In der zweiten Klasse können die Kinder schon selbstständig Texte verfassen. Allerdings machen sie dies oftmals ohne Satzendzeichen. Ihre eigenen Texte können sie trotzdem gut lesen. Wenn sie aber die Texte von anderen lesen, entstehen teilweise Unklarheiten oder Schwierigkeiten, weil nicht klar ist, wo die Lesepausen, die einige Kinder schon intuitiv machen, zu setzten sind. Mit einem gezielten Bewusstmachen von Satzenden. Soll den Kindern das verständliche Erlesen auch fremder Texte erleichtert werden. Ihnen muss klar sein, dass durch die Verschiebung des Satzendzeichens auch eine Veränderung des Sinnes erfolgen kann und dass man einen Text leichter und verständlicher vorlesen kann, wenn er Punkte enthält. Der Rahmenplan Grundschule erwähnt diesen Aspekt unter dem Punkt „Systematische Aspekte für das Verfassen von Texten nutzbar machen“ und schlägt vor einen Texte „ohne Punkt und Komma" in Sinnabschnitte zu gliedern. Es geht darum den Kindern Einsichten in die Strukturen der Sprache zu vermitteln, sie dazu zu bringen Sprache als Form wahrzunehmen und eine Sprachbewusstheit zu entwickeln.
Für diese Sensibilisierung sollen die verschiedenen Satzarten und damit auch die unterschiedlichen Satzzeichen noch nicht thematisiert werden. Thema ist zunächst nur der Aussagesatz und der Punkt, da dieser am häufigsten vorkommt und die Kinder an diesem Beispiel die Gliederung eines Textes in Sätze exemplarisch lernen sollen. Zudem kann man sagen, dass die Texte der Kinder zu einem großen Prozentsatz aus Aussagesätzen bestehen und ihnen diese Satzart daher am vertrautesten ist. Erst wenn ihnen klar ist, dass es die Einheit Satz gibt und wie man sie erkennt, können die unterschiedlichen Satzarten thematisiert werden.
Die vorliegende Arbeit zeigt, wie man das Thema „Satzendzeichen Punkt“ in einer zweiten Klasse umsetzen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Lernvoraussetzungen
1.1 Allgemeine Lernvoraussetzungen
1.2 Lernvoraussetzungen zum Thema
2. Sachanalyse
2.1 Der Satz
2.2 Der Aussagesatz
2.3 Der Punkt
2.4 Der Ausgangtext „Am Morgen“
3. Einordnung der Stunde in die Einheit
4. Didaktische Überlegungen
4.1 Warum wurde dieses Thema gewählt?
4.2 Warum wurde der Text „Am Morgen“ als Ausgangstext gewählt?
5. Methodische Überlegungen
6. Verlaufsplan
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Unterrichtseinheit zielt darauf ab, Zweitklässlern ein grundlegendes Verständnis für die Funktion des Satzpunktes als Strukturierungselement in Texten zu vermitteln. Die Schüler sollen erkennen, dass Punkte Texte in Sinneinheiten gliedern, das Vorlesen erleichtern und die notwendigen Sprechpausen markieren.
- Sensibilisierung für die Struktur von Sätzen und die Funktion der Satzendzeichen.
- Erkennen des Zusammenhangs zwischen Satzzeichensetzung und sinngemäßem Vorlesen.
- Einsatz von Texten aus der unmittelbaren Erfahrungswelt der Kinder („Wackelzahngeschichten“).
- Methodische Vielfalt durch stumme Impulse, Partnerarbeit und körperorientierte Lernphasen.
Auszug aus dem Buch
2.4 Der Ausgangtext „Am Morgen“
Am Morgen (ursprünglich: Komische Sätze) Morgens stehe ich auf in der Küche frühstücke ich die Zähne putze ich auch noch die Schultasche habe ich schon gepackt die Schuhe muss ich noch anziehen meine Mutter wartet mit dem Auto schon vor der Tür und will losfahren
Der Text stammt aus dem Sprachbuch „Pusteblume“ für das 2. Schuljahr. Er besteht ursprünglich aus 37 Wörtern und verfügt lediglich über einen Punkt am Ende. Bis auf die Nomen sind daher alle Wörter (mit Ausnahme des ersten Wortes) klein geschrieben. Die Wörter sind so angeordnet, dass (außer beim letzten Satz) das Satzende nie am Ende der Zeile steht. Man ist jedoch verleitet am Zeilenende eine Pause zu machen. So entstehen ungewöhnliche Sätze. Das Wortmaterial kommt aus der Erfahrungswelt der Kinder und ist den Kinder daher von der Bedeutung her geläufig. Der Text handelt von einem Kind unbekannten Geschlechts. Es wird eine Alltagssituation beschrieben und zwar um das morgendlich Aufstehen, Frühstücken, Anziehen, Packen der Tasche und das von der Mutter zur Schule gefahren werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Lernvoraussetzungen: Das Kapitel beschreibt die sozioökonomische und sprachliche Zusammensetzung der Klasse 2c sowie den individuellen Entwicklungsstand einzelner Schüler bezüglich ihrer Grammatik- und Schreibkompetenzen.
