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Luhmanns Begriff der Weltgesellschaft

Title: Luhmanns Begriff der Weltgesellschaft

Seminar Paper , 2002 , 27 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Oliver Wennmann (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Während das Phänomen des strukturellen Zusammenhangs weltweiten menschlichen Handelns auch im wissenschaftlichen Kontext vielfach primär in seinen Folgen und daher mit einem Vorzeichen versehen in Erscheinung tritt - etwa als Bedrohung der Existenz oder aber als Chance des Einzelnen - und zudem meist unter dem allzu oft bemühten und dadurch schwammigen Begriff der Globalisierung firmiert, bietet die luhmannsche Systemtheorie hingegen ein solides begriffliches Fundament zur weitgehend neutralen Analyse der Struktur weltweiter sozialer Zusammenhänge.
Dieser breite begriffliche Unterbau resultiert aus Luhmanns grundlegendem Ziel der Formulierung einer umfassenden Gesellschaftstheorie, die er als eine Theorie sozialer Systeme konzipiert. Da es sich wiederum als Folge dieser theoretischen Konzeption ergibt, dass der Begriff der Gesellschaft als Weltgesellschaft entworfen werden muss, ist es für das Vorhaben einer Analyse eines weltgesellschaftlichen Zusammenhangs unter Nutzung des dichten luhmannschen Begriffsapparats unumgänglich, sich mit der Systemtheorie selbst auseinanderzusetzen.
Diese Arbeit stellt den Versuch dar, sich dem Phänomen der Weltgesellschaft aus der Sicht der luhmannschen Systemtheorie zu nähern und verfolgt demnach das Ziel, die hierfür relevanten Begriffe und Zusammenhänge der Systemtheorie nach Luhmann darzulegen. Im Anschluss daran soll Weltgesellschaft in Rekurs auf die Systemtheorie als empirisches Phänomen untersucht werden, was es erlaubt, die grundsätzliche Konzeption der Theorie in Bezug auf deren Aussagewert hinsichtlich des Phänomens Weltgesellschaft zu überprüfen. Die in der Arbeit aufgeworfenen Fragen münden in einer kurzen Diskussion über die Rolle der Nationalstaaten im weltgesellschaftlichen Zusammenhang.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Weltgesellschaft

2.1 Weltgesellschaft als theoretischer Begriff

2.1.1 Funktionale Differenzierung

2.1.2 Soziale Systeme

2.1.3 Funktionssysteme der Gesellschaft

2.1.4 Interaktion und Organisation

2.1.5 Die moderne Gesellschaft als Weltgesellschaft

2.2 Weltgesellschaft als empirisches Phänomen

3. Kontrollmöglichkeiten und die Rolle der Nationalstaaten

4. Schluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, Luhmanns Begriff der Weltgesellschaft detailliert darzustellen und in den Kontext seiner allgemeinen Systemtheorie einzuordnen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich gesellschaftliche Prozesse durch die funktionale Differenzierung deuten lassen und welche veränderte Rolle den Nationalstaaten in einer global vernetzten Weltgesellschaft als Kontrollorgane zukommt.

  • Systemtheoretische Grundlagen nach Niklas Luhmann
  • Funktionale Differenzierung und ihre Auswirkungen auf soziale Teilsysteme
  • Die Differenzierung zwischen Interaktions-, Organisations- und Gesellschaftssystemen
  • Die Rolle und Funktion von Nationalstaaten im Rahmen der Globalisierung

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Funktionale Differenzierung

Wenn sich für Luhmann Weltgesellschaft in Form einer funktional differenzierten Gesellschaft offenbart, muß die moderne Gesellschaft, begriffen als System – und davon müssen wir ausgehen, wenn wir uns der systemtheoretischen Sichtweise und Begriffe bedienen – als etwas gedacht werden, das sich primär in weitere Teilsysteme differenziert, die alle eine bestimmte Funktion in der Gesellschaft erfüllen. Da jedes einzelne dieser Teilsysteme der Gesellschaft eine Funktion erfüllt, die von keinem anderen Teilsystem übernommen werden kann und diese Funktionen nicht bezüglich ihrer Wichtigkeit in eine Rangordnung gebracht werden können, ergibt sich daraus die Gleichrangigkeit der Teilsysteme eben über deren Ungleichartigkeit.

Während die primär stratifikatorisch differenzierte alteuropäische Gesellschaft, die eine Rangdifferenzierung der sie konstituierenden Teile aufwies, eben dadurch einen das Gesamtsystem repräsentierenden Primat besaß, sei dies nun die Politik oder später die Wirtschaft, fehlt der modernen Gesellschaft aufgrund der Gleichrangigkeit ihrer Teile eine eigene Identität. Da die Grenzen der Nationalstaaten nicht die Grenzen der gesellschaftlichen Teilsysteme darstellen, was Weltgesellschaft zur Folge hat, können auch die Nationalstaaten nicht mehr als identitätstiftende Institutionen fungieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die wissenschaftliche Diskussion zum Phänomen Weltgesellschaft ein und skizziert die methodische Herangehensweise, Luhmanns systemtheoretische Grundbegriffe zu analysieren.

