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Eignet sich Menschenwürde als Schutzprinzip für Embryonen?

Title: Eignet sich Menschenwürde als Schutzprinzip für Embryonen?

Term Paper , 2004 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Franziska Nack (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Schon seit mehreren Jahren treten hin und wieder Schlagzeilen wie „Schwanger mit dem Enkelkind“, „Geschlecht à la carte“ oder „Klonierung: Jetzt wird alles möglich“ in der Presse auf. Tatsächlich haben die biologische und medizinische Forschung im Bereich der Reproduktionstechnik in den letzten Jahrzehnten erstaunliche Neuerungen erfahren, die nicht nur der künstlichen Ermöglichung eines Kinderwunsches dienen, sondern vor allem für die Entwicklung neuer Heiltherapien von ungeheurer Bedeutung zu sein scheinen. Jedoch sind spätestens seit der „Entschlüsselung“ der menschlichen Gene und der Diskussion um Embryonenforschung auch Kommentare wie „Ein Menschenrecht auf Schutz der natürlichen Gene“ präsent - die Angst der Menschen vor dem Experimentieren mit der eigenen Spezies scheint geweckt zu sein. Wie einige Ethiker befürchten sie, dass sich der Forschungsprozess am Menschen verselbstständigen könnte und fordern deshalb genaue Kontrollen und Beschränkungen desselben. Ein weiterer Einwand gegen die Forschung an menschlichen Lebewesen ist die oft hervorgehobene Unabsehbarkeit der Folgen und Auswirkungen auf zukünftige Generationen (zum Beispiel bei der Anwendung von Stammzellentherapie oder dem künstlichen Auswahlverfahren bei der In-vitro-Fertilisation). Niemand ist aufgrund dieser Unberechenbarkeit in der Lage, wirklich Verantwortung für seine medizinischen oder biologischen Verfahrensweisen zu übernehmen. Damit zusammen hängt auch die eventuelle Beschneidung der Rechte unserer Nachkommen. Sie können nicht selbst entscheiden, ob sie die von uns herbeigeführte Beschaffenheit ihrer Natur (z.B. durch Veränderung der Gene) überhaupt wollen. Menschen werden somit zu Objekten anderer Menschen, sie werden ihrer Selbstbestimmung und weiterer persönlicher Freiheiten beraubt. Vor allem mit der Embryonenforschung ist bei vielen Menschen die Angst vor der künstlichen Veränderung der eigenen Art verbunden. Schreckensvisionen von einer neu entstehenden Klassengesellschaft, in der natürlich oder künstlich gezeugte Menschen diskriminiert werden oder in welcher die berufliche Laufbahn eines Menschen durch Genmanipulation in der Embryonalphase (siehe Titelbild) beeinflusst bzw. festgelegt wird, sind keine Seltenheit. Doch nicht nur aus diesem Grund versuchen Wissenschaftler und andere Gelehrte die frühesten Stadien des menschlichen Lebens zu schützen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Forschung und Schutz

2. Die unantastbare Menschenwürde und die Embryonen

3. Begründungsversuche der Menschenwürde für Embryonen

4. Vorteile des Schutzes aufgrund von Menschenwürde

5. Nachteile des Schutzes aufgrund von Menschenwürde

6. Folgerungen

7. Quellen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die philosophische und rechtliche Anwendbarkeit des Menschenwürdeprinzips als Schutzmechanismus für menschliche Embryonen im Kontext moderner reproduktionsmedizinischer Verfahren und der Gentechnik.

  • Grundlagen des Lebensschutzes im Grundgesetz
  • Philosophische Argumentationslinien (Potentialitäts-, Spezies- und Identitätsargument)
  • Abwägung von Nutzen und Gefahren des Menschenwürde-Schutzprinzips
  • Ethische Herausforderungen durch den technologischen Fortschritt
  • Die Rolle der Aufklärung und ethischen Erziehung in der Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

3. Begründungsversuche der Menschenwürde für Embryonen

Der umfassende Schutz von Embryonen aufgrund der ihnen zukommenden Würde wird zum Beispiel durch das Potentialitätsargument gefordert. Dieses besagt: „1. Jedem Wesen, das potentiell ø ist, hat Würde; 2. Jeder menschliche Embryo ist ein Wesen, das potentiell ø ist; 3. Jeder menschliche Embryo hat Würde“. Die Eigenschaft ø stellt sich dabei in den Untersuchungen Wolfgang Wielands als die Moralfähigkeit des Menschen heraus, welche der Embryo ebenso wie Menschen, die gerade keinen Gebrauch von ihr machen, potentiell besitzt. Sie ist wie die Menschenwürde ein normativer Begriff, weshalb sie zur ihrer Begründung vorgezogen wird, damit es in der Argumentation zu keinem Sein-Sollen Fehlschluss kommt.

