analysiert.
3. Gefahren des Mediums Internet: Dieses Kapitel kategorisiert die Risiken der Internetnutzung in direkte Gefahren wie Extremismus und indirekte Gefahren wie Abhängigkeit.
3.1 Abhängigkeit und Sucht: Der Abschnitt erläutert die Kriterien und Symptome des Internet-Abhängigkeitssyndroms sowie die Anfälligkeit junger Nutzer.
3.2 Verlust von sozialer Kompetenz und sozialem Verhalten: Dieser Teil befasst sich mit der Entsinnlichung und dem Eskapismus durch virtuelle Welten sowie dem drohenden Verlust nonverbaler Kommunikationsfähigkeiten.
4. Medienkompetenz zur Bewältigung und Erkennung von Risiken: Es wird definiert, wie Medienkompetenz als Schutzfaktor fungieren kann, um junge Menschen zu einem kritischen und selbstbestimmten Nutzerverhalten zu befähigen.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Medienkompetenz eine essenzielle Antwort auf die durch das Internet veränderten Lebensumstände von Jugendlichen ist, auch wenn der Begriff noch weiter geschärft werden muss.
Schlüsselwörter
Internet, Jugendliche, Medienkompetenz, Internet-Sucht, Eskapismus, Kommunikation, Mediennutzung, Identitätssuche, Bildungszwecke, Risikoverhalten, Sozialisation, Online-Rollenspiele, Entsinnlichung, Orientierungswissen, Medienpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Ambivalenz des Internets als Medium, das sowohl vielfältige Bildungschancen bietet als auch erhebliche Risiken für die psychosoziale Entwicklung von Jugendlichen birgt.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Nutzungsformen des Internets, die Gefahren der Internetsucht, die Auswirkungen auf das Sozialverhalten sowie das pädagogische Konzept der Medienkompetenz.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Jugendliche durch den Erwerb von Medienkompetenz dazu befähigt werden können, die Risiken des Internets zu minimieren und dessen Möglichkeiten konstruktiv zu nutzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie einer Analyse aktueller Internetnutzungsstatistiken und medienpädagogischer Studien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der Möglichkeiten des Internets, eine detaillierte Untersuchung der Gefahren (Sucht, soziale Verarmung) und die Ausarbeitung eines Konzepts zur Vermittlung von Medienkompetenz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Medienkompetenz, Internet-Sucht, Eskapismus, Identitätsentwicklung, Sozialverhalten und pädagogische Verantwortung.
Was versteht der Autor unter dem Begriff "Entsinnlichung"?
Mit "Entsinnlichung" wird der Bezugsverlust zur realen Umwelt bezeichnet, der insbesondere durch intensive Nutzung virtueller Welten wie Online-Rollenspielen entstehen kann.
Welche Rolle spielt die Schule bei der Medienbildung?
Die Schule nimmt laut Autor eine besondere Rolle ein, da sie als institutioneller Rahmen die besten Möglichkeiten bietet, Jugendlichen systematisch einen kompetenten Umgang mit dem Internet in allen Unterrichtsfächern zu vermitteln.
- Quote paper
- Tim Rosendahl (Author), 2006, Jugend und Netz. Möglichkeiten und Risiken des Mediums Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63768