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Girards Theorie der Krise des Opferkults am Beispiel der Trachinierinnen von Sophokles

Título: Girards Theorie der Krise des Opferkults am Beispiel der Trachinierinnen von Sophokles

Trabajo Escrito , 2004 , 21 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Martina Hrubes (Autor)

Teatrología, danza
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Im Folgenden möchte ich versuchen, Girards Theorie des Opferkultes darzulegen. Dabei werde ich zunächst auf den mimetischen Charakter der Gewalt eingehen und erläutern, weshalb dieser eine existentielle Bedrohung für primitive Gesellschaften darstellt. Im Zentrum dieser Ausführung werden die Eigenschaften und Funktionen des rituellen Opfers stehen. Insbesondere werden wir sehen, inwiefern das Opfer als Katalysator der Gewalt die Gemeinschaft vor einem Kollaps der inneren Ordnung bewahrt. Im Anschluss daran werde ich auf die Krise des Opferkultes zu sprechen kommen, die durch den Verlust des Opfers ausgelöst wird, und deren Verbindung zur antiken Tragödie. Anhand der Trachinierinnen von Sophokles werde ich diese Verbindung veranschaulichen, indem ich darlegen werde, wie Girard die Theorie der Krise des Opferkultes auf diese Tragödie anwendet. Darüber hinaus werde ich versuchen, weitere Aspekte, die auf eine Krise des Opferkultes hindeuten, und auf die Girard in seiner Interpretation nicht eingeht, darzustellen und zu erläutern. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Das Opfer

2.2 Krise des Opferkultes

3.4 Elemente der Krise in den Trachinierinnen von Sophokles

3. Zusammenfassung

4. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, René Girards Theorie des Opferkultes und die damit verbundene Dynamik mimetischer Gewalt theoretisch darzulegen und diese anschließend auf Sophokles’ Tragödie "Die Trachinierinnen" anzuwenden. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, inwiefern die Tragödie als eine Darstellung des Scheiterns ritueller Gewalt und der resultierenden Opferkultkrise verstanden werden kann.

  • Grundlagen des mimetischen Charakters von Gewalt und Rivalität.
  • Funktionsweise des rituellen Opfers als Mittel der Gewaltprävention.
  • Die Entstehung und Anzeichen einer Krise des Opferkultes.
  • Die Tragödie als antimythischer Spiegel der gesellschaftlichen Krise.
  • Analyse des Scheiterns der Opferung im Fall des Herakles.

Auszug aus dem Buch

3.4 Elemente der Krise in den Trachinierinnen von Sophokles

Bereits auf den ersten Blick ist ersichtlich, dass im Zentrum dieser Tragödie nicht etwa, wie in den meisten Fällen, der Antagonismus zweier Gegenspieler steht. Tatsächlich gibt es in diesem Drama gar keine Gegenspieler im klassischen Sinne, denn auch die Rivalität zwischen Deianeira und Iole kann in keinem Falle als tragischer Konflikt bezeichnet werden (immerhin spricht Iole nicht ein einziges Wort, und ihr Auftritt ist auf wenige Sekunden begrenzt). Zwar ist dieser Konflikt und ein Konflikt ist es definitiv- der Ausgangspunkt für die dramatische Handlung, aber im Mittelpunkt steht er nicht.

Das wahre Objekt der Trachinierinnen ist das Fehlschlagen des rituellen Opfers, das eine Opferkultkrise auslöst.34 Girard betont in seiner Analyse besonders die Unreinheit des Protagonisten aufgrund seiner Verwicklung in vorhergegangene Gewalttaten: „Ganz besondere Unreinheit haftet dem Krieger an, der – noch ganz trunken von den Massakern, an denen er teilhatte – in die Stadt zurückkehrt.“35 An dieser Stelle begegnen wir wieder einmal dem Motiv der ansteckenden Gewalt. „Der heimkehrende Krieger läuft Gefahr, die Gewalt, die ihn durchdrungen hat, ins Innere der Gemeinschaft einzubringen“36, ähnlich einem siegreichen Soldaten, der nach seiner Rückkehr keinen Abstand zu den im Krieg verübten Gräueltaten gewinnen kann und daher eine Bedrohung für sein Vaterland darstellt.

