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Jesus im Koran

Title: Jesus im Koran

Seminar Paper , 2006 , 22 Pages , Grade: 1,6

Autor:in: Christian Deuper (Author)

Theology - Comparative Religion Studies
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Summary Excerpt Details

"Jesus im Koran" untersucht Aussagen des Koran, der heiligen Schrift der Muslime, über Jesus, den Religionsstifter und Herrn der Christen. Der Koran bezieht sich in 93 Versen auf ihn (dort in der Schreibweise „Isa“). Dieses Häufigkeit, die ohne Parallelen in anderen Religionen ist, mag daher rühren, dass der Islam aus judenchristlichen Gruppierungen hervorgegangen ist. Noch der Kirchenvater Johann Damascenus (gestorben 750) betrachtete den Islam als christliche Ketzerei. So kann der christlich-islamische Dialog „von beiden Seiten her auf der Basis der jeweiligen Heiligen Schrift“ geschehen bzw. ist schon durch die Abfassung des Koran in Gang gesetzt.

Die Gliederung der Arbeit erfolgt chronologisch am Leben Jesu entlang: Geburt (Kap. 2), irdisches Wirken (Kap. 3), Tod und Auferstehung (Kap. 4). Dazu kommen ein Kapitel (5) über die Trinität, da dieses Thema im Koran dezidiert polemisch behandelt wird, und (quasi als Zusammenfassung) ein Kapitel (6), das versucht, den Ertrag darzustellen, den ein Christ aus der Koranlektüre ziehen kann – sofern ein solcher erkennbar sein wird. Dabei wird immer direkt zu den Aussagen des Koran über Jesus, sein Leben, seine Lehre und sein Wirken aus christlicher (neutestamentlicher oder dogmatischer) Perspektive Stellung bezogen.

Es soll gleich vorausgeschickt werden, dass ich es nicht für falsch halte, den Koran auf seine „Fehler“ hin zu untersuchen. Wenn wir die Maßstäbe einer historisch-kritischen Exegese an unsere eigene Heilige Schrift legen, halte ich es sogar für geboten, den Koran genauso zu betrachten. Dabei kommt zwangsläufig der mehr als 500 Jahre jüngeren Schrift der geringere historische Authentizitätsanspruch zu, worauf ich an späterer Stelle noch gelegentlich zurückkomme. Diese Problematik ist in der zeitgenössischen Theologie nicht unumstritten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kindheitsgeschichten

2.1 Mariae Verkündigung

2.2 Jesu Geburt

3. Jesu Wirken und Lehre

3.1 Jesus, der Wundertäter

3.2 Jesus, der Prophet und Lehrer

3.3 Jesus kündigt Mohammed an

4. Tod und Auferstehung

4.1 Der Koran und das Kreuz

4.2 Auferstehung Jesu im Koran?

5. Trinität

5.1 Das trinitarische Dogma im Christentum

5.2 Ablehnung der Trinität im Koran

6. Zusammenfassung: Können Christen etwas aus dem Jesusbild des Koran lernen?

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, das Jesusbild des Korans einer theologischen Analyse zu unterziehen und dieses kritisch mit den christlichen Traditionen und Glaubensaussagen des Neuen Testaments in Beziehung zu setzen, um die theologischen Differenzen sowie mögliche Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten.

  • Chronologische Betrachtung der Lebensstationen Jesu: Geburt, Wirken, Tod und Auferstehung.
  • Gegenüberstellung koranischer Aussagen zur Gottessohnschaft und Inkarnation mit neutestamentlichen Inhalten.
  • Analyse der koranischen Polemik gegen das trinitarische Dogma.
  • Untersuchung der prophetischen Einordnung Jesu im Islam und seiner Funktion als Vorläufer Mohammeds.
  • Kritische Reflexion des Ertrags einer Koranlektüre für das christliche Selbstverständnis.

Auszug aus dem Buch

3.2 Jesus, der Lehrer und Prophet

Die Lehre Jesu findet sich – zumindest auf dem Hintergrund der synoptischen Evangelien – zusammengefasst in Mk 1,14: „Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ Jesus predigt nicht zuerst den Glauben an ihn, sondern an Gott [Vater]. „Bei Jesus wird er [sc. der Begriff des Reiches Gottes] zum zentralen Thema seiner Verkündigung, während er in der urchristlichen Literatur (mit Ausnahme der synoptischen Evangelien) dann nur noch eine geringe Rolle spielt.“34 Schon das Kerygma der ersten Gemeinden, insbesondere die Verkündigung des Paulus, konzentriert sich vielmehr auf die Person Jesu selbst und sein Heilswirken für die Menschheit.35 Aber auch Jesus selbst ist sich bewusst, dass in seiner Person das Reich Gottes seinen Anfang nimmt und den Menschen das Heil geschenkt wird, nicht nur im Johannesevangelium (z.B. Joh 11,25), sondern auch zumindest ansatzweise bei den Synoptikern (z.B. Mt 11,28-30, Lk 19,10). Hinzu kommt, dass die Botschaft Jesu (wiederum hauptsächlich in synoptischer Tradition) eine ethische Forderung impliziert, wie sie sich z.B. in der Bergpredigt (Mt 5-7) niederschlägt.

