Lion Feuchtwagers Roman "Jud Süß" und die Rezeption im Film des Dritten Reiches


Examensarbeit, 2006
82 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung in die Thematik des Textes

2. Untersuchungen zum Judentum
2.1. Juden in Deutschland zu Lebzeiten des Joseph Süßkind Oppenheim und bis zu Beginn des Dritten Reichs
2.2. Die Situation der Juden im Dritten Reich

3. Lion Feuchtwanger
3.1 Lion Feuchtwangers jüdisches Selbstverständnis
3.2 Lion Feuchtwangers Erfahrung mit dem Antisemitismus

4. Die historische Figur des Jud Süß: Joseph Ben Isacchar Süßkind Oppenheim
4.1 Das Leben des Joseph Süß Oppenheimer
4.2 Joseph Süß Oppenheimers Umgang mit seiner Religion

5. Analyse des Romans Jud Süß unter besonderer Berücksichtigung der Projektion von Feuchtwangers Erfahrungen mit dem Antisemitismus
5.1 Die Novelle von Wilhelm Hauff als Grundlage für Lion Feuchtwangers Roman
5.2 Der Begriff der Neuen Sachlichkeit
5.3 Der Roman
5.3.1 Die Entstehungsgeschichte
5.3.2 Die sprachliche Struktur des Textes
5.3.2.1 Der Ort des Geschehens
5.3.2.2 Die Zeit in der Jud Süß spielt
5.3.2.3 Die Erzählperspektive
5.3.2.4 Rhetorische Mittel und sprachliche Besonderheiten
5.3.2.5 Die Handlungsstränge
5.3.3 Die Personenkonstellationen
5.3.1 Joseph Süß Oppenheimer alias Jud Süß
5.3.2 Der Herzog Karl Alexander
5.3.3 Die Tochter Naemi
5.3.4 Rabbi Gabriel
5.3.5 Isaak Landauer
5.3.6 Magdalen Sybillen
5.3.7 Das Verhältnis zwischen Jud Süß und dem Herzog
5.3.4 Kommentare zum Roman

6. Die Rezeption im Film des Dritten Reiches
6.1 Die britische Verfilmung „Jew Suess“ von Lothar Mendes
6.2 Die deutsche Verfilmung „Jud Süß“ von Veit Harlan
6.3 Ein Vergleich der Filme von Mendes und Harlan
6.4 Lion Feuchtwangers Reaktion auf die Verfilmung Jud Süß
6.5 Der Film und der Roman – Gemeinsamkeiten und Unterschiede
6.6 Der Prozess um den Regisseur Veit Harlan, Hamburg 1949

7. Projektionen des Autors auf seinen Titelhelden Jud Süß

8. Schlussfolgerung

9. Literaturangaben

1. Einleitung in die Thematik des Textes

Die Besonderheit des Romans ist nicht ein spezieller Sprachstil oder ein bestimmte Gattung, sondern vielmehr das Schicksal des Joseph Süß Oppenheimer – genannt Jud Süß -, der einen widersprüchlichen Weg durch die Gesellschaft geht, der mit dem Unheil endet, das viele Juden teilen: Süß muss als Sündenbock für die Gesellschaft herhalten. Da es keinerlei Beweise gibt, die seine Schuld verdeutlichen, kann man davon ausgehen, dass sein Tod kein juristischer ist, sondern, dass es sich bei seiner Erhängung um Mord handelt, der aus politischen Gründen und wohlüberlegt von den Landständen durchgeführt wird. Diese Besonderheiten wollen alle bei den Überlegungen zum Leben und Schicksal des Joseph Süß Oppenheimer einfließen. In dieser Arbeit werden die verschiedenen Umsetzungen der Thematik um den Juden verdeutlicht. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Analyse der literarischen Bearbeitung von Lion Feuchtwanger, die zum Welterfolg avancierte. Des Weiteren beschäftigt sich die Arbeit mit den persönlichen Erfahrungen, die der Autor in seinem Werk einfließen lässt: sein jüdisches Selbstverständnis, seine Erlebnisse im Dritten Reich, der immer größer und schlimmer werdende Antisemitismus, der das Leben des Autors ebenso wie das Leben seines Protagonisten –nur eben zeitversetzt - in groben Maßen beeinflusst.

Im Verlauf wird auf die Filme, die sich mit dem Jud Süß-Stoff beschäftigen, verwiesen. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts versuchen sich zwei Regisseure – Veit Harlan 1939 und Lothar Mendes 1934 - mit kongruenten Intentionen und Umsetzungen an der Verfilmung des Lebens des Joseph Süß Oppenheimers.

Zu Beginn werden Vorüberlegungen getroffen, um zu verdeutlichen wie sich das Leben der Juden zu Lebzeiten des Joseph Süß Oppenheimers bis zum Erscheinen des Buches Jud Süß verändert hat. Welche prägnanten Erfahrungen mussten Juden mit dem Antisemitismus machen und die Überlegung wird angestellt, ob sie überhaupt eine Chance hatten, gleichberechtigt mit den Christen zu leben.

Im Anschluss wird das Leben des Juden Joseph Ben Isacchar Süßkind Oppenheim beleuchtet, um eine Basis zu schaffen, wenn im Zusammenhang mit der Textanalyse des Romans von Lion Feuchtwanger und der Verfilmungen Harlans und Mendes die Frage aufkommt, wer Jud Süß wirklich war. Es reihen sich viele Mythen und Sagen um den Juden, so dass die Fakten kritisch beleuchtet werden und einige Vorurteile widerlegt werden können, die im Buch oder den Filmen teilweise sogar ausschlaggebend für die Handlung sind.

