Thales von Milet - Der erste Philosoph?


Seminararbeit, 2003

15 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

Inhalt

I Einleitung

II Biographischer Abriss

III Thales` Erkenntnisse von
III 1. Der Arche
III 2. Mathematik
III 3. Astronomie
III 4. Meteorologie
III 5. Der Seele

IV Was ist Philosophie?

V Warum, seit wann und von wem wird Thales als der erste Philosoph bezeichnet?

VI War Thales überhaupt Philosoph?

VII Schluss

Literaturverzeichnis

I Einleitung

Seit Beginn des 6. Jahrhunderts v. Chr. traten in den griechischen Kolonien an der Westküste Kleinasiens vereinzelt Denker aus dem Rahmen der mhytisch­religiösen Weltdeutung heraus.

Sie begannen das Neuland des eigenen Nachdenkens zu erkunden. Traditionell werden diese ersten Philosophen Vorsokratiker genannt, da sie circa 150 Jahre vor Sokrates lebten und wirkten.

Sie lernten zwischen einer wahren und einer scheinbaren Welt zu unterscheiden und waren auf der Suche nach dem Urgrund aller Dinge.

Notwendige Bedingungen, welche dem Entstehen der Philosophie vorangingen, waren soziale, politische und kulturelle Entwicklungen, wie das in Berührungtreten mit anderen Kulturen. Was dazu führte, dass die Neugier und das Bedürfnis sich immer wieder neu zu orientieren und informieren, zunahm.[1]

Der Ruhm der erste gewesen zu sein, der einen philosophischen Satz aussprach, wird Thales von Milet zugeschrieben.[2]

Er brachte den Menschen dazu, den Schritt vom Mythos zum Logos - vom mythischen zum logischen Denken zu machen.

Denn alles im Universum ist dem menschlichen Denken zugänglich. Damit darf Thales als Wegbereiter des Begriffs des natürlichen Prozesses be­trachtet werden.[3]

Nur wurden von den Vorsokratikern nicht einfach Bücher als ganze überliefert, sondern durch einen komplizierten Überlieferungsprozess gibt es nur Fragmente, das heißt, dass ein Wort lediglich bei anderen Autoren zitiert vorliegt, welche dann gesammelt wurden.[4]

So auch bei Thales. Es ist höchst zweifelhaft, ob er etwas in schriftlicher Form festgehalten hat, jedenfalls schien keinem seiner späteren Gewährsleute eine Schrift von ihm

bekannt gewesen zu sein. Aufgrund dieser Tatsache, muss beim betrachten des Sachverhaltes immer von gewissen Verzerrungen des Wahrheitsbildes ausgegangen werden, welche durch die lange Zeitdauer der Überlieferung und die vielen verschiedenen Quellen, zu einem Zweifel an der vollkommenen Realitätsnähe, das heißt, wie Thales es eigentlich meinte oder was ergänzt wurde, führen muss.

Im Handeln und Denken des Thales wurden die logischen Grundzüge dennoch

immer wieder sichtbar.

Trotzdem soll in anbetracht dessen der Frage nachgegangen werden, ob und wie er zu diesem Ruhm kommt, als erster Philosoph bezeichnet zu werden.

In Anlehnung daran werden im Folgenden seine naturwissenschaftlichen Erkenntnisse und philosophischen Qualitäten in Augenschein genommen und erörtert.

II Biographischer Abriss

Um 624 v. Chr. wurde Thales in Milet, einer Stadt Kleinasiens, als Sohn eines wohlhabenden karischen Vaters, namens Hexamyes, und einer griechischen Mutter geboren.[5]

Dadurch, dass die Stadt Milet, welche zu dieser Zeit wichtigster Handelsplatz Kleinasiens war, reiche Möglichkeiten bot ins Ausland zu kommen[6], war er in seiner Jugend viel gereist, unter anderem nach Ägypten und Babylonien. Von den Priestern der Fremde lernte er alles, was man damals über Himmels­kunde, Mathematik und Navigationslehre wusste.

Zurückgekehrt in seine Heimatstadt ging er daran, über die Naturerscheinungen nachzudenken und diese Anschauungen vor seinen Schülern vorzutragen. Auch kannte er sich in der Seefahrt gut aus und hatte meteorologische Kenntnisse. Unter anderem war er politisch tätig. Indem er den loniern Kleinasiens einen politischen Zusammenschluss empfahl, um der von Lydien ausgehenden Be­drohung entgegentreten zu können.