Die koranische Formulierung der Lehre Jesu dagegen ist rein theozentrisch ausgerichtet. An keiner Stelle verkündet der Jesus des Koran sich selbst oder das durch ihn vermittelte Heil für die Menschheit. „Allah ist mein und euer Herr. So verehrt nur Ihn. Das ist der gerade Weg.“ (Sure 19,36) – so fasst der Koran zusammen. Jesus ist, wie jeder Mensch, „Diener“ oder „Knecht“ Gottes, „’abd“. Diese Terminologie kennt auch das Christentum, z.B. aus den Liedern vom Gottesknecht bei Jesaja (Jes 42; 49; 50; 52f), die auf Jesus übertragen wurden (vgl. Phil 2,3-11). Jedoch kann das Christentum den δουλος nie ohne den κυριος denken: Er „nahm Knechtsgestalt an“ und dennoch sollen „alle Zungen bekennen ..., das Jesus Christus der Herr ist.“ (Phil 2,7.11) Im Koran hingegen ist Jesus „wie jeder andere Mensch – nur kreatürlicher Sklave.“36

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Untersuchung des koranischen Jesusbildes und legt die chronologische sowie methodische Vorgehensweise der Arbeit dar.

2. Kindheitsgeschichten: Dieses Kapitel vergleicht die koranischen Erzählungen über die Verkündigung und Geburt Jesu mit den biblischen Berichten und arbeitet Unterschiede in der dogmatischen Einordnung heraus.

3. Jesu Wirken und Lehre: Hier wird das Wirken Jesu als Wundertäter und Prophet analysiert, wobei besonders die koranische Einschränkung seiner Macht auf das Wirken „mit Allahs Erlaubnis“ beleuchtet wird.

4. Tod und Auferstehung: Das Kapitel untersucht die Ablehnung des Kreuzestodes und der Auferstehung Jesu im Koran sowie die daraus resultierenden theologischen Gegensätze zum Christentum.

5. Trinität: Hier wird das christliche Dogma der Trinität erläutert und die scharfe, teils auf Missverständnissen basierende Polemik des Korans gegen diese Vorstellung analysiert.

6. Zusammenfassung: Können Christen etwas aus dem Jesusbild des Koran lernen?: Abschließend wird der theologische Ertrag der Untersuchung reflektiert und das Verhältnis zwischen Islam und Christentum unter Berücksichtigung der Exklusivitätsansprüche beider Religionen bewertet.

Schlüsselwörter

Jesus, Koran, Islam, Christentum, Isa, Inkarnation, Trinität, Propheten, Kreuzestod, Mohammed, Dogmatik, Offenbarung, Gottessohnschaft, Heil, Interreligiöser Dialog

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Bild Jesu im Koran und setzt dieses in einen vergleichenden Kontext zu den zentralen Aussagen des Neuen Testaments.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Kindheitsgeschichten, das Wirken und Lehren Jesu, die Fragen um Tod und Auferstehung sowie die trinitarische Gotteslehre.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Unterschiede zwischen dem christlichen Jesusglauben und dem koranischen Verständnis von Jesus als Propheten aufzuzeigen und deren Vereinbarkeit zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein chronologischer, religionswissenschaftlicher und exegetischer Ansatz gewählt, der koranische Texte direkt mit christlich-dogmatischen und biblischen Maßstäben vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die einzelnen Lebensstationen Jesu und die koranische Ablehnung zentraler christlicher Dogmen, wie der Inkarnation und der Trinität, detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Inkarnation, Trinität, Kreuzestod, Offenbarung und interreligiöser Dialog charakterisiert.

Wie bewertet der Autor den Erkenntniswert für Christen?

Der Autor schätzt den persönlichen Nutzen einer Koranlektüre für das eigene Glaubensleben als eher gering ein, sieht aber einen Wert in der vertieften Auseinandersetzung mit der eigenen Theologie durch die Polemik des Korans.

Wie steht der Autor zur Möglichkeit einer theologischen Einigung?

Aufgrund der grundlegenden Unterschiede in der Soteriologie und dem Verständnis der Inkarnation sieht der Autor keine Möglichkeit einer theologischen Einigung zwischen Christen und Muslimen hinsichtlich ihrer Heilswege.

Excerpt out of 22 pages  - scroll top

Details

Title
Jesus im Koran
College
University of Osnabrück  (Evangelische Theologie)
Grade
1,6
Author
Christian Deuper (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V63824
ISBN (eBook)
9783638567749
ISBN (Book)
9783638669542
Language
German
Tags
Jesus Koran
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Deuper (Author), 2006, Jesus im Koran, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63824
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