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Grausamkeit im Märchen

Titre: Grausamkeit im Märchen

Dossier / Travail , 2003 , 18 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Kerstin Prinz (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Scheinbar ungeniert bedient sich das Märchen einer großen Zahl verschiedenster Darstellungen von Grausamkeit und Gewalt. Selbst in der letzten, stark überarbeiteten Ausgabe der "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder GRIMM fände sich eine erschreckende Zusammenstellung von Grausamkeiten. Anscheinend aber seien zahlreiche Züge von Grausamkeit nicht aus der Sammlung der KHM genommen worden, weil sie wesentlich zum Grundbestand der Erzählungstypen gehörten [vgl. RÖHRICH, S. 124]. Dafür spricht, dass die Darstellung von Grausamkeit durchaus nicht auf die Erzählungen der Brüder GRIMM beschränkt ist:
ANTTI AARNE veröffentlichte 1910 ein "Verzeichnis von Märchentypen", welches STITH THOMPSON 1961 erweiterte. Es entstand ein literarisch-volkskundlicher Märchentypenkatalog, welcher die in zahllosen Varianten weltumlaufenden Erzählungen auf gewisse Grundtypen zurückführt [vgl. LÜTHI, S. 110].
Innerhalb dieses Typenkataloges lassen sich zudem verschiedene Motive von Grausamkeit auffinden, wie z. B. Brudertötung, Einmauern, Kannibalismus oder Kindstötung. RÖHRICH untersuchte anhand einzelner zentraler Beispiele, wie vielseitig grausame Motive hinsichtlich ihrer kulturhistorischen und psychologischen Beziehung sind [vgl. RÖHRICH, S. 126]. Er unterscheidet 11 Motive von Grausamkeit, und auch hier finden sich Motive von Frauenmord, Menschenopfern, Kannibalismus, Zerstückelung, oder Motive von der Sitte des Hinrichtens und grausamer Strafen.
In dieser Arbeit soll anhand konkreter Beispiele aufgezeigt werden, wie Grausamkeit im Märchen auftritt und wie dieses Auftreten interpretiert werden kann.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problematisierung der Methode

2. Hauptteil

2.1 Die dargestellte Grausamkeit

2.2 Hinrichtungen

2.3 Erklärungsmodelle

2.3.1 Strukturelle Bedingtheit und epische Gesetze

2.3.2 Rechtsgeschichte und kulturhistorische Relativität von Grausamkeit

3. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Auftreten und die erzählerische Interpretation von Grausamkeit in Märchen anhand ausgewählter Beispiele, wobei insbesondere die literaturwissenschaftliche und volkskundliche Perspektive sowie epische Besonderheiten im Vordergrund stehen.

  • Analyse der Darstellung von Gewalt und Grausamkeit in verschiedenen Märchen.
  • Untersuchung der didaktischen, volkskundlichen und literaturwissenschaftlichen Forschungsansätze.
  • Betrachtung von Hinrichtungen und Bestrafungsriten als erzählerische Motive.
  • Erforschung epischer Gesetze und deren Funktion bei der Schilderung von Grausamkeit.
  • Kulturhistorische Einordnung grausamer Motive im Märchen.

Auszug aus dem Buch

Die dargestellte Grausamkeit

Nach MALLET gehört das Märchen vom Sneewittchen zu den schlimmsten Mord- und Totschlaggeschichten der GRIMMschen Märchen. Auf keine andere Heldin würden so viele Mordanschläge ausgeübt. Die ihm zugedachten Todesarten gingen von Erdolchen über Erwürgen bis zum Vergiften:

[...] aber die Alte schnürte geschwind, und schnürte so fest, daß dem Sneewittchen der Atem verging, und es für tot hinfiel.

[...] aber kaum hatte sie den Kamm in die Haare gesteckt, als das Gift darin wirkte, und das Mädchen ohne Besinnung niederfiel.

Kaum aber hatte es einen Bissen davon im Mund, so fiel es tot zur Erde nieder.

Folgende Züge des Sneewittchen-Märchens der GRIMMschen Fassung sind hinsichtlich ihrer Varianten interessant: Der Auftrag des Jägers, Sneewittchen im Wald zu erstechen, die Anschläge der eifersüchtigen Stiefmutter mittels Schnürriemen, Kamm und Apfel sowie die Vereitlung der ersten beiden Anschläge durch die Zwerge, welche Sneewittchen aus Ehrfurcht vor ihrer Schönheit bei sich aufnahmen. So zeigt eine andere Erzählung folgende Abweichung: Im Wald in einer Höhle wohnten sieben Zwerge, die töteten jedes Mädchen, das sich ihnen nahe. Das wisse die Königin [Stiefmutter, K.P.], und weil sie Sneewittchen nicht geradezu ermorden wolle, hoffe sie es dadurch loszuwerden, dass sie es hinaus vor die Höhle führe und zu ihm sage: „Geh da hinein und wart, bis ich wieder komme!“ Dann gehe sie fort, Sneewittchen aber getrost in die Höhle. Die Zwerge kämen und wollten es anfangs töten; weil es aber so schön sei, ließen sie es leben und sagten, es sollte ihnen dafür den Haushalt führen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Grausamkeit in Märchen ein und erläutert die Bedeutung dieser Motive innerhalb der Erzählgattung.