Im weiteren Verlauf beschäftigt sich die Abhandlung mit dem Leben des Schriftstellers Lion Feuchtwanger. Hier werden keine biografischen Daten wiedergegeben, sondern vielmehr Untersuchungen zu dem jüdischen Selbstverständnis und den Erfahrungen, die der Autor mit dem Antisemitismus machen musste. Diese Überlegungen zum Kontext des Autors sind entscheidend für die Mittel und Geschehnisse, die Feuchtwanger in dem Roman behandelt. Sie geben Aufschluss über eine Verbindung zwischen dem Werk und dem Autor. In diesem Zusammenhang ist auch Punkt 7 zu beachten, der eine enge Synthese zwischen Feuchtwanger und dem Protagonisten Süß veranschaulicht.

Bevor die Textanalyse beginnt, werden in Punkt 5.2 Definitionen zum Begriff der Neuen Sachlichkeit gegeben, da Feuchtwanger ein Anhänger dieser Schreibmethode war, und sich auch im Jud Süß Anhaltspunkte dafür finden. Zu diesen Vorüberlegungen gehört in Punkt 5.1 auch die Nennung der Novelle von Wilhelm Hauff, da sie als Vorlage für Lion Feuchtwanger fungiert, nachdem er sich entschließt, sich mit dem Leben des jüdischen Finanzministers zu beschäftigen.

Im Anschluss beginnt die Textanalyse mit der Entstehungsgeschichte des Romans, bei der die Intention des Autors ebenso berücksichtigt wird, wie der lange und schwierige Weg, bis der Roman verlegt wird. Im Anschluss werden formelle Informationen des Textes untersucht wie der Ort, an dem sich die Geschehnisse abspielen, die Zeit, wann Süß als Hoffaktor in Württemberg arbeitet und die Erzählperspektive. Eine besondere Bedeutung kommt der Sprache und der Verwendung von rhetorischen Mitteln zu, die in Teil 5.3.2.4 untersucht werden. Dort werden unter anderem unterschiedliche Kritikpunkte, die Literaturkenner wie Marcel Reich-Ranicki äußern, anhand des Textes untersucht.

Anschließend konzentriert sich die Arbeit in Punkt 5.3.3 auf die Charakterisierungen. Selbstverständlich liegt der größte Teil bei der Personenbeschreibung des Titelhelden, aber auch seine Weggefährten werden charakterisiert. Innerhalb dieser Beschreibungen werden zudem Verknüpfungen zwischen den Personen gemacht, so dass ihre Beziehungen durchleuchtet werden. Besondere Aufmerksamkeit dient dabei dem Verhältnis des Titelhelden und des Herzogs.

Es folgt die Wiedergabe der Reaktionen auf den Roman. Um dabei ein breites Spektrum zu erreichen, werden sowohl die Kritiken jüdischer als auch christlicher Leser bearbeitet. Da die jüdischen Kritiken weit auseinander gehen, liegt das Hauptaugenmerk bei ihnen.

Im weiteren Verlauf beschäftigt sich die Arbeit mit der Rezeption im Film des Dritten Reichs. Zu Beginn werden in Teil 6 die Entstehungsgeschichten der beiden Filme durchleuchtet, bevor sie miteinander verglichen werden. Bei der Gegenüberstellung spielen sowohl die unterschiedlichen Intentionen, die konträre Darstellung des Juden Joseph Süß Oppenheimer und die gegensätzlichen Anfangs- und Schlussszenen beider Filme eine Rolle. Nach dieser Untersuchung wird Lion Feuchtwangers Reaktion auf den Film berücksichtigt, der fest davon ausgeht, dass der Film auf seinem Buch basiert. Aus diesem Grund verfasst Feuchtwanger einen Brief an die Schauspieler, in dem er sie offen anprangert und auch Hitler öffentlich angreift. In diesem Zusammenhang wird auch kurz die Beziehung zwischen dem Film Harlans und dem Buch Feuchtwangers dargestellt. Dem Regisseur wird nach dem Zweiten Weltkrieg wegen der antisemitischen Verfilmung der Prozess gemacht, der in Punkt 6.3 kurz dargestellt werden soll, da er durch verschiedene Auffälligkeiten und Skandale von sich Reden macht.

Wie bereits angekündigt beschäftigt sich Teil 7 mit einer Gegenüberstellung der Gemeinsamkeiten des Titelhelden und seines Autors. Dort werden die Schnittpunkte zwischen dem Leben Feuchtwangers und der Verarbeitung in seinem Roman einbezogen. Danach schließt die Arbeit mit einem Fazit, in dem die wichtigen Punkte zusammengefasst werden und unter Berücksichtigung der Aktualität der Erfolg des Buches erklärt wird.

In der Arbeit sind Bilder eingebaut, die die Sachverhalte unterstreichen. Die Bearbeitungen zu dem Buch „Jud Süß“ stützen sich auf die dritte Auflage aus dem Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin, die 2004 erschienen ist.

