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Beratung von pflegenden Angehörigen

Theoretischer Entwurf einer Beratungsstelle

Title: Beratung von pflegenden Angehörigen

Term Paper , 2006 , 43 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Diplom-Pflegepädagogin (FH) Andrea-Eva Schwarz (Author), Ulrike Natour (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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Innerhalb der Disziplin der Pflege gewinnt das Feld der Beratung zunehmend an Bedeutung. Unbewusst wird Beratung schon immer von den Pflegenden im Rahmen ihrer täglichen Arbeit durchgeführt. Dies geschieht meist in Form der Weitergabe von Informationen und der Anleitung im Bezug auf pflegepraktische Tätigkeiten. Ein professionelles Verständnis von Beratung durch Pflegefachkräfte ist derzeit noch nicht hinreichend entwickelt bzw. befindet sich noch in den Anfängen des Entwicklungsprozesses.

Durch die demographische Entwicklung und die damit verbundene steigende Anzahl von Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld entsteht in diesem Bereich ein zunehmender Bedarf an Beratung. Da es hier um die Gewährleitung der Pflege im häuslichen Bereich geht, ist die Berufsgruppe der Pflegenden in diesem Zusammenhang gefordert, um die entstehenden komplexen Problemsituationen professionell und gemeinsam mit den Betroffenen zu bearbeiten und nach Lösungen zu suchen. Zwar wurden in der Vergangenheit diverse Unterstützungsmöglichkeiten angeboten, diese beschränken sich jedoch auf Schulungsprogramme und Beratung in finanziellen/rechtlichen Fragen. Eine prozesshafte und somit förderliche Beratung kann durch den begrenzten gesetzlichen Spielraum nach § 37 (3) SGB XI nicht realisiert werden. (siehe unten) Pflegende Angehörige finden demnach nur unzureichend Unterstützung.

Aus diesem Grund befasst sich diese Arbeit in den ersten Kapiteln mit den speziellen Problemlagen und Konflikten, denen pflegende Angehörige ausgesetzt sein können. Da auf pflegerischer Seite bisher so gut wie kein Beratungsangebot für pflegende Angehörige existiert, wird in dieser Arbeit ein theoretisches Konzept für eine Beratungsstelle für pflegende Angehörige dargelegt und erörtert. Diese theoretische Konzeption beansprucht nicht die vollständige Erarbeitung wie sie im Rahmen eines geförderten Modellprojektes möglich wäre, sondern stellt erste Überlegungen und Anregungen zur Weiterarbeit dar.

