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Versuch einer empirischen Erhebung zum Thema: Rechtsextremismuswahrnehmung - Schere zwischen wahrgenommenem und existierendem Rechtsextremismus in der Region?

Title: Versuch einer empirischen Erhebung zum Thema: Rechtsextremismuswahrnehmung - Schere zwischen wahrgenommenem und existierendem Rechtsextremismus in der Region?

Seminar Paper , 2002 , 24 Pages , Grade: 2

Autor:in: Daniel Körber (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Eigentlich wollte ich was ganz anderes untersuchen: Rechtsextremistische Musik und solche die als rechtsextremistisch indiziert und somit verboten ist - ebenso wie die Musik, die zwar rechtsextremistisch ist, aber der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften - sagen wir mal - durch die Lappen gegangen ist. Zugunsten einer anderen Fragestellung, die mir im Zuge der Hausarbeit Rechtsextremismus nachgerade ins Gesicht gesprungen ist, habe ich von diesem Projekt aber Abstand genommen. Darüber hinaus taten sich Probleme schon mit der Findung des eigentlich zu untersuchenden Problemfeldes sowie mit der Operationalisierung der Hypothesen auf; und auf eine Mithilfe der Bundesprüfstelle war auch nicht wirklich zu bauen. Deshalb also der Themenschwenk zur Rechtsextremismus-Wahrnehmung.
Bei den Recherchen zum Thema "Rechtsextremismus in der Region" ist mir aufgefallen, daß bei der "normalen" Bevölkerung wie auch bei Menschen, die sich eigentlich damit auseinandersetzen müßten, eine Schere zwischen dem wahrgenommenen und dem vorhandenen Rechtsextremismuspotential zeigt. Wahrgenommen werden scheinbar nur (und auch nur zum Teil) die plakativen polizei- und somit presserelevanten Straftaten / Aktionen von Rechten und Pseudo-Rechten vor Ort; nicht aber der Alltagsrassismus oder die Arbeit rechtsextremer Parteien, sowie sie über ein gebietsmäßig begrenztes Umfeld (Stadt, Landkreis etc.) hinausgehen. Wahrgenommen werden hingegen scheinbar die augenfällig beruhigenden Versuche, etwas gegen den Rechtsextremismus vor Ort zu unternehmen. Das Ergebnis sind Formulierungen wie "Wir haben hier eigentlich keinen Rechtsextremismus, aber wir tun was dagegen!"
Zu untersuchen wäre, ob das ein verallgemeinerbares Phänomen ist oder nicht. Zu unternehmen wäre auch der Versuch herauszufinden, was die Ursachen dafür sind.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Problemfindung, Hypothesen, Erhebungsart und Operationalisierung

2.1. Problemfindung & Hypothesen

2.2. Erhebungsart

2.3. Variablen & Konstanten, Operationalisierung der Hypothesen

3. Befragung & Schwierigkeiten mit Methode & Fragebogen

4. Pretests und Schlußfolgerungen

5. FAZIT

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung rechtsextremer Aktivitäten durch die Bevölkerung und dem tatsächlich existierenden Ausmaß von Rechtsextremismus in der Region Prignitz.

  • Analyse des gesellschaftlichen Problembewusstseins gegenüber Rechtsextremismus.
  • Untersuchung des Einflusses von Mediennutzung auf die Wahrnehmung politischer Ereignisse.
  • Operationalisierung komplexer sozialer Wahrnehmungsprozesse durch Telefonbefragungen.
  • Erörterung methodischer Herausforderungen in der empirischen Sozialforschung zu sensiblen Themen.

Auszug aus dem Buch

3. Befragung & Schwierigkeiten mit Methode & Fragebogen

Die ersten Probleme traten bei der Erarbeitung des Fragebogens auf. Beispielsweise war das "Herunterbrechen" des Themenkomplexes Rechtsextremismus auf erfassbare Daten sehr schwer, konnte man doch ohne das Thema zu nennen schlecht sagen worum es geht. Sicher wäre vielen Befragten mehr eingefallen dazu, wenn sie schon in der Einleitung mit dem Begriff Rechtsextremismus konfrontiert worden wären. Da mich aber interessiert hat, wieviel den Menschen überhaupt noch zu dem Thema einfällt und welchen Stellenwert es bei ihnen hat ohne sie direkt darauf zu stossen, konnte ich das Thema schlecht nennen. Bei einer Nennung des Themas schon in der Überschrift befürchtete ich zudem eine ungewollte Beeinflussung; den Einfluß der sogenannten "Political Correctness", die es dem Befragten dann schon wieder leicht macht, die "richtigen" Antworten zu geben. Insofern ließ sich der Rechtsextremismus erstmal doch nur wieder auf die plakativen Straftaten reduzieren, was ich eigentlich nicht wollte.