1.1 Problematisierung der Methode: Hier werden die verschiedenen wissenschaftlichen Betrachtungsweisen der Märchenforschung – didaktisch, volkskundlich und literaturwissenschaftlich – kritisch diskutiert und voneinander abgegrenzt.

2. Hauptteil: Der Hauptteil bildet den analytischen Kern der Arbeit, in dem konkrete Grausamkeitsmotive sowie deren Hintergründe und Funktionen detailliert untersucht werden.

2.1 Die dargestellte Grausamkeit: Dieses Kapitel analysiert anhand verschiedener Beispiele, wie Gewalt und Mordanschläge in Märchen dargestellt und in unterschiedlichen Varianten verarbeitet werden.

2.2 Hinrichtungen: Hier wird der Fokus auf die extremen Strafen und Hinrichtungsszenen im Märchen gelegt, die häufig als Höhepunkte der Erzählungen fungieren.

2.3 Erklärungsmodelle: In diesem Kapitel werden theoretische Ansätze gesucht, um das Vorkommen und die Struktur grausamer Märchenszenen zu interpretieren.

2.3.1 Strukturelle Bedingtheit und epische Gesetze: Dieses Kapitel untersucht, wie epische Spannungsformeln und strukturelle erzählerische Anforderungen zur Schilderung von Grausamkeiten beitragen.

2.3.2 Rechtsgeschichte und kulturhistorische Relativität von Grausamkeit: Hier wird der Frage nachgegangen, inwiefern grausame Motive als Reflexion realer historischer Rechtshandlungen oder kultureller Vorstellungen zu deuten sind.

3. Schluss: Der Schlussteil fasst die Ergebnisse zusammen und erläutert abschließend das erzählerische Bedürfnis des Märchens zur Steigerung von Grausamkeit.

Schlüsselwörter

Grausamkeit, Märchen, Gewalt, Brüder Grimm, Sneewittchen, Mord, Hinrichtung, Erzählstrategie, epische Gesetze, Rechtsgeschichte, Kulturgeschichte, Motivforschung, Zerstückelung, Volkskunde, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung und Funktion von Grausamkeit im Märchen und untersucht, warum dieses Thema in der Gattung eine zentrale Rolle spielt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Analyse von Gewaltmotiven, die verschiedenen Interpretationsansätze der Märchenforschung sowie die Einordnung grausamer Handlungen in epische und historisch-kulturelle Kontexte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, anhand konkreter Beispiele aufzuzeigen, wie Grausamkeit im Märchen auftritt und wie dieses Auftreten wissenschaftlich interpretiert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin bevorzugt einen interdisziplinären Ansatz, der volkskundliche und literaturwissenschaftliche Methoden miteinander verbindet, während pädagogische Betrachtungsweisen explizit ausgeklammert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer Grausamkeitsdarstellungen, den Umgang mit Hinrichtungen sowie die Untersuchung von Erklärungsmodellen, die auf epischen Gesetzen und kulturhistorischen Bezügen basieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird besonders durch Begriffe wie Grausamkeit, Märchen, Gewalt, epische Gesetze, Rechtsgeschichte und Motivforschung charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die literaturwissenschaftliche Betrachtung von der didaktischen?

Die Literaturwissenschaft betrachtet Grausamkeit als formalen Aspekt innerhalb der Gattung Erzählung, während die Didaktik sich primär für die pädagogische Wirkung auf Kinder interessiert.

Warum wird im Märchen oft die Todesstrafe vollzogen?

Die Todesstrafe dient im Märchen häufig als extremes erzählerisches Mittel zur Bestrafung des Bösen, wobei die Grausamkeit des Urteils zur Steigerung der Spannung und zur moralischen Eindeutigkeit des Märchens beiträgt.

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Résumé des informations

Titre
Grausamkeit im Märchen
Université
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Note
1,7
Auteur
Kerstin Prinz (Auteur)
Année de publication
2003
Pages
18
N° de catalogue
V63888
ISBN (ebook)
9783638568258
ISBN (Livre)
9783638598927
Langue
allemand
mots-clé
Grausamkeit Märchen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Kerstin Prinz (Auteur), 2003, Grausamkeit im Märchen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63888
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Extrait de  18  pages
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