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Inhaltsverzeichnis

2. Der Bedarf an Pflegeberatung durch steigende Pflegebedürftigkeit

3. Probleme der pflegenden Angehörigen

3. 1 Objektive Probleme

3.1.1 Rollenkonflikt

3.1.2 Angst

3.1.3 Depression

3.1.4 Aggression/ Gewalt/Misshandlung

3.1.5 Stress/Burn-Out

3.1.6 Materielle Probleme

3.1.7 Zeitliche Probleme

3.2 Subjektive Probleme

3.3 Strukturelle Probleme

3.3.1 Mangelnde pflegerische Qualifikation

3.3.2 Organisationsprobleme

3.3.3 Unzureichende Ausstattung

3.3.4 Rückzug aus dem Berufsleben

4. Beratung

4.1 Beratungsbegriff

4.2 Beratung versus (Psycho-) therapie

4.3 Beratung in der Pflege

4.4 Soziale Konstellationen von Beratung in der Pflege

4.4.1 Einzelberatung

4.4.2 Gruppenberatung

4.4.3 Beratung von Selbsthilfegruppen

5. Beratungsstelle

5.1 Einrichtung und Beratungsräume

5.2 Personelle Ausstattung

5.3 Pflegetheoretische Grundlagen und Einflüsse

5.3.1 Die Theorie von Orem

5.3.2 Das konzeptuelle Modell der ganzheitlich-fördernden Prozesspflege von Monika Krohwinkel

5.4 Integrativer Beratungsansatz

5.4.1 Beratungsansätze

5.4.2 Stufen der Integrativen Beratung

5.4.3 Beratung als Lernprozess

5.5 Konkretisierte Aufgaben und Ziele der Beratungsstelle

5.6 Anforderungen an die Berater

5.7 Qualitätskriterien für die Beratung pflegender Angehöriger

6. Fazit

7. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit befasst sich mit der Konzeption einer Beratungsstelle für pflegende Angehörige, um den wachsenden Bedarf an professioneller Unterstützung angesichts der demographischen Entwicklung und der komplexen Belastungssituationen im häuslichen Umfeld adressieren zu können.

  • Analyse der objektiven, subjektiven und strukturellen Probleme pflegender Angehöriger
  • Differenzierung zwischen Beratung und Therapie im pflegerischen Kontext
  • Pflegetheoretische Fundierung (Orem, Krohwinkel) und integrativer Beratungsansatz
  • Konkretisierung von Aufgaben, Zielen und Qualitätskriterien für die Beratungsstelle

Auszug aus dem Buch

3.1.5 Stress/Burn-Out

Stress und Burn-Out sind unmittelbare Verwandte, da die körperlich beobachtbaren Anzeichen und Folgen des Stresses identisch mit den physiologischen Erscheinungen des Burn-Out-Syndroms sind. Stress ist aber nicht nur negativ zu sehen, sondern auch ein lebenswichtiger Prozess, der für die „natürliche Leistungs- und Anpassungsfähigkeit des Organismus an die verschiedensten Erfordernisse des Lebens unentbehrlich“ ist. Wird das individuelle Stressmaß aber überschritten, wird aus dem positiven leistungssteigernden Eustress der negative Disstress, der die Energiereserven erschöpft und bis zur Leistungsunfähigkeit führen kann.

Neben den alltäglichen Stressoren wie Lärm, Anonymität, Verkehr, Arbeitswelt oder Familie/Partnerschaft gibt es noch ein Vielzahl individueller Stressoren, die gerade bei der Übernahme der Pflege eines Angehörige zunehmen: Krankheit des nahe stehenden Menschen, eigene Krankheit, finanzielle Schwierigkeiten, Veränderung der Gewohnheiten und Lebensumstände, neue Aufgaben und Verantwortungen. Da die Stressdosis nicht nur von der individuellen Bewertung abhängig ist, sondern auch von der Häufigkeit, der Dauer und der Intensität, ist der Pflegende dadurch einem hohen gesundheitliche Risiko ausgesetzt, wenn entsprechende Coping-Strategien und/oder professionelle Hilfe nicht zum Tragen kommen.

Als mögliche Folge des andauernden Stresses kann es zum Burn-Out kommen. Unter den vielen verschiedenen Definitionen charakterisieren zwei sehr gut die Situation der Pflegenden: „… Zustand psychischer oder seelischer Erschöpfung, der als Auswirkung lang anhaltender negativer Gefühle entsteht, die sich in Arbeit und Selbstbild des Menschen entwickeln“, bzw. „das Ausbrennen ist das Resultat andauernder oder wiederholter emotionaler Belastung im Zusammenhang mit langfristigem, intensivem Einsatz für andere Menschen. Das Ausbrennen ist die schmerzliche Erkenntnis von Helfern, dass sie diesen Menschen nicht mehr helfen können, dass sie nicht mehr zu geben haben und sich völlig verausgabt haben.“

Zusammenfassung der Kapitel

2. Der Bedarf an Pflegeberatung durch steigende Pflegebedürftigkeit: Dieses Kapitel thematisiert die demographische Entwicklung und die damit verbundene Notwendigkeit von Pflegeberatung als Reaktion auf die zunehmende Anzahl von Pflegebedürftigen.

3. Probleme der pflegenden Angehörigen: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der vielfältigen Belastungssituationen, unterteilt in objektive, subjektive und strukturelle Probleme, denen sich pflegende Angehörige im Alltag gegenübersehen.

