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Sozialpsychologische Rekonstruktion der Leipziger Montagsdemonstrationen in der ehemaligen DDR

Titre: Sozialpsychologische Rekonstruktion der Leipziger Montagsdemonstrationen in der ehemaligen DDR

Thèse de Bachelor , 2005 , 41 Pages , Note: 1,7

Autor:in: B.A. Mirko Suerhoff (Auteur)

Sociologie - Politique, Majorités, Minorités
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Diese Arbeit beschäftigt sich grundlegend mit dem Verlauf der Oktoberrevolution in der nunmehr ehemaligen DDR. Mit welcher Logik lassen sich der spontane Ausbruch, sowie der lawinenartige Verlauf der Demonstrationen im Oktober erklären? Es wird darauf eingegangen, unter welchen Umständen vereinzelter Widerstand in kurzer Zeit zu massenhaften Demonstrationen führte. Dazu soll insbesondere der steile Anstieg der Protestierenden während der Leipziger Demonstrationen rückblickend erläutert werden. Um die Entscheidungssituation der Akteure darzustellen, wird das Modell von Bernhard Prosch und Martin Abraham verwendet.
Da eine Erklärung nach einem Makro-Mikro-Makro Schema erfolgt, werden ein Abriss der wichtigsten Ereignisse vor dem Umbruch und deren kausale Wirkunken dargelegt. Die Arbeit beinhaltet eine Zusammenführung verschiedener Erklärungsmodelle für den Verlauf des steilen Anstiegs der Teilnehmerzahlen. Kritische Betrachtungen mit Hinblick auf die Interpretationen von Schwellenmodellen bezüglich der Schwellenwertverteilung und Schwellenwertgrenzen von Modellen werden ebenfalls integriert. Dabei werden die Ereignisse in Leipzig herangezogen, um exemplarisch analysiert zu werden. Der Verlauf der friedlichen Revolution in der ehemaligen DDR im Jahr 1989 erreichte ein Resultat, dessen Folgen auch umfassende Veränderungen für die BRD bedeuteten. Ebenso änderte sich auch die weltpolitische Lage auf gravierende Weise, vor allem zwischen den Großmächten USA und Sowjetunion. Die Vereinigung Deutschlands durch eine friedliche Revolution ausgelöst, bewirkte also Zäsuren auf nationaler, europäischer und globaler Ebene. In dieser Arbeit werden die Ausdrücke Umbruch, Wende, oder Revolution trotz unterschiedlicher Konnotationen synonym verwendet. Die Ausdrücke SEU-Modell, Wert/Erwartungsmodell, sowie Kosten/Nutzenmodell werden ebenfalls gleichbedeutend gebraucht.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entstehung eines Protestklimas

2.1 - Erste Stationen des kollektiven Protests in der ehemaligen DDR

2.2 - Erosion des ideologischen Überbaus

2.3 - Figurationen der Makroebene

2.4 - Ereignisse vor der friedlichen Revolution

3 Massenhandlungen

3.1 - Ausdruck der politischen Deprivation

3.2 - Komponenten der kollektiven Mobilisierung

3.3 - Die zwei Formen der sozialen Bewegung

3.4 - Aspekte der friedlichen Revolution

3.5 - Gründe für die ausbleibende Eskalation der Gewalt

3.6 - Das Trittbrettfahrerphänomen

4 Mobilisierung

4.1 - Erklärungsschema der Mobilisierung

5 Das Mikroschema der Teilnahmeentscheidung

5.1 - Generalisierte Entscheidungsstruktur für individuelle-nutzenorientierte Akteure zu Beginn der Proteste

5.2 - Änderungen der Randbedingungen

5.3 - Akteursgruppen mit nicht instrumentell-eigennützigen Handlungsantrieben

5.4 - Der Emergenzeffekt

5.5 - Andere Koordinationsformen

5.6 - Erweiterung der Grenzen des Diffusionsmodells

6 Zusammenfassung/ Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den Verlauf der Oktoberrevolution in der ehemaligen DDR, mit einem speziellen Fokus auf die Logik des plötzlichen und lawinenartigen Anstiegs der Demonstrationen in Leipzig. Ziel ist es, durch eine sozialpsychologische Rekonstruktion unter Verwendung des Makro-Mikro-Makro-Modells sowie diverser Kosten-Nutzen-Analysen zu erklären, wie vereinzelter Widerstand in massenhafte Proteste münden konnte.

  • Analyse des Protestklimas und der Entstehungsbedingungen von Massenbewegungen.
  • Anwendung des SEU-Modells (Wert/Erwartungsmodell) auf individuelle Teilnahmeentscheidungen.
  • Diskussion von Schwellenwertmodellen zur Erklärung kollektiven Verhaltens.
  • Untersuchung der ausbleibenden Gewalteskalation in Leipzig.
  • Bewertung verschiedener Akteurstypen und ihrer Handlungsmotive im Revolutionsverlauf.

