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Anspruch und Wirklichkeit - Die Diskrepanz zwischen Sklaverei und Menschenrechtserklärung während der Französischen Revolution am Beispiel der Überseekolonie Saint-Domingue

Titre: Anspruch und Wirklichkeit - Die Diskrepanz zwischen Sklaverei und Menschenrechtserklärung während der Französischen Revolution am Beispiel der Überseekolonie Saint-Domingue

Dossier / Travail , 2005 , 19 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Andreas Geißler (Auteur)

Histoire de l'Europe - Temps modernes, Absolutisme, Industrialisation
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Résumé Extrait Résumé des informations

„ Man muß alle Neger auf den Bergen, Männer und Frauen, töten und nur die Kinder unter zwölf Jahren schonen; man muß ferner die Hälfte der auf dem Flachland lebenden Neger ausrotten und in der Kolonie nicht einen einzigen Mulatten lassen, der Epauletten trüge“, schrieb General Leclerc im Jahr 1802 an Napoleon Bonaparte, nachdem er mit einem großen Expeditionsheer auf der westindischen Überseekolonie Saint-Domingue gelandet war, um das französische Kolonialreich zu restaurieren. Angesichts eines im Zuge der Aufklärung entstandenen Menschenbildes, dass „die Allgemeinheit, Gleichheit und Unveräußerlichkeit der Menschenrechte“ mit einschloss und seine politische Manifestation in der „Declaration des droits de l`homme et du citoyen“ von 1789 fand, mag Leclercs radikale Äußerung überraschen. Doch sie ist Ausdruck eines Diskurses über die Rechte von Sklaven, der zu Beginn der französischen Revolution intensiviert wurde und im Bezug auf das ideelle Gedankengut derselben teilweise sehr widersprüchliche Ansichten hervorbrachte.
Ziel meiner Arbeit ist es die Vielschichtigkeit der Diskussion um die Vereinbarkeit von Menschenrechten und Sklaverei zur Zeit der Französischen Revolution zu beleuchten und Ursachen für die Probleme der Nationalversammlung bei der Umsetzung der Menschenrechtserklärung in den Überseekolonien aufzuzeigen. So werden sowohl die verschiedenen Ansichten der beteiligten Gruppen dargestellt, als auch ideologische und philosophische Hintergründe berücksichtigt. Die Darstellung im ersten Teil der Arbeit greift vor allem auf die Monographie „Europa im Jahrhundert der Aufklärung“ von Barbara Stollberg-Rilinger und den Aufsatz „Undenkbare Geschichte. Zur Bagatellisierung der haitischen Revolution“ von Michel-Rolph Trouillot zurück.
Anhand der Entwicklung der Sklavenrevolution auf Saint-Domingue in den Jahren 1791-1804, die zur Gründung des ersten „schwarzen“ Nationalstaates Lateinamerikas führte, will ich im zweiten Teil der Arbeit untersuchen, inwieweit die Gedanken der Französischen Revolution und die Kolonialpolitik der Revolutionsregierungen die Emanzipationsbestrebungen der Plantagensklaven in der westindischen Kolonie beeinflusst haben.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die (Un-)Vereinbarkeit von Sklaverei und Menschenrechten

2.1 Philosophische Grundlagen

2.1.1 Natürliche Vorraussetzungen

2.1.2 Was ist der Mensch?

2.2 Gegner und Befürworter der Sklaverei

2.2.1 Die „Société des amis des noirs“

2.2.2 Der „Club Massiac“ und die Handelsbourgeoisie

2.3 Probleme der Umsetzung der Menschenrechte in Saint-Domingue

3. Die Sklavenrevolution auf Saint-Domingue

3.1 Der Beginn der Unruhen

3.1 Toussaint L`Ouverture – Der schwarze Jakobiner

3.2 Die Unabhängigkeit Haitis

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die tiefgreifende Diskrepanz zwischen den universalistischen Idealen der Französischen Revolution und der kolonialen Realität der Sklaverei auf Saint-Domingue. Dabei wird analysiert, warum die Nationalversammlung trotz der verkündeten Menschenrechte nicht in der Lage war, diese auf die Überseekolonien anzuwenden, und wie die Sklavenrevolution letztlich zur Unabhängigkeit Haitis führte.

  • Philosophische Begründungen und Rechtfertigungen der Sklaverei im 18. Jahrhundert
  • Gegensätzliche Interessen zwischen Abolitionisten und der Handelsbourgeoisie (Club Massiac)
  • Die Unvereinbarkeit kolonialer Wirtschaftsinteressen mit der Menschenrechtserklärung
  • Der Verlauf der Sklavenrevolution und die Rolle von Toussaint L'Ouverture
  • Das Scheitern des französischen Mutterlandes bei der konsequenten Umsetzung seiner Ideale

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Was ist der Mensch?

Die augenscheinliche Dominanz der Europäer in der Welt des 18. Jahrhunderts führte zu der Annahme, dass sich bestehende Unterschiede zwischen den Menschen in verschiedenen Graden des Menschseins ausdrücken. Die oberste Stellung nahm demnach der männliche weiße Europäer ein, wohingegen die schwarze Bevölkerung am unteren Ende der Meßlatte angesiedelt wurde. Als Bestätigung dieser ontologischen Ordnung wurde zunehmend versucht, aus dem eigenen Handeln in der kolonialen Praxis heraus, Unterschiede zwischen den Menschen zu hervorzuheben.