4. Beratung: Dieses Kapitel definiert den Beratungsbegriff, grenzt Beratung von therapeutischen Interventionen ab und beleuchtet verschiedene soziale Konstellationen wie Einzel- und Gruppenberatung.

5. Beratungsstelle: Dies ist der konzeptionelle Hauptteil, der Anforderungen an Räumlichkeiten, Personal, pflegetheoretische Grundlagen, Beratungsansätze und Qualitätskriterien für eine spezialisierte Beratungsstelle beschreibt.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit professioneller Beratungsstrukturen zusammen und plädiert für die Implementierung wissenschaftlich begleiteter Modellprojekte zur Unterstützung pflegender Angehöriger.

7. Bibliographie: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Dokumente auf.

Schlüsselwörter

Pflegeberatung, pflegende Angehörige, Beratungsstelle, Stress, Burn-Out, Pflegetheorie, Dorothea Orem, Monika Krohwinkel, integrativer Beratungsansatz, Salutogenese, häusliche Pflege, Prävention, Ressourcenförderung, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Belastungssituation.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Anliegen dieser Arbeit?

Die Arbeit entwickelt ein theoretisches Konzept für eine Beratungsstelle, die pflegende Angehörige bei der Bewältigung ihrer komplexen Pflegesituationen unterstützt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Schwerpunkte sind die Analyse der Belastungssituationen von pflegenden Angehörigen, die Definition professioneller Beratung und die Ausarbeitung eines Beratungskonzepts unter Berücksichtigung pflegetheoretischer Grundlagen.

Was ist das primäre Ziel der beschriebenen Beratungsstelle?

Das Hauptziel liegt in der Prävention von Überlastung durch die Stärkung der häuslichen Potenziale und der Förderung von Ressourcen bei den Pflegenden.

Welcher wissenschaftliche Ansatz wird für die Beratung gewählt?

Die Arbeit stützt sich auf einen integrativen Beratungsansatz, der verschiedene psychologische Schulen verbindet und Beratung als einen prozesshaften Lernvorgang versteht.

Welche pflegetheoretischen Modelle werden zur Fundierung herangezogen?

Die Arbeit nutzt die Theorie der Selbstpflege von Orem sowie das Modell der ganzheitlich-fördernden Prozesspflege von Monika Krohwinkel als fachliche Basis.

Welche Kompetenzen sollte ein Berater laut dieser Arbeit mitbringen?

Ein Berater benötigt neben kommunikativen Fähigkeiten vor allem Kompetenzen in der Gestaltung von Lernprozessen, der Beziehungsarbeit, Problemdiagnostik und interdisziplinärer Zusammenarbeit.

Wie grenzt die Arbeit Beratung von therapeutischen Interventionen ab?

Beratung wird als präventive Unterstützung bei begrenzten Problemsituationen verstanden, während Therapie stärker auf die Heilung tieferliegender psychischer Störungen ausgerichtet ist.

Warum spielt die Freiwilligkeit eine entscheidende Rolle für das Konzept?

Der Erfolg der Beratung setzt laut Arbeit voraus, dass sich der Ratsuchende eigenverantwortlich für das Angebot entscheidet, um eine positive Entwicklungsbasis zu schaffen.

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Details

Title
Beratung von pflegenden Angehörigen
Subtitle
Theoretischer Entwurf einer Beratungsstelle
College
University of Applied Sciences Ludwigshafen
Course
Theoriegeleitete Pflegepraxis
Grade
1,3
Authors
Diplom-Pflegepädagogin (FH) Andrea-Eva Schwarz (Author), Ulrike Natour (Author)
Publication Year
2006
Pages
43
Catalog Number
V63849
ISBN (eBook)
9783638567961
ISBN (Book)
9783638710367
Language
German
Tags
Beratung Angehörigen Theoriegeleitete Pflegepraxis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Pflegepädagogin (FH) Andrea-Eva Schwarz (Author), Ulrike Natour (Author), 2006, Beratung von pflegenden Angehörigen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63849
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