2. Untersuchungen zum Judentum

2.1. Juden in Deutschland zu Lebzeiten des Joseph Süßkind Oppenheim und bis zu Beginn des Dritten Reichs

Die meisten Juden leben zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Ghettos oder Judengassen. Sie wohnen am Rande der großen Städte auf engen Raum zusammen, so dass die Distanz zu den Christen gewahrt wird. Die Juden sind eingesperrt: abends werden die Tore abgeschlossen, so dass für die Christen keine Gefahr vor nächtlichen Übergriffen bestehen soll. Auch an Sonn- und Feiertagen ist es den Juden nicht erlaubt, ihre Ghettos zu verlassen. Zudem dürfen sie in der Stadt nur bestimmte Straßen und Plätze betreten.

Ein Schauplatz im Roman ist die Judengasse in Frankfurt, die tatsächlich bestand. Dort leben 1709 beinahe 3.000 Menschen in nur 15 Häusern auf engsten Raum. Es sind also menschenunwürdige Verhältnisse, unter denen die Juden hausen müssen. Auf dem engen Raum ist die Gefahr für die Ausbreitung von Krankheiten groß, was in den Augen der Christen bedeutet, es sei gerechtfertigt die Juden „wegzusperren“, da sie unrein seien und Krankheiten verbreiten würden.[1]

Beruflich gibt es nicht viele Chancen für Juden im 18. Jahrhundert. Sie betreiben den Finanzhandel und fungieren zum Beispiel als Geldverleiher.

Erst 1796 wendet sich das Blatt: bei der Belagerung durch die Franzosen brennt das Ghetto in Frankfurt ab und wird nicht mehr errichtet.[2]

In Frankreich erhalten Juden schon am Ende des 18. Jahrhunderts die vollwertigen Bürgerrechte. Deutschland zieht erst 1812 nach, als die Juden in Preußen am 1. März 1812 mit einem Edikt zu „Einländern und preußischen Staatsbürgern“[3] erklärt werden. Allerdings sieht die Gleichberechtigung in der Ausübung anders aus: einige Rechte werden widerrufen, so dass ein Unterschied zwischen Juden und Nicht-Juden weiterhin bestehen bleibt. Ein neuer Versuch der Emanzipation der Juden findet 1871 statt, als mit der Reichsgründung eine gesetzlich festgelegte Gleichstellung erfolgt. Doch auch dieser Versuch scheitert, als für die Gründerkrise Schuldige gesucht werden und sich der Blick auf die Juden wendet.[4] Zu dieser Zeit beginnt erneut ein offener Judenhass, der für die Juden den Traum von der Gleichberechtigung vernichtet und sie wieder von der Gesellschaft ausgrenzt. Ruhe kehrt so nicht bei der jüdischen Bevölkerung ein: in dem Moment, in dem sie denken, sie könnten sich integrieren, müssen sie wieder als Sündenbock herhalten. 1879 wird der Begriff Antisemitismus zum ersten Mal von Wilhelm Marr benutzt, um die Gefahr vor den Juden zu beschreiben. Anhänger dieses Antisemitismus schließen sich in politischen Gruppen zusammen und verfolgen das Ziel sich vor den Juden zu schützen.[5] Gründe für den Hass gegen die Juden sind ihr befremdliches Streben nach Gleichberechtigung, was die Antisemiten als Bedrohung empfinden, jüdische Geldgeschäfte, die altmodische Kultur der Juden und ihr Aufstreben im Bildungswesen.[6] Die Gegner haben Angst, dass die Juden ihre Kultur weiter verbreiten und versuchen, das Christentum zu unterdrücken. Höhepunkt dieses Hasses ist eine Niederschrift von Houston Steward Chamberlain, der in einem Abstrakt fordert, dass die Gesellschaft in zwei Gruppierungen geteilt werden müsse: die Juden seien eine minderwertige Rasse, die kein Recht zu überleben hätte.

2.2. Die Situation der Juden im Dritten Reich

Zu Zeiten der Weimarer Republik gehören Juden hauptsächlich zum Mittelstand der Gesellschaft. Beruflich konzentrieren sie sich auf wirtschaftliche Selbständigkeit in Bereichen des Handels und Verkehrs. Häufig besitzen sie kleine Geschäfte. Aber auch der intellektuelle Berufszweig wie der der Juristen und der Mediziner ist ein Gebiet, in dem viele Juden in der Weimarer Republik arbeiten.

Generell ist das Leben, das Juden zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland und Europa führen, zunächst noch geringen Beschränkungen ausgesetzt. So dürfen sie nicht im öffentlichen Dienst arbeiten. Vermutlich führt diese Einschränkung neben der, dass Juden lange Zeit kein Land besitzen durften, dazu, dass die freien und künstlerischen Berufe neben denen des Handels bei der jüdischen Bevölkerung florieren.

Nach der Weimarer Republik ändert sich die Situation für die Juden in Deutschland noch einmal: ihre rechtliche Stellung verbessert sich zunächst, worauf die Bevölkerung mit Antisemitismus reagiert. Neben den Vorurteilen, die herrschen, steht auch der Konkurrenzdruck in direktem Zusammenhang mit dem Antisemitismus. Krösche beschreibt die Situation der jüdischen Bevölkerung nach dem Ersten Weltkrieg:

„Die Lage des jüdischen Bürgertums in Deutschland war von dem Bewußtsein einer Gefahr für seine wirtschaftliche Existenz und seiner zunehmenden politischen Isolation geprägt, worauf es aber kaum abwehrend reagierte.“[7]