Als Indikator für diese Moralfähigkeit dient dem Potentialitätsargument zufolge die Spezies. Wer also der Spezies Mensch zugeordnet werden kann, wie beispielsweise der Embryo, der besitzt die Möglichkeit der Moralfähigkeit, aufgrund welcher ihm dann eine Würde und die damit verbundenen Grundrechte anerkannt werden müssen.

In ähnlicher Weise verhält es sich mit dem Speziesargument, welches den Menschen als eine Einheit von Körper und Geist betrachtet und ihm deshalb schon wegen seiner biologischen Zugehörigkeit zur Spezies Mensch die Würde zukommen lässt. Diese gründet laut Eberhard Schockenhoff an sich „in seinem Vermögen [dem des Menschen] zum sittlichen Subjekt-Sein. [Und] Sittliches Subjekt-Sein ist unter den Bedingungen der realen Welt an die biologische Voraussetzung der Zugehörigkeit zur menschlichen Art gebunden.“ Deshalb gilt es die natürlichen Bedingungen, welche die Grundlage aller geistigen Eigenschaften wie der Moralfähigkeit sind, zu schützen, sobald er artspezifisch und individuell festgelegt ist, was ab dem Zeitpunkt der Befruchtung zutrifft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Forschung und Schutz: Einführung in die Problematik der Reproduktionstechnik und die Angst vor unkontrollierbarer Manipulation der menschlichen Spezies.

2. Die unantastbare Menschenwürde und die Embryonen: Diskussion der rechtlichen Einordnung des Embryos und der Frage, ab welchem Zeitpunkt menschlichem Leben Würde zugesprochen werden kann.

3. Begründungsversuche der Menschenwürde für Embryonen: Analyse philosophischer Argumente wie dem Potentialitäts-, Spezies- und Identitätsargument zur Begründung des Schutzstatus.

4. Vorteile des Schutzes aufgrund von Menschenwürde: Erörterung der Flexibilität, Beständigkeit und kulturübergreifenden Anerkennung des Menschenwürdeprinzips.

5. Nachteile des Schutzes aufgrund von Menschenwürde: Kritische Betrachtung der Unschärfe des Begriffs und der Schwierigkeit, normative Würde empirisch zu begründen.

6. Folgerungen: Reflexion über die Zukunft des Menschenwürdeprinzips im Angesicht des technologischen Fortschritts und Notwendigkeit ethischer Bildung.

7. Quellen: Auflistung der verwendeten Literatur und Verweise.

Schlüsselwörter

Menschenwürde, Embryonenforschung, Bioethik, Grundgesetz, Potentialitätsargument, Speziesargument, Identitätsargument, Reproduktionstechnik, Lebensschutz, Moralfähigkeit, Gentechnik, Ethische Erziehung, Medizinethik, Stammzellentherapie, In-vitro-Fertilisation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert, ob das Prinzip der Menschenwürde als tragfähige und rechtliche Grundlage geeignet ist, um Embryonen vor Eingriffen durch moderne medizinische Forschung zu schützen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die rechtliche Auslegung des Grundgesetzes, die philosophische Begründung von Menschenwürde sowie die ethischen Implikationen der Gentechnik und Fortpflanzungsmedizin.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet: Eignet sich die Menschenwürde als ein effektives und begründbares Schutzprinzip für menschliche Embryonen?

Welche wissenschaftlichen Argumente werden verwendet?

Die Autorin stützt sich primär auf das Potentialitätsargument, das Speziesargument und das Identitätsargument, um den Status von Embryonen philosophisch zu erfassen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den verschiedenen Begründungsmodellen für Menschenwürde, den daraus resultierenden Vorteilen für den Lebensschutz sowie den Problemen, die sich durch die Unbestimmtheit des Würdebegriffs ergeben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Menschenwürde, Bioethik, Embryonenforschung und die Balance zwischen Fortschritt und moralischer Verantwortung charakterisieren.

Welche Rolle spielt das Gedankenexperiment von Reinhard Merkel?

Das Gedankenexperiment dient zur Illustration, dass die moralische Identifikation mit einem geborenen Menschen (Säugling) im Alltag oft stärker ausgeprägt ist als die Identifikation mit Embryonen, was die Schwierigkeit der Anwendung des Menschenwürde-Schutzes unterstreicht.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Zukunft der Embryonenforschung?

Die Autorin bezweifelt, dass technologische Entwicklungen allein durch den aktuellen Menschenwürdebegriff zu verhindern sind, und plädiert für eine stärkere ethische Erziehung und einen klareren Moralbegriff.

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Details

Title
Eignet sich Menschenwürde als Schutzprinzip für Embryonen?
College
University of Rostock  (Institut für Philosophie)
Course
Die Menschenwürde - ein begründbares Prinzip?
Grade
1,3
Author
Franziska Nack (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V63911
ISBN (eBook)
9783638568449
ISBN (Book)
9783656809692
Language
German
Tags
Eignet Menschenwürde Schutzprinzip Embryonen Menschenwürde Prinzip
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Nack (Author), 2004, Eignet sich Menschenwürde als Schutzprinzip für Embryonen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63911
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