Dadurch kam es mithin zu sehr vereinfachenden Schlussfolgerungen: „Da die Schwarzen Untermenschen waren, wurden sie versklavt; da die schwarzen Sklaven sich schlecht benahmen, mußten sie Untermenschen sein.“

Auch wenn man versucht ist, diese Art der Beweisführung den weißen Pflanzern zuzurechnen, muss man darauf aufmerksam machen, dass auch die aufklärerischen Philosophen vor ähnlichen Überlegungen nicht gefeit waren. Anerkannte Denker wie Voltaire oder Buffon sahen bereits in der Andersartigkeit der Schwarzen eine Legitimation für deren Versklavung. Angesichts dieser Denkmuster spricht M.-R. Trouillot von einer „Transformation des europäischen Ethnozentrismus in einen wissenschaftlich begründeten Rassismus“ schon im 18. Jahrhundert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in den Widerspruch zwischen der Ideologie der Aufklärung und der kolonialen Praxis der Sklaverei ein und definiert die Untersuchung der Emanzipationsbestrebungen auf Saint-Domingue als Forschungsziel.

2. Die (Un-)Vereinbarkeit von Sklaverei und Menschenrechten: Dieses Kapitel analysiert die philosophischen Debatten um den Menschheitsbegriff sowie die gegensätzlichen Interessen der politischen Gruppierungen in Frankreich in Bezug auf die koloniale Sklavenfrage.

3. Die Sklavenrevolution auf Saint-Domingue: Der Hauptteil beschreibt den Ausbruch der Rebellion, die zentrale Rolle Toussaint L'Ouvertures als Anführer und den Prozess, der in die Unabhängigkeit Haitis mündete.

4. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert das Scheitern der französischen Revolutionäre bei der Anwendung universalistischer Menschenrechte auf die koloniale Sklaverei und verweist auf die historische Bedeutung dieses Scheiterns.

Schlüsselwörter

Französische Revolution, Sklaverei, Saint-Domingue, Menschenrechte, Haiti, Aufklärung, Toussaint L'Ouverture, Kolonialismus, Abolitionismus, Plantagenwirtschaft, Club Massiac, Emanzipation, Rassismus, Menschheitsbegriff, Code Noir.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht den eklatanten Widerspruch zwischen den Menschenrechten der Französischen Revolution und der Aufrechterhaltung der Sklaverei in der französischen Kolonie Saint-Domingue.

Welche zentralen Akteure und Gruppen werden betrachtet?

Im Zentrum stehen die sogenannten Abolitionisten (Société des amis des noirs), die koloniale Handelsbourgeoisie (Club Massiac) sowie die aufständischen Sklaven unter Toussaint L'Ouverture.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, warum die Nationalversammlung trotz der Verkündung allgemeiner Menschenrechte daran scheiterte, diese in den Überseekolonien umzusetzen und die Sklaverei zu beenden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, insbesondere unter Einbeziehung philosophischer Schriften des 18. Jahrhunderts und historischer Sekundärliteratur zur haitischen Revolution.

Was deckt der Hauptteil ab?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung philosophischer Grundlagen zur Rechtfertigung der Sklaverei sowie die chronologische Darstellung der Sklavenrevolution bis zur Gründung Haitis 1804.

Was sind die wesentlichen begrifflichen Merkmale der Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch die Auseinandersetzung mit Begriffen wie "universalistischer Anspruch", "kolonialer Ethnozentrismus" und der "Unvereinbarkeit von Eigentumsrechten und Menschenrechten" aus.

Warum war der Aufstand auf Saint-Domingue für die Zeitgenossen so "undenkbar"?

Da die zeitgenössische Philosophie der Aufklärung die schwarzen Sklaven oft nicht als gleichwertige Menschen wahrnahm, war der Gedanke einer organisierten, erfolgreichen Revolution durch diese Sklaven außerhalb des europäischen Erwartungshorizonts.

Welche Rolle spielt Toussaint L'Ouverture?

Toussaint L'Ouverture wird als Schlüsselfigur dargestellt, der die Sklaven disziplinierte, eine Armee aufbaute und durch politisches Geschick die Autonomie der Kolonie sowie letztlich den Emanzipationsprozess maßgeblich vorantrieb.

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Résumé des informations

Titre
Anspruch und Wirklichkeit - Die Diskrepanz zwischen Sklaverei und Menschenrechtserklärung während der Französischen Revolution am Beispiel der Überseekolonie Saint-Domingue
Université
Dresden Technical University  (Philosophische Fakultät)
Cours
Kolonialismus: Ursachen - Erscheinungsformen - Entwicklungspfade
Note
1,0
Auteur
Andreas Geißler (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
19
N° de catalogue
V63788
ISBN (ebook)
9783638567466
ISBN (Livre)
9783656786160
Langue
allemand
mots-clé
Anspruch Wirklichkeit Diskrepanz Sklaverei Menschenrechtserklärung Französischen Revolution Beispiel Saint-Domingue Kolonialismus Ursachen Erscheinungsformen Entwicklungspfade
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Citation du texte
Andreas Geißler (Auteur), 2005, Anspruch und Wirklichkeit - Die Diskrepanz zwischen Sklaverei und Menschenrechtserklärung während der Französischen Revolution am Beispiel der Überseekolonie Saint-Domingue, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63788
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