Es folgen Bemühungen wie die Gleichstellung von Religionen in der Verfassung zu verankern und Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt zu vermitteln, aber diese kleinen Erfolge sind nicht von langer Dauer. Judenfeindschaft ist immer noch an der Tagesordnung, oft müssen sie auch als Sündenbock hinhalten, nur um einen Schuldigen zu finden, auf dem die Wut abgelassen werden kann. Dabei werden die Opfer rein willkürlich nach Typen, die das Judentum verdeutlichen, gewählt: Namen die jüdisch klingen, jüdisches Aussehen oder Wohngegenden, in denen viele Juden leben.[8] Urheber für Attacken gegen die jüdischen Mitbürger ist unter anderem der „Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund“ (DSTB). Da aus der Politik und der Gesellschaft keine Gegenwehr und Kritik an den Machenschaften von Gruppen wie des DSTB kommen, führt der Weg in den Antisemitismus zurück. Im Jahr 1920 verkündet Adolf Hitler, dass er alle Juden vernichten werde. Daraufhin werden 1921 die ersten Konzentrationslager als „Abschiebelager“ errichtet. Der Antisemitismus der Juden beruft sich auf die Aufteilung Chamberlains der Bevölkerung in zwei Klassen: eine hochwertige Rasse, die Arier, muss sich gegen die minderwertige Rasse, die Juden, durchsetzen, um die arischen Gene zu vererben und nicht die der Juden verbreiten zu lassen. Eine Vermischung beider Rassen würde den Untergang für die Arier bedeuten, da sie die „Reinheit“ ihres Geschlechts nicht mit jüdischem Anteil erhalten könnten und sie so dem Verderben entgegentreten würden. Entsprechend formuliert die NSDAP als Parteiziel die „Reinheit des deutschen Blutes“[9] und erließ in Folge dessen Gesetze, die die Juden ausrotten sollen. Zu der nationalsozialistischen Gesinnung der Bevölkerung kommt also die Unterstützung der Politik, die antisemitische Gesinnung gutheißt und fördert, indem zum Beispiel schon die Kinder bei der Hitlerjugend eintreten müssen und dort die anti-jüdische Haltung „eingetrichtert“ bekommen. Für viele Juden ist ein Leben in Deutschland zu gefährlich, so dass sie emigrieren müssen. Besonders Schriftsteller, die öffentlich in ihren Werken Stellung zum Nationalsozialismus beziehen, müssen ihre Heimat verlassen, um zu überleben. Neben Lion Feuchtwanger müssen zum Beispiel auch Anna Seghers oder Bertolt Brecht Deutschland verlassen. Der Antisemitismus des Zweiten Weltkrieges fordert für fast sechs Millionen Juden das Leben.

3. Lion Feuchtwanger

3.1 Lion Feuchtwangers jüdisches Selbstverständnis

Lion Jacob Arje Feuchtwanger wird am 7. Juli 1884 in München geboren. Seine Eltern sind Sigmund, ein Margarinefabrikant, und Johanna Feuchtwanger, geborene Bodenheimer. Schon in der Geschichte seiner Familie muss Lion Feuchtwanger sich mit Antisemitismus auseinandersetzen: seine Vorfahren werden 1555 aus dem Ort Feuchtwangen vertrieben, weil sie Juden sind. Sie nennen ihren Nachnamen nach ihrem Heimatort.[10]

Die Eltern erziehen ihre neun Kinder im jüdischen Glauben, sind aber auch der deutschen Kultur eng verbunden. Die Religion ist fester Bestandteil des Alltags der Familie Feuchtwanger, was der älteste Sohn Lion schon bald als Einengung empfindet. Er schreibt:

„Meine Eltern hielten darauf, daß ich die umständlichen, mühevollen Riten rabbinischen Judentums, die auf Schritt und Tritt ins tägliche Leben eingreifen, minuziös befolgte. Die strenge Einhaltung der Speisegesetze und der Sabbat-Gesetze, die vielen langen, täglich zu verrichtenden Gebete, der sehr häufige Synagogenbesuch, die zahllosen, umständlichen Gebräuche spannten das Leben in einen verzweifelt engen Rahmen.“[11]

Zwar distanziert sich Lion Feuchtwanger von den Bräuchen, doch behält die Religion einen wichtigen Stellenwert für den Autor. Er versucht sich vom strengen Elternhaus zu distanzieren, indem er sich wissenschaftlich und rational mit Religionen beschäftigt. Er reflektiert sein Wissen über das Judentum und findet für sich so den Zugang und die Zugehörigkeit zu seiner Religion. Obwohl der Vater die Margarinefabrik leitet, ist ihm der Umgang mit und das Sammeln von Literatur und Kunst weitaus wichtiger. Er hält auch seine Kinder an, zu lesen und zu studieren. Entsprechend ist Literatur schon früh ein fester Bestandteil von Lion Feuchtwangers Leben, so dass seine Berufswahl und sein Sprachgefühl wohl vorhersehbar sind.[12]

In der Kindheit und Jugend fühlt sich der junge Feuchtwanger allerdings hin- und hergerissen: zum einen fühlt er sich als Deutscher, da er eine deutsche Schule besucht und deutsche Freunde hat. Auf der anderen Seite ist aber auch seine Identität als Jude. Zugehörig fühlt er sich zu keiner der beiden Seiten:

„Von meinen Eltern trennte mich der tiefe und jugendlich hochmütige Zweifel an ihren Bräuchen und Meinungen, von meinen Lehrern und Kameraden trennte mich meine Vertrautheit mit allem, was jüdische Theologie anging.“[13]

Diese Zerrissenheit führt dazu, dass sich Lion Feuchtwanger als „internationaler Schriftsteller“[14] bezeichnet und seinen Inhalt „jüdisch betont“, die Form aber „mehr deutsch“[15] sieht. Lion Feuchtwanger fordert in den 30er Jahren, dass Schriftsteller weder national noch europäisch verankert sein sollten, sondern sich viel mehr als internationale Autoren definieren sollten.[16] Eine globale Arbeitsweise ist in seinen Augen weitaus vielversprechender als ein nationales Bewusstsein.