Aus diesem Grund bedarf Herakles der Reinigung durch das Opfer. Die Opferung jedoch schlägt fehl, da durch die Hitze des Feuers die Wirkung des kentaurischen Gifts ausgelöst wird. Girard betont zwar, dass das übernatürliche Element des Gewandes nicht zum Verständnis des Textes beiträgt, sondern vielmehr dazu dient, „[…] das Phänomen der Opferung, die eine schlechte Wendung nimmt, oberflächlich zu verhüllen.“37

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Dieses Kapitel führt in Girards Theorie der mimetischen Gewalt ein und umreißt die Anwendung der Opferkultkrise auf Sophokles' Tragödie.

2. Hauptteil: Der Hauptteil erläutert die theoretischen Grundlagen der Gewalt, die Funktion ritueller Opfer sowie die Entstehung von Krisen bei deren Scheitern.

2.1 Das Opfer: Hier werden die Mechanismen der mimetischen Rivalität und die Schutzfunktion des rituellen Opfers als Mittel zur kollektiven Gewaltprävention beschrieben.

2.2 Krise des Opferkultes: Dieses Kapitel analysiert, wie der Verlust der Unterschiede und das Scheitern der Opferung zu einem Teufelskreis der unreinen Gewalt führen.

3.4 Elemente der Krise in den Trachinierinnen von Sophokles: Die theoretischen Erkenntnisse werden hier auf die Handlung der Tragödie übertragen, wobei das Scheitern des Opfers von Herakles im Zentrum steht.

3. Zusammenfassung: Das Fazit stellt fest, dass das Scheitern des Opfers das zentrale Thema der Tragödie ist, welches zur Desintegration der Ordnung führt.

4. Bibliographie: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen und wissenschaftliche Literatur auf.

Schlüsselwörter

René Girard, mimetische Gewalt, Opferkult, Tragödie, Sophokles, Trachinierinnen, Herakles, rituelles Opfer, Entdifferenzierung, Sündenbock, Gewaltprävention, Katharsis, Krise des Opferkultes, antike Tragödie, mimetische Rivalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Theorie des Opferkultes von René Girard und untersucht, wie diese zur Interpretation antiker Tragödien, speziell Sophokles' "Trachinierinnen", beitragen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt die Konzepte von mimetischer Gewalt, der Funktion des rituellen Opfers und den soziokulturellen Folgen, wenn diese Mechanismen innerhalb einer Gemeinschaft versagen.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, ob und wie Sophokles' "Trachinierinnen" als eine exemplarische Darstellung des Scheiterns ritueller Gewalt und einer daraus resultierenden Opferkultkrise gedeutet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse auf Basis der kulturtheoretischen Ansätze von René Girard, um die Motive und die dramatische Struktur des Werkes zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst Girards theoretische Konzepte (Opfer, Gewalt, Entdifferenzierung) erläutert und anschließend auf die spezifischen Ereignisse der "Trachinierinnen" angewendet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "mimetische Gewalt", "Opferkultkrise", "Entdifferenzierung" und "tragischer Antagonismus" bestimmt.

Warum wird Herakles in der Arbeit als ein "versöhnendes Opfer" bezeichnet?

Herakles fungiert in der Analyse als Sündenbock, dessen Tod am Ende der Krise durch die Verbrennung auf dem Scheiterhaufen die unreine Gewalt in reinigende Gewalt transformiert und eine neue Ordnung ermöglicht.

Welche Bedeutung kommt dem "Gewand des Nessos" im Kontext der Theorie zu?

Das Gewand wird nicht nur als mythisches Element, sondern als Symbol der Entdifferenzierung und der "schlechten Wendung" des Opfers analysiert, da es die Unreinheit des Kriegers Herakles nicht neutralisieren kann.

Inwiefern unterscheidet sich die Tragödie laut der Autorin von rein mythischen Erzählungen?

Die Tragödie hat laut Girard einen "antimythischen Charakter", da sie die Mechanismen der Krise und Gewalt deutlicher entschlüsselt und thematisiert, anstatt sie wie der Mythos zu verschleiern.

Final del extracto de 21 páginas  - subir

Detalles

Título
Girards Theorie der Krise des Opferkults am Beispiel der Trachinierinnen von Sophokles
Universidad
University of Frankfurt (Main)  (Theater-, Film- und Medienwissenschaft)
Curso
Theateranthropologie
Calificación
1,3
Autor
Martina Hrubes (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
21
No. de catálogo
V63820
ISBN (Ebook)
9783638567718
ISBN (Libro)
9783656760771
Idioma
Alemán
Etiqueta
Girards Theorie Krise Opferkults Beispiel Trachinierinnen Sophokles Theateranthropologie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Martina Hrubes (Autor), 2004, Girards Theorie der Krise des Opferkults am Beispiel der Trachinierinnen von Sophokles, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63820
Leer eBook
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