2. Sachanalyse: Hier werden die theoretischen Grundlagen zum Begriff des „Satzes“, zu Aussagesätzen und zur funktionalen Bedeutung des Satzpunktes als Gliederungselement dargelegt.
3. Einordnung der Stunde in die Einheit: Dieser Abschnitt erläutert den didaktischen Aufbau, in dem die Kinder zunächst lernen, Punkte beim Vorlesen zu beachten, um anschließend eigene Texte durch Punktsetzung zu strukturieren.
4. Didaktische Überlegungen: Es wird begründet, warum der Fokus auf Aussagesätzen liegt und weshalb das Material „Am Morgen“ aufgrund seines hohen Identifikationspotenzials für die Unterrichtseinheit gewählt wurde.
5. Methodische Überlegungen: Das Kapitel erläutert den Einsatz des Overheadprojektors als Impulsgeber sowie die Nutzung von Partnerarbeit und körperlichen Bewegungsphasen zur Festigung des Lerninhaltes.
6. Verlaufsplan: Dieser Teil bietet eine detaillierte zeitliche und inhaltliche Strukturierung der Unterrichtsstunde in verschiedene Phasen vom Einstieg bis zur Präsentation.
Schlüsselwörter
Satzendzeichen, Punkt, Sprachbewusstheit, Sinneinheiten, Aussagesatz, Grundschule, Deutschunterricht, Satzstruktur, Lesekompetenz, Textüberarbeitung, Wackelzahngeschichten, Partnerarbeit, Lernvoraussetzungen, Grammatik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Unterrichtseinheit?
Die Arbeit konzipiert eine Deutschstunde für eine zweite Grundschulklasse, in der die Kinder lernen sollen, wie Satzendzeichen – speziell der Punkt – einen Text strukturieren und das sinngemäße Vorlesen unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die grammatikalische Analyse des Satzbaus, die Bedeutung von Satzendzeichen für die Lesbarkeit sowie die methodische Umsetzung der Punktsetzung durch altersgerechte Texte.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Die Schüler sollen erkennen, dass ein Punkt einen Text in Sinneinheiten gliedert, das Vorlesen erleichtert und eine Sprechpause markiert, indem sie diese Erkenntnisse an eigenen Texten praktisch erproben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer sachanalytischen Aufarbeitung sprachwissenschaftlicher Grundlagen kombiniert mit didaktischen Reduktionsstrategien, um komplexe grammatikalische Strukturen für Zweitklässler erfahrbar zu machen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Lernausgangslage der Klasse, liefert eine Sachanalyse zum Satzbegriff, begründet die didaktische Themenwahl und legt das methodische Vorgehen detailliert dar.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sprachbewusstheit, Satzendzeichen, Sinneinheiten, Textüberarbeitung und Grammatik im Grundschulkontext definiert.
Warum wurde ein „komischer Text“ als Ausgangsbasis gewählt?
Der Text „Am Morgen“ wurde gewählt, weil er durch seine spezielle Struktur und die fehlenden Satzzeichen Verwunderung bei den Kindern auslöst, was die Notwendigkeit korrekter Punktsetzung besonders verdeutlicht.
Welche Rolle spielt die „Wackelzahngeschichte“ in der Arbeitsphase?
Die Wackelzahngeschichten dienen als authentisches Material, das die Kinder bereits verfasst haben. Die Umwandlung dieser Texte in „Textschlangen“ motiviert die Schüler dazu, diese bewusst durch Punkte zu strukturieren.
Wie werden leistungsstarke und schwächere Schüler gefördert?
Durch Partnerarbeit, bei der starke und schwache Leser zusammenarbeiten, findet eine gegenseitige Unterstützung statt. Zudem gibt es differenzierte Angebote wie Karteien oder Spiele zur individuellen Förderung.
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- Ricarda Schäfer (Author), 2005, Unterrichtsentwurf: Das Satzzeichen Punkt als Lernstoff für Schüler einer zweiten Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63895