Gesellschaftliche Prozesse und deren Bedeutung für die Entstehung des Public Law 94-142 EHA


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005
19 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Soziale Situation in den USA

2 Entwicklung der Sonderpädagogik in den USA
2.1 - Vor dem zweiten Weltkrieg
2.2 - Wichtige gesellschaftliche Veränderungen
2.3 - Vier Faktoren in der Entwicklung der amerikanischen Sonderpädagogik

3 Wichtige Stationen aus legislativer Sich

4 Hauptelemente des Public Law 94-142
4.1 - Bedingungen für Bundessubventionen

Zusammenfassung/ Ausblick

Tabellen/ Diagramme

Literaturverzeichni

Internetrecherche

Einleitung

Mit dieser Arbeit soll dargestellt werden, welche gesellschaftlichen Bedingungen die Integration von behinderten Kindern und Jugendlichen in Amerika begleitet haben. Es soll darauf geschaut werden, welche gesellschaftlichen Entwicklungsprozesse die amerikanische Bevölkerung durchlaufen hat, um schließlich eine stetige Verbesserung in der Förderung der Bedürftigen zu erreichen. Wie ist die Förderung institutionalisiert und welche rechtlichen Normen gelten in diesem Zusammenhang? Der besondere Schwerpunkt liegt dabei auf der Erläuterung des Bundesgesetzes „Public Law 94–142“. Um die Entstehung des Public Law aus dem gesellschaftlichen Kontext zu beschreiben, soll die sonderpädagogische Entwicklung, sowie deren gesellschaftliche Bedingungsfaktoren vor und nach dem zweiten Weltkrieg dem Verlauf nach erläuternd dargestellt werden. In meiner Betrachtung des Themas liegt ein weiteres Gewicht auf der Aufführung der gerichtlichen Prozesse, die als Meilensteine die gesamte Entwicklung beeinflusst haben. Die Vorstellung des Public Law beschränkt sich auf dessen Kerninhalte.

1 Soziale Situation USA

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind, nicht nur ein Land der Superlative, sondern auch ein Land der Gegensätzlichkeiten. So ist das Bruttonationaleinkommen von absolut 10.945,8 Mrd. US-$ mit großem Abstand nirgendwo auf der Welt höher als in den USA (vgl. Abbildung 1). Die USA sind auch das Land mit der höchsten Kaufkraftparität. Andererseits ist auch folgender Zustand evident.

Die Zahl der US-Amerikaner, die in extremer Armut leben, also weniger verdienen, als die Hälfte der offiziellen Armutsgrenze, stieg von 13,4 Millionen 2001 auf 14,1 Millionen im Jahr 2002 an. 2004 hingegen gab es laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes in den USA 313 Milliardäre. (Vgl. Kendall, 2002)

Laut der Daten von Kendall leben also 4,7 Prozent der amerikanischen Bevölkerung in extremer Armut. Dazu kommt, dass im Jahr 2001 das Jahreseinkommen einer vierköpfigen Familie mit 17.960 US Dollar die Armutsgrenze erreicht hätte. Das traf mit rückläufiger Tendenz auf 9,2 % aller Familien zu, im Unterschied zu noch fast 12,3 Prozent im Jahre 1993. (Vgl. U.S. Census Bureau, Poverty).

Minderheiten wie Behinderte sind von dieser Armut wörtlich doppelt betroffen. Der Anteil der Menschen mit Behinderungen deren Einkommen weniger als 15.000 US Dollar beträgt liegt bei 40 Prozent. Unter Nichtbehinderten ist der Anteil derer, deren Einkommen unterhalb dieses Grenzwertes liegt lediglich bei 20 Prozent. (Vgl. Jülich, 1996, S.22)

2 Entwicklung der Sonderpädagogik in den USA

Die offizielle Geschichte der Sonderpädagogik in USA beginnt Mitte des 19 Jahrhundert. Von der Ernennung des Gallaudet College durch Präsident Lincoln über die Verabschiedung des „Education for All Handicapped Children Act“ im Jahr 1975, (public Law 94-142), bis zu dessen Ergänzung „The Education of Individuals with Disabilities Act of 1989“, (IDEA, P.L. 101-204) im Jahr 1989 (vgl. Opp, 1993, S.53). Es folgte weitere gesetzliche Ergänzungen die hier jedoch nicht erwähnt werden sollen.