Das Wissen über die jüdische Religion und Tradition resultiert aus der Erziehung seiner Eltern und er setzt es in seinen Büchern ein. Feuchtwanger verarbeitet in fast allen Werken jüdische Schicksale, setzt sie aber mit den Mitteln der zeitgenössischen Literaturauffassung um.[17] Die Kenntnisse über die jüdischen Motive und die historische Situation der Juden werden von Feuchtwanger in seinen Romanen erzählerisch umgesetzt. In keinem dieser Werke beabsichtigt Lion Feuchtwanger das Judentum zu unterstützen oder es zu kritisieren. Für ihn steht im Vordergrund, dass er Erzählungen verarbeiten kann, die den Leser unterhalten.

Zudem kommt, dass Feuchtwanger in einer Zeit lebt, die sich mit dem Antisemitismus auseinandersetzen muss. Die persönlichen Erlebnisse, die Feuchtwanger ertragen muss, weil er Jude ist, wie die Flucht ins Exil, lassen es nicht zu, dass der Autor sich vor dem Thema Antisemitismus und Judentum verschließen kann. Elke Scheibe beschreibt:

„Extreme Zeiterfahrungen, damit verbundene einschneidende Veränderungen im Leben des deutsch-jüdischen Schriftstellers motivieren zur engagierten Beschäftigung mit dem Judentum als historischem und zeitgenössischem Phänomen.“[18]

In den Romanen setzt der Autor die jüdische Betrachtungsweise in eine zeithistorische Dimension. Die Geschichte spielt eine bedeutende Rolle, Feuchtwanger hält sich auch bei der Bearbeitung des Jud Süß-Stoffes an eine historische Vorlage. Lion Feuchtwanger hat von seinem Vater schon früh den Umgang und die Wichtigkeit der Literatur gelernt. Betrachtet er das Verhältnis von Literatur und Judentum später genauer, sieht er den engen Bezug darin, dass die Juden kein gemeinsames Land haben, wie andere Völker und Religionen. Allerdings haben die Juden eine andere Verbindung, die sie zusammen hält: ihre Bibel und die Literatur. Lion Feuchtwanger erläutert:

„Andere Völker haben den Boden gemeinsam, die Luft, die Geschichte, die Sprache die Lebensgewohnheiten. Die Juden hatten durch zwei Jahrtausende nur ein Gemeinsames: Ihr Buch. Sein Ritualgesetz verlangt von ihm, daß er lesen und schreiben kann. Auch in den trübsten Zeiten gab es unter den Juden nur ganz wenige Analphabeten.“[19]

Dieser Zusammenhang erfüllt Feuchtwanger mit Stolz: die Zugehörigkeit als Schriftsteller zum Judentum. Er sieht als Aufgabe der Juden „durch Anwendung von Literatur ein wichtiges Teil zum Gedächtnis der Menschheit beizusteuern.“[20] Er fühlt sich dieser Auffassung beinahe verpflichtet und setzte es sich zum Ziel mit seiner Literatur ein Denkmal zu setzen. In vielen Abhandlungen untersucht Feuchtwanger das Judentum und stellt es in den Kontext mit den zeitgenössischen Geschehnissen wie auch in dem Aufsatz „Nationalsozialismus und Judentum“ von 1933. Dort lehnt er die Errichtung eines eigenständigen jüdischen Staats noch ab.

Die Auffassung über das Judentum ändert sich allerdings durch die Verfolgungserfahrungen, die Lion Feuchtwanger im Dritten Reich machen muss. Er fordert sogar 1940, dass ein eigener jüdischer Staat errichtet werden solle. Zudem wünscht sich Lion Feuchtwanger, dass es in der Zukunft eine Gesellschaft geben würde, in der Vernunft, Gerechtigkeit und Toleranz herrschen.[21]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lion Feuchtwanger[22]

3.2 Lion Feuchtwangers Erfahrung mit dem Antisemitismus

Der Autor ist persönlich vom Nationalsozialismus betroffen: Während er sich auf einer Vortragsreise in den USA befindet, gelangt Adolf Hitler am 30 Januar 1933 an die Macht. Bis zu diesem Zeitpunkt glaubt der Schriftsteller noch daran, dass eine Machtergreifung der Nationalsozialisten nicht möglich sei und tätigt den Ausspruch: „Hitler is over!“[23]. Diese Aussage muss Feuchtwanger nach der Machtübernahme Hitlers revidieren und er sieht voraus: „Hitler means war!“[24] Eine Rückkehr nach Deutschland ist somit für Lion Feuchtwanger ausgeschlossen. Die Nationalsozialisten haben ihn aus seiner Heimat vertrieben. Ein Leben in Deutschland wäre eine zu große Gefahr, zumal er Hitler und seine Idee des „arischen Deutschlands“ öffentlich verspottet hat. Auch seine Religion ist ein weiterer Grund, weshalb der Autor nicht zurück kann. Die Juden werden verfolgt und ihnen droht der Tod.