Weiterhin wird er als ältester der legendären Sieben Weisen bezeichnet, welche Grundsätze der praktischen Lebensweisheit aufstellten, wie zum Beispiel “Halte Maß“ oder “Erkenne dich selbst“.

Trotzdem vermitteln Anekdoten ein widersprüchliches Bild von Weltfremd­heit und Lebensklugheit: denn, Thales fiel beim Betrachten der Sterne in einen Brunnen und wurde von einer Magd ausgelacht: “Typisch Philosophen“, meinte sie, “wollen die Weisheit mit Händen greifen, aber begreifen nicht einmal, was vor ihren Füßen abläuft“.

Traditionell wird er als Begründer der griechischen Philosophie angesehen und zählt damit zur ionischen Philosophie.

Thales blieb kinderlos. Auf die Frage warum antwortete er “Aus Liebe zu den Kindern“; auch hatte er keine Frau, mit der Begründung “Noch ist es Zeit“ oder

‘Nun ist die Zeit vorüber‘.[7]

Er starb im Jahre 546 v.Chr. an Altersschwäche, Hitze und Durst inmitten von Menschenmassen in einem Stadion, wo er einem sportlichen Wettkampf zusah.

III Thales‘ Erkenntnisse von:

1. Der Arche

Thales fragte als erster nach der Arche und fand den Urgrund in einem Urstoff.

- Dem Wasser -

Er war der Meinung, die Welt sei aus Wasser entstanden.

Wasser ist das, woraus alle Dinge bestehen- woraus sie als erstem entstehen und worein sie als letztes vergehen.[8]

Man kann nur vermuten, warum Thales eine solche Theorie aufstellte. Aber es scheint realistisch zu sagen, dass diese Meinung unter anderem daher stammt, dass er über das Wasser in Länder reiste, wo Wasser augenscheinlich Quelle des Lebens ist. Die Wüste scheint tot, wo aber Wasser vorkommt, blühen Oasen.[9] Weiterhin hängt es wahrscheinlich auch mit der Beobachtung Thales‘ zusammen. dass die Nahrung und der Samen der Lebewesen feucht ist und das Feuchte sich also auch von daher als Element des Lebens beweise.[10] Wasser ist dabei aber weniger Element, sondern eher Prinzip.[11] Das Prinzip des Seienden.

Aus diesem Grund war er auch der Ansicht, dass es kein Vergehen schlechthin gebe, da eine derartige Natur ja stets erhalten bleibe.

Das heißt, Thales leitete alle Dinge aus einem gemeinsamen, natürlichen Urgrund ab und glaubte, dass dem Wechsel der Erscheinungen ein allen Dingen gemein­sames in seinem Wesen unveränderliches Sein zugrunde liege, das Wasser. Andererseits gab Thales der Welt mit dem Wasser vermutlich einen kosmo­logischen Halt. Denn für Feste Dinge gibt es auf Luft keine Ruhetage, wohl aber auf Wasser. Obwohl dasselbe Argument wie für die Erde auch für das Wasser gelten würde.

[...]


[1] Reclam, Die Vorsokratiker, Stuttgart 1991

[2] Helmut Seidel, Von Thales bis Platon. Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie, Berlin 1987

[3] Reclam, Vorsokratiker

[4] W.Schadewaldt, Die Anfänge der Philosophie bei den Griechen, Frankfurt 1978

[5] Wilhelm Capelle, Die Vorsokratiker, Stuttgart 1968

[6] Schadewaldt, Anfänge der Philosophie

[7] V. Spierling, Kleine Geschichte der Philosophie, München 1995

[8] W. Capelle, Vorsokratiker

[9] H. Seidel, Von Thales bis Platon

[10] W.Schadewaldt, Die Anfänge der Philosophie

[11] Kirk, Raven, Schofield, Die Vorsokratischen Philosophien, Stuttgart, Weimar 1994

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Thales von Milet - Der erste Philosoph?
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Proseminar
Note
2,5
Autor
Jahr
2003
Seiten
15
Katalognummer
V63941
ISBN (eBook)
9783638568708
ISBN (Buch)
9783638767408
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Thales, Milet, Philosoph, Proseminar
Arbeit zitieren
Claudia Zimmermann (Autor), 2003, Thales von Milet - Der erste Philosoph?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63941

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