Auszug aus dem Buch

3.2 Komponenten der kollektiven Mobilisierung

Nachdem die wichtigsten Makroereignisse geschildert wurden, sollen nun die Bedingungen für Massenhandlungen stärker konturiert werden, um schließlich in einem Mikromodell die Entstehung und Dynamik weiter zu analysieren.

Demnach schildert Giddens, rekurrierend auf Charles Tilly, vier Hauptmerkmale, die eine kollektive Mobilisierung zu einer Revolution machen:

1. Organisation: Die Beteiligten Gruppen organisieren sich in Form von spontanen Ansammlungen, bis hin zu straff organisierten revolutionären Gruppen.

2. Mobilisierung: Erlangung der Kontrolle über die erforderlichen Mittel/Ressourcen für eine kollektive Aktion.

3. Gemeinsame Interessen: Alle Beteiligten haben grundsätzlich gleiche Interessen, und übernehmen Gewinne und Verluste der gemeinsamen Taktik.

4. Gelegenheit: Zufällige Ereignisse können die Umsetzung des revolutionären Prozess beeinflussen oder gar auslösen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die sozialpsychologische Betrachtung der Oktoberrevolution ein und definiert den methodischen Rahmen der Makro-Mikro-Makro-Modellierung.

2 Entstehung eines Protestklimas: Dieses Kapitel skizziert die historischen und politischen Voraussetzungen, die den Nährboden für die späteren Proteste bereiteten.

3 Massenhandlungen: Hier werden theoretische Konzepte wie politische Deprivation, Trittbrettfahrerphänomen und die Dynamik sozialer Bewegungen diskutiert.

4 Mobilisierung: Dieses Kapitel legt das Erklärungsschema fest, um die spezifische Mobilisierungsdynamik in Leipzig wissenschaftlich zu erfassen.

5 Das Mikroschema der Teilnahmeentscheidung: Der Kernteil analysiert mittels SEU-Modellen und Schwellenwerttheorien, warum Individuen sich zur Teilnahme an Demonstrationen entschieden.

6 Zusammenfassung/ Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse der Rekonstruktion zusammengefasst und Ansätze für weitere Forschungen aufgezeigt.

Schlüsselwörter

Oktoberrevolution, Leipziger Montagsdemonstrationen, DDR, Schwellenwertmodell, Makro-Mikro-Makro-Modell, SEU-Modell, kollektive Mobilisierung, politische Deprivation, Trittbrettfahrerphänomen, soziale Bewegung, individuelle Handlungsentscheidung, friedliche Revolution, Emergenzeffekt, Protestnorm.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Oktoberrevolution in der ehemaligen DDR, wobei der Fokus insbesondere auf dem rapiden Anstieg der Leipziger Montagsdemonstrationen liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entstehung von Protestklimata, die Dynamik kollektiver Mobilisierung und die Frage, warum Menschen trotz hoher Risiken an Demonstrationen teilnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist die sozialpsychologische Rekonstruktion der Entscheidungssituation einzelner Akteure während der friedlichen Revolution.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein strukturell-individualistischer Ansatz verfolgt, der das Makro-Mikro-Makro-Schema mit Rational-Choice-Modellen (speziell SEU-Modell) und Schwellenwerttheorien kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Protestkultur, die Bedingungen für Massenhandeln sowie mathematische und theoretische Erklärungen für das Teilnehmerwachstum bei Demonstrationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind u.a. Schwellenwertmodell, kollektive Mobilisierung, politische Deprivation und individuelles Handeln.

Warum blieb die Gewalteskalation in Leipzig aus?

Laut Arbeit trugen dazu der gezielte Einfluss auf lokale Entscheidungsträger, eine Gewaltverzichtsnorm innerhalb der Proteste und die abrupte Dynamik des Teilnehmeranstiegs bei.

Welche Rolle spielt das Trittbrettfahrerphänomen?

Es beschreibt das Problem, dass viele Bürger von den Errungenschaften der Revolution profitieren, ohne selbst das Risiko einer Teilnahme an Protesten einzugehen, was durch selektive Anreize überwunden werden musste.

Wie beeinflusste die Grenzöffnung Ungarns die Proteste?

Die Grenzöffnung fungierte als singuläres Ereignis, das die Präferenzstruktur der Akteure veränderte, die staatliche Repressionsunfähigkeit signalisierte und so den Protest beflügelte.

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Résumé des informations

Titre
Sozialpsychologische Rekonstruktion der Leipziger Montagsdemonstrationen in der ehemaligen DDR
Université
Ruhr-University of Bochum  (Sozialwissenschaft)
Cours
Abschlussarbeit
Note
1,7
Auteur
B.A. Mirko Suerhoff (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
41
N° de catalogue
V64031
ISBN (ebook)
9783638569392
ISBN (Livre)
9783638669658
Langue
allemand
mots-clé
Sozialpsychologische Rekonstruktion Leipziger Montagsdemonstrationen Abschlussarbeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
B.A. Mirko Suerhoff (Auteur), 2005, Sozialpsychologische Rekonstruktion der Leipziger Montagsdemonstrationen in der ehemaligen DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64031
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Extrait de  41  pages
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