Lion Feuchtwanger flüchtet ins Exil nach Sanary-sur-Mer in Frankreich. Er findet einen Weg mit den Erlebnissen und dem neuen Zuhause umzugehen: er schreibt Bücher, in denen er die Erfahrungen mit dem Nazi-Regime verarbeitet. In Deutschland spitzt sich unterdessen die Situation zu: der Name Lion Feuchtwanger wird auf die „Braune Liste von verabscheuungswürdiger Literatur“[25] gesetzt, seine Bücher werden verbrannt und auch auf der ersten Ausbürgerungsliste im Reichsanzeiger erscheint der Name des Autors.[26]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[27]

Ausschnitt aus Jud Süß nach der Bücherverbrennung

1933 wird eine Liste im Sofortprogramm des deutschen Buchhandels veröffentlicht, auf der Namen von Schriftstellern stehen, die „das deutsche Ansehen des Buchhandels schädigen“[28]. Neben Alfred Kerr, Heinrich Mann und Kurt Tucholsky steht auch Feuchtwangers Name in der Erlassung. Lion Feuchtwanger gehört plötzlich nicht mehr zu den berühmtesten Autoren, er wird sogar als Volksverräter deklariert und aus der „deutschen Volksgemeinschaft“ ausgestoßen. Eine amtliche Bekanntmachung erklärt, dass Lion Feuchtwanger die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt bekommt. Er ist also staatenlos. Auf diesen Umstand reagiert Feuchtwanger einigermaßen gelassen. Er erklärt: „Die Nationalsozialisten könnten ihm seine Staatsbürgerschaft nehmen, seinen Doktortitel, sein Haus und sein Vermögen. Was sie ihm aber nicht nehmen könnten, sei sein bayrischer Dialekt.“[29] Die Sprache ist für Feuchtwanger das Entscheidende: selbst wenn er seine Heimat verliert und nicht mehr deutscher Bürger ist, ist sie für ihn die Verbindung, das Einzige, was ihm auf der Flucht und ihm Exil bleibt: „Als meine rechte Heimat empfinde ich die deutsche Sprache.“[30] Auf seine Sprache ist er stolz. In diesem Zusammenhang beweist Feuchtwanger großen Mut, der auch zu seinen Verfolgungen führt. Er äußert sich in der Öffentlichkeit sehr kritisch zu Hitlers Mein Kampf: „Unter den 164.000 Worten, die Hitlers Buch Mein Kampf enthält, befänden sich 164.000 Verstöße gegen die deutsche Grammatik oder die deutsche Stillehre.“[31] Sieht man den Zusammenhang, wie wichtig die Sprache dem Autoren ist, sieht man auch wie ihn ein Buch wie das von Hitler trifft: als grobe Entgleisungen und Beleidigungen für die deutsche Sprache. Dass Hitler ein Buch verfasst ist für einen Autoren schon beinahe eine persönliche Beleidigung, besonders, wenn man den Umstand bedenkt, dass die Bücher der jüdischen Autoren, demnach auch die Werke Feuchtwangers verbrannt werden, da sie angeblich schlecht geschrieben seien und die Deutschen beeinflussen wollten, indem sie versuchen, die Leser auf die Seite des Judentums zu ziehen. Da die Kunst für Feuchtwanger sein Lebensinhalt ist, treffen ihn sowohl das Buch Mein Kampf als auch die Verbannung seiner Literatur aus dem deutschen Raum schwer.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Liste der Volksverräter[32]

Lion Feuchtwanger muss sich also mit den Machenschaften der Nazis auseinandersetzen. Sein Leben verläuft in vollkommen anderen Bahnen, als er es geplant hat. In Frankreich meldet er sich 1939, nach einem Aufruf, alle Deutschen, die sich in Frankreich aufhalten, hätten sich bei den Behörden registrieren zu lassen und kommt in das Internierungslager Les Milles.[33] Auch seine Frau Marta wird eingesperrt und nach Gurs gebracht. Seine Zeit in Les Milles verarbeitet der Schriftsteller in dem Roman Der Teufel in Frankreich. Lion Feuchtwanger muss hart arbeiten, während er sich in dem Internierungslager befindet. Dort schließt er auch die Bekanntschaft mit anderen berühmten Schriftstsellern des Exils wie mit Wilhelm Herzog oder Walter Hasenclever. Ein Foto von ihm in Gefangenschaft geht um die ganze Welt:[34]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[35]

Nachdem sich Marta Feuchtwanger aus Gurs befreien kann, schlägt sie sich zu ihrem Mann durch und bereitet seine Flucht aus dem Internierungslager vor. Der Ausbruch gelingt und die Feuchtwangers planen nun mit Hilfe des Emergency Rescue Comitee[36] die Flucht nach Amerika. Über die Pyrenäen, nach Spanien und von dort nach Lissabon, schifft das Ehepaar Feuchtwanger unter dem Namen Wetcheek im September 1940 nach New York über. Wieder befinden sie sich auf der Flucht und wieder müssen sie sich eine neue Heimat aufbauen. Der Nationalsozialismus fordert von den Feuchtwangers, dass sie sich nie sicher fühlen können und immer wieder einen Neuanfang wagen müssen. Die Spuren der Erlebnisse ziehen am Lion Feuchtwanger nicht vorbei. Als die S. S. Excalibur im Hafen von New York einläuft, ist der Schriftsteller blass, verwirrt und deprimiert.[37] Von dem einstigen Optimismus, Hitler sei nur vorübergehend an der Macht und das deutsche Volk würde die Machenschaften der Nationalsozialisten bald durchschauen und sich gegen sie stellen, ist nichts mehr zu spüren. Der Krieg und der Antisemitismus haben Feuchtwanger beinahe alles genommen. Er muss sich ein neues Leben aufbauen und ganz von vorne beginnen. Was ihm bleibt und was ihm die Nazis tatsächlich nicht nehmen konnten, ist seine Kunst. Seine Werke und Bücher konnten sie zwar verbrennen, aber seinen Geist und sein Talent konnten sie ihm nicht nehmen. Feuchtwanger greift wieder zur Feder und verfasst neue Texte. Es zieht sich durch sein Leben hindurch, dass er Erlebnisse in Texten verarbeitet und er schreibt, um sein Gemüt zu verbessern.