Schwierigkeiten taten sich darüber hinaus bei der Erarbeitung der Einzelfragen zu den Ereignissen auf. Journalistisch wäre es kein Problem, die Menschen wieder auf die Gedanken und das Wissen zu den Geschehnissen zu bringen, wenn man direkt darauf anspricht. Hier, in einer Untersuchung, sollen aber (leider!) die Menschen von selbst drauf kommen, was man von ihnen will. Und viele können sich entweder nicht an die erfragten Ereignisse erinnern - oder sie wollen es nicht bzw. wollen es nicht zugeben (weil es ihnen unangenehm ist?). Da einige Personen das Interview an dieser Stelle abgebrochen haben, blieb nicht mal die Möglichkeit der Nachfrage...

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Der Autor erläutert den thematischen Schwenk hin zur Untersuchung der Wahrnehmung von Rechtsextremismus aufgrund der Schwierigkeiten bei der Operationalisierung des ursprünglichen Forschungsvorhabens.

2. Problemfindung, Hypothesen, Erhebungsart und Operationalisierung: In diesem Kapitel werden die Hypothesen über die Wahrnehmung rechtsextremer Straftaten formuliert und die Methodik der telefonischen Befragung sowie die Auswahl der Ereignisse zur Operationalisierung dargelegt.

3. Befragung & Schwierigkeiten mit Methode & Fragebogen: Der Text beschreibt die methodischen Hürden bei der Konzeption des Fragebogens, insbesondere das Problem der Beeinflussung durch "Political Correctness" und die Schwierigkeit, Befragte ohne direkte Nennung des Themas zu Antworten zu bewegen.

4. Pretests und Schlußfolgerungen: Es wird der Verlauf des Pretests mit zehn Befragten geschildert, die Responsequote analysiert und erste Tendenzen aus den geführten Telefonaten abgeleitet.

5. FAZIT: Der Autor reflektiert kritisch über die eigene Methodik und kommt zu dem Schluss, dass für belastbare Erkenntnisse über das untersuchte Phänomen ein deutlich dezidierterer Fragebogen erforderlich wäre.

Schlüsselwörter

Rechtsextremismus, Wahrnehmung, empirische Forschung, Telefonbefragung, Prignitz, Straftaten, Medienkonsum, Pretest, Fragebogendesign, Sozialwissenschaften, Politik, politische Einstellung, Region, Methoden der Sozialforschung, Datenerhebung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie die Bevölkerung in der Region Prignitz rechtsextreme Ereignisse wahrnimmt und inwiefern eine Schere zwischen der tatsächlichen Präsenz solcher Phänomene und deren öffentlicher Wahrnehmung existiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen das öffentliche Bewusstsein für Rechtsextremismus, die Rolle lokaler Medien und der Einfluss soziodemografischer Faktoren auf das politische Erinnerungsvermögen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erhebung, ob und wie die Bevölkerung auf bekannte rechtsextreme Vorfälle reagiert und welche Faktoren dazu beitragen, dass diese Ereignisse im Gedächtnis bleiben oder nicht.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Autor wählte eine stark strukturierte, telefonische Befragung mittels Standardfragebogen, ergänzt durch Pretests zur Optimierung der Fragenreihenfolge und Inhaltsstruktur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die Hypothesenbildung, die methodische Begründung der Stichprobenziehung, die Durchführung und Auswertung von Pretests sowie die Reflexion der aufgetretenen Schwierigkeiten bei der Datengewinnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Rechtsextremismus, Wahrnehmung, empirische Sozialforschung, Telefonbefragung, Mediennutzung und politische Einstellung.

Warum wurde die ursprüngliche Themenwahl geändert?

Der Autor änderte das Thema von einer Untersuchung über rechtsextremistische Musik hin zur Wahrnehmungsanalyse, da sich bei der Operationalisierung des ersten Vorhabens unüberwindbare Schwierigkeiten ergaben.

Welches Problem ergab sich durch die "Political Correctness"?

Der Autor befürchtete, dass eine zu explizite Nennung des Themas in der Einleitung den Befragten dazu verleiten könnte, sozial erwünschte, sogenannte "richtige" Antworten zu geben, anstatt eine neutrale Wahrnehmung abzubilden.

Welche Erkenntnis brachte der Pretest hinsichtlich der Gesprächsabbrüche?

Es zeigte sich, dass viele Befragte das Interview genau an den Stellen abbrachen, an denen sie mit Fragen zum Thema Rechtsextremismus konfrontiert wurden, was auf eine Unbehaglichkeit oder fehlende Erinnerung hindeutet.

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Details

Title
Versuch einer empirischen Erhebung zum Thema: Rechtsextremismuswahrnehmung - Schere zwischen wahrgenommenem und existierendem Rechtsextremismus in der Region?
College
Free University of Berlin  (Journalisten-Weiterbildung)
Course
Seminar: Prinzip und Prozeß empirischer Forschung
Grade
2
Author
Daniel Körber (Author)
Publication Year
2002
Pages
24
Catalog Number
V6379
ISBN (eBook)
9783638139625
Language
German
Tags
Soziologie Methodenlehre Empirik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Körber (Author), 2002, Versuch einer empirischen Erhebung zum Thema: Rechtsextremismuswahrnehmung - Schere zwischen wahrgenommenem und existierendem Rechtsextremismus in der Region?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6379
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