Im Rahmen dieser Arbeit wird untersucht, inwieweit kapitalmarkorientierte Rechnungslegungssysteme dazu geeignet sind, der Bemessung von Ausschüttungen an die Anteilseigner zu dienen. Dies erfolgt vor dem Hintergrund der derzeit in Deutschland noch vorherrschenden Rechnungslegung nach HGB. Dazu werden die kapitalmarktorientierten Rechnungslegungssysteme, insbesondere IFRS (IAS) und US-GAAP, sowie die Rechnungslegung nach HGB kurz in ihren Grundzügen dargelegt und auf die divergierenden Zielsetzungen zum HGB eingegangen. Anschließend werden die Rechnungslegungssysteme US-GAAP und IFRS einer genaueren Betrachtung im Hinblick auf die Möglichkeit der Bemessung zur Ausschüttung unterzogen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einführung
- 1.1 Problemstellung
- 1.2 Gang der Untersuchung
- 2. Themenrelevante Grundlagen
- 2.1 Zielsetzung und Funktionen der Rechnungslegung
- 2.2 Konkretisierung der Ausschüttungsbemessungsfunktion
- 2.3 Charakteristika internationaler Rechnungslegungssysteme
- 3. Ausschüttungsbemessung mittels kapitalmarktorientierter Rechnungslegungssysteme
- 4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit untersucht die Eignung von kapitalmarktorientierten Rechnungslegungssystemen zur Bemessung von Ausschüttungen. Dabei werden die Ziele und Funktionen des HGB, IFRS und US-GAAP im Vergleich dargestellt, insbesondere im Hinblick auf die Ausschüttungsbemessungsfunktion. Die Arbeit beleuchtet die besonderen Merkmale internationaler Rechnungslegungssysteme und analysiert die Herausforderungen und Chancen, die sich durch die Anwendung von IFRS und US-GAAP für die Ausschüttungsbemessung ergeben.
- Zielsetzung und Funktionen der Rechnungslegungssysteme HGB, IFRS und US-GAAP
- Bedeutung der Ausschüttungsbemessungsfunktion im Kontext der Rechnungslegung
- Charakteristika internationaler Rechnungslegungssysteme
- Eignung von IFRS und US-GAAP zur Bemessung von Ausschüttungen
- Relevanz vertraglicher Regeln zur Begrenzung von Ausschüttungen
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in die Problemstellung ein und erläutert die Bedeutung der Internationalisierung von Rechnungslegungssystemen, insbesondere für kapitalmarktorientierte Gesellschaften. Es wird die Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 erwähnt, die die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards für konsolidierte Abschlüsse ab 2005 vorschreibt. Im zweiten Kapitel werden die relevanten Rechnungslegungssysteme (HGB, IFRS, US-GAAP) vorgestellt und ihre Ziele und Funktionen, insbesondere die Ausschüttungsbemessungsfunktion, beleuchtet. Des Weiteren werden die Charakteristika internationaler Rechnungslegungssysteme dargestellt. Das dritte Kapitel befasst sich mit der Ausschüttungsbemessungsfunktion im Kontext von kapitalmarktorientierten Rechnungslegungssystemen. Es werden Probleme wie die Fair-Value-Bilanzierung und die Bedeutung vertraglicher Regeln zur Begrenzung von Ausschüttungen diskutiert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen kapitalmarktorientierte Rechnungslegung, Ausschüttungsbemessung, Internationale Rechnungslegung, HGB, IFRS, US-GAAP, Fair-Value-Bilanzierung, vertraglich geregelte Ausschüttungsbegrenzung, Internationalisierung der Kapitalmärkte, Vergleichbarkeit von Abschlüssen.
Häufig gestellte Fragen
Eignen sich IFRS und US-GAAP zur Bemessung von Ausschüttungen?
Diese Systeme sind primär auf die Information von Investoren (Investor Protection) ausgerichtet. Ihre Eignung zur Ausschüttungsbemessung ist umstritten, da sie stärker auf Zeitwerten (Fair Value) basieren als das vorsichtige HGB.
Was ist der Hauptunterschied zwischen HGB und internationalen Systemen bei Ausschüttungen?
Das HGB verfolgt das Vorsichtsprinzip und den Gläubigerschutz, um Kapitalerhaltung zu garantieren. IFRS und US-GAAP fokussieren auf die Darstellung der tatsächlichen wirtschaftlichen Lage (Decision Usefulness).
Warum ist die Fair-Value-Bilanzierung problematisch für Dividenden?
Fair-Value-Bewertungen können unrealisierte Gewinne ausweisen. Würden diese ausgeschüttet, könnte dies die Substanz des Unternehmens gefährden, falls die Marktwerte später sinken.
Welche Rolle spielen vertragliche Regeln (Covenants)?
Da internationale Rechnungslegungsstandards oft keine gesetzliche Ausschüttungssperre vorsehen, gewinnen vertragliche Vereinbarungen mit Gläubigern zur Begrenzung von Dividenden an Bedeutung.
Was regelt die Verordnung (EG) Nr. 1606/2002?
Sie schreibt vor, dass börsennotierte Unternehmen in der EU ihre konsolidierten Abschlüsse nach den internationalen Standards (IFRS) aufstellen müssen.
- Arbeit zitieren
- Nils Ewald (Autor:in), 2006, Eignung kapitalmarktorientierter Rechnungslegungssysteme zur Bemessung von Ausschüttungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63944