4. Die historische Figur des Jud Süß: Joseph Ben Issachar Süßkind Oppenheim

Eine Unterscheidung zwischen dem historischen Joseph Süß Oppenheimer und der ikonisierten Figur Jud Süß ist relativ schwer. Oft werden die Person und die Figur gleichgesetzt. Es gibt allerdings entscheidende Unterschiede, denn vieles was für Fakten gehalten wird, ist eher eine Zudichtung, um die Geschichte um den Juden spannender zu gestalten. Im Folgenden werden historisch belegte Fakten zu Joseph Süß Oppenheimer wiedergegeben und zweifelhafte Mythen, wie der des Geburtsjahrs und der Vaterschaft des Grafen von Heydersdorff, hinzugezogen.

4.1 Das Leben des Joseph Süß Oppenheimer

Im Jahr 1692[38] wird Joseph Ben Issachar Süßkind Oppenheim, genannt Jud Süß, in Heidelberg geboren und gehört zu der angesehenen jüdischen Kaufmannsfamilie Oppenheimer. Zu seiner Mutter Michal Chasan verbindet ihn eine enge Beziehung, sie erzieht ihn im jüdischen Glauben. Der christliche Vater Süß Oppenheimer ist dem Jungen fremd, er prägt die Erziehung nicht und findet im Leben des Jud Süß keine große Beachtung. Einer Legende nach ist nicht Süß Oppenheimer der leibliche Vater des Jud Süß sondern der Freiherr Georg Eberhard von Heidersdorf[39]. Allerdings gibt es keinen Beweis für diese Vermutung, Süß selbst erwähnt den möglichen, christlichen Vater keineswegs. Nicht mal als er gehängt werden soll, gibt Süß sich als Sohn eines Christen zu erkennen. Dabei hätte eine Offenbarung und eine Konvertierung zum Christentum sein Leben retten können. Zu den Unstimmigkeiten kommt es auch, da das Geburtsdatum von Joseph Süß Oppenheimer keineswegs belegt ist. Die meisten Quellen gehen vom Geburtsjahr 1692 aus. In diesem Fall wäre auch eine Vaterschaft von Heidersdorf wahrscheinlich, da die Eltern Michal und Süß Oppenheimer erst 1697 heiraten. Bei seinen Verhören im Jahr 1737 gibt Süß allerdings an, er sei 38 Jahre alt.[40] Stimmt diese Behauptung, wäre er 1698 geboren. Eine Vaterschaft von Heidersdorf wäre somit ausgeschlossen, da belegt ist, dass der Freiherr zu diesem Zeitpunkt eine Gefängnisstrafe absitzt. Doch auch unter den Richtern hält sich das Gerücht, Süß habe sich sechs Jahre jünger gemacht. Zu klären scheint dieses Problem um das Geburtsjahr nicht mehr, so dass auch die Gerüchte um die Vaterschaft nicht aufgeschlüsselt werden können.

Die Arbeitschancen sind für Juden zu Beginn des 19. Jahrhunderts eingeschränkt: zu ihren Beschäftigungen gehören hauptsächlich Handels- und Finanztätigkeiten. Schon früh zeigt sich Süß´ Talent mit Finanzen umgehen zu können: bereits mit 16 Jahren lässt sich der junge Mann mündig sprechen und beginnt ohne Kapital einen Geldverleih, der floriert. Der gesellschaftliche Aufstieg gelingt Süß mit Geldleihen an verschuldete Adelige, die von Banken keine Darlehen mehr bekommen. Als er 1733 Karl Alexander kennenlernt, der als erster katholischer Herzog im evangelischen Stuttgart an die Macht kommt[41], wittert Süß seine Chance und bindet den Herzog in Finanz- und Wirtschaftsfragen an sich. 1736 ernennt der Herzog den Juden Süß als seinen Geheimen Finanzrat und politischen Ratgeber. Die Besonderheit besteht darin, dass eine solch mächtige und weitreichende Position für einen Juden zu diesen Zeiten fast undenkbar war. Süß gelingt ein Aufstieg, der zu Spannungen im Volk führt. Nicht nur, dass ein Jude für die Finanzen des Herzogtums verantwortlich war, sondern auch der katholische Glaube des Herzogs versetzen das protestantische Volk in Aufruhr. Haasis beschreibt den Umgang Süß´ mit den neuen Aufgaben wie folgt:

„Mit der Ernennung zum <<Geheimen Finanzrat>> kam Süß dem Regierungsapparat gefährlich nah, verfügte über große Eingriffsmöglichkeiten, hielt sich aber konsequent von allen Sitzungen eines Regierungsgremiums fern und weigerte sich, ein regierungsamtliches Papier zu unterschreiben.“[42]

[...]