2. Die Weltgesellschaft: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Systemtheorie erarbeitet, wobei der Fokus auf funktionaler Differenzierung, sozialen Systemen und der Struktur der Funktionssysteme liegt.

2.1 Weltgesellschaft als theoretischer Begriff: Dieser Abschnitt erläutert, warum die moderne Gesellschaft für Luhmann zwangsläufig als Weltgesellschaft zu konzipieren ist.

2.1.1 Funktionale Differenzierung: Dieses Unterkapitel analysiert, wie Teilsysteme ohne starre Rangordnung die moderne Gesellschaft durch ihre spezifische Funktionserfüllung stabilisieren.

2.1.2 Soziale Systeme: Es wird dargelegt, wie soziale Systeme als autopoietische Prozesse das Problem der doppelten Kontingenz bewältigen.

2.1.3 Funktionssysteme der Gesellschaft: Dieses Kapitel untersucht die Rolle von binären Codes und Kommunikationsmedien für den Fortbestand und die Spezifität von Funktionssystemen.

2.1.4 Interaktion und Organisation: Hier werden Interaktions- und Organisationssysteme als weitere, neben den Funktionssystemen existierende soziale Systemtypen definiert.

2.1.5 Die moderne Gesellschaft als Weltgesellschaft: Dieses Kapitel führt die Argumentation zusammen und begründet, warum Gesellschaft als umfassendes Kommunikationssystem nur als Weltgesellschaft existieren kann.

2.2 Weltgesellschaft als empirisches Phänomen: Dieser Teil betrachtet die empirische Evidenz der Weltgesellschaft, insbesondere durch weltweite Kommunikationsnetze und Massenmedien.

3. Kontrollmöglichkeiten und die Rolle der Nationalstaaten: Hier wird diskutiert, wie sich die Funktion der Nationalstaaten angesichts funktionaler Differenzierung von direkter Steuerung hin zu regionaler Stabilisierung verändert.

4. Schluß: Das abschließende Kapitel fasst die theoretische Position Luhmanns zusammen und reflektiert kritisch über Schwächen und ergänzende Perspektiven des Konzepts.

Schlüsselwörter

Weltgesellschaft, Niklas Luhmann, Systemtheorie, soziale Systeme, funktionale Differenzierung, Kommunikation, Autopoiesis, Nationalstaaten, Funktionssysteme, Interaktion, Organisation, Komplexitätsreduktion, globale Vernetzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Systemtheorie von Niklas Luhmann, speziell mit seinem Konzept der Weltgesellschaft als einem funktional differenzierten Kommunikationssystem.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentral sind die Analyse der funktionalen Differenzierung, die Struktur sozialer Systeme, die Rolle von Kommunikationsmedien sowie die Untersuchung der veränderten Funktion von Nationalstaaten in der globalen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, Luhmanns komplexe Begrifflichkeit der Weltgesellschaft darzustellen, methodisch zu erläutern und ihre Relevanz für das Verständnis heutiger gesellschaftlicher Prozesse zu belegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer intensiven Literaturarbeit von Luhmanns Primärtexten und einschlägiger soziologischer Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Weltgesellschaft durch die Systemtheorie, die Differenzierung in Funktions-, Interaktions- und Organisationssysteme sowie die empirische Betrachtung der Weltgesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Systemtheorie, Weltgesellschaft, Kommunikation, Autopoiesis und funktionale Differenzierung charakterisieren.

Welche spezifische Rolle weist Luhmann den Nationalstaaten zu?

Luhmann betrachtet Nationalstaaten nicht mehr als die steuernde Einheit der Gesellschaft, sondern als segmentäre Teilsysteme, die vor allem lokale Stabilität gewährleisten und die Globalisierung von Funktionssystemen unterstützen.

Warum spielt die Kommunikation eine so entscheidende Rolle in Luhmanns Theorie?

Da Gesellschaft aus Luhmanns Sicht ausschließlich aus Kommunikationen besteht, ist die Kommunikation die Basisoperation, die das System erzeugt, erhält und vom Umfeld abgrenzt.

Wie werden Funktionssysteme durch binäre Codes unterschieden?

Jedes Funktionssystem (z. B. Wissenschaft oder Recht) operiert nach einem spezifischen, nur für dieses System gültigen binären Code (z. B. wahr/unwahr oder recht/unrecht), der die Kommunikation kanalisiert.

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Details

Title
Luhmanns Begriff der Weltgesellschaft
College
University of Frankfurt (Main)
Course
Theorie und Praxis der Weltgesellschaft
Grade
1.0
Author
Oliver Wennmann (Author)
Publication Year
2002
Pages
27
Catalog Number
V63796
ISBN (eBook)
9783638567510
ISBN (Book)
9783638793131
Language
German
Tags
Weltgesellschaft Luhmann Systemtheorie soziale Systeme
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Wennmann (Author), 2002, Luhmanns Begriff der Weltgesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63796
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