2.1 Vor dem zweiten Weltkrieg

1850 gründete Amos Kendall in Washington D.C. eine Schule für Lern-, Seh- und Hörgeschädigte. 1864 ernannte Präsident Lincoln die Schule zum College und gründete somit die erste staatliche Bildungseinrichtung für eingeschränkte Menschen. Der heutige Name dieser Bildungseinrichtung ist Gallaudet University. (Vgl. deafness.com)

Der Namensgeber Thomas Hopkins Gallaudet eröffnete selbst, als einer der Pioniere der Sonderpädagogik eine Schule für Gehörlose in Connecticut, Massachusetts im Jahr 1817 (vgl. Jülich, 1996, S. 36). Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges wurden viele Instítutionen gegründet, Ziel der Arbeit war eine Eingliederung in die Nichtbehinderten Umwelt. Nach anfänglichen Erfolgen mit Geistigbehinderten, aber der darauf folgenden Relativierung beim Eingliederungsprozess, insbesondere bei produktiven Tätigkeiten, wurden die finanziellen Unterstützungen durch öffentliche Träger wiederum eingeschränkt. 1896 wurde das bundesweite „Department of Education“ gegründet. Im gleichen Jahr als der US-Supreme Court den „seperate but equal“ Grundsatz aufhob (vgl. Jülich, 1996, S.47).

Ein Jahr darauf folgte die Einrichtung einer weiteren Abteilung die sich eigens der Sonderpädagogik widmen sollte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Sonderklassen an den „Regular schools“ gebildet, die ein Sammelbecken für alle Schüler mit Lernschwierigkeiten, als auch Behinderte wurde. „Bis zum Jahr 1930 war in sechzehn Staaten die sonderpädagogische Förderung innerhalb des öffentlichen Schulsystems gesetzlich verankert worden, von diesen hatten zehn auch genau festgelegt, wie die Ausbildung der in Sonderklassen tätigen Lehrkräfte auszusehen habe“ (Winzer, 1993, S.323 zitiert nach Jülich, 1996, S.40).

Eine bundesweite Gesetzgebung die sich auf die Förderung Benachteiligter bezog, sollte erst wesentlich später ratifiziert werden. Obwohl integrative Ansätze feststellbar waren, entwickelte sich sie die Sonderpädagogik bis dato eher zu einer separierenden Pädagogik, mit der Tendenz zum Sammelbecken zu werden für Schüler mit unterschiedlichsten Problemen.

2.2 Wichtige gesellschaftliche Veränderung nach dem zweiten Weltkrieg

Die Entwicklung der Sonderpädagogik nach dem zweiten Weltkrieg bekommt eine besondere Dynamik, weshalb dieses geschichtliche Ereignis durchaus als Aufbruchstelle markiert werden kann. Bereits 1944 beschloss der „Council for Exceptional Children“, Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, stärker in die Regelklassen zu integrieren. Durch eine verbesserte Infrastruktur in vielen Bundesstaaten, stieg die Zahl der behinderten Kinder, die integrierten oder Sonderklassenunterricht erhielten von 442.000, zwischen 1948 und 1963, auf 3,1 Millionen im Schuljahr 1970/71 (vgl. Buttlar, 1993, S. 48). Die Bestrebung Chancengleichheit im Bildungswesen zu erreichen wurden zum vorherrschenden Reformziel. Jülich beleuchtet an dieser Stelle der Entwicklung mit einem Zitat von Sapon-Shevin auch eine negative Entwicklungstendenz. Demnach wurden Schüler mit lediglich schwächereren Lerneinschränkungen, allzu schnell in Sonderklassen untergebracht. (vgl. Jülich, 1996, S.43).

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Details

Titel
Gesellschaftliche Prozesse und deren Bedeutung für die Entstehung des Public Law 94-142 EHA
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Pädagogik)
Veranstaltung
Hauptseminar
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V64030
ISBN (eBook)
9783638569385
ISBN (Buch)
9783638753456
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesellschaftliche, Prozesse, Bedeutung, Entstehung, Public, Hauptseminar
Arbeit zitieren
B.A. Mirko Suerhoff (Autor), 2005, Gesellschaftliche Prozesse und deren Bedeutung für die Entstehung des Public Law 94-142 EHA, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64030

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