[1] Von der Lühe: „Der Roman Jud Süß als Spiegel der jüdischen Identität in der Weimarer Republik“. In: Walter Huder und Friedrich Knilli: „Lion Feuchtwanger: Für die Vernunft, gegen Dummheit und Gewalt.“ Publica Verlagsgesellschaft. Berlin, 1985. Seite 38.

[2] Von der Lühe, Seite 38.

[3] Von der Lühe, Seite 39.

[4] Von der Lühe, Seite 39.

[5] www.judentum-projekt.de/geschichte/neuzeit/antisemi/index.html Abrufdatum: 07.05.2006

[6] www.judentum-projekt.de/geschichte/neuzeit/antisemi/index.html Abrufdatum: 07.05.2006

[7] Krösche, Heike: „Ja. Das Ganze noch mal. Lion Feuchtwangers Deutsch-Jüdisches Selbstverständnis ind er Weimarer Republik“. Bibliotheks- und Informationssystem der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg Verlag. Oldenburg, 2004. Seite 29.

[8] Krösche, Seite 31.

[9] www.judentum-projekt.de/geschichte/nsverfolgung/disk/index.html Abrufdatum. 7. Mai 2006

[10] Klussmann, Paul Gerhard: „Lion Feuchtwangers Roman Jud Süß. Gedichtete Psychologie und prophetischer Mythos des Juden.“ In: Rudolf Wolff: „Lion Feuchtwanger. Werk und Wirkung“. Bouvier Verlag Herbert Grundmann. Bonn, 1984. Seite 98.

[11] Feuchtwanger: Aus meinem Leben, Seite 15.

[12] Klussmann, Seite 98.

[13] Aus meinem Leben, Seite 15.

[14] Krösche, Seite 55.

[15] Krösche, Seite 55

[16] Von Hofe, Harald: „Feuchtwanger, das Judentum und die Dritte Aufklärung“. In: Walter Huder und Friedrich Knilli: „Lion Feuchtwanger: Für die Vernunft, gegen Dummheit und Gewalt.“ Publica Verlagsgesellschaft. Berlin, 1985. Seite 54.

[17] siehe Teil 5.2: Neue Sachlichkeit

[18] Scheibe, Elke: „Feuchtwangers Judentum“. In: Rudolf Wolff: „Lion Feuchtwanger. Werk und Wirkung.“ Bouvier Verlag Herbert Grundmann. Bonn, 1984. Seite 14.

[19] Scheibe, Seite 30.

[20] Krösche, Seite 58.

[21] Wagener, Seite 44.

[22] www.peoples.ru/.../ dramatist/feuchtwanger/ Abrufdatum: 11.01.2006

[23] Jaretzky, Reinhold: „Lion Feuchtwanger in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten“. Rowohlt Verlag. Reinbek bei Hamburg, 1984. Seite 68.

[24] Jaretzky, Seite 68.

[25] Wagener, Hans: „Lion Feuchtwanger“. Morgenbuch Verlag. Berlin, 1996. Seite 47.

[26] Wagener, Seite 47.

[27] Von Sternburg. Seite 272a.

[28] Skierka, Volker: Lion Feuchtwanger. Eine Biografie“. Herausgeber: Stefan Jaeger. Quadriga Verlag. Berlin, 1984. Seite 143.

[29] Skierka, Seite 144.

[30] Huder, Walter: „Über Lion Feuchtwanger. Aufklärung und Herausforderung“. In: Walter Huder und Friedrich Knilli: „Lion Feuchtwanger: Für die Vernunft, gegen Dummheit und Gewalt.“ Publica Verlagsgesellschaft. Berlin, 1985. Seite 25.

[31] Huder, Seite 25.

[32] Skierka, Seite 142.

[33] Skierka, Seite 191.

[35] Skierka, Seite 190.

[36] Skierka, Seite 200

[37] Skierka, Seite 206.

[38] In der Literatur finden sich widersprüchliche Angaben zum genauen Geburtstag von Joseph Süß Oppenheimer. Neben dem Jahr 1692 wird auch das Jahr 1698 als mögliches Geburtsjahr angegeben. Es wird aber mehrheitlich angenommen, dass es sich um den Februar oder März 1692 handeln muss.

[39] Stern, Selma: „Jud Süss“. G. Müller Verlag. Berlin, 1929. Seite 10.

[40] Haasis, Hellmut G.: „Joseph Süß Oppenheimer genannt Jud Süß. Finanzier, Freidenker, Justizopfer“. Rowohlt Verlag. Reinbek bei Hamburg, 1998. Seite 12.

[41] www.hagalil.com/archiv/99/03/suess.htm Abrufdatum: 10. April 2006

[42] Haasis, Seite 180.

Ende der Leseprobe aus 82 Seiten

Details

Titel
Lion Feuchtwagers Roman "Jud Süß" und die Rezeption im Film des Dritten Reiches
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
82
Katalognummer
V63908
ISBN (eBook)
9783638568425
Dateigröße
1162 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lion, Feuchtwagers, Roman, Rezeption, Film, Dritten, Reiches
Arbeit zitieren
Julia Herbring (Autor), 2006, Lion Feuchtwagers Roman "Jud Süß" und die Rezeption im Film des Dritten